Corona
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34. Januar, „Sie hat alle Impflinge auch gut vorbereitet“

„Schleppender Impfstart.“ Eine Neurologin Frau Zipp beanstandet: „Warum hat man im Sommer nicht viel mehr Impfstoff auf Risiko bestellt?“
„Die Virusmutation in Großbritannien mache deutlich: ‚Eine erfolgreiche Impfstrategie ist eben auch ein Wettlauf gegen die Zeit.‘“ www.tagesschau.de
Sonst ist es mutiert, weg, kommen andere, wie immer seit Corona-Viren bekannt sind. Aber wer hat es jemals gemerkt? Nun gut, jetzt, wohin mit dem Impfstoff? Stimmt es am Ende, was Bhakdi gesagt hat: Einen Impfstoff dagegen zu entwickeln sei geradezu laienhaft?

Wo genau das Problem liegt? Einerseits:
zu langsam: „Impfkampagne in Deutschland. Warum so langsam?“ Außerdem: Wir haben
zu wenig Impfstoff: „‚Das Problem ist nicht die bestellte Menge. Wir haben genug bestellt. Das Problem ist die geringe Produktionskapazität zu Beginn - bei weltweit extrem hoher Nachfrage.‘ Dass es am Anfang knapp sein würde, sei klar gewesen.“ Obwohl, oder nicht eher
zu wenig Nachfrage?: „Knapp 266.000 Impfdosen sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bis jetzt bundesweit verimpft worden (Stand 04.01.). Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass bereits 1,3 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen.“

Nun, „‚Mit der Entscheidung, zuerst in Pflegeheimen zu impfen, war klar, dass es langsamer losgeht. Dort müssen mobile Teams eingesetzt werden, das ist aufwändiger als im Impfzentrum‘, erklärt Spahn.“
www.tagesschau.de vom 4. Januar
Den Aufwand hat jeder gesehn: Polizei und Presse vor dem Heim, samt Berliner Gesundheits-Senatorin. Wie aufgeregt die Neunzigjährigen jetzt sein müssen! Hauptproblem: die Heimbewohner willig oder bereit zu machen, sagt die Senatorin in sehr leichtem Akzent:
„Es ist alles gut gelaufen. Unser mobiler Einsatz-Team war gut vorbereitet und … [betonte Pause] Ja, aber vor allem gut vorbereitet war dieser Heim … Die Heimleitung hat sehr früh schon Kontakt mit Angehörigen aufgenommen, die Pflegekräfte waren gut vorbereitet, aber das große Glück in dieser Einrichtung ist, dass wir eine Hausärztin haben, Frau Dr. Landgraf … Sie hat alle Impflinge auch gut vorbereitet. Wir haben hier eine sehr hohe Quote an Bereitschaft gehabt. 93% der Bewohner und Bewohner sind bereit, sich impfen zu lassen, und das haben wir sicher einer guten Vorbereitung der Hausärztin zu verdanken“, WELT, youtube, vom 27. Dez.

Die Nachwelt wird denken, das Impfen wäre heut erfunden worden. So viel Aufregung und Bilder von Impfspritzen. Sobald man ein Gerät anstellt, Fernsehn, Handy, Mail-Portale, überall, wie einer geimpft wird. Und weil uns auch Spritzen überhaupt etwas vollkommen Neues sind, erklärt man uns, dass es nur ein bisschen pieksen soll. Nur ein kleiner Pieks, Papa Staat ist dabei, irgendein Minister. Und guck mal, alle bekommen das, die Waltraud, der Gerd - die Liesel hat’s auch schon hinter sich. Als nächstes bringen sie uns bei, wie man allein aufs Töpfchen geht.

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9. Januar, Ist das die Freude auf die Impfung?

Falls es mehr Überzeugung brauchen sollte, hätte ich ein paar Vorschläge:
WELT Nachrichtensender, vom 27. Dezember
Da ihr nur im Fernsehen seid und wir auf der Couch, muss Herr Stefan Wittmann, der, wie gesagt wird „ hier vor Ort im Studio ist“ nicht so weit nach hinten versetzt verloren im leeren weiten Raum stehen, dass mehr Fußboden als Mensch ist, beige-farbener Fußboden. Und der Ansager nicht so weit hinter dem metallenen, grauen Tresen versteckt. Der Tresen sieht schlimmer aus als ein OP-Tisch. Wie solltet ihr uns denn durchs Fernsehen anstecken? Man meint fast, euer Abstand bedeutet etwas anderes, aber nicht Infektionsschutz. Gut, wenn’s sein muss - dann würde es eigentlich die Kameratechnik erlauben, die Personen näher zu zoomen. So viel Abstand wird noch nicht einmal im Bürgeramt demonstriert.
Und diese Wand! Herr Wittmann steht vor einer ganzen Wand aus Bildschirm. Das Bild, das ihr uns daran zeigt, ist recht klein für so einen großen Bildschirm. Der Bildschirm ist doppelt so breit wie das gezeigte Bild, und wie Herr Wittmann davor steht, und uns das Bild erklären soll, muss er sich vor der Leerstelle platzieren, sich sozusagen in den Bildschirm einfügen, dass Bild und Mensch auf selbe Ebene geraten, als käme das Bild gleich raus oder Herr Wittmann rein. Wenn es ein schönes Bild wäre, aber so ein Gruselbild?: Eine Länderkarte von Deutschland und zwei extrem riesige Hände, größer als der ganze Herr Wittman, in blauen Latexhandschuhen mit einer Impfspritze, Mega-Latex-Hände ziehen über die kleine Deutschlandkarte eine Mega-Impf-Spritze auf. Deutschland, einmal hochkant an die Wand gehängt, oder wie eine Zielscheibe, und prompt fallen lauter Mega-Spritzen mit Stachel voran auf die Länder herab, wie Bomben im Weltkrieg, pro Land reicht wohl eine Bombe, äh, Spritze. Mögen Amerikaner solche Bilder mögen, wir haben Deckung in Bunkern gesucht.
„Denn es ist ein historischer Tag jetzt hier in Deutschland. Denn wir haben ne Waffe mehr gegen das Virus, die jetzt dann auch endgültig zum Einsatz kommt. Bis zum Ende des Jahres sollen dann 1,3 Millionen Dosen zur Verfügung stehen, da jeder zwei mal gepiekst werden muss.“

Hilfe! Wir werden von Spritzen verfolgt, tags auf Bildschrimen im Center, abends im Sessel, so hat man das noch nie gesehen: Manchmal obszön oben Tropfen dran, kommt’s schon rausgespritzt, bevor’s überhaupt im Arm steckt. Ihr redet vom „Pieks“, als wäre’s nicht nebensächliche Notwendigkeit, kaum spürbar, sondern Zweck. Und wer das nicht will? Spritzt ihr ihm Anti-Depressiva? 10.096 haben das Video aufgerufen, 620 Daumen runter, 75 hoch, Kommentare deaktiviert (Stand 9. Jan.): WELT Nachrichtensender, vom 27. Dezember

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15. Januar, Rohrzange im Home-Office?

Eine Verwandte, Lehrerin, muss ihre Schulkinder aus dem Home-Office online unterrichten, nebenher dem Töchterchen beim Online-Lernen helfen, mit dem Söhnchen, Kindergartenkind, spielen. Und einkaufen und Essen kochen. Und wie in der Online-Bastelstunde immer die Internetverbindung wegbricht, sich sagen lassen:
„Woran liegt diese Mangelwirtschaft? An den Lehrern? Sind die einfach zu faul? Bisweilen schon.“ www.electrifiedmagazin.de, 28. Sept. 2020
„Auch versäumen die Länder großteils, Lehrerinnen und Lehrer für den Einsatz zu schulen.“ tagesspiegel.de, 14. Juli 2020
„Die Schüler sitzen zuhause vor ihren Computern - und warten. Kaum ein anderes Land in Europa ist so schlecht für E-Learning vorbereitet.“
„‚Bei uns an der Schule haben die meisten Lehrer überhaupt keine Ahnung von Technik‘, bestätigt der 16-jährige Karl, der die 10. Klasse eines Berliner Gymnasiums besucht. ‚Die sind froh, wenn ein Schüler für sie ein HDMI-Kabel in einen Laptop steckt, weil die einfach nicht wissen, wie das funktioniert.‘ Er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie seine Lehrer ihre Schüler online unterrichten sollen.“ www.dw.com.de

Aber so etwas kann man uns nicht vorwerfen. Die ganze Wohnung immer schon voller Home-Office.
Es gibt zudem gute Ohrschützer, wie sie Arbeiter auf der Baustelle tragen, solche haben wir uns irgendwann zugelegt wegen der jahrelangen Baustelle neben uns.
Auch wegen dem Treiben von oben: Damit die Kinder in hausfräulicher Obhut über uns Roller fahren, vom Sessel springen und Türme auf Laminat einstürzen lassen konnten, und wenn der Vater nach Hause kam, wie noch fünf Kinder mehr. Das ging, ohne dass wir arbeitslos werden mussten - ich meine, Home-Office unter Dauer-Lärm, das geht, wenn man den ganzen Tag Bauarbeiter-Ohrschützer auf hat, schon ganz gut all die Jahre.
Kurz vor Corona sind neue Nachbarn eingezogen. Solange die Frau tagsüber auswärts war, ein ruhiges Pärchen. Im ersten Lockdown aber, beide zu Hause, laut am Streiten, wie wenn sie sich zusammen Wohnen so nicht vorgestellt haben. Den zweiten Lockdown, wieder von oben hörbar, dass das kein Zustand sei, kurz später Ruhe, und ihr Name am Briefkasten aussagekräftig durchgestrichen. Wie mal einer gesagt hat, wie heißt er, der „Philosoph der Frauen“ - „von Peter Sloterdijk mal sehr zu Recht als Andrè Rieu der Branche gewürdigt“ www.wiwo.de - Jedenfalls, wie dieser meinte: „Am Anfang hat man immer gesagt, es würden wahnsinnig viele Corona-Kinder entstehen, aber ich glaube das ehrlich gesagt nicht. Ich glaube eher an Corona-Scheidungen. Ich glaube, dass es Paaren, die sehr lange und häufig zusammen sind, nicht gut tut.“ www.bunte.de
Ich stopfe also die Ohrhörer so fest in die Ohren wie Ohropax, mit Ohrschützern noch drüber, dann hört man fast nur noch die Vorlesung, in der man gerade sitzt. Aber das führte wiederum mal zu einem kleinen Unfall: Denn weil für’s Chatten, Konferieren, Programmieren und Recherchieren man die Stöpsel zwischen drei Geräten hin und her steckt, oder man mal mit, mal ohne Hörstöpsel hört, vergaß ich einmal die Lautstärke. Man loggt sich ein, sitzt im stillen BBB-Raum online, bis der erste Teilnehmer einen Ton sagt, und zwar viel zu laut. Das ist noch untertrieben. Wer so einen Schreck überlebt, kann sich gesund nennen. Aber Schmerzen und Migräne wie nach einem Schlag auf den Kopf. Danach verträgt man nur noch absolute Ruhe und Tee trinken. Sich irgendetwas anhören für den restlichen Tag passé. Gilt das eigentlich als Arbeitsunfall?
Nichts desto trotz, wenn Zweie im Home-Office sitzen, um einander nicht zu stören, das nächste mal wieder mit Hörstöpseln. So feste reingestopft gegen den Lärm von außen, jetzt können Leute an der Tür klingeln - ich sitze in der Vorlesung. Wie früher zwischen hundert Leuten in enge Klappstühle und -bretter eingeklemmt, dass von der Seite fremde Ellenbogen auf meinem Papier drauf liegen und von vorn ein Pferdeschwanz. Wenn jetzt zu Hause wer an der Tür klingelt, was soll ich machen, kann doch nicht die ganze Sitzreihe aufscheuchen, damit ich nach Hause zur Tür gehe und private Päckchen entgegen nehme.
Es gibt Ausnahmen. Wenn ganz dringliche Fälle sind: Einmal trotz Ohrstöpsel so ein Gerumpel auf dem Balkon und aufgeregte Vögel, da dachte man, wer ist von oben runtergefallen: war’s der Terror-Anschlag eines Raubvogels! Spatzenscharen in alle Richtungen, ein paar arme Zurückgelassene in Schreckstarre zwischen Blumentöpfen geduckt, und ein gelb-äugigiger Sperber, der die Ecken anpeilt, also er stürzt sich in die Ecken. Folge da mal einer der Vorlesung. Erkläre das mal dem Prof.
Oben ziehen jetzt Neue ein, die sich offenbar, wie die Nachbarn zuvor, im Lockdown neu formieren. Schreckliches Poltern im schallenden Hausflur, als fallen sie uns mit den Bettgestellen die Tür ein, bis alle Möbel oben sind, letztens nach abends um elf, heute den ganzen Vormittag. Christoph erstellt Klausuren für seine Studenten, ich sitze wieder in einer Vorlesung, da klingelt’s wie immer an der Tür. Ich bin gut darin, es zu überhören, aber Christophs lautes Protest-Schnaufen und Verdammt-noch-mal-Stuhl-Knarren höre ich dann doch. Er hat ja Recht, wenn alle zu Hause sind, können nicht alle so tun, als wär keiner zu Hause. Man kann nicht da sein und gleichzeitig weg. Hier der Prof, sehr schwere Themen, und dort ein lautes Gespräch an der Tür. Ich frage später, was los war. Na, der Handwerker von oben hat seine Rohrzange zu Hause vergessen, aber Christoph, zwischen Laptop und Klausuren hatte auch gerade keine Rohrzange zur Hand. Danach hat man’s noch bei den Nachbarn klingeln hören, überall Stimmen, das ganze Haus hatte offenbar keine Rohrzange, und zudem keine Zeit jetzt, während der Arbeit im Home-Office im Keller nach Rohrzangen zu suchen.

„Woran liegt diese Mangelwirtschaft? An den Lehrern? Sind die einfach zu faul? Bisweilen schon.“

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31. Januar, Rekorde werden „geknackt“

Infektionsschutz hat weiterhin die gefährlichsten Quellen scharf im Blick:
Die ohnehin immer leeren Museumshallen müssen unbedingt geschlossen bleiben. Wir fünfzehn Studenten dürfen nicht im Hundert-Sitze-Saal trotz Durchzug anwesend sein. Abends im Dunkeln, wenn alles in der Stadt geschlossen und verlassen ist, wird noch der letzte Spaziergänger am Rathausplatz von Polizeistreife ermahnt, dass er auch die Nase zu bedecken hat. Und trotzdem, die Zahlen steigen, so ein heimtückisches Virus!
Drängeln wir uns lieber ins „Kaufland“, da ist nicht so viel Furcht und Gefahr wie unter freiem Himmel auf menschenleerem Platz. Im „Kaufland“ streckt sich einer an des andern Schulter vorbei, um beim Gemüse nicht sekundenlang warten zu müssen. Na, unter so strengen Security-Augen am Eingang, ist Polizei hier gar nicht nötig - muss es ja wohl in Ordnung sein. Noch dazu bei Video-Überwachung und nach täglicher Tagesschau so vielen aufgeklärten, vernünftig denkenden Menschen.

Und trotzdem: „Das Robert Koch-Institut meldet 22.368 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Damit wurde die Marke von zwei Millionen nachgewiesenen Infektionen seit Pandemiebeginn überschritten.“ www.tagesschau.de, 15. Januar. Beziehungsweise „geknackt“, wie jeden Abend beim Dax gehofft wird, „Corona-Rekord: Weltweit 100 Millionen Marke geknackt“ im Sat1 Frühstücksfernsehen, www.sat1.de am 27. Januar, wobei aber, bei aller Euphorie, es natürlich ein „erschreckender Corona-Rekord“ ist, ein „trauriger Rekord“, wie dazu gesagt wird.

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Im Park

Die Leute sind erstaunlich gutmütig, hoffnungsvoll und fröhlich, unterschwellig traurig und verängstigt. Wir schnappen im Vorbeigehen Gesprächsfetzen auf, fast alle handeln von Maßnahmen und Umständen, kaum von Kranken und Toten. Genau genommen, kein einziges mal von Kranken und Toten. „Bundeskanzlerin Merkel ‚bricht das Herz‘ wegen der vielen Corona-Toten“, „Wir brauchen ein Gedenken an die Toten“ www.stimme.de, 21. Jan.

„Du hier? Darfst du wieder raus?“ - „Oh, das war schlimm. Glaub nicht, dass ein Baby das nicht merkt, wenn es nicht mal an die Luft kommt.“ - „Wem sagst du das? Der Kleine von der Bekannten ist zwei und musste wegen Verdachtsfällen in der Kita schon mehrmals in Quarantäne - was machst du, wenn er wochenlang nicht aus der Wohnung raus darf? Wie bringst du ihm das bei?“

„Naja, wenn du jetzt in kein Lokal und nirgends rein kannst, klingelst du bei uns, wärmst dich auf, wir kochen, kannst immer vorbei kommen.“

„ … was bei all dem ja nie gesagt wird, …“.

Christoph bekommt verzweifelte Mails von Studenten, die an der Prüfung nicht teilnehmen können. Einer schreibt, er sei mit Kindern unter den Umständen krank und handlungsunfähig geworden. Zweifelsohne, er klingt auch wie ein Verwirrter.

„Ins Ziel zu stolpern, noch so abgewetzt, ist bei der Corona-Politik kein Versagen. Es geht hier nicht um Eleganz.“, Merkel, tagesspiegel.de, 21.1.

7. Februar, Vorlesung im Bett

Es ist ganz still geworden im Chat, die munteren Kommilitonen in Stille versunken. Keine Präsenz-Treffen mehr, weniger Online. Ja, weniger! Aber wir wurden von der Uni bei jeder Gelegenheit online befragt - schrieben unsere Meinungen ins Etherpad, klickten uns durch Abstimmungen im BBB, sprachen ins blubbernde Mikro bei abgehackter Verbindung, wie wir die Digitalisierung fänden, oder ob besser Präsenz. Wir werden mit so viel Nachdruck gefragt, es ist großes Interesse an unserem Befinden. Nicht, dass es von Bedeutung wäre, denn wenn ich seit Wochen Probleme melde (kein eignes Zimmer, Baulärm in Wänden, Türklingeln), kehrt in die Leitung ein Merkwürdiges Schweigen ein, nun gut, und fahren wir fort. Manchmal gibt es eine Reaktion: „Ja das ist nicht schön.“ oder „eigentlich ist rein digital selbstverständlich, das muss schon drin sein.“ Heute ergab die Umfrage gemischte Meinungen: „Digital ist cool, weil kann man noch schön im Bett liegen“, was die Tutorin dann doch etwas pikiert hat: „Äh ja, gut, ich habe auch schon Vorlesungen am Handy unterwegs gehört, wenn ich durch die Stadt laufe, aber wenn ich hier mit euch Aufgaben übe, find ich’s nicht so toll, dass ihr im Bett liegt. Ihr müsstet schon mit machen.“ - „Präsenz ist besser! Weil, was machst du, wenn immer die Internetverbindung abschmiert? Vor allem in der Prüfung!“ - „Digital ist besser, wenn die Vorlesungen abrufbar hochgeladen werden, für mich als Nachtschwärmer.“ - „Ooch, ich wollte euch aber so gerne alle mal wieder sehn.“ - „Ach so, ja war nicht so gemeint, ich will dich doch auch mal wieder sehen.“

Die Dozenten haben das Semester mit den Worten verabschiedet: „Wenn demnächst wieder mehr Normalität einkehrt …“, „Ich freue mich schon, im Sommer hoffentlich den ein oder anderen von euch das erstemal sehen zu können“, sagt die einzige, die immer, auch als Präsenz erlaubt war, online geblieben ist.

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... Ein Bild im Bett mit Öl und Terpentin?

Christoph darf seit letztem Jahr selbst mündliche Prüfungen oder Sprechstunden, wo nur ein einziger Student zugegen ist, nicht in Präsenz halten. Weil die Sache ist so: In Unis infiziert man sich, anders als sonstwo, schon auf zwanzig Metern Distanz, wenn zwei oder drei in einem Hundert-Sitze-Saal zugegen sind. Nein, schon gut, so einen Aberglauben möchte man den Unis nicht unterstellen, niemand glaubt das wirklich. Also dann: Dann hat das Präsenz-Verbot der Uni-Leitungen natürlich rein garnichts mit der Seuche zu tun. Woher sonst auch so viele Kritiken und ganze Bücher gegen den Trend der rein digitalen Lehre schon all die Jahre, als es die Seuche noch garnicht gab?

Christoph hat sich manchmal für den Online-Unterricht in die menschenleere Uni gesetzt. Aber seit Januar ist das Seminargebäude ganz abgesperrt, und hat er der Bürodame außen ans Fenster klopfen sollen, dass sie ihm die Tür aufmacht. Er hat also immer einen Raum nehmen dürfen, dort sechs Stunden am Laptop konzentriert kauernd, zum Konferieren, in dicker Winterjacke, sich immer fragend, ob mancher Student, der in der Online-Liste anwesend ist, aber nie reagiert, nicht etwa im Bett liegt.
Ich könnte mir vorstellen, da die Gebäude nun brach liegen und es ja irgendwie auch ohne Gebäude geht, dass man sie bald einfach verkauft, jetzt, wo man Billionen wieder einsparen muss. Zumal sogar die Uni-Bibliotheik in den letzten Jahren um viele, selbst hervorragendste Bücher erleichtert wurde, weil man offenbar nicht mehr alles zu besitzen oder zu wissen braucht.
Und wir zu zweit in kleinem Zimmerchen, jeder in einen Bildschirm sprechend, mit Hörern in den Ohren, solange nicht wie manche mit Kindern nebenher, kommen doch ganz gut zurecht. Die Ärztin war über Christophs plötzlichen Bandscheibenvorfall nicht verwundert: „Damit kommen jetzt viele Lehrer. Keine Bewegung mehr, nur noch Laptop. Wahrscheinlich sitzen Sie auch den ganzen Tag auf harten Küchenstühlen …“ - woher weiß sie denn das?
Morgen muss er Studenten live am Bildschirm die Prüfung abnehmen, zusammen mit der Kollegin. Zu zweit im Büro ist nicht erlaubt, aber damit er sich nicht sechs Stunden lang in kalten Uni-Sälen, regungslos am Bildschirm fest gesetzt, die Nierenentzündung holt, bleibt nur unser Zimmer hier hier zu Hause. Bin ich eben bei den Prüfungen dabei, Datenschutz hin oder her - wenn die Studenten wüssten. Darf ich zwischendurch nicht Rascheln, kein Stiftgeschabe und Gekritzel, kein Getippe am Laptop, in andererleuts Prüfung. Oder muss raus. Ein sechsstündiger Schneespaziergang in einem legalen Kilometerradius im Kreis täte auch nicht schaden, ohne Pause - weil geschlossene Lokale - auch gleich noch ein Anreiz für die Kondition. Oder, damit er das Zimmer hat, darf ich das Bett nicht verlassen, die Tür nicht aufmachen, nicht durchs Zimmer, nicht ins Bad, denn wo kämen wir hin, wenn in Prüfungen noch die Ehefrau mittendrin herumläuft! Aber was macht man so lange im Bett? Ein Bild im Bett mit Öl und Terpentin, oder wie heute ein paar digitale Ölfakes?

8. Januar

Das Bett voll Arbeitssachen eingerichtet, Entwarnung: Die prüfende Kollegin eine viertel Stunde vor Beginn krank gemeldet.

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11. Februar, Student: Name; fehlt: ja; Grund: Covid-19

Schon wieder Ärger! Dabei hat Christoph sich am Sonntag nur gedacht, lädt er die Prüfungs-Ergebnisse schonmal ins Netz, bevor wochentags wieder neue Arbeit ansteht. Nun große Aufregung von Amt und Leitung: Wie kann es sein, dass da auch Fünfen drin stehen! Christoph sollte doch jedem, der nur eine Fünf geschrieben hat, die Note streichen und eintragen: Covid-19. Warum er das noch nicht gemacht hat? So muss das Amt nun selber... Ach so, ihr fragt, warum alle Fünfen gelöscht werden? Nun, die ausschließlich digitale Lehre im Wohnzimmer, im Bett, seit Jahren gefordert, nun endlich durchgesetzt, diese lang gepredigten Ideal-Zustände gelten jetzt als schwierige Umstände. Was wiederum ideal ist, weil hier ein Nachteilsausgleich, dort noch besondere Rücksicht, ein paar Extra-Chancen und Zusatz-Boni. Alle Prüfungen gelten als Freiversuche, ein Geschenk der Uni-Leitungen. Nicht bestanden gilt einfach nicht. Jeder, der eine Fünf geschrieben hat, bekommt sie gelöscht, und war offiziell zur Prüfung gar nicht da. Amtlich steht jetzt geschrieben:

Student: Kore Sofia;
fehlt: ja;
Grund: Covid-19

Also Disease. Krankheit. Nachdem Christoph die Studenten life online gesund vor sich gehabt und ihnen persönlich die Prüfung abgenommen hat, entscheidet eine Stelle von Ferne, die Studenten seien gar nicht da gewesen und Covid-krank. Nur wo die Prüfung bestanden wurde, bei etlichen sogar mit eins, ist kein Eintrag, keine Coronavirus-Krankheit, egal, ob schwerere oder leichtere Umstände. Die Umstände der Studenten sind überhaupt nicht bekannt. Und so nun hatten schon letztes Semester 39 von 128 Studenten, etwa ein Drittel, offiziell diese Coranavirus-Erkrankung. Einige wenige, wenn wirklich krank, haben, wie üblich, den Eintrag: „Krankmeldung“, oder „Anerkannter Grund“, wer weiß, ob nicht sogar wegen Covid, denn es ist selbstverständlich nicht zulässig, dass die Uni dokumentiert, wer welche Erkrankungen hat. So wird die Corona-Krankenstatistik enorm hoch getrieben, aber wo ist der Zweck? Ich meine, warum bei Fünfen nicht einfach sagen: „gilt nicht, allgemeine Umstände“. Da fragt man doch, wozu sie für Covid-krank erklären, als hätte man etwas mit ihnen vor? Kommst gesund in die Prüfung, schreibst eine Fünf - Diagnose Covid-krank. Kommst nachher in Behandlung, oder wie manche „Quarantäne-Verweigerer“ in die Psychiatrie? Nein, nein, tatsächlich ist das wiederum völlig abwegig, ist niemands Absicht. Man kümmert sich überhaupt nicht weiter um einen, der wegen seiner Fünf für Covid-krank befunden wird. Schreibt er das nächste mal einfach eine bessere Note, voilà, ist er gesund!

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13. Februar, Respekt

„Respekt vor der Gesundheit unserer Mitmenschen. Deshalb Zutritt nur mit wirksamer Mund-Nase-Bedeckung“, auf der Tafel kindgerecht, stilisiert illustriert: Ein Mädchen mit Maske schaut uns aus freundlichen Augen an. Darunter dieselbe ein zweites mal, ohne Maske mit schönem weiten Lächeln und einem Attest: „Sie sind ohne Maske willkommen, wenn sie uns Ihr gültiges ärztliches Attest zeigen. Respekt gegenüber Menschen mit echten Gründen zur Befreiung von der Maskenpflicht. Wir von Biomare setzen die Maskenpflicht durch. Wenn Sie im Laden einen Menschen ohne Maske sehen, so hat das seine Richtigkeit.“ Darunter sehen die Bildchen nicht mehr so freundlich aus: Fünfe nebeneinander aufgereiht, jeder einzeln kreuzweise durchgestrichen. Man muss ein bisschen mühsamer hinschauen, wer es da hinter Gitter, Verzeihung, Kreuze gebracht hat: in der Überzahl Jungs. Wer ohne Makse und ohne Attest kommt, hat die Mundwinkel nach unten, daneben einer mit durchsichtigem Plastikhelm, Mundwinkeln nach unten, einer mit „Fake-Attest“, Mundwinkeln nach unten - solchen Menschen hängt der Mund genuin nach unten, den zwei übrigen schlecht maskierten sicher ebenfalls - was unfreundliche Burschen. Einem schaut die Nase heraus, und eines hat eine kariert gemusterte Mode-Maske. Sind alle ganz niedlich gezeichnet, trotzdem: „Kein Zutritt zu Biomare!“ für solche Leute.

Zu guter Letzt noch, „ein persönliches Wort von uns: Wir tragen den ganzen Arbeitstag eine Maske. Die Einschränkungen dadurch sind minimal, auch für die Asthmaterinnen unter uns. Wir finden es egoistisch und anmaßend, wenn sich Menschen dieser notwendigen Rücksicht verweigern und/oder sich einbilden, schlauer zu sein als der Rest der Welt.“ - Steht dort wirklich zum „und“ extra hinzugefügt noch ein „oder“? Verweigern wir uns also nicht, sind wir egoistisch und anmaßend, wenn wir nur anders denken? Mundwinkel runter. Zum Glück betrifft uns das nicht, wir sind ja völlig überzeugt, dass, wie gesagt wird, auch Asthmatiker den ganzen Tag täglich mit Maske nur minimal eingeschränkt sind, Attest hin oder her, sagen wir als Gesunde, aus Rücksicht auf andere, falls in den fast menschenleeren Gängen wer auftaucht.

Zwei Verkäuferinnen, in Kundenbereitschaft tändelnd zwischen wertvollen Bio-Duftseifen, hoch motiviert, initiieren ein vorzeigbares Geplänkel, ihr wisst schon: um der entspannten Wellness-Stimmung willen, damit der Kunde das Gefühl hat, Vertrauen und so, bellend am Lachen, sich schüttelnd, immer mit Seitenblick auf Kunden, dass die so gut wie schon mit reingezogen sind, recken verbunden die Schnuten aneinander, natürlich mit Masken. Je hübscher eine Maske genäht, desto besser sicher der Schutz, jedes Blümchen gegen ein Virus, nach ausgiebigem Tragen und unzähligen Waschgängen fluffig immer am Herunterrutschen. Kann man oben hinein kucken, und Nase lugt heraus. Einstimmend in die gute Athmospäre zitiere ich mal das Schild: „Respekt! Wir finden es egoistisch und anmaßend, wenn sich Menschen einbilden, schlauer zu sein als der Rest der Welt.“ Wobei, wenn ich das allerdings mit fest sitzender OP-Maske sage, ernte ich verstörte Blicke, treffe also doch auch wieder nicht die beabsichtigte Moral.

Moral hat so eine ganz merkwürdige Eigenschaft: Sie tut immer das genaue Gegenteil von dem, was sie vorgibt.


„Was steht auf der Homepage? 'Konstruktive Kritikkultur'...hab ich bei keinem fristlos entlassenen Kollegen erlebt. Ich und viele andere sind von selbst gegangen, aber warum, wollte niemand wissen.“
„einmalig gutes Miteinander, auch zwischen Führung und Mitarbeiterschaft- das funktioniert natürlich nur, wenn man als Mitarbeitender auch seinen Teil dazu beiträgt.“
„Verachtendes Gehabe seinen Mitarbeitern gegenüber. Unfair und arrogant.“
„Sehr gutes Team.“
„In den 3 Filialen von Biomare sind vielleicht 10% seit über 3 Jahren dort. Mehr nicht. Das ist das traurige Resultat von Gängelung, schmutzigen Kündigungen oder Menschen, die von sich aus die Reißleine gezogen haben. Und die 10% die noch da sind, haben eben viel Honig und können ganz toll Bauch pinseln...“
„Schauen Sie rein in den Laden. Das sagt alles“
www.kununu.com, Kommentare

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16. Februar, „Das interessiert Sie doch gar nicht!“

Summende Tiefkühltruhen, bunte Regale und Einsamkeit im Neonlicht unter Mahnungen aus dem Lautsprecher: „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Zum Schutz für sich und andere bedecken Sie Mund und Nase.“ Aber nanu, nicht wie sonst: „Ein einfaches Tuch oder Schal würden schon reichen. Gemeinsam sind wir stark“, sondern „nur mit einer OP- oder anderen medizinischen Maske... Tücher oder Schals sind nicht erlaubt.“

Hattest du gestern Zweifel am Nutzen der Stofflappen, die sich die Leute zehnfach benutzt aus feuchten Jackentaschen ins Gesicht ziehen, warst du Covidiot und Gefährder. Kommst du heute, hübsch belehrt, voller hygienischer Überzeugung, bist du schon wieder Gefährder, und die Hygieniker sagen das, was du gestern gesagt hast: Dass das unhygienische, nutzlose Keimlappen sind.

Es ist schwer, moralisch zu sein, wir werden ja immer wieder bei irgendeiner asozialen Tat erwischt. Diesmal, gehorsam wie immer, auf den Abstandsmarken an der Kasse, um die alte Frau vor uns nicht zu „gefährden“, während wir fasziniert beobachten, wie sie selber, halb maskiert, dem Vordermann eilig im Nacken sitzt. Da merke ich, wie auch uns eine alte Frau von hinten dicht zu Leibe rückt, am Schimpfen, furchtbar böse über uns: „Dass Sie nicht mal aufrücken! Ich kann nicht wie Sie so lang hier stehen, ich muss den Korb abstellen, aber das interessiert Sie ja überhaupt nicht!“ - Oh verzeihung, ich habe Sie hinter uns nicht gesehen. - „Ach, das ist Ihnen doch völlig egal, dass ich hier nicht so lange den Korb halten kann! Sie mit Ihrem Abstand da!“ - Verzeihung, ich habe es nur nicht gesehen. - „Ach, das interessiert Sie doch gar nicht nicht!“ - Doch doch, wir sollten vorrücken, die alte Frau vor uns „gefährden“, um hinter uns eine zu retten, Moral, wen sollen wir zuerst...? Oder ist's asozial? Jedenfalls von oben verordnet, wie man's dreht oder wendet, dem Urteil, asozial zu sein entkommt man nicht.

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22. Februar, Künstler und Frühling

Hier ein paar Zeichnungen aus der guten alten Zeit, von früher, als im Park Musiker spielten, sich Freunde trafen, am Würstchenstand Schlangen, Menschen auf Menschen im Park, von Masken und Abständen hat keiner eine Ahnung gehabt - Moment, pssst, wenn ich ehrlich bin, genau genommen, ist das von heute. Heute war es, dass... Dabei hat es so friedlich angefangen, wie Christoph und ich zu zweit für einen Spaziergang raus sind. Sag mal, gelten in der ganzen Zeit eigentlich immer noch die Maßnahmen, oder wurde nicht wieder etwas geändert? Ja ja, alles noch wie gehabt: Radius, verbotene Versammlungen, triftige Gründe, aber:

Vom Eise befreyt sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Thale grünet Hoffnungs-Glück;
...
Aus dem hohlen finstern Thor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern...


Man hält automatisch immer Ausschau nach Polizei, erschrickt noch vom Gedanken daran, wie Rettungswagen, Sirenen, Notruf in menschenleeren Straßen im Dunkeln immer auf und ab sind, als wenn in den Häusern sekündlich gestorben wird, sodass man in die Nebenstraßen ging, weil da nicht so viel gestorben wurde. Aber heute keine Polizei, bei Tausenden von Leuten an den Kanälen, wobei die quicklebendig, Treffen, Plaudern, Kinder am Spielen, und auf der Brücke dort hinten - ist das möglich, wie auf Pont Neuf in Paris Massen, sich aufhaltend, kein normaler Verkehr. Sollen wir uns das ansehen? Ist eindeutig immer noch verboten. Aber das wagt die Politik nicht, bei dem Wetter, das wagt sie nicht, sagt Christoph entschieden. Am Rand noch trotzende Schneehaufen, manch Mutiger in T-shirt. Von der Brücke lebhafte Musik, so viele Schauende, etwa eine richtige Veranstaltung? Wie soll man's beschreiben: Einerseits ein einsames Stadtzentrum mit Maskenpflicht auf offenem Platz und schwer bewaffneter Polizeistreife, nebenan Volksauflauf mit Würstchenbude, Studentengruppen und Picknick. Wir hatten keine Ahnung davon, gucken fremdelnd wie Zeitreisende, wie in die Vergangenheit. Wie Tausende auf den großen Wegen heranströmen, fröhlich und völlig unverhohlen! Die Musik-band spielt ausgesprochen gut, hüllt uns in eine Kunst-Aura, die man gar nicht mehr verlassen möchte. Und wenn wir uns verführen lassen, das Spektakel fasziniert zeichnen, ist das strafbar? Weil man hier rein geraten ist und nicht gleich weg rennt und den Notruf bestellt?
Jemand sagt: „Bin wegen dem Konzert hier“, und dass er davon erfahren hätte. Offenbar per stiller Post, denn sämtliche Netzwerke werden bespitzelt, oder die Polizei weiß es, dann schafft die Politik bei vollem Bewusstsein so krasse Parallelwelten? Manche Passanten skeptisch, schnell vorbei eilend: „Wolltest nur über die Brücke, aber mitgehangen mitgefangen.“
Ein Kollege berichtet vom Joggen, es sei dort immer so, Sonderrechte für die Antifa. Wobei, die schwarz vermummten, brüllenden Gestalten gegen Querdenker sind's eindeutig hier nicht, eher Künstler, und Frühling.

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9. März, Impfen ist Bürgerpflicht

„Impfverweigerer sollen auf Intensivbett und Beatmungsgerät verzichten“, www.welt.de, 19. Dezember 2020.
„Söder sieht Impfen als Bürgerpflicht“, www.sueddeutsche.de, 11. Januar.
„Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg,“ meint Maas. www.zdf.de, 17. Januar

Kritiker wie Clemens Arvay und Bhakdi werden derweil aus dem Youtube gelöscht link1, link2, sicher auch eine Art Bürgerpflicht, und zur Vermeidung nun Selbstzensur geübt: „Die Leseprobe zum neuen Buch ‚C … unmasked‘ gibt es beim Goldegg Verlag zum Download (link ausgeblendet; trotzdem Gefahr dass dieses Video gesperrt wird!)“, Bhakdi im Interview über die Impfung, 19. Februar.

Man findet die Leseprobe (noch), und ich möchte mir die Unverschämtheit erlauben, den Titel zu nennen: „Corona unmasked“, huh, gefährlich, schlimmer als jeder Gewaltfilm, unbedingt aus dem Verkehr zu ziehen. „1) Einen antikörperbasierten ‚Immunstatus‘ erheben zu wollen, macht keinen Sinn. 2) Die Erfolgsaussichten für eine Impfung sind von vornherein kaum vorhanden.“ link zum pdf

Genbasierte Impfstoffe: „Was passiert nun bei den Leuten, die geimpft worden sind? Frage. Das weiß der liebe Gott [...] Diese Art von Versuch ist in der Geschichte der modernen Forschung nie durchgeführt worden. Es gibt kein Modell. Sie, die geimpft werden, sind das Modell [Zur Wirkung der Impfung:] Das würde bedeuten, dass tatsächlich die Gefäßtapeten kaputt gemacht werden an vielen Stellen in Ihrem Körper, in vielen Organen. Was passiert dann? Normalerweise, wenn die Tapete gerissen ist, wird die Blutgerinnung angeworfen, die Blutgerinnung! Das Blut müsste eigentlich in Ihren kleinen Kapillaren fest werden, ein unglaublich erschreckender Gedanke, ein Gedanke, der mir sagt, ich werde mich nie impfen lassen, bis das geklärt ist [...] Und Jetzt, was passiert, wenn da ein Gerinnsel sich bildet? Ihr Organ bekommt nicht genug Sauerstoff, klar, [...] damit können Sie verdammt krank werden, verdammt krank, bis hin zum Gelähmtsein, bis hin zur Erblindung, Sie können Herzinfarkt bekommen, alles kann passieren [...] Ich sage Euch, nehmt Blut ab und schaut nach den Gerinnungsfaktoren [...]“
Nach Hinweisen bei jungen schwer Kranken in Amerika, die nach der Impfung ins Krankenhaus eingeliefert wurden mit hohen Gerinnungsfaktoren: „dass die Ärzte aufhören, sich zu bekriegen und zu beschimpfen und einfach das Blut abnehmen und gucken!“ www.youtube.com, 19. Februar

Die dieses Interview zitiert haben, im Suchmaschinen-Ranking versteckt. Einmal die Seite weg geklickt, nicht mehr auffindbar. Gebe ich wortwörtlich den kopierten Inhalt ein, nichts, wie nie da gewesen. Doch lasst uns nicht in Youtubes und Googles gelöschten Abfällen wühlen, in kriminellen Verstößen solcher unzumutbaren Abweichler. Zurück zu den vertrauenswürdigen Qualitätssendern:
„Wie wurde der Impfstoff geprüft? [...] Man hat, also bei Biontech, 20.000 Menschen genommen, die den Impfstoff nicht bekommen haben, und 20.000, die den Impfstoff bekamen, und dann haben sie gezählt, wieviele Menschen von diesen 20.000 eine Infektion bekamen. Und tatsächlich war es so, dass in der ungeimpften ungefähr 150 die Infektion bekamen und in der geimpften Gruppe nur 10. Das ist eine Wirksamkeit von angeblich über 90%.“ - heißt, wenn sich eventuell in der Region, wo das Virus kaum verbreitet ist, niemand infiziert, wäre der Impfstoff dort schon zu 100% wirksam! Klingt vielversprechend! Nein, nein, sagen wir, beide Gruppen haben sich gleichermaßen mit Corona anhusten lassen, dann wissen wir jetzt die Zahl der Positiven - ob krank, wer weiß? „Und wieviele wurden schwer krank? Halten Sie sich fest! In der nicht geimpften Gruppe ungefähr 10, und in der geimpften Gruppe einer.“ - also anteilig mehr Schwerkranke unter geimpften. „Und deswegen kommen wir auf 90% Wirksamkeit, aber das ist doch Unsinn!“ - Wieso Unsinn? Oh Verzeihung, das war schon wieder ein Zitat von Bhakdi, mir dazwischen gerutscht.

Nun zum Qualitätssender: „Verbandschef Dr. Peter Heinz im Interview: ‚Impfen ist eine Bürgerpflicht‘“ „Der Impfstoff ist extrem gut verträglich. Wenn ich gesund bin und eine Impfung vertrage, sollte ich mich auch impfen lassen. Impfen ist eine Bürgerpflicht.“ www.rhein-zeitung.de, 9. März
„Aus Sorge vor Blutgerinnseln als Folge einer AstraZeneca-Impfung wollen mehrere Länder vorerst nicht mehr mit dem Vakzin impfen. Aus Sicht der WHO und der EMA ein Fehler. Auch Bundesgesundheitsminister Spahn hält an dem Wirkstoff fest.“ www.tagesschau.de

9. März, „Sollen die Leute krank werden?“

Nasse Maske, von außen Regen, von innen tropfende Nase, darüber die Brille, verregnet, von Maskendampf beschlagen. Na, angesichts so weniger Verkehrsopfer dank des Lockdowns, können wir uns das leisten.
Viel gefährlicher ist's natürlich, wenn der Mensch auf der andern Straßenseite - wenn der atmet! Oder ich! Oder beim Überkreuzen nur drei Meter Distanz! Dann doch lieber mit klitschiger Keim-Maske und blind vor die Autos. Je nachdem wie man den Unfall baut, „nimmt man damit niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg“, „Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg“, meint Maas, www.zdf.de, 17.1.

Am Bahnhof zwanzig Minuten zu früh, im kalten Durchzug Ansage aus dem Lautsprecher, munter plappernd, dass die Geschäfte wieder „für Sie“ geöffnet haben. „Besuchen Sie uns auf der Web-Seite und vereinbaren Sie einen Termin. Wir sind für Sie da.“ Tatsächlich, Verkäufer in den Läden. Kunden noch keine, sind wahrscheinlich noch bei der Web-Seite. Aber vor der Ladentür stehend im Handy herum tippen, um einen Termin für später zu vereinbaren?
Da kommt Violas erwarteter Zug, freudiges Wiedersehen, und als erstes die Überlegung, wo wir malen könnten. Nach stundenlangem Maskentragen, wo darf man hin? Im Stadtzentrum auf freiem Platz Regen und Maskenpflicht, Cafés geschlossen, Museen kürzlich geöffnet, aber Maskenpflicht in leeren Hallen. Wie wär’s einfach zu Hause?

„Lothar Wieler, der Chef des Robert Koch Institutes und potentieller neuer Bundeskanzler, weil er ja auch jeden Tag seine Regierungserklärung abgibt, hat im Oktober letzten Jahres in der Ankündigung des Lockdowns vom November gesagt, die Ansteckung in Theatern, Museen und Gaststätten sind um die fünf Prozent, dazu gibt es auch eine Grafik, und etwa fünfzig bis sechzig im privaten Bereich. Wir schließen Theater, Gaststätten und Museen und schicken die Leute in den privaten Bereich. Was soll ich, ohne irgendwelche fürchterlichen Sachen zu vermuten, da … Wie soll ich das interpretieren? Sollen die Leute krank werden?“ Mathias Richling, zu Gast bei Alfred Schier, 5.5.
Im gemütlichen kleinen Zimmerchen passt noch ein Stühlchen an das kleine Tischchen, zu dritt mit leckerem Gericht vom Asiaten, fehlt’s uns an nichts. Viola wird manchmal vor dem Impfzentrum eingesetzt: Die Leute machen sich schick in Festtagskleidung, weil dieses Impfen ein besonderer Anlass ist - nicht wie man sich sonst gegen alles geimpft hat - und kommen befreit, erlöst, erleuchtet, geimpft heraus. Wie, wenn Blinde wieder sehen, Lahme wieder gehen, und: „Jetzt zum Chinesen. Wir haben da einen Termin gemacht und sind doch jetzt geimpft“, in Dresden am Tag über Tausend, in unseren Familien nun auch etliche und im Bekanntenkreis.

Später schreibe ich Viola: Vielleicht sind die Älteren zum Impfen so schick gemacht, weil sie aus den Nachrichten denken, dass Presse und Minister dabei sein werden, und kommen sie ins Fernsehen! Viola schreibt zurück: Ja, gestern war wirklich das Fernsehn da! Die Omis wurden dann am Ausgang befragt, oder beim Rausgehen auf dem Platz gefilmt.

„Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen“
„Zuvor hatten bereits mehrere andere Staaten die Impfungen mit dem Mittel gestoppt, Grund war ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Wirkstoff.“ Aber Söder kann es kaum abwarten: „Er kenne viele, die sich sofort damit impfen lassen würden. ‚Ich würde mich auch sofort hinstellen‘, so Söder. Vielmehr müsse ‚die Impfbürokratie‘ deutlich verschlankt werden, sagte der CSU-Chef.'“ www.tagesschau.de

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19. März, „Wir stehen voll und ganz hinter der Regierung“

So ein Bild noch nie gesehen. Geöffnete Läden, mit bunt drapierter Ware, menschenleer in allen Gängen, aber Massen an Wartenden vor den Türen, Schlangen und Trauben. Die meisten Läden sind vollkommen hygienisch. Manchmal „Proteste aus der Wirtschaft“, ja, aber im Großen und Ganzen kann man ihnen nichts vorwerfen. Sind von Anfang an überzeugte Hygieniker gewesen. Vor einem Jahr durchaus begeistert vom Shutdown, haben sie alle nicht nur verkündet, dass sie vorübergehend schließen müssen, sondern dass sie vollkommen von den Verboten überzeugt wären: „Wir stehen voll und ganz hinter der Regierung“, „aus eigener Herzenssache“, haben sie extra verkündet, auf weißen A4-Zetteln in die Scheiben gehängt. Manche einander wortwörtlich gleich, manche mit eigenem Elan. Manchmal dachten wir, sie gucken sich’s gegenseitig ab und setzen immer noch eins drauf, um der überzeugteste, hygienischste, geschlossenste Laden in der ganzen Stadt zu sein, dass alle wissen, dass sich hier niemand zu Kritik versteigen würde. „Gemeinsam sind wir stark“, „Bleiben Sie gesund“. Wir dachten, könnte man uns Gesinnung von außen ansehen, also würden diese Läden sehen, was sich an Zweifeln in unseren Köpfen herum wälzt, würden sie uns gar nicht bei sich einkaufen lassen, so deutlich haben sie klar gestellt, dass sie für Shutdowns sind. Oder vielmehr für die Regierung. Weil, als sie haben öffnen dürfen, sind sie nicht aus „aus eigener Herzenssache“ im Shutdown geblieben. Nur solange es „Herzenssache“ der Regierung war. Und als sie erlaubt hat, zu öffnen, sind sie aufgeblüht darin, am Kunden Kontrollmaßnahmen durchführen zu dürfen, mit extra Security, gegen jede Distanz, unter die Gürtellinie: Sollte man einem Mitbürger, Security, die Hände vorzeigen und sich von ihm einsprühen lassen als wäre man drei, und er die Kindergärtnerin. Oder sich vor seinen strengen Augen selber gründlich einsprühen und einrubbeln. Oder sich ermahnen lassen, bevor man überhaupt zu irgendetwas gekommen ist. Oder alberne Gegenstände wie überflüssige Körbe und Schuhlöffel herumtragen. Oder als Mörder gelten, wenn das Gesicht frei wäre. Und haben sich gegenseitig darin überboten, Pfleile auf Wege und Wände zu kleben, Absperrbänder überall drum zu nuddeln, und um den Verboten besonderen Ausdruck zu verleihen, die Bänder dreifach kreuz und quer gehuddelt, dass betroffene Regale, Stühle oder Tische da am besten nie mehr wieder raus kommen können. Und schöne große Schilder entworfen mit Bildern, wie einer in die Armbeuge hustet, Hände wäscht, Maske auf hat, sich eine mathematische Strecke von 1,5 m zwischen zwei Männchen vorstellt. Wenn man’s ihnen sagt, würden sie dem Kunden nachher auch noch Spritzen geben.
Aber was nützt’s? Was nützt all die hygienische Überzeugung, wenn die so sehr verehrte, hoch gelobte Regierung die guten Taten und Opfer doch nicht gnädig annehmen mag? Hygiene hilft plötzlich gar nichts, Abstände, Masken nützen nichts, hatte man zu glauben, deshalb wieder „Lockdown“, monatelang, einen ganzen Winter. Und nun, dankbar und ergeben, wer endlich wieder öffnen darf! Mit unnützen Abständen und Masken jetzt trotzdem wieder. Und jeder Laden hat sich da eigene Einkaufsprozeduren einfallen lassen. Im H-und-M-Eingang ein Tresen und Buchführung, da treten immer die ersten aus der langen, geduldigen Schlange an den „Mitarbeiter“ heran, der in persönlichem Kontakt, wie man zu normalen Zeiten beim Einkaufen sonst niemals so engen Kontakt zu wem gehabt hat, gewissenhaft Personalien aufnimmt und immer nur einen hinein lässt. Oder ein Pärchen, oder Freundinnen. Dann wird auch sehr Acht gegeben, dass der Kunde dem einen anderen, der zuvor hat rein dürfen, auf der großen Fläche nicht auf zehn Meter zu dicht kommt. Und dass jedem durchweg die Maske drauf bleibt. Und dann dauert es, bis der nächste vor der Tür aus den geballten Menschenhaufen heraus geholt werden kann, dass er eingelassen wird, auf dass die Infektionen, die vor der Tür in den Menschenhaufen stattgefunden haben, bloß nicht im Laden auf großer weiter Fläche … ja, kurz überlegen - Maskenpflicht allein auf großer weiter Fläche - mein Verstand reicht hier schon wieder nicht aus. Was soll’s, glauben wir doch einfach an „die Experten“ und die Regierung.

Fuchs, Esel, Löwe?

Coronavirus - Wissen - „Sind vermehrte Tests der einzige Grund für die steigenden Neuinfektionen? Nein, erklärt der #Faktenfuchs.“ www.br.de/Nachrichten/Wissen/...

Huch, Kinder-Kanal? Ich klicke kurz herum, Nachrichten, nein, soll für Erwachsene sein. Ist für Erwachsene! Ist auch kein Fuchs-Bildchen, sondern ein großes Bild in klinisch sterilem Weiß: jemand in Handschuhen, Haube, Maske hält Teströhrchen und Stäbchen hoch in die Kamera, wie gegen’s Licht, und inspiziert es konzentriert mit bloßen Augen. Weiß nicht, ist was zu sehn? Ein Virus? - und denkt man: Wissenschaft.
„Mails mit Fragen und Zweifeln an den Corona-Zahlen erreichen die #Faktenfuchs-Redaktion häufig - seit Beginn der Virus-Pandemie reißen sie nicht ab [...] Mails, Anrufe, Kommentare [...]“.
Die Redaktion ist so freundlich, nicht wie erwartet, von Leugnern, Esoterikern, Covidioten zu sprechen, eher psychotherapeutisch: „Wir nehmen diese Fragen ernst und wollen in diesem #Faktenfuchs zusammen mit BR Data darauf eingehen.“

Ich möchte kurz vorweg nehmen, dass der Fuchs nicht gemeint hat, dass Tests der Grund dafür sind, dass sich mehr Leute infizieren - dass man das testen lieber sein ließe oder hygienischer gestalten sollte. Sondern dass Tests der Grund dafür sind, dass man Infizierte findet - ohne Tests fände man sie gar nicht und müsse es auch nicht, etwa weil sie nicht krank wären, oder der Test falsch sein könnte, die Infizierten gäbe es gar nicht. - Das also ist die Frage.

„Dort sind in einer Grafik zwei Kurven zu sehen, eine gelbe (Meldedatum) und eine blaue (Erkrankungsdatum)“, „Was ist der Unterschied zwischen Erkrankungs- und Meldedatum?“, wird dem Leser erklärt, ich verzichte hier, zu erklären, dass Melden etwas andres ist als Erkranken. Manchmal fehlt das Erkrankungs-Datum, „weil das Erkrankungsdatum nicht bekannt ist oder ein Erkrankter keine Symptome zeigt.“ - Ja, du merkst es nicht, aber bist krank! Was wir wissenschaftlich im Labor beweisen. Anders gesagt: Virus-Schnipsel wurde gefunden, Test-objekt ist zwangsläufig krank. Wenn man diese Theses vertritt, muss man einsehen, dass auch Türklinken erkranken können, sofern das Virus auch auf ihnen gefunden werden kann. So weit, so gut.
Danach macht sich der Fuchs Gedanken darüber, warum es im Herbst viele gemeldete Fälle gab, ohne dass der Erkrankungsbeginn bekannt gewesen wäre - nichts, was auf die Antwort obiger Frage hinzuführen beabsichtigt, weshalb ich‘s kurz überspringe.
„Es gibt zudem das Phänomen, dass gerade am Beginn eines Neuausbruchs junge Menschen das Virus weitertragen, bei denen eine Sars-CoV-2-Infektion eher milde und oftmals unentdeckt verläuft. Dadurch kann sich das Virus relativ schnell erneut ausbreiten.“ - das könnte eine Antwort sein: Vermehrte Tests wären nicht der einzige Grund für mehr (entdeckte) Infektionen, sondern auch, dass im Hintergrund unentdeckte Infektionen rumoren, um wiederum zu mehr entdeckten Infektionen zu führen, weil es auch mehr Kranke gäbe.
Als nächstes wendet sich der Fuchs der Frage zu, ob wir eine „Epidemie der positiven Tests“ hätten - er meint nein, denn manchmal gäbe es viele Tests und wenig Infizierte, ein andermal anders herum.
Im Folgenden schweift der Fuchs weitläufig ab, ohne dass wir folgen können, warum und wohin. Mir kommt so ein Bild in den Kopf, dass der Fuchs lauter Wollknäule herum schmeißt. Hinein geknäuelt ist dann auch die Frage, was Nutzen und Ziel der vielen Testungen seien, und die Erklärung, dass in Bundesländern nach verschieden Strategien getestet wird. Mit letzterem will er vielleicht darauf hindeuten, dass auch verschiedene Teststrategien zu andern Zahlen führen, so wären vermehrte Test nicht der einzige Grund für mehr (gefundene) Infektionen, sondern etwa bei gleich bleibend vielen Tests ändert die Weise, wen man wo testet, etwas an den (gefundenen) Infektionen, könnte ich mir denken.
Danach wendet sich der Fuchs recht ausführlich einer sehr merkwürdigen Frage zu: Ob ein positiver Test wirklich ein positiver Test ist: „Bedeutet ‚positiv getestet‘ wirklich ‚positiv‘?“ - als könnte positiv auch negativ heißen - aber so hat der Fuchs es nicht gemeint, wie man dem Folgenden entnehmen kann. Er meint, dass „positiv getestet“ infiziert bedeutet. Da es um unangreifbare Fakten geht, erlaube ich mir also die Korrektur der Frage: „Bedeutet ‚positiv getestet‘ wirklich infiziert?“ Und da sei die PCR sehr zuverlässig, was er unter einem anderen Link auf so unanfechtbare Art wie hier in Fakten erklärt zu haben meint.

Ungefähr nach der Hälfte des Beitrags kümmert sich der Fuchs in einem ganzen Abschnitt um eine Frage, die ich nie irgendwo gehört habe - hat das je einer gefragt?: Ob die Steigung kontinuierlich wäre - warum kontinuierlich?: „Steigt die Zahl der Corona-Tests kontinuierlich? Die Zahl der bundesweit durchgeführten PCR-Tests steigt nicht kontinuierlich an.“ Auf welche mathematische Weise auch immer sie wohl ansteigt oder schwankt - der Fuchs huddelt weitere Knäule hinein, wir überspringen’s kurz. Nach zwei Dritteln Text fällt dem Fuchs noch folgende Frage ein: „Wäre statt der Fallzahlen die Positivrate der bessere Indikator?“ Dazu eine Grafik: Tests versus „Fälle“, die Positivenrate laut RKI. Von Ende Dezember bis jetzt von 15% auf 7% gefallen. Der Fuchs erklärt uns, was Prozent bedeutet: „Liegt die Positivrate beispielsweise bei sieben Prozent, wurde bei 7 von 100 getesteten Menschen das Coronavirus nachgewiesen.“
Das findet der Fuchs sehr unpraktisch, denn: „Sind 1000 statt nur 100 Menschen in einem Landkreis infiziert, wird es für die örtlichen Behörden schnell schwierig, eine effektive Kontaktnachverfolgung zu betreiben und weitere Ansteckungen zu verhindern.“ Wie meint er das? Wenn er zum Beispiel 5000 testet und findet 1000 kann er das schwerer kontrollieren, als wenn er 100 findet - und das sei ein Problem der Prozentrechnung? Etwa kann man bei 1000 nicht mehr Prozent rechnen? Nicht so, dass 7 von 100 dann 70 von 1000 entspräche? „Außerdem“, meint er „besteht das Risiko, dass Krankenhäuser schwere Coronafälle und andere Patienten nicht mehr angemessen versorgen können.“ - was auch wieder gar nicht ans Vorherige anknüpft. Oder meint er, durch Prozentrechnung bestehe die Gefahr, dass Patienten unterversorgt werden? „Die 7-Tage-Inzidenz ist daher [woher?] ein guter Kompromiss, um eine einheitliche Entscheidungsgrundlage zu schaffen.“ Was diese Inzidenz bedeutet, erklärt uns der Fuchs nicht, so selbstverständlich ist sie uns geworden, dass sie nicht wie Prozent erst noch erklärt werden muss.
Ich versuche mich an einer Erklärung: Diese Inzidenz bedeutet, nicht wie Prozent = Anteil Positiver an Getesteten, sondern ganz anders: Egal wieviele Tests überhaupt, egal wieviele Negative: Anzahl positiver Tests pro 100.000 Einwohner. Anschaulich gesagt: In Prozent könnte man hoch rechnen: Von 7 pro 100 schließe ich auf 70 pro Tausend, ohne dass ich 1000 testen müsste. Oder so: Ich sehe 20 Hunde, zähle 2 Dackel, sage, ein Zehntel der Hunde sind Dackel. Ich sehe 40 Hunde, zähle 4 Dackel, komme wieder zum Schluss, dass ein Zehntel der Hunde Dackel sind. Anders bei der Inzidenz: Ich sehe 20 Hunde, zähle davon 2 Dackel, und sage, es gibt 2 Dackel pro - nicht pro 20 Hunde, die ich gesehen habe, sondern pro 100.000 Hunde, die ich allerdings gar nicht gesehen habe! Ein andermal sehe ich 40 Hunde, zähle davon 4 Dackel, sage, es gibt 4 Dackel pro 100.000 Hunde - so habe ich allein, indem ich mehr oder weniger Hunde sehe, schon eine höhere oder niedrigere Inzidenz. Wieviele ich auf die Weise zähle, kann ich daher, anders als in Prozent, nicht hoch rechnen, schätzen oder schlussfolgern, ich kann willkürlich so oder so viele Hunde betrachten und mir die Inzidenz-Zahl gestalten, wie ich möchte. Möchte ich eine Inzidenz von 1, teste ich so viele, bis die 1 erreicht ist, dann höre ich auf. Bzw. höre nicht vorher auf. Sinnvoll angewendet wird Inzidenz nur bei sichtbaren Krankheiten: wenn von 100.000 Einwohnern so oder so viele wegen Lungenentzündung eingewiesen werden. Dunkelziffer wird‘s noch geben, aber ich muss nicht alle Einwohner auf unsichtbare Lungenentzündungen testen.
Warum der Fuchs die Inzidenz ausgerechnet für Corona dennoch für sinnvoll erachtet, erklärt er uns nicht, sondern behauptet nur: „Durch das Zusammenfassen der Fallzahlen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen werden zeitliche Schwankungen ausgeglichen und die Fallzahlen von Städten und Landkreisen mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen vergleichbar gemacht.“ - Wie das?

Abschließend kommt der Fuchs zu einem Fazit. „Die Zahl der Neuinfektionen steigt tatsächlich - und zwar nicht nur wegen der steigenden Testzahlen.“ - wir betrachten nochmal die Kurve der Positiven-Rate: Ein spitzer Knick hoch und wieder runter, ein Haken, heißt also steigende Zahlen. Und paar weitere Feststellungen, die nicht begründet wurden.
Für weitere Fakten sind Links angefügt, Verweise auf andere unstrittige, fest stehende Tatsachen, vom Fuchs ausführlich er- und endgültig geklärt, sodass die Zweifler wie an den obersten Richter an ihn verwiesen werden können.

So wissen wir jetzt, es gibt Fakten - irgendwo da draußen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Vielleicht ist der Fakten-Fuchs der Esel in Löwenhaut?

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23. März, Alles gleichzeitig

In den Tagen jetzt alles gleichzeitig: Impf-Stopp, nach drei Tagen weiter, weil ein paar Totgeimpfte unbedenklich, Schulen auf, Schulen zu, Läden auf, Läden zu. Furchtbare Inzidenzen, deshalb unbedingt ein harter Lockdown über Ostern, also jetzt nicht sofort, nicht jetzt Lockdown, mitten im expontiellen Wachstum, sondern erst wenn Ostern ran ist, und nach Mallorca soll man fliegen wie letztes Jahr. Ostern soll zwei mehr Ruhetage haben, die zwei Tage sollen das Ganze retten. Außengastronomie wird geschlossen - Wie? Es ist doch seit Monaten gar nichts geöffnet! Ach so? Mancherorts schon? „Präsenz-Gottesdienste soll es nicht geben“, weil immernoch der Glaube an diese Aerosole, dass die in den hohen zugigen Hallen auf drei Metern Abstand - das ist dort wie auf offener Straße, dass man Maske braucht und trotzdem noch die Zahlen hoch gehen. Deshalb keine Ferienwohnungen für Ausflüge ins Freie, wo die Seuchengefahr besonders schlimm ist. Alles soll zu Hause bleiben, dicht gedrängt am Küchentischchen: „Private Zusammenkünfte sind im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes […] möglich“, da fällt uns ein Stein vom Herzen, Christoph und mir, wo sollte der je andre denn sonst hin? - „und mit einem weiteren Haushalt“ tagesschau.de. Zwei Hausstände, mehr als auf Reisen, wo man keinen kennt und allein für sich geblieben wäre. Es muss jedenfalls so sein, dass eine Familie, die zur Erholung raus gefahren wäre, wie wir früher nach Hiddensee oder den ganzen Tag in leeren Museumshallen, jetzt dicht gedrängt zu Hause sitzt. Und um der Kinder Willen, um nicht an Bildschirmen zu verwesen, oder immer nur die selbe Runde um den Park zu kommen, oder verrückt zu werden, Freunde und Familie zu sich einlädt, was zwar nicht empfohlen, aber im Rahmen der Maßnahmen erlaubt wird, wie die Nachbarin im Stundenturnus immer andere Freunde, oder bei Freunden übernachtet - natürlich, immer nur zwei Hausstände, aber jede Stunde andere, wie man bei manchem beobachten kann. Dass diese Maßnahmen Sinn machen, haben lange Beratungen der Politiker und Experten offenbar so ergeben, dass da nicht ein einsames Pärchen in der Strandhütte … - Aber was uns eigentlich wundert: Wir erkennen da kaum, inwiefern das ein neuer, harter Lockdown wäre, galten diese Maßnahmen so in etwa nicht die ganze Zeit schon?

„Die Menschen sind abgekämpft und müde“, tagesschau.de. „‚Erschütternde Konzeptlosigkeit‘, ‚Willkür‘, ‚Vergeigt‘: Die Opposition ist sich einig in ihrer Kritik an den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen über noch strengere Corona-Maßnahmen. Sie seien eine Folge des Versagens.“ tagesschau.de

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24. März,

Ehrlich gesagt, zum Glück kehrt doch mal Unzufriedenheit ein. Habe mich gewundert, wie letztes Jahr alle so begeistert, alle gemeinsam in den sogenannten „Krieg gegen Corona“ ziehen, und „keiner darf da ausscheren“. Diese „Mission“, „Our Mission“, so nennt‘s das WEF, Digitalisierung, kein Bargeld zahlen, Geschäfte schließen, zu Hause bleiben, alles für umsonst bekommen, totale Überwachung, wird zwar seit Jahren beworben, auf umfangreichen Seiten veröffentlicht, damit wir’s unterstützen und abonnieren sollen: „Subscribe to our news“, www.weforum.de, aber dass es jetzt so plötzlich ohne Zögern von kleinen Leuten angenommen wird, hat vielleicht sogar die „Global Leaders“ überrascht.

Endlich Zeit für den „Great Reset“, wie jetzt so oft zu lesen ist, aber nun, als ein Krieg irgendwie doch nicht in ein paar Wochen gewonnen ist, wird man ungeduldig. Im Duktus wie in den Reichsberichten: immer über die Stimmung der Leute, die sei gerade so und so, wieviele stünden hinter der Führung, fehlt noch Propaganda hier und Verbote dort, manche hören die falschen Sender, bald sei es schon besser, jetzt große Begeisterung, kurz später wieder Unzufriedenheit, die Leute werden müde, wann kommt der vernichtende Schlag, wann ist’s überstanden, wir müssten das machen wie die Russen, einmal den totalen …, wollt ihr den totalen … ? Heißt, heut wie die Chinesen, alles viel härter, dann wären wir längst fertig. Wer die alten Berichte gelesen hat, denkt heute, na, das kann noch Jahre dauern.

Nach dem Strategiepapier letztes Jahr, nach welchem der Bevölkerung Angst gemacht werden sollte, haben wir jetzt das Worst-Case-Scenario, obwohl wir doch damals anderthalb Monate Lockdown hatten wie im Best-Case-Scenario. Nein, nein, keine Kritik an den Modellen, wir glauben an die Wissenschaft.
Das WEF veröffentlicht immer seinen Umsatz, die Schweiz stellt Militär und Polizei für die Treffen in Davos zur Verfügung, 9,5 Millionen Franken aus öffentlicher Hand 2019, wikipedia. Die EZB mit Lagarde, die Weltbank, Bill und Melinda Gates, BlackRock, Facebook, Goldman Sachs, Google, die Bushs, Paypal, Mastercard, Ölkonzerne usw. treffen sich mit höchsten Regierungschefs weltweit, auch Merkel und Spahn, ist dort zu lesen. Auch informiert uns die „Elite“, wie sie seit vielen Jahren Rollenspiele für Pandemien macht, um Impfstoffe zu entwerfen, nun ja, mit der Schweine- und Vogelgrippe hat’s nicht so geklappt, aber was nicht ist, kann wohl noch werden. Ende 2019, am 4. November das Rollenspiel „Event 201“, wo ein Coronavirus angesagt wird, kurz bevor es ausbricht. Nein, nein, angesagt doch nicht deshalb, weil es beabsichtigt wurde, nur wahrscheinlich so eine Art Hellsehen oder Orakel. Deshalb hat die „Finanz-Elite“, die seit Jahren Pandemien übt, in DNA-Programmierung investiert, einen Monat vor Ausbruch eines „new Corona-Virus“ den Ablauf der Seuche eingeübt, Vertreter von Pharmakonzernen, Medien, Lufthansa, Mariott, Gesundheitsminister, Microsoft-Berater sieht man dort vorspielen, vom Center for Health Security, finanziert von der Gates-Stiftung.

Ich weiß, ich weiß, Asche über mein Haupt, das sind Verschwörungstheorien und Spinnereien, so ganz krude Phantasien. Verschwörungen gibt es doch gar nicht, das ist mir bekannt. Die Genannten selber nur dürfen sagen und zeigen, was sie eben sagen und zeigen. Aber unsereins, wenn er sagt, dass sie das sagen und zeigen, ist Verschwörungstheoretiker. Das hat etwas sehr Heiliges, wie: Es gibt Gott, aber man darf ihn nicht nennen. Oder so: Verschwörungs-Praxis ja, -Theorie nein. Um Gottes Willen, das soll hier keine Kritik sein. Ich will es mal als Werbung formulieren, das WEF will ja, dass wir alle mitmachen:
„You’ll own nothing, and you’ll be happy. This is how our world could change by 2030“ mit strahlend lächelndem jungen Mann, weil wir uns schon immer gewünscht haben, dass wir rein gar nichts besitzen, ein sonniges Wunsch-Zukunfts-Video in perfekten Bildern: im Facebook, veröffentlicht vom WEF. Die Vertreter des WEF überlegen, wie sie die Welt nach ihren Vorstellungen, wie sie es ausdrücken, formen und verbessern, eine neue Realität mit gemeinsamen Normen, „Improve the State of the World“ (40. Jahrestreffen), „Shared Norms for the New Reality“ (41. Treffen), „The Great Transformation: Shaping New Models“ (42.), wikipedia, „Shaping the Future“ www.weforum.org, fürs Klima, für unbegrenzte Flüchtlingsaufnahme, Rassismus-Debatte, die Besiedlung des Mars, Demokratie, und was sich auch der kleine Mann so wünscht, wenn er die Welt lenken könnte, wenn er nur alles aufkaufen und besitzen könnte, um den kleinen Leuten zu sagen: „Whatever you want, you’ll rent. And it’ll be delivered by drone“, da fliegt so eine brave Drone in weiß mit Ware vor die Haustür.

Noch ein kleines Essay über die Zukunft. Aber weil es Aufregung darum gab, soll es nicht so gemeint gewesen sein, ist offenbar nur zum Scherz unter „Agenda“, also was zu tun sei, www.weforum.org/agenda/2016: Alles soll nachhaltig sein, erneuerbar und sauber: „The air is clean, the water is clean“, die Natur bleibt unberührt, wofür wir ja alle sind. Es gibt nur noch künstliche Nahrung aus einem Drucker, Fleisch überflüssig, alles vegan. Und dass sogar Bratpfanne und Kleidung mir nicht gehören. Wenn ich einmal kochen will, kommt das Küchenzeug vor die Tür geflogen, und darf ich’s mal benutzen. Transport ist ja kostenlos, und so wird alles immer durch die Gegend geflogen, wo es gerade einer haben will, oder darf. Wie sich das ständige Dronengefliege mit Umweltschutz verträgt, statt dass wir wie jetzt zu Fuß kurz über die Straße gehen, das steht hier nicht. Jedenfalls brauchen wir Drohnen. Ist man doch einmal außer Haus, sollen sich andere Leute einquartieren, meine Stube wird dann für Geschäftstreffen genutzt, weil Privatsphäre gibt es auch nicht. Vielleicht wird die Platzverteilung, wer wann wo einen Raum benutzen darf, von google gemanaged, das erfahren wir nicht. Die ganzen Geschäfte in der Stadt sind endlich weg, worauf schon seit Jahren hingearbeitet wird: „The death of shopping. Shopping? I can’t really remember what that is.“ Wir suchen uns nur Sachen aus, die wir brauchen, oder lassen’s den Computer entscheiden, weil der besser weiß als wir, was uns gefällt: „and sometimes I just want the algorithm to do it for me. It knows my taste better than I do by now.“ Wie schön so entmüdigt, ein Leben wie ein Meerschweinchen, wo alles an den Käfig kommt. Gearbeitet wird auch nicht mehr, weil das Roboter für uns tun.
Nur, wie gesagt wird, „My biggest concern“, also meine größte Sorge sind solche Leute, die nicht in unserer Stadt leben, solche, die wir auf unserem Weg verloren haben, „Those we lost on the way“, denen das mit der Technologie zu viel war, die sich unnütz vorkommen wegen den Robotern, die sich gegen unser politisches System stellen. Die leben ein anderes Leben, manche in Selbstversorger-Kommunen, andere in kleinen Dörfern aus dem 19. Jahrhundert. (Also, dass es manch Glücklichen mit Häuschen und Garten gibt, womöglich noch mit Erinnerung an Großeltern und Kindheit, ist schon wirklich ungünstig). Aber manchmal nervt’s auch, dass es keine Privatsphäre gibt und man auf Schritt und Tritt registriert wird. Ich weiß, dass alles, was ich denke und wünsche, gespeichert wird. Aber alles in allem, ist es ein schönes Leben. Denn so wie es früher war, wäre es nicht weiter gegangen: Zivilisationskrankheiten, Klimawandel, Flüchtlingskrise, Umweltzerstörung, verstopfte Städte, soziale Unruhen und Arbeitslosigkeit und was die Finanzelite so angerichtet hat … Nein, Verzeihung, dass die Finanzelite das angerichtet hat, steht nicht geschrieben und stimmt wahrscheinlich auch nicht, dass Musk 40.000 Satelliten um die Erde schickt, die irgendwann als Schrott herumfliegen, dass Gates für Atomkraft wirbt mit Jahrmillionen dauerndem Atommüll, oder dass am WEF beteiligte Staatschefs Stellvertreterkriege mit eben diesen Flüchtlingsströmen verursachen, oder dass es die Weltbank war, die vorangetrieben hat, dass afrikanische Selbstversorger-Länder durch Privatisierungen und Profite in Abhängigkeit und Armut gestürzt wurden, oder dass diese Supercomputer zur Vernetzung so viel Resourcen brauchen wie ein ganzer Kontinent … ist alles vollkommen falsch, weshalb man Kritiker und ganze Sender von den Plattformen löschen muss, wie im Event 201 auch ansagt wird, damit nicht falsche Nachrichten kursieren.

Seid nicht so ungedultig, wenn dieser angesagte „Krieg“ mit all der bewaffneten Polizei in der Stadt doch nicht in ein paar Monaten zu erledigen ist. Lockdowns soll’s schließlich auch fürs Klima geben!

14. April, die dritte Welle

Dreitausend Intensivbetten weniger als vor einem Jahr! ca. 26.700 heute, DIVI, de.statista.com und 30.000 im April 2020, www.aerzteblatt.de
Sarah Wagenknecht sagt sogar: „Es sind im letzten halben Jahr 6000 gemeldete Intensivbetten irgendwie verschwunden. Keiner weiß, wo die sind.“ Wagenknecht im youtube, 18. März 2021
Zum Glück ist momentan wenig los. Jedenfalls Hilde, 30 Jahre Intensiv-Krankenschwester, sagt, dass sie froh ist. Und dass, wenn Ärzte Alarm schlagen, Krankenschwestern Lockdowns fordern, und sie das nicht auf der Arbeit im Krankenhaus erfährt, dann wenigstens aus den Nachrichten. Wenig los ist falsch gesagt, furchtbare Dienste, aber nicht wegen Corona, was, wie gewöhnlich natürlich niemanden interessiert, nicht „systemrelevant“, weil nicht Corona.

Die dritte Welle soll aber gerade sein, sehen wir uns Zahlen an, eine Statistik-Welle. Ich weiß, so sollten wir das nicht sagen, aber wenn’s doch die Nachrichten so melden? Und zwar, dass über Ostern weniger getestet worden wäre, deshalb sei die Inzidenz jetzt noch zu niedrig. Je mehr Tests, desto höher die Inzidenz! Man kann’s kaum glauben: Dass nicht, ob du tausend oder fünftausend testest, ob so viele oder so viele, ein gewisses Prozent positiv wäre. Dass du daraus auf die ganze Bevölkerung rückschließen könntest, also vom kleinen getesteten Ausschnitt aufs Ganze hochrechnest. Sondern, sollst du glauben, weil wird’s tagtäglich so gemeldet, und redet’s jeder wissend nach: steigt bei mehr Tests die Inzidenz per cent mille! „Die 7-Tage-Inzidenz bildet die Fälle pro 100.000 Einwohner_innen in den letzten 7 Tagen ab“ - Positive pro Einwohnerzahl, nicht pro Anzahl der Tests!!
Aachen rechnet ein Beispiel vor: 746 Neuinfektionen in 7 Tagen. „Diese 746 Neuinfektionen müssen jetzt durch die Einwohnerzahl (557.026) geteilt und mit 100.000 multipliziert werden. Das Ergebnis (gerundet) 134.“, heißt per cent mille, also 0,134 Prozent von Aachens Einwohnern, die man in einer Woche positiv getestet hat. Und hättest du mehr getestet, hättest du mehr Prozent, ganz beliebig. www.staedteregion-aachen.de

Dann rechne ich jetzt immer so: Nehme 100 Hunde, zähle davon 10 Dackel und sage, die Dackel-Inzidenz unter Sachsens 20.000 Hunden läge bei 10, die Zahl klingt gut, brauchen wir keine Maßnahmen. Aber Moment, es fehlen ja noch Zahlen, weil ich Ostern nicht gezählt habe. Zähle ich jetzt 200 Hunde, finde schon 20 Dackel, eine Dackel-Inzidenz von 20 unter 20.000 Hunden, da haben wir jetzt eine alarmierende Zahl erreicht. Ab 15 bekommen Terrier die Ausgangssperre.
Versteht nun aber keiner, was das Problem sein soll. Liebe Nachwelt, soll mal einer sagen, die Nachrichten würden lügen, das sicher nicht! Sie sagen‘s, wie es ist, wir nehmen’s protestlos hin! Besonders an der Uni verweist man sich gegenseitig auf die alarmierenden Inzidenzen! Glauben wir an die Wissenschaft!

Manchmal hört man - an den Rand gekehrte - Vorschläge, ob man die Inzidenz nicht doch eher nach, man möchte fast meinen, Laien-Art berechnen sollte, also, egal wieviele Tests: Du guckst, wieviel Prozent der Getesteten positiv sind. Folglich, hochgerechnet, wieviele Einwohner. Aber wie gesagt, man möchte sich da nicht so weit aus dem Fenster lehnen, im Glauben an die Wissenschaft.

So wollen wir demnächst enorm viel mehr testen, mindestens bis wir die erlaubte Inzidenz überschreiten, jeden Tag brauchst du einen neuen Test, wenn du in einen Laden willst. Letztens hat ein alter Rentner vor dem Testzentrum begeistert mit dem Personal geschwatzt: Endlich werde zutage kommen, was sonst, ungetestet, niemand gemerkt hat, dass da viele, viele Positive. Die Inzidenz bekommen wir auf jeden Fall hoch getestet, wir testen uns weit über die erlaubte, willkürliche Inzidenzgrenze drüber und schließen wieder alles, was an leeren Hallen so droht, Museen zuerst?

Es gibt aber schon Vorschläge, noch andere Kriterien heranzunehmen, etwa die Krankenhauskapazitäten. Sonst „sei es möglich, dass selbst dann, wenn es weniger Patienten in Krankenhäusern als bei Grippenwellen gibt, ‚massive Einschränkungen der Freiheitsrechte mit gravierenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Kultur und die körperliche und seelische Gesundheit erfolgen müssten‘.“ Ehemaliger Chefvirologe an der Berliner Charité Detlev Krüger gegen die Maßnahmen und Inzidenzen, www.welt.de. Aber da kämen wir in Teufels Küche! Bauen die Kapazitäten programmmäßig, planmäßig immer weiter ab und sagen dann Lockdown, wenn’s knapp wird. Wir brauchen schon deshalb eine Gesundheits-Diktatur, weil Krankenhäuser weg, darf’s Kranke gar nicht erst geben.
Oder Vorschläge, dass man gucken könnte, ob Patienten wegen Corona auf der Coronastation liegen. Denn bisher kommen Kranke wie eh und je wegen allem Möglichen auf die ITS, aber jetzt generell auf Corona getestet, nicht selten natürlich positiv, was die Überraschten auf die Coronastation befördert. Nach Autounfall Coronapatient. Ich weiß, ich weiß, Lieblingsthema der Querdenker, verschwurbelte Verschwörungstheorie, eine verdächtig merkwürdige noch dazu, weil fehlt’s ihr sowohl an Theorie wie auch an Verschwörung, aber was soll’s nicht alles geben:

„In Berchtesgaden wird aus Knochen Holz geschnitzt.“ (Galletti)

Deshalb das Kuriosum hier kurz erklärt: Teil 1 der ITS wurde Coronastation mit Beatmung und Cyber-Anzügen. Teil 2 für Unfallopfer, Operierte und solche Kranken, die üblicherweise auf die ITS kommen, nochmal zweigeteilt in eine zweite Coronastation und eine normale. Hilde hat erzählt, wie einer auf Station lag, das Testergebnis ließ auf sich warten, war dann positiv - ab auf Coronastation und Personal in Quarantäne. Er sich tausendmal entschuldigt: Ach, jetzt habe ich die ganze Station verseucht! Hätte ich geahnt, dass ich das hab! Musste man den Armen beruhigen, dass keiner das hat wissen können. Jetzt wird jeder Patient behandelt wie mit Corona, bis sein Ergebnis da ist, und dann - ab auf die Coronastation, oder, wie momentan eher, auf die normale, weil negativ. Und positiv getestete Schwestern werden auf die Coronastation arbeiten geschickt. Also eigentlich nicht schlecht die viel gescholtene Idee, zu gucken, wer wegen Corona Patient ist.

„In Suhl werden sehr schöne Meerschaumköpfe aus Bimsstein gemacht.“ (Galetti)

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„Wenn der kleine Impfneid kommt.
Von Sabine Oelmann

Ich wurde geimpft. Ich bin nicht alt (was auch immer das bedeutet), es gibt Gründe. Mir wurde Biontech in den Oberarm gejagt, ich hatte abends ein bisschen Schüttelfrost, das war’s. Ich fühle mich nun sicherer, ein gutes Gefühl. Wer sich nicht impfen lassen möchte - go for it! Aber dann nicht jammern, wenn alle Beatmungsbetten belegt sind.

Doch was tun, wenn ‚der kleine Impfneid‘ kommt? Die Reaktionen auf eine Person, die nicht asbachuralt ist und gegen Covid-19 geimpft wurde, sind nämlich äußerst unterschiedlich: Von verhaltener Skepsis bis zu anerkennendem (meist virtuellem) Schulterklopfen ist alles dabei. Es gibt die Frage: ‚Warum bist du (also im Sinne von >ausgerechnet DU?<) bereits geimpft?‘ Und da schwingt mit: ‚Welche Beziehungen hast du spielen lassen?‘ oder: ‚Wen hast du angelogen, wie viele alte Ommas hast du zur Seite gekickt, Impfvordränglerin?‘
Gönn‘ dir. Es geht über grundehrliches Interesse wie: ‚Was muss ich tun, um genau so behandelt zu werden?‘ bis hin zu: ‚Glückwunsch! Eine weniger, die es kriegen kann und somit auch eine weniger, die andere potenziell ansteckt.‘ Zum Glück überwiegen die positiven Reaktionen, ‚ey, gönn' dir.‘“
n-tv.de, 14.4.

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17. April, die Wahrheit

Die Wahrheit ist... ich weiß nicht. Aber man sollte sie schon wissen, denn wer etwas Falsches sagt, verbreitet Fehlinformationen und wird gelöscht. Was man schonmal über die Wahrheit sagen kann: Was gestern falsch war, ist heute richtig und andersherum. Aber immer nur das Richtige darf gesagt werden, also heute dies, morgen das. Hätte ich all die Jahre, wo ich in Vorlesungen saß, begeistert von den vielen Gedanken, gewusst, dass nur einmal die Wahrheit drüber fahren müsste und alles löschen, die ganze Veranstaltung löschen, wenn irgendwas Falsches, eine Fehlinformation aufgetaucht wäre... Die Denker hätten sich ihre Ideen und Theorien nicht nur dreimal überlegt, bevor ihr Kanal gesperrt wird. Kannst eigentlich alle Bücher löschen, Goethe, Nietzsche, überall mal Irrtümer, Mutigkeiten oder Einfälle. Wenn du in Zukunft noch irgendetwas sagen möchtest, sage nur Fertiges, Richtiges, was nicht zur Diskuskussion steht. Das Endgültige. Also das Wahre. Weil würde sich morgen herausstellen, dass sich die Wahrheit heute irren sollte, wäre sie heute nicht die Wahrheit. Es darf also nur absolut Endgültiges enthalten, woran auch in tausend Jahren nicht gerüttelt werden kann, sonst wäre es ja heute nicht Wahrheit. Und zwar täglich andere Informationen, folglich täglich andere Fehlinformationen. Und weil keine Gedankenspiele und Überlegungen, keine Irrtümer oder Unbewiesenes oder Falsches, sondern nur Richtiges, darf nicht mit Hilfe von Überlegungen und Gedanken zum Richtigen gefunden werden. Du musst zum Ziel ohne Weg. Du sollst schon auf der Turmspitze stehen, ohne die Treppe zu steigen. Am besten kommst du nicht von unten, von wegen Lernen, Forschen, selbst denken und so, sondern kommst direkt von oben gleich auf die Turmspitze. Keine Angst, das klingt erstmal schwierig, aber ist im Grunde sehr leicht, das ist ja das Beruhigende an der absoluten Wahrheit, was uns dieses große gute Sicherheitsgefühl gibt, dass das jeweils momentan absolut richtige täglich in den Qualitätssendern angesagt wird. Du wirst genau informiert, was gerade richtig ist, samt gewisser Variationen innerhalb einer Schrumpf-Diskussion, ob heute so oder morgen anders, du musst nur aus dem erlaubten Spektrum schöpfen, dann bist du richtig und brauchst nicht gelöscht zu werden.

Ein bisschen holperig noch zur Zeit ist, dass die absolute Wahrheit kommt wie einer, der das Falsche, also den Schmutz, nur in die Ecken kehrt, da landet's drei Winkel weiter und viele sehen's dort trotzdem, nun gut, immerhin, wo es als unseriös betrachtet wird, oder: muss ja übel sein, wenn's gegen Youtubes Richtlinien verstößt, wo doch sonst dort jede Hetze frei kursiert. Huch, was liegt denn hier an die Seite geschippt? Gunnar Kaiser, vom Youtube gelöscht wegen „medizinischer Fehlinformationen“, link.
Ich dachte ja nur: Auch über Fehlinformationen will man informiert sein, so will ich kurz daraus zitieren:

„Sehe ich das richtig? Wir leben in einem Land, in dem der Gesundheitsminister sagt, dass man nicht zu viel testen sollte, damit man nicht so viele falsch-positive Ergebnisse hat ... und ein halbes Jahr später hat man die Testzahlen verzigfacht, Schnelltests auf den Markt gebracht und Schüler sollen sich täglich selbst testen?
Wir leben in einem Land, in dem der Gesundheitsminister sagt, dass es ein Fehler war den Einzelhandel zu schließen und dass es nicht wieder passieren wird ... und ein paar Monate später wird der Einzelhandel erneut geschlossen?
[...] Sehe ich das richtig? Dass wir keine Übersterblichkeit haben, ist aufgrund des Lockdowns, aber dass z. B Bayern so hohe Fallzahlen hat, ist trotz dem Lockdown? Wenn du bei der Impfung Begleiterscheinungen hast, ist das ein Zeichen dafür, dass sie wirkt. Wenn du keine Begleiterscheinungen hast, ist das ein Zeichen dafür, wie verträglich sie ist? Und: Wir hatten in diesem Winter weniger schwere Atemwegserkrankungen, weil die Menschen zu Hause bleiben und außerhalb brav Maske tragen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Corona-Fallzahlen und die Inzidenzwerte, weil die Menschen sich nicht an die Maßnahmen halten?“ - eine ganze Liste solcher medizinischen Fehlinformationen, oder lass es nur eine falsche sein, um den ganzen Beitrag zu löschen. Vielleicht diese hier?:
„Gesunde sind Kranke. Kranke sind symptomlos. Grundrechte sind Privilegien. Angst, Hysterie und Hypochondrie ist gesund. Diskriminierung ist Gerechtigkeit. Hinterfragen ist Verrat. Staatshörigkeit ist links, Gehorsam ist progressiv. Impfen ist Freiheit.“ - Fehlinfos über Fehlinfos medizinischer Art! Na, werdet ihr sagen, kein Wunder, das muss man natürlich löschen.
Abrufbar aber hier: Von ihm vorgetragen, odysee.com
Text unter gunnarkaiser.substack.com

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Wann gibt es Weißwurst?

Wenn's Söder wird, essen wir mal unsere Weißwurst! Muss doch langsam weg. - Was? Wenn's Söder wird, ess' ich auf keinen Fall Weißwurst. - Mist, du magst immeroch keine... - Na doch, aber nicht so oft. Und schon garnicht zu Söder! - Oft? Ist doch schon Jahre her, dass wir welche hatten. - Wir können die ja essen, wenn's nicht Söder wird. Wenn's Laschet wird, dann essen wir Weißwurst. - Na gut, aber es wird sicher Söder, und irgendwann müssen wir die doch essen.

„Laschet oder Söder - die Ungeduld in der Union wächst und wächst“, „Söder bleibt wohl stur“
Du, das wird nichts mit Weißwurst. - Wieso? - Na ist doch klar, dass es Söder wird. - Ist doch garnicht gesagt. Und außerdem sind ja noch die Grünen. - Du meinst, wir essen Weißwurst zum Habeck? - Ja, oder Weißwurst zur Baerbock, nur zu Söder auf keinen Fall Weißwurst.

„Ball wieder im Feld der CDU-Spitze“, „Punktsieg Laschet“
Jetzt können wir doch! Die sind dem Söder in den Rücken gefallen, so eine Schmierenkomödie, wie sie das ganze Jahr den Söder aufbauen und jetzt auf einmal... ! - Ach so? Ja, steht das jetzt fest? - Noch nicht, aber wie's aussieht...

Guck mal, ich hab' Brezeln mitgebracht, richtig gute, werden ja auch immer teurer. Nun Weißwurst, Senf und ein Bierchen. Das Tollste gab's ja bei den Grünen! Also zwar nicht überraschend, hat man sich dort an Gleichberechtigung überboten, sich an Gleichberechtigung übertroffen, sie sozusagen überwunden. Mancher sagt, übers Ziel hinaus, aber mir scheint's eher voll ins Schwarze getroffen. Baerbock, „Eine, die aus dem Nichts kam“, und ankündigt, entbehrlich zu sein: „Ich habe zwei kleine Kinder und ich will nicht aufhören Mutter zu sein, bloß, weil ich Spitzenpolitikerin bin. Und es wird Momente geben, da bin ich nicht da, weil es da wichtiger ist, dass ich bei meinen Kindern bin.“
Die Bevölkerung wird das verstehen: Kriege und jeder Tag zählt, wie immer gesagt wird, da gehen der Kanzlerin Kinder natürlich vor. Man darf auch nichts verwechseln: Über Systemrelevante entscheiden, heißt nicht selbst systemrelevant zu sein. An Qualifikationen fehlt's ihr keineswegs: „Baerbock hat Fußball gespielt und ist Trampolin gesprungen - im Leistungsbereich. Da stand sie sogar kurz vor der deutschen Meisterschaft, bis eine Verletzung sie stoppte. Ihr liebster Sprung ist der Doppelsalto vorwärts mit halber Schraube. Dafür braucht es festen Willen und Mut.“ Baerbock-Porträt, www.tagesschau.de

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Friedefürstin

„Annalena, geh du voran!“ www.t-online.de, 20.4.
Möglicherweise hat doch ein Alt-Katholik Anstoß genommen, sodass dieser Titel geändert wurde zu: „Jung, intelligent und beherrscht“. Die .html Datei der Webseite heißt noch nach dem alten Titel: „auftakt-zur-bundestagswahl-annalena-geh-du-voran-.html“ und google findet ihn.

Das Kirchenlied Jesu geh voran, Verzeihung, korrigiere: Lena, geh voran (EG 391) von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf geht auf Dreses 1698 erschienenes Lied Seelenbräutigam zurück. wiki, „Zur Ermunterung Glaubiger Seelen“ wiki

Lena, geh voran
auf der Lebensbahn!
Und wir wollen nicht verweilen,
dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand
bis ins Vaterland.

„Frau fordert alte Herren heraus. Baerbock ist das Gesicht zur Mission 2021“, n-tv.

„vom Hause her kommt er Hühner, Schweine, äh weiß nicht, was haste? Kühe melken. Ich komme eher aus m Völkerrecht, ja?“, www.mdr.de.

Die Friedefürstin wird verheißen (Lutherbibel)
„Ich trete an für Erneuerung“, sagt Baerbock, „die dem vom Pandemie-Management enttäuschten Volk einen tiefgreifenden politischen Neustart verspricht“, „Erneuerung auf allen Ebenen.“, „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dieses Land einen Neuanfang braucht“, www.n-tv.de, 17.4.
„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“, und unter finsteren Masken.
Danke Dir Lena, „Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen“.

„Sie ist mehr Klartext, fast schon der Killer“.
„Sie steht noch mehr für Aufbruch und noch mehr für einen Kulturbruch als es bis eben der Fall war, allein dadurch, dass sie jünger ist und keine Erfahrung im Regieren mitbringt“, www.deutschlandfunkkultur.de, 19.4.

„auf dass ihre Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende“

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23. April

Sind wir heute in Massen hineingeraten! Erst so lang zum Baumarkt spaziert, nicht mit der Bahn wegen Masken und den ganzen Umständen, sondern zu Fuß durch die größten Straßen, um sich’s, am Baumarkt angekommen, nochmal zu überlegen. Draußen sieht’s erstmal gut aus: Eine anständige lange Schlange mit gesunden Abständen, so anständig lang, dass man nicht sieht, was die Schlange verursacht, was einen am Eingang erwartet: Sind Tests? Werden Ausweise geprüft? Wird Buch geführt? Man sieht nicht, welche Eingangsprozedur, und drängelt sich auch nicht durch, um zu gucken, wegen Abständen wartet man ganz hinten, und späht immer. Man fragt auch nicht - peinlich - keiner fragt, der sich mit gerecktem Hals, spähend, hier anstellt, und weil man kein anderes Thema hat, als zu spähen, sind alle so lustig still, stellt sich still jeder hinten an. Falls mit Stäbchen gebohrt wird, wäre die Hälfte der Schlange vielleicht gar nicht hier, wir wären jedenfalls nicht in der Schlange, je nach Initialisierungsprozess, aber weil man nichts sieht, also weil die Schlange so lang ist, stehen wir überhaupt in der Schlange, sodass sie deshalb noch einmal länger wird.
Es geht, wie man dann sieht, gut vorwärts, zudem, beim Beobachten der Leute, ausgesprochen kurzweilig, und endlich sehen wir: Es geht um Wagen! Man steht um Einkaufswagen an. Sobald man sieht, weshalb man ansteht, dass also jeder einen Wagen haben soll, aber gerade kein einziger Wagen da ist, späht man auf den Ausgang, dass einer rauskommt, oder zum Parkplatz, dass einer fertig, nach dem Einpacken ins Auto, seinen leeren Wagen bringt. Er muss dann mit seinem leeren Wagen parallel an der Schlange entlang, die ihn, gierig auf seinen leeren Wagen, wie er da endlich fertig ist und seinen leeren Wagen bringt, mit den Augen verfolgt. Jetzt sind wir dran und kommt einer, kommt ein Mann mit seinem leerem Wagen, also gleich unseren leeren Wagen. Nun treten aber Komplikationen zutage: Weil kein anderer Wagen da ist, um das Ding reinzustecken, um seinen Euro wieder rauszuholen, sucht der Besitzer bei den verhuddelten Ketten an den Stangen. Es sind mehrere mit verschiedenen Steckern teils auf dem Boden, teils um die Stangen verknotet. Er probiert, unter aller wartenden Augen, und Scheppern der Ketten, welcher Stecker an sein Wagenloch heran reicht oder hinein passt. Sollen wir hinrufen und ihm unsern Euro anbieten, braucht er den Wagen nicht anzuschließen - aber unter aller Augen - wenn dann einer brüllt: ABSTAND? Genug gezögert, wir rufen jetzt doch über die weite Distanz hinüber, unseren Euro anbietend, er, wie erwartet, tatsächlich verärgert, aber nicht weil wir vorhatten, ihn in Ansteckungsgefahr zu bringen, sondern weil er in dem Moment einen Stecker hinein bekommen hat: „Das hätten Sie auch früher sagen können, bisschen spät jetzt, dass Ihnen das einfällt!“ Entschuldigung, rufe ich herüber, doch nichts zu machen, unverzeihlich, er wortlos davon. Wir mit Seitenblick zur guckenden Schlange, mit Schuldgefühl, weil wir jetzt einen Wagen haben.
Was ich eigentlich sagen wollte: Nach all der Hygienekorrektheit, kaum den Eingang passiert, finden wir uns in Getümmel wieder, Gewusel und Gerammel im Baumarkt! Das konnte man von außen nicht wissen. Es dürfen, gemessen an der Fläche nach Verordnung so und so viele Leute hinein, aber geht ja keiner zu den Fliesen. Die Abteilungen für Tapeten und Farbkübel, gemütliche Stubenlampen und Kissen vollkommen leer, alle nur zu den Blumen. Die amtlich vorgeschriebene Zahl von Leuten, die für die Fläche des ganzen Baumarktes berechnet und erlaubt wurde, jetzt nur in die Ecken, wo es Töpfe gibt, Rankelstangen, Tymian und Petunien.
Und hast du einmal den Eingang und die Schranken passiert, kommst du nicht mehr so leicht wieder hinaus. An den Kassen ein Gedränge, und will man ja, wofür man die ganze Prozedur, den weiten Anlauf auf sich genommen hat, nicht mit nichts nach Hause kommen, schlägt sich also durchs maßnahmengemachte Gedränge. Früher, ohne Maßnahmen, habe ich noch niemals ein solches Gedränge im Baumarkt erlebt, das kannte man nicht. Heute, wenn sonst alles geschlossen und eingeschränkt ist, ein nie gehabter, maßnahmengemachter Massenansturm von Leuten wie uns, die ein mal aus der engen Stube raus wollen und ohne Cafés, ohne Ausflüge, nicht wissen, wohin, dass man wenigstens Blumen zu Hause hat. Mehrmals rammelt mir einer Wagen, Bretter, Ellenbogen, Schultern in die Seite, weicht einer dem andern zwecks Abstandshygiene aus, um durchs hygienische Ausweichen wem anderes hineinzurammeln, von allen Seiten Atmen, sogar stressbedingtes Agressionsschnauben, manche prusten und schniepen extra, weil zweifeln nicht am Nutzen der Masken, darf man nichts sagen gegen Masken. Sollst dich bedrängeln lassen, sobald er nur eine Maske aufhat, und der Meinung sein, dass die nützt, sonst wünscht er dich Leugner an ein Beatmungsgerät, wenn du statt unsinniger Masken lieber Bewegungsfreiheit hättest. Oder wenn du unter freiem Himmel, nicht annähernd so beengt wie hier, für Grundrechte demonstriert hast.
Doch, was man uns eigentlich übel nehmen sollte: dass wir nicht glauben, dass wir uns wirklich in dem Getümmel infiziert hätten. Genau wie die die anderen hygienisch überzeugten Maskenträger im Mehrheits-Getümmel, glauben wir nicht, dass etwas passiert ist. Wir glauben sogar, dass, wenn wir uns gesund fühlen, wir auch gesund sind. Und fühlen uns, während wir das sagen, schon wieder als Gefährder.

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29. April

Werden Geimpfte bald von der Maskenpflicht befreit sein, wird man an der Maske sehen, wer offensichtlich nicht geimpft ist. Der alte graue Mann am Darmstädter Bahnhof würde dann, auf mich zustürzend, mit Gesicht so dicht ran, dass ich schielen muss, jetzt nicht nur brüllen: MAKSE!, sondern IMPFUNG! BEKLOPPTE!

Es soll ja ein großartiges Gefühl sein, wie immer berichtet wird. Nicht wie bei unseren langweiligen Tetanus und Diphterie-Imfpungen, wo du auf die Idee nie gekommen wärst:
„Es ist nur ein kleiner Pieks, ein kleiner Moment des Glücks“, Caritas, www.mein-wadersloh.de.
Nicht ein großer? Bei „kleinem Moment“ denkt man, dass er sich etwa wirklich aufs Pieksen bezieht. Dass du denkst, bei längerem Pieksen wäre der Glücksmoment ein Größerer?

„Viele Menschen warten derzeit mit wachsender Ungeduld auf ‚die Erlösung‘:“ www.halternerzeitung.de.
„The first Pieks is the deepest“, fraunessy, nach Rod Stewards Song: „The first cut is the deepest.“, „Cause when it comes to being lucky, she was cursed / When it comes to loving me, she’s worst.“

„Orkanböen wechseln mit Sonnenschein. Impfneid, Impfscham. Impfglück.“
„Jeder Piks im Arm eines anderen hilft auch mir […] und könnte ein kleiner Freudenhopser sein: ihr Beitrag zu meiner inneren Freiheit.“ www.zeit.de
„220 Millionen Impfdosen wurden seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden im Januar gespritzt“, www.t-online.de.
Es „ist es ein großartiges Gefühl, jetzt für die Impfung den Ärmel hochzukrempeln!“ www.sana.de
„Give Piks a Chance“, www.radiopsr.de.
„Spritze aufgezogen, Pieks gesetzt, Pflaster geklebt“, “Die J. Schmalz GmbH zieht nach den betrieblichen Corona-Impfungen Bilanz“, youtube.

Und impft man sich nicht zum Selbstschutz, sondern für die anderen!
„Herdenimmunität gefährdet. Wie die Impfskepsis in den USA zum Problem wird“

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26. April, der echte Zynismus

Langsam mehren sich Berichte aus dem Bekanntenkreis, über fünf Ecken, über vier, drei …, rückt immer näher:
Ein Arzt, immer nach strengsten Kriterien hygienisch, war plötzlich schwer krank, tatsächlich mit positivem Test, konnte sich aber nicht erklären, woher, weil alle herum negativ, niemand hat’s sonst gehabt, nur er.
Neulich eine ganze Familie schwer krank, sodass die Mutter in Koma lag, Vater und Sohn mussten auf der Intensivstation beatmet werden.
Woanders hatte es nur einer, die anderen gar nicht erst angesteckt.
Wieder andere alle gesund und reden von Schnupfen, positiv getestete Krankenschwestern ohne Symptome werden sogar in den Dienst auf die Corona-Station arbeiten geschickt.

In einer Familie mit vielen Kindern hatte eins das Virus, saß in Quarantäne, immer an eigenem Tisch, spielte nicht mit den anderen, eigenes Zimmer. Am letzten Tag der Quarantäne stand das Amt vor der Tür: wie die Familie die Quarantäne-Maßnahmen einhalten würde. Die Eltern verblüfft, am letzten Tag der Quarantäne, machten sich einen Scherz: Ja ja, wird eingehalten, darum kann das Kind jetzt nicht an die Tür kommen. Sonst müsste es ja durch den Flur, Aerosole, wo dann alle durchlaufen, so einen Tag vor Ende noch alle anstecken, bevor es ab morgen nicht mehr ansteckend ist, muss nun wirklich nicht sein. Nahm die Mutter das Telefon und rief das Kind auf seinem Zimmer an, Kontrolle vom Gesundheitsamt, es solle doch mal aus dem Fenster winken, zeigen, dass es wirklich nicht aus seinem Zimmer herauskommt, mit keinerlei Kontakt, bis auf den Tag von allen isoliert. - Was, und das wurde so abgenommen? Ja ja, so war’s dann auch in Ordnung.
Und wenn du sonst nicht zynisch bist, spätestens vor dem Amt, damit alles in Ordnung ist. Und für die Qualitätssender. Aber es gibt auch Grenzen: Zynismus künstlerisch darstellen, als Parodie oder Fingerzeig, eine Geschmacklosigkeit sondergleichen, „schlechter, bornierter Schrumpfsarkasmus, der letztendlich bloß fader Zynismus sei“. tagesschau.de. Dem echten Zynismus den Spiegel vorhalten, ist der Gipfel der Rücksichtslosigkeit, „Brandgefährlich“ t-online. Was macht der Satiriker, wenn alles schon von selbst Satire ist? Maßnahmengemachte Menschenmengen vor den Läden, und kein Schrei geht durch die Medien, nicht wie alles aufgeschrien hat, wenn Kinder auf den Spielplatz gegangen sind. Es wird nichts so schnell zurück genommen, wie die Schauspieler nun ihre Videos schon zurückziehen. Dass man in jedem Laden und Museum wegen Personalien und Belehrungen persönlichen Kontakt aufnehmen muss, wie man dort sonst nie so viel Kontakt gehabt hat, wie man‘s gar nicht kannte, und nicht möchte - das wird nicht zurück gezogen. Dass Polizei an jeden einzeln ausführlich herantritt, zu Zwanzig zwei Jugendliche umzingelt, weil dem einen abends in leerer Lockdwon-Stadt auf offenem Platz die Nase heraus schaut - wird nicht moniert. Dass das Amt von Tür zu Tür geht. Infektionsgefahr erzeugen, als Infektionsgefahrvermeidung, ist nie so übel angekommen wie etwas zu sagen. Man muss sich das sehr bewusst machen, will man nicht Gefährder sein.

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„Da wurde der Mann der Kollegin richtig zusammengeschlagen, haben sie am Tisch erzählt. Ich bin ja nur dazu gekommen, konnte nicht so fragen. Also Polizisten, junge Kerle, 20 und 21, haben ihn zusammengeschlagen, ein älterer hat’s auch nicht geschafft, sie zu hindern. Brille kaputt, halb ohnmächtig, konnte er nicht mehr Auto fahren. Meinten die einfach, soll er laufen, er, verwirrt wie er war, meinte noch, ja, dreißig Kilometer schaff ich schon, und haben ihn im Wald zurück gelassen, so wie er war - nicht dass Polizei Hilfe leisten würde - und hat er sich so unter Schock auf den Weg gemacht, wurde von einem anderen Autofahrer gefunden und mitgenommen, in die Notaufnahme, Nase doppelt gebrochen, Trauma. Gab einen Gerichtsprozess, wurden die Kerle aber nicht belangt, einzig eine nette Mahnung vom Richter, ihr seid doch so jung, am Anfang eurer Laufbahn, überlegt euch mal, … Dabei, sagt die Kollegin, ist doch Polizei genau geschult, wegen Brillenträgern, weil kann auch übel ins Auge gehn. Und der Mann der Kollegin ist doch nicht gewalttätig! Gar nicht der Typ für sowas! Und dass Polizei einen verprügelt und blutend mit gebrochener Nase und Schock allein im Wald zurücklässt?“

Aber ja, das haben wir nun öfters schon gesehen: gepanzerte Kampfeinheiten auf wehrlose Bürger, in geradezu stumpfsinniger, achtloser Weise, mit einer Lust an Gewalt, oder nicht mal Lust, eher einer Gleichgültigkeit, als wäre es virtuell, aber systematisch, man hat den Eindruck, sie sind am Computer ausgebildet worden.

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18. Mai

Irgendwann, vor Monaten, ist zum Fahrradverbot-Schild, das immer da war, sodass man’s nie angeguckt hat, heimlich ein Maskenpflicht-Schild dazugekommen, was kein Mensch sah, der das Fahrradverbot-Schild nicht mehr sieht, hätte nicht Polizei uns dort das erstemal abends in dunkler, leerer Stadt ermahnt. Jetzt siehst du vor Schreck immer auf das Schild, oder vielmehr, setzt immer, mit dem alten Schrecken in den Knochen, die Maske auf, ohne direkt das Schild anzusehen, du weißt ja, dass es da steht. So oft sahst du seitdem Bußgelder verteilen. Und oft eben auch nicht, und die halbe Stadt ohne Masken. Manchmal so viele Unmaskierte, als wenn gar nichts wäre, und Polizei, pausierend, ebenso als wenn nichts wäre, konnte dann heraus suchen, wen sie nicht mag, und diesen Einen mit Bußgeld belegen, der brauchte sich nicht zu wundern: Maskenpflicht ist Maskenpflicht. Und heute ganz schlimm, steht nicht mal mehr Gewissen in den unmaskierten Gesichern! So viele skrupel- und maskenlose Gesichter, wie gar nicht gegen die Maskenpflicht demonstriert haben! Wir bleiben diesmal sogar stehen vor dem Schild und sehen’s das erstemal seit Monaten wieder direkt an: zugeklebt, lauter wirre Aufkleber ärgerlicher Protestler, ist da überhaupt noch das Maskenpflicht-Schild drunter? Ich steh an einer Ecke und zeichne. Christoph wartet. Nach mehreren Zeichnungen, unter tausenden Leuten, nehmen wir unsere Masken endlich ab, immer mit Vorsicht vor Polizei - dann schnell wieder auf, melde gehorsamst. Christoph googelt im Handy, wie die Maßnahmen gerade lauten, ach, sieh mal, die Maskenpflicht im Zentrum ist seit Samstag aufgehoben - sich die Maske sogleich vom Ohr abzupfend, sie in die Hosentasche knüddelnd, ach wo, so achtlos rein, sie nicht mal erst knüddelnd. Ich sofort ebenso. Haut an Luft und Sonne! Anfangs noch mit Argwohn auf alle andern schielend: Denn wem hast du vor Monaten irgendetwas gegen die Maskenpflicht sagen dürfen? Demonstranten sind bespuckt worden für ihre Kritik an der Maskenpflicht. Alle für Maskenpflicht, und jetzt, wo’s freiwillig ist, tragen sie keine?

„Ach ist das hier wieder so ein Klick-and-die-Ding?“ - fragt einer, weil ich vor dem Eingang stehe. Aber ich stehe garnicht an, nur so hier herum. Früher konntest du immer mal nur so herum stehen, weil du beobachtest oder zeichnest, heute denkt jeder, du stehst wo an. Wie die Gesetze gerade sind, haben die einen Läden Schlangen vor der Tür, wieder andere musst du vorher buchen, manche haben Mahnzettel, dass du geimpft, negativ getestet, mit FFP2 bedeckt, registriert, desinfiziert, die Abstandsregel einhältst. Andere brauchen nur die letzteren fünf Bedingungen, wieder andere lassen den Kunden nur durchs Fenster gucken, wie in Weimar nur im Handy klicken: Schaufenster-shopping, hat‘s eine Passantin genannt.

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Vor dem Zentrumsring eine Teststation. Oder Impfzelte? Ehrlich gesagt, wir standen zwar davor und haben’s gezeichnet, aber so richtig hingesehen, so direkt, was genau, nun auch wieder nicht. Man sah nur, ist äußerst gefährlich, weil wenige Leute in sehr großen, vier Meter weiten Abständen, vielleicht wegen - wer weiß, wie weit die Aerosole im Wind … besser noch sechs Meter, ich zeichne es enger, weil so lang ist das Blatt nicht. Aber kann man sich denken, was alles Ansteckendes an einem haftet, so kurz vor Test und Impfung, auf den letzten Metern, bevor gleich etwas festgestellt wird. An Stehtischen trägt man sich Daten ein, um sich dann zu einem Zelt begeben zu dürfen. Vier medizinisch korrekte, weiße Zelte, akkurat aneinander gereiht. Feldlagertauglich parallele Zäune, die Eingänge voneinander abtrennend, mit großem Pfeil an jedem einzelnen Zaun:

<--- Eingang
<--- Eingang
<--- Eingang
<--- Eingang

jeweils auf den Eingang zeigend, dass die drei Leute geordnet einchecken können.

Ich glaube, während ich’s zu Hause fertig zeichne, so aus der Ferne, ist’s eine Teststation.

Viola hat von der Arbeit am Impfzentrum erzählt, dass die Leute sich immer den digitalen Impfpass abholen wollen, jetzt. Aber es gibt ja keinen digitalen Impfpass. - Wie? Aber in den Nachrichten wird doch immer berichtet - ja, aber in Wirklichkeit existiert die Technik dafür nicht. - Aber man soll den doch jetzt im Alltag, wird immer gemeldet - Tut uns leid, ja, aber wenn es den doch in Wirklichkeit garnicht gibt! - Und wann soll es den … - Das wissen wir auch nicht, vielleicht wird er wohl kommen, aber wir wissen es wirklich nicht.

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30. Mai

Wie wir Maulwürfe aus unseren dunklen Gängen gekrochen kommen, ist’s bunt und laut in der braven Oberwelt. Angst? Nein, doch? Siehst du in den Computer oder hörst dich um, ist großer Ernstfall, sage bloß nichts! Große Gefahr für Leib und Leben, jede noch so kleine Äußerung wird aufgespießt, wenn ein Einsiedler was von Übertreibung redet, wie kann er etwa leugnen? Siehst du aber in die Stadt, ist blühendes Leben, und, was man für hygienisch hält, in Geschäften klitschige Keimmasken aus der Hosentasche, um sich draußen in Massenhaufen zusammenzuglucken. Was du rundherum hörst ist: Alle für Hygiene und Notstand, was du überall siehst: Studenten- und Rentnerparties. Von manchen können wir bezeugen, es sind dieselben, von denen du das eine hörst, das andere siehst.
Ein Café habe ich im Stehen von außen gezeichnet. Ungeimpft und Ungetestet sehen wir uns jetzt immer außen stehend. Leute, die sagen, sie fühlen sich so an Juden erinnert, werden geächtet, weil sie etwas relativieren oder die Singularität beeinträchtigen. Wir fühlen uns deshalb nicht daran erinnert, überhaupt sollte man aus Geschichte nichts lernen, die Dinge waren einmalig und einzigartig und werden, egal was du machst, sich nie mehr wiederholen, sonst könnten sie ja nicht singulär sein.

Da sitzen viele, viele in den Cafés, sag mal, und alle geimpft und getestet? Wir suchen nach Schildern, um herauszufinden, welche Bedingungen gelten, trauen uns nicht, einen Kellner zu fragen oder den Tischen zu nah zu kommen. Auch andere schleichen abseits herum und gucken aus der Ferne. Oft sind keinerlei Schilder. Sieht aus, als wäre nie was gewesen, nur dass du nicht rein darfst, weil hast keinen Pass, gefährdest die Hygiene. Ein Café hat groß ausgehängt: Hygiene-Vorschriften (das Übliche) und Test oder Impfung ab zwei Haushalten! Aber was ist das wieder für eine neue Theorie? Sollst du letztes Jahr immer den Nachbartisch oder Nachfolger angesteckt haben, ist das heute egal, bloß nicht die Tischbegleitung! Bist mit Eltern für paar Tage die ganze Zeit dicht zusammen, aber willst mit ihnen ins Café, musst du geimpft sein?
Christoph und ich fällt ein Stein von Herzen, uns gilt’s nicht, wir sind nur zu zweit, aus einem Haushalt, und dürfen ungeimpft und ungetestet die anderen Gäste anstecken, solange wir nicht Freunde oder Eltern an unseren Tisch nehmen. Na also, auf einen Versuch, wir fangen klein an, beim Döner, weil, wie jeder weiß, hier eh nie so genau hingeguckt wurde. Tatsächlich, er fragt nicht, sagt nichts, bereitet uns einfach das Essen und lässt uns Platz nehmen ohne Unterstellungen, ohne den Anflug einer Idee, dass wir ihm unsere Gesundheit beweisen müssten. Wir sind eh die einzigen Gäste, und so glücklich! Befreit versuchen wir’s gleich nochmal, zum Nachtisch bei einem deutschen Eislokal, mit selbem Erfolg! Sind wieder fast die einzigen Gäste. Ich kann nicht sagen, wie froh wir sind! Hoffnung für die Serie „Einkehr“!

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11. Juni

„Also ich weiß auch nicht, was ich von diesen Demos da halten soll. Ohne Masken! Tausende!“, was die alte Dame sehr aufregt. Für mangelnde Hygiene hat sie absolut kein Verständnis, für diese „Leugner“, während sie ohne Maske Christoph immer näher rückt mit vorgerecktem Kopf, ihm, der einen Schritt abrückt, anhänglich immer nachrückend, bald stehen sie auf schrägste Art mitten im Verkehr. Ist ja normal, nichts wegen Corona, dass unsereins, eher Distanzmensch, immer abrückt, weil der andere, meist Kontaktmensch, zu nah kommt. Und das eine halbe Stunde lang.
Und sage nichts Falsches, sind Menschenlieber ohne Verständnis für Gefährder, die rücksichtsvollsten Gesellschaftskenner und -Liebhaber, nicht solche Hieronymusse wie wir, alle von ihnen sehen wir stets enge Kontakte pflegen, was ich als Zeichner natürlich gerne seh‘. Die Dame ist immer mit wem auf ein kuscheliges Schwätzchen, mit Maske runter, wenn nicht mit uns, dann mit wem anderes, wie wir auf keiner Demo jemals so eng und lange, nur beschimpfen wir sie nie. Im Center sieht sie uns, reißt die Augen auf, die Maske herunter, auf uns zu: „Schönen guten Tag, wie geht’s?“ Wochenlang wäre sie die einzige Chance, dass wir uns infizieren könnten, während sie nichts auslässt. Woraufhin, und das ist das eigentlich Schlimme, wir die Maskerade um alles übertreffen, wir sagen doch nicht: Seien Sie froh, dass es Leugner gibt, sonst hätten wir für Sie ja kein Verständnis. Versteht uns nicht falsch, wir haben vollstes Verständnis. Aber fühlen uns asozial, weil wir’s nicht sagen, oder auch weil wir’s denken?
Gerade wo ich schreibe, sitzen wir im Zug, beobachten die Leute. Weil haben eben an ihnen vorbei gemusst, an Gruppen schwatzender älterer Damen. Die eine, groß vom Brötchen beißend, kaum am Kauen, mit vollem Mund - ich sah’s schon spucken kommen - herzlich über den Gang tratschend und prustend, gerade genau wo ich direkt auf dreißig Zentimeter vorbei gemusst hab. Jetzt schreibe ich über sie, Gruppen sehr korrekter, makellos gebügelter, geschniegelter Damen mit Masken unterm Kinn, fernab jeder Unordnung, bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: Sich darüber echauffieren, wer was um Gottes Willen gesagt hat, während sie mit ihrem unbewussten Ich die Masken im Gesicht begrabbeln, Brötchen krümeln - können die Masken auch gleich als Lätzchen verwenden - Majonaise von Fingern lecken, und damit die Masken zuppeln. Aber sage nichts gegen Maskenpflicht! Wer will denn Hygiene leugnen?

Ein Prof, der nur Beweise kennt, Drähte an Schädel legt, Sensoren in Tierhirne sticht, außer sich über die sogenannten Leugner: Die sind so verbohrt in ihren völlig kruden Theorien, dass da letztes Jahr in Berlin auf der Demo eine vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hin ist, hat denen ein Video gezeigt von einem völlig überfüllten Krankenhaus und Sterbenden, was braucht’s denn noch mehr an Beweisen, schimpft er. Aber diese Leugner, die wollten das nicht angucken! Nur zwei Minuten Lebenszeit! Die weigerten sich vor der Wahrheit! Reichsbürger, Querdenker, irgendwas von Trump als Erlöser, Heilsversprechen und Echsenmenschen. Und neuerdings: die Krankenhaus-Zahlen wären gelogen - nur weil so ein Schundblatt schreibt …! Da wäre eine Weltverschwörung, meinen die, man hätte vor, ein neues Wirtschaftssystem zu installieren, solche verrückten, völlig irrsinnigen Phantasien!, sagte er, dass ich als Laie dachte, es geht um eine Geisteskrankheit. Ich fragte etwas verwirrt: Ist „kognitive Dissonanz“ (darum ging es hier) jetzt spezifisch menschlich oder nur Anzeichen bei Querdenkern und Religionen? - Ja, sagt er, sich besinnend: Wir alle haben ständig kognitive Dissonanz, er auch, sagt er. Und je weiter ich frage, desto nützlicher wird sie: gedankliche Vor- und Nachsortierung, Erfahrung, zur Orientierung, denn ohne sie, nicht mit ihr, würde man irre.

Ich, also nicht irre, sortiert, hätte mir besagtes Video von Sterbenden anzugaffen, auf jeden Fall auch verbeten. Ich leugne, dass das gut wäre. Nötigung zum Verstoß gegen den Gafferparagraphen. Ach, ihr sagt, in guter Absicht? „A Clockwork Orange“, fehlen noch Fesseln, das Übelkeits-Serum, Streichhölzer in den Augenlidern, zur „Konditionierung“. „Dann hätte ich auch gern die letzten anderthalb Minuten eines Aids-Sterbenden gesehen, die letzten anderthalb Minuten eines Leukemie-Sterbenden oder eines Lungenkrebs-Sterbenden“, Thomas Richling, Interview.
Kliniken sind seit ich denken kann immer mal überlastet, wie ist’s plötzlich Beweis für Corona? Weil es nie interessiert hat? Wie wäre es, negativ getestetem Personal nicht Quarantäne zu verordnen?

Ich war auf der Demo, aber an den Gedanken, dass ich Trump als Erlöser verehre, muss ich mich noch gewöhnen - Heilsversprechen? Jetzt suche ich Kanäle und Querdenker ab, aber sah und hörte nichts derartiges. Nur: „Die Querdenken-Demonstrationen sind keine Anti-Corona-Demos, sondern Demos für die Wiederherstellung unserer Grundrechte, da wir die Maßnahmen der Regierung unter wissenschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten für vollkommen unangemessen halten.“ querdenken-711.de
Bei diesen sogenannten Leugnern hoffnungslos unfündig, suche ich jetzt im Google: Echsenmensch - finde Rp-online, Südkurier, Wiki, Tagesspiegel, Zeit, usw., durchweg Qualitätssender mit diesen sogenannten „irrsinnigen“ Theorien. Wer die sogenannten Qualitätssender nachlässig verfolgt, stößt nie im Leben darauf, auf keiner Demo, in keinem Netzwerk, nirgends je im Alltag. Aber lass irgendwen irgendwo glauben, wovon du nie etwas gehört hast, irgendwer gräbt’s mal aus als Kuriosum versteckter Völker im 17. Jahrhundert. Der Mainstream nimmt es äußerst wichtig, schreibt’s nicht hinten in Kultur, sondern vorn in Politik.

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18. Juni, Zahlen im freien Fall

Wird eigentlich noch getestet? Wo sind die langen Schlangen vor den Testzentren?Manche Stationen sogar geschlossen!
Und seit Wochen sinkt die Positivenrate. www.aerzteblatt.de.
„Wir dürfen jetzt nur nicht übermütig werden und alle sinnvollen Maßnahmen über Bord werfen“, sagte der Vorstand des ALM vor einem Monat, wobei jetzt, wo seit Langem alles über Bord geworfen ist - (erzählt mir doch nicht, die Menschenmassen und zerknautschten Klitschlappen aus den Hosentaschen wären sinnvolle Maßnahmen) - man trotzdem überall liest von Zahlen „im freien Fall“, also was man neuerdings unter dem „freien Fall“ versteht (Katachrese, vgl. „exponentielles Wachstum“).
„Abwärtstrend im Turbo-Modus“, www.welt.de.
„Im Rausch der Tiefe“, www.welt.de.

Nicht ohne Tragik:
„Covid-19-Inzidenz sinkt weiter! Jetzt wackelt in Deutschland die Maskenpflicht, welt im youtube.
„Corona-Zahlen sinken und sinken: Bleibt das so?“
Nein nein, um Gottes Willen, ist ja noch nicht fertig … ich hatte vor, alles nochmal zu übermalen:
„Delta-Welle ist für Deutschland quasi gebucht“, sagt Virologin Jana Schroeder bei ntv. „Es scheint so zu sein, als wäre diese Variante auch etwas krankmachender. Und insgesamt gibt es eine Überbetonung [?] bei den Jüngeren und bei den Erstgeimpften. […] Sie verursacht eine etwas andere Symptomatik, nämlich vermehrt Schnupfen. [...] Sie kann gut mit der Sommergrippe verwechselt werden“, also wie die alte auch, und deshalb „bedarf es mindestens einer uneingeschränkten Maskenpflicht nach Urlaubsrückkehr und, je nach Infektionsgeschehen, auch einer längeren Maskenpflicht.“ www.n-tv.de

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23. Juni, Die Hygiene macht Fortschritte

„Informatiker aus Niedersachsen checkt bundesweite Intensivbetten-Zahlen: ‚Alles falsch‘“. So ist denn nun auch die Schweriner Volkszeitung, www.svz.de, zum Leugner mutiert, Covidiot, Esoteriker oder welch Bezeichnungen allgemein üblich sind für die Ärzte und Pfleger auf Demos, die solches immer berichtet haben.

„Seit einer Woche gibt es Diskussionen darüber“ - was war diese Woche aber lang! Mir kommt’s vor wie länger als ein ganzes Jahr schon. Mein Tagebuch hier, Teil 1, Seite 42, erst letzte Woche? - „ob Kliniken in der Corona-Krise die Zahl freier Intensivbetten künstlich verringert haben, um dadurch Ausgleichszahlungen durch die Regierung zu erhalten.“ Ach was, die Tagesschau jetzt auch Leugner?
„Falsch gemeldete Zahlen zu Intensivbetten? Spahn will Aufklärung“, www.rnd.de.
„Kliniken könnten die Zahl freier Intensivbetten künstlich herunter rechnen: Das hat der Bundesrechnungshof kürzlich kritisiert.“ Aus dem Mund von Qualitätssendern? tagesschau.de

Und jetzt? Videos gelöscht, Kündigungen, Praxis-Verbote. So fest kann man die Ohren garnicht zu halten, wie Profs in Lehrveranstaltungen Kritiker verhöhnen. So dicht den Mund garnicht halten, wie ein Student schreit: Leugner-Ecke! - all das - aus Versehen?

Heute eine Studentin im Kurs gemeint: Man müsse schmunzeln, wie wir uns ernsthaft Masken aus Strumpfhosen und Haargummis gebastelt haben. Ich möchte gern mitschmunzeln und rede mir deshalb ein, bei jedem aus den Menschenmassen in der Stadt, dass er nicht zu der Mehrheit gehört, die damals einen verhöhnt hat, der sagte, was sie heute sagt. Fast möcht ich der Masse heute sagen, was sie uns damals gesagt hat. Lieber nicht. Lassen wir’s Schmunzeln und mit begriffelten, mehrfach bespuckten FFP-Körbchen aus Hosentaschen weiter machen. Weit und breit beobachte ich, mit selbigem ebenfalls ausgestattet, nur solche. Die Hygiene macht Fortschritte.

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26. Juni, Moderne Beichtstühle

„Bei einem positiven PCR-Test mit mehr als 24 Replikationszyklen besteht keine Ansteckungsgefahr mehr – trotzdem verwendet man heute die Ergebnisse von Messungen mit 30 Zyklen und mehr.“ Kommentar im www.aerzteblatt.de, seht hier: www.labor-gaertner.de.
Bei 30 Zyklen sind positive Tests zu 80% falsch, bei 35 Zyklen zu 97% falsch, salto.bz über ein Gerichtsurteil in Lissabon, mit Verweis auf die Studie von Jaafar et al, academic.oup.com. Während der Test bei weniger Zyklen sehr genau sein kann, testen wir also bei vielen Zyklen in diesem düsteren, unwesentlichen Bereich, willentlich, wissend, überall nachlesbar - und glauben! Irrtum sollte man’s nicht nennen. Wer die Demos verunglimpft, wo solches schon vorgetragen wurde, und Kritiker, sogenannte Covidioten ächtet, nennt’s eher Zivilcourage und klaren Geistesverstand.
Das Prinzip ist schon sehr alt, der Laie geht zitternd zum Beichtstuhl, der Pfarrer weiß dank göttlicher Eingebung, dem unergründlichen 40-Zyklus-PCR-Test, welch Buße und Entbehrung zu verschreiben ist. Und wage nicht zu zweifeln! Wenn positiv -> Quarantäne. Wenn diese gottlosen Gerichtsurteile mal nicht bald beseitigt werden, denn dass dieser unwesentliche Bereich ungenau wäre, ist eine infame Lüge! „Alle führenden Pandemie-Leugner haben diese Lüge bereits zigmal wiederholt. Sie ist DER zentrale Baustein der Corona-Leugner. Und genau diese Lüge werden wir jetzt so gründlich und ausführlich zerstören, dass davon nichts mehr übrig bleibt […]“, www.volksverpetzer.de, ohne die Zyklen überhaupt nur zu erwähnen.

Wir richten unser Leben danach, seit wie so oft im Mainstream behauptet, Wissenschaft Glaubensfrage ist, wir glauben an die Wissenschaft, wird immer gesagt, zumal wenn die Zahlen, wie jetzt, auch sinken dürfen. Statt Schlangen vor Teststationen Touristenmassen vor der Thomaskirche. Gnädige Wissenschaft!

5. Juli, Eine moralische Impfpflicht für alle gibt es ohnehin

Jeden Montag, zuletzt vor dem Naturkunde-Museum, die zwanzig Leute mit Plakaten: „Finger weg von unseren Kindern! Keine Zwangsimpfung! Keine Maskenpflicht!“, niedergebrüllt von „Nazifresse! Nazifresse!“ Bleibt für die STIKO garkein Ausdruck mehr: Sie ist nicht nur gegen eine Impfpflicht, sondern empfiehlt die Impfung für Kinder noch nicht einmal. „Nazis verpisst euch! Keiner vermisst euch!“ Hier ältere Arbeitsfrauen, dort bezahlte Studentenjugend. Untersetzte Hohlkreuze und steife Stemmbeine auf der einen Seite, schlanke Fitness und Grashüpfer auf der andern. Hier der Versuch, selbst recherchierte Daten von tagelang entworfenen Zetteln mit brüchigen Stimmen abzulesen, dort dröhnende Kriegstrommeln und ein Wortschatz von - drei Worten: „Nazis aufs Maul! Nazis aufs Maul!“

„ETHIKRAT ZU KINDERIMPFUNG: Eine moralische Impfpflicht für alle gibt es ohnehin“, welt.de.
„Ethikrat: Staatsregierung entlässt Lockdown-Kritiker Lütge“, br.de.

Wir brauchen mehr von dieser Zivilcourage gegen Kritiker, mehr Jugend gegen Arbeiter, mehr Moral, denn man weiß nie, ob nicht der Nachbar, der Lehrer … Wie mich eine Freundin gefragt hat: Weißt du denn, wer von dir alles die AfD wählt? Nein, aber ich glaube meinen Leuten, was sie erzählen. Noch haben wir freie, geheime Wahlen, aber immerhin neue Gesetze für Staatstrojaner installiert, dass nicht zwischen „Gute Nacht Schnuckel“ und Bildchen etwas verborgen ist. Es lauert überall! Covid, falsche Gesinnungen - wir müssen testen, vorbeugen, präventiv, impfen, überwachen, Sauberkeit sicherstellen, beweisen, sonst müssen wir immer davon ausgehen, dass etwas sein könnte. Wir schaffen Vertrauen! - durch Misstrauen. „Vertraue, aber prüfe nach“, soll Lenin schon gewusst haben.

So will auch das WEF einen neuen Sozialismus einführen: Gemeinschaft stehe über individuelle Bedürfnisse, „a real sense of solidarity, favouring the common good over individual aspirations and needs“, indem wir „rapid and decisive decisions“ folgen, schwärmt Schwab im „Macro Reset“ seines „Covid-19: The Great Reset“ Seite siebenundsiebzig. Heißt: Wenn jeder im einzelnen solidarisch entbehrt und verzichtet, ergibt die Gesamtheit daraus Wohlstand. Wenn jeder arm ist, ergibt die Summe Wohlstand. Ein höheres Ziel.

„Mehr Diktatur wagen“, Brussig in www.sueddeutsche.de, „Das ist keine Einzelmeinung. Als ein Ergebnis der Debatte um Brussig wurde denn auch festgehalten: Man müsse vielleicht das Zusammenspiel der beiden Systeme Politik und Wissenschaft ‚verbindlicher‘ gestalten - mehr Macht für ‚die Wissenschaft‘. Die Wissenschaft im Singular“, www.cicero.de.

Ein Résumé:

Bis März 2020: „Symptome, die tendenziell mit Reizhusten, Atemnot und Fieber einhergehen. Wenn man das hier in Deutschland bekommt, muss man sich keine Sorgen machen, dass man dieses neue Virus hat. Dann ist es viel wahrscheinlicher, dass man [...] eine Grippe hat.“, erklärt Drosten in der www.morgenpost.de.
„Falschmeldungen und Verschwörungstheorien verstärken die Angst“, www.tagesspiegel.de.
Und „wenn sich das hochschaukelt, führt das zu jener Hysterie in WhatsApp-Gruppen“, ein Medienexperte gibt „Rat, wie man mit der Hysterie umgehen soll“, „Es gebe aber auch Onlinetrolle, die bewusst Unfrieden stiften wollten. 'Um damit die eigene Psychohygiene zu befriedigen.'“ www.sn.at.

Danach:
„CHEFPATHOLOGE SPRICHT KLARTEXT. So grausam tötet das Corona-Virus!“ www.marktspiegel.de
„'Ist doch nur die Grippe' und andere gefährliche Behauptungen“ www.rbb24.de
Aber nicht Drosten, sondern: „Michael Spitzbart, Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi vertraten im März 2020 die Ansicht, COVID-19 sei nicht schlimmer als frühere Grippewellen.“, wiki.
„sollte sich das Coronavirus unter Vertriebenen im Nordwesten Syriens ausbreiten. 'Dann muss man, so brutal sich das anhört, fast schon mit einem Massensterben rechnen'“ www.merkur.de.
„Tod am Amazonas: „Der Einschlag von Corona ist brutal““ www.vaticannews.va.
„Die Dimensionen der Krise übertreffen alles bisher Dagewesene“ www.diepresse.com
. „9.000 Intensivbetten weniger als noch 2020“ www.merkur.de „Bundespräsident Steinmeier kritisiert, dass manche Menschen in Deutschland verantwortungslos mit dem Corona-Risiko umgehen“ www.br.de.

„Wo bleibt das Positive?“

Besagter Lockdown-Kritiker aus dem Ethikrat entlassen.
Andere im Exil: Ken Jebsen, Bhakdi, Schiffmann...
Denn hätten wir etwa eine Raucherpflicht könnte der Arzt auch nicht pauschal wen vom Rauchen freistellen, weil Rauchen per se ungesund wäre. So hört man von Ärzten, dass sie nicht wagen, Maskenbefreiungen auszustellen, weil wer es tat: gekündigte Räume, geschlossene Praxen, Beschlagnahmungen, Hausdurchsuchungen. Mark Fiddeke sind zwölf schwer bewaffnete Polizei-Autos vorgefahren, um seine ganze Praxis auf den Kopf zu stellen.
Ärzte, die nie aufgefallen sind, plötzlich kriminell, weil bisher Legales, Selbstverständliches kriminell ist.
„Handy weg, Laptop weg“ „Durchsuchungen in Privatwohnungen, Universität und Kanzlei“ „Demnach hat es Durchsuchungen bei den dieBasis-Spitzenkandidaten, dem Künstler Uli Masuth und der Immunologin Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, gegeben.“ Und bei dem Weimarer Richter gleich nochmal. Er hatte die Maskenpflicht für Kinder aufgehoben, sei aber angeblich nicht zuständig gewesen. Offenbar, was neu ist, gibt es wegen falscher Zuständigkeiten nun Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen privater Dinge. Nach Prozessen und Unterstützung durchs Leipziger Gericht sei er aber durchaus doch zuständig gewesen, trotzdem wurde er nun erneut durchsucht. www.epochtimes.de

„'Die demokratischen Rechte sind voll intakt', lautet die Meinung des Gründers vom Wissenschaftsmagazin Higgs.“ „Glogger meint, dass man in der Schweiz schliesslich noch demonstrieren dürfe. In anderen Staaten werde man dafür erschossen“. „Glogger ist offensichtlich der Meinung, dass demonstrieren noch möglich und die Demokratie noch intakt ist, solange niemand erschossen wird.“ corona-transition.org

„A new world will emerge, the contours of which are for us to both imagine and to draw.“
„Many of us are pondering when things will return to normal. The short response is: never.“
, Klaus Schwab in „Great Reset“.

Oh, das wollte ich garnicht zitieren. Ein angeblich neues Wirtschafts- und Geldsystem, auf diesem WEF-Gipfel der Finanz-Elite angekündigt - Verschwörungstheoriker, Leugner, Esoteriker. Der Name Gottes war unaussprechbar, die Texte des WEFs unzitierbar.

Deshalb folgenden Text bitte abdecken oder Augen weg drehen:
Ein Virus, wie es die Welt noch nicht gekannt hat! Dass sogenannte Experten angeblich sagen BC und AC, aber nicht Christus, sondern Corona. Wobei, auch als Seuche soll's einzigartig sein: „it will not result in mass famines or major military defeats and regime changes“, weiß Klaus Schwab auf Seite fünfzehn letzten Sommer. Nur dass es eine völlig neue Wirtschaftsordnung geben soll. „None fits the reach and pattern of the human suffering and economic destruction caused by the current pandemic.“

Die Stadt ist voller als sie im Sommer je war, Touristenmassen, Fußballparties - Hygiene gibt es durchaus noch: Grundgesetz-Demos aufgelöst oder verboten zum Infektionsschutz. Bei der Taufe eines Schiffes braucht Frau Schwesig Maske und Abstand, am selben Tag auf Sex-Party zeigt sie sich nähebedürftig ohne Masken. dwn. Regenbögen bei Querdenkern sind Nazis, Covidioten und Leugner, dieselben auf Happy-Pride-Parties oder an Fußballstadien sind demokratisch und für Freiheit. Ärzte und Gerichte müssen ihr Berufs-Ethos überdenken, Verbote von gestern sind heute Gesetz, und andersherum. Wir glauben an „die Wissenschaft“ im metaphysischen Sinne, an unzählbare Zahlen, an C für heiliges Corona.

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9. Juli, Passgenau

„Es gibt aus virologischer Sicht gute Gründe anzunehmen, dass Sars-2 gar nicht mehr so viel mehr auf Lager hat als das, was es uns bisher zeigen konnte. Corona­viren mutieren grund­sätzlich langsamer und weniger stark als zum Beispiel Grippe­viren, die eigentlich ein viel grösseres Pandemie­potenzial haben.“, Drosten, www.republik.ch.

Trotzdem: Hashtag ÄrmelHoch, findet den „Weg in die Freiheit“, „Rettet Leben. Und die Kultur.“, www.zusammengegencorona.de, womit ich mich zunächst verabschiede, für eine Pause bis zur nächsten prophezeiten Welle.

„Das Land wird nicht mehr das alte sein“, Steinmeier vor Landräten, www.faz.net.

„'Die bisherigen Begründungen tragen ja nicht mehr', [...] Das Gesundheitssystem sei nicht mehr gefährdet, auch Todesfälle seien nun weit weniger zu befürchten. 'Wir müssen deshalb insgesamt passgenauer werden [...], weg vom Versuch, stets möglichst alle Personen gleich zu behandeln, hin zu spezifischen Beschränkungen, dort, wo es nötig, aber auch vertretbar ist.' Vorausgesetzt, dass die derzeitigen Impfungen einen signifikanten Schutz davor bieten, selbst schwer zu erkranken beziehungsweise andere anzustecken, 'dürfte es für doppelt Geimpfte kaum noch Beschränkungen geben, noch nicht einmal die Pflicht, eine Maske zu tragen'“, Steffen Augsberg, Jurist, Deutscher Ethikrat, im SPIEGEL, nach www.t-online.de.

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Ratis omnia vincit

Ein Strategiepapier: www.salesforce.com.

„The world remade by COVID-19“
„Planning scenarios for resilient leaders | 3-5 years“, 6. April 2020.

Im Ton als wär's eine Rückschau aus mindestens fünfzig Jahren Distanz, „As the COVID-19 pandemic began to sweep across the globe“ - Anfang April 2020! „some of the world's best-known scenario thinkers came together“, angenommen: „The virus is eradicated earlier than expected“ oder „The COVID-19 pandemic persists past initial projections“.
Da wir aber erst am Anfang sind, hat der Geschichtenerzähler-Ton die Anmutung wie ein Science-Fiction-Drehbuch. Keiner weiß, wie ihm geschieht, Deloitte und Salesforce haben Pläne, „a future no one can predict“, aber denkt euch Scenarien und trefft Entscheidungen für die Zukunft jetzt, bevor es zu spät ist. Nicht vorhersagen, vorher machen. „what could the early-to-mid-2020s be like, once the health crisis has passed?“. Sieht man von den Maßnahmen einmal ab, war eigentlich nicht viel los, kein Massensterben, kein Weltuntergang, die Leute sprachen von Öffnen und Normalität, da planen Eliten „what will it take to thrive in a world remade?“, „That commitment has never been more important“, „to help organizations around the world rise to their highest potentials“, „Remarkable times call for remarkable collaboration“. Die Welt blickt auf sie, meinen sie. Eigentlich blickt der Alltag eher weg, oder schimpft wie unser Prof über „diese völlig verrückten Schwurbler auf Demos, die behaupten, irgendso eine Elite oder Führung wolle die Wirtschaft umbauen.“ So zitiere ich also Dinge, die es nach allgemeinem Dogma garnicht gibt.

Das Menschenbild erschreckt uns hier nicht, sind wir gewöhnt aus Computerspielen, etwa hier sind die Bauern und tun ihres, dort die Soldaten, wir sind der Emporer, der die Figuren umherschickt, um die Welt zu retten, nicht Individuen, sondern Einheits-Rollen-Männchen: „Health care workers and researchers are on the front lines fighting COVID-19, hoping to slow the spread of the disease and care for the sick.“ - dramatischer Stil, ein Kinoprogramm? „The passing storm“, „sunrise in the east“, „Lone wolves“, „The invisible enemy is everywhere“.

Gelungen auch die Illustrationen: Mann im Aufbruch auf einem Floß, zielbewusst diagonal, Steuermann, der sich durch labyrinthische Blöcke in Kavalierperspektive hindurch manövriert, als hätten wir die Spielkonsole in der Hand - Identifikationsfigur, um zu sagen: Das bin ich, ist mein Spiel! Im andern Bild steuert er zielbewusst aus stämmiger Schritthaltung in unbekannte Ferne nach rechts oben, den einen Arm hoch zum Rudern - mein Titelvorschlag wäre: „Aufbruch“, „Der Weg der roten Fahne“ oder mit Frau dazu: „Arbeiter und Kolchosbäuerin“, nur viel, viel smarter und sanfter im Design, gefälliger, moderner eben, oder vielleicht so: Plakat „Kraft durch Freude. Auch du kannst jetzt reisen!“, oder am besten: „Ratis omnia vincit“.

Nichts an dem Strategiepapier erinnert an eine Krise, nicht defensiv oder in Not. Perfekt durchgestylt, motiviert - Weltanschauung - wohin eigentlich? was ist das Ziel? erfahren wir in Fettschrift: „further toward >>stakeholder capitalism<<“

Bärbock, „Young Global Leader“ des World Economic Forum auf Wahlplakaten:
„Zukunft passiert nicht. Wir machen sie.“, „Die Zukunft änderst du hier.“, „Kommt, wir bauen das neue Europa.“, „Wir wollen das Land erneuern.“.
„Es braucht ein gemeinsames Vorgehen von Industrie und Politik, ein Umbauprogramm mit einer historischen Dimension“ Bärbock, www.handelsblatt.com

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24. Juli, Die Lehre ist Schuld

Man überfliegt die vielen Mails nur kurz
Präsident: „Erneut möchten wir Sie [...] über die Rahmenbedingungen der Prüfungen informieren. Einige Prüfungen finden auch in diesem Semester in Präsenz statt [...] Wichtig ist[...] Mund-Nasen-Schutz (MNS) - OP- oder FFP2-Maske [...] Abstands- und Hygieneregeln [...], um das Infektionsrisiko an den Prüfungsorten zusätzlich zu minimieren, bitten wir Sie, [...] Ihren Sitzplatz (Tisch und Stuhl) mit den Vorort-befindlichen Tüchern zu reinigen. [...] 1. Handreichung [...] Verhaltensregeln zur Durchführung von Präsenzprüfungen [...] 2. Prüfungsplan [...] für in den Sporthallen stattfindenden Präsenzprüfungen [...] 3. Quarantäne-Erklärung für Präsenzveranstaltungen [...] auszufüllen und zu unterzeichnen [...] diejenigen Personengruppen [...] auszuschließen, von denen eine erhöhte Ansteckungsgefahr ausgeht [...] 4. Einwilligung zu Online-Distanzprüfungen [...]“

Meine Gruppe musste in keine Sporthalle, bekam als Glückliche das Audimax. Vor der Tür neugierige Augen über Masken: Oh, lange nicht gesehen! Ja, das letzte mal Anfang erstes Semester? Schweigen, was soll man reden, wenn keiner wen kennt, aber doch täglich online im BBB als Name sichtbar war? Welcher Name gehört eigentlich welchem Gesicht? Wer sind meine Kumpanen, mit denen ich die ganze Zeit Gruppenarbeit hatte? Jeder dann einzeln, maskiert, in die Tür hinein, mit seinem elektronischen Studentenausweis einchecken, den zugewiesenen Sitzplatz einnehmen, in mindestens Dreimeter-Abständen, 15 Leute für 100 Sitze, Zettel ausfüllen zum abermaligen Registrieren und Ankreuzen: aus Risikogebiet eingereist, Symptome, positive Tests? Belehrung: Quarantäne... Und dann hat jeder einzeln zu anderer Zeit die Prüfung verlassen, keine Kontakte, keine Gespräche... In enger Kaffe-Runde, intim beisammen dann Verwandtenbesuch, beim Kuchenschneiden mit Fingern nachhelfend, mit vollem Mund über den kleinen Tisch debattierend, entsetzt: „Was? Ihr hattet Präsenz? Ja ist das nicht ansteckend?“ Doch! Deshalb müssen dann alle Studenten, die in der Hörsaal-Ferne sichtbar waren, in Quarantäne. Es muss an der Lehre liegen, denn wenn die nicht ist:

Präsident: „Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen [...] Wenn Sie Zeit und Lust haben: Zum Abschluss des Semesters und als Dank an Sie alle wollen wir erneut die Möglichkeit zum Beisammensein am Bauhaus.Atelier eröffnen - am Mittwoch, 28. Juli 2021 - zwischen 12 und 16 Uhr - mit freien Getränken und hoffentlich vielen Gesprächen.“ - fallen die Masken und schwinden die Abstände, keinerlei Hinweise auf irgendwelche Maßnahmen. Die Lehre ist Schuld. Wenn die nicht wäre...

Ich überwinde mich und schreibe meiner Kumpanin: Saßest du in der Prüfung ganz vorne? - Ja in der Mitte das war ich. Und du? Warst du die Person links in Sommerhut? - Ja genau das war ich :)

„Kanzleramtsminister: „Kein Lockdown mehr für Geimpfte“ - Für Ungeimpfte soll es unbequemer werden“ www.wlz-online.de, 4. Juli

„Für Ungeimpfte könnte es unbequem werden“, „Wer nicht geimpft ist, für den wird der Alltag ziemlich mühsam. “ www.sueddeutsche.de, 22. Juli

„ Annalena Baerbock hält Benachteiligungen für Ungeimpfte für legitim“ rp-online.de

„Mehr Druck auf Impfverweigerer?“ www.mdr.de, 28. Juni

„Die kalte Impfpflicht kommt“ www.spiegel.de, 26. Juni

„Lockdown für Ungeimpfte in Sicht: 'Verweigerer können nicht die Welt in Haftung nehmen'“ www.focus.de, 30. Juli

„Gemeinschaft darf nicht für Impfunwillige aufkommen“ BÄK-Chef, www.aerzteblatt.de, 15. Juli

„Proteste gegen Impfzwang und Auflagen für Ungeimpfte“ www.dw.com, 24. Juli

„Impfverweigerer drohen Gesellschaft zu spalten“ www.tagesspiegel.de, 29. Juli

„Impfverweigerer leben vor allem in wohlhabenden Landkreisen Süddeutschlands“ www.aerzteblatt.de, 5. Juli

„Mehr Druck auf Impfunwillige ist keine Impfpflicht durch die Hintertür. Die Unannehmlichkeiten und Einschränkungen haben eine Lenkungswirkung und erinnern die Skeptiker an ihre Verantwortung. Wer dennoch keine Impfung möchte, wird nicht dazu gezwungen. Er oder sie hat es lediglich unbequemer.“ taz.de, 25. Juli

„Die Basis-Kandidat Sucharit Bhakdi:Impfskepsis und Antisemitismus“ taz.de, 20. Juli

„Impfen jetzt mit voller Kraft - sonst droht die Impfpflicht“, „Die Bereitschaft zur Immunisierung sinkt auf einen Tiefstand. Die Politik muss aus ihrer Lähmung heraustreten – sonst droht die Impfpflicht.“, Kommentar Michael Bayer, fr.de, 31.7.

„Strafen für Impf­schwän­ze­r:in­nen
[Sie sind] Unsolidarisch und zynisch
Mag sein, dass Lauterbachs Forderung, Impfschwänzende zu bestrafen, keine Chance hat. Dennoch hat er Recht. Dieses Verhalten ist inakzeptabel“, taz.de, 4.7.

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7. August

Christoph wieder aufgebracht: Dienstberatung und Anweisung vom Rektor, offizielle App „Darf ich rein“, Räume sind möglichst auszufüllen, aber nur mit Geimpften-Getesteten-Genesenen, die sich über die App „Darf ich rein?“ registrieren!

„Covid statt Spritze: Junge Franzosen wollen sich absichtlich anstecken, um Impfung zu entgehen. Das sei ein Spiel mit dem Feuer, warnen Epidemiologen. An Corona zu sterben ist ein schrecklicher Tod. Es ist ein Erstickungstod.“ www.msn.com, 5. August.
Sollte man, so gesehen, nicht sofort den Impfzwang einstellen, wenn einer den Selbstmord-Erstickungstod vorzieht? Nicht? Nun gut, drohen wir den verirrten, panischen Seelen weiter mit Dantes Hölle: „Infizierte Menschen, die sich aus Überzeugung nicht impfen liessen, wenden sich mit verzweifelten Appellen aus dem Spitalbett [...] kurz vor seinem Corona-Tod bereute der US-Familienvater Michael Freedy (†39): 'Ich hätte die verdammte Impfung nehmen sollen.'“

Robert Malone fand ich als Erfinder der mRNA-Impftechnik noch im Wiki, trotz seines kritischen Auftritts, dass die Spike-Proteine das Blut verklumpen! - aber von wegen, voilà - schon ist er gelöscht, hier. Habe ich mich etwa geirrt? Stand er garnicht dort drin? Doch tatsächlich: „Zensur: Wikipedia löscht den Erfinder der mRNA-Technologie“ hnaktuell.wordpress.com, 28. Juli. Man findet sein Interview noch unter odysee.com (auch wieder im youtube nach einer Löschung). Viele Beiträge von kritischen Fachleuten werden immer wieder gelöscht, immer wieder neu hoch geladen, der Zähler beginnt von vorn, als hätten nicht schon Hunderttausend, sondern erst Tausend geklickt. Manchmal auch von ihnen selbst gelöscht, wie mancher gemeldet hat: weil youtube gemahnt hat, den ganzen Kanal zu sperren. Oder werden, wenn nicht gelöscht, weit hinten gelistet, hinter seitenweise Altem, Faktenchecks, Ablenkungen, blödem Klamauk, sogar hinter seltener Geklicktem, so weit versteckt, dass man sie nur noch wieder finden kann, wenn man die genauen Links kennt. Wer weiß, wieviel man nie findet? Eine Maßnahme, die unser Vertrauen ungemein stärkt, nicht wahr? Denn was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Und will ich nicht als dumm gelten: „dumm, dümmer... Impfgegner.“, Leserkommentar, www.heise.de, auch vor dem Fachmann: „Allgemeinheit muss zahlen für die Trägheit und Dummheit der Impfgegner“, Verhaltensforscher zur FAZ, www.welt.de.
Seid klug, verschließt die Augen vor abseitigen Kanälen, zumal wenn schon zensierten, folgt auch nicht sonst welchen Vorträgen und Vorlesungen irgendwelcher Wissenschaftler oder Profs: „Wie Antikörper die Psyche und das Gedächtnis stören können“ Harald Prüß, Forschungszentrum DZNE, oder über Impfgeschichte, „Impfungen - Segen oder Fluch? - Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther auf den GGB-Gesundheitstagen“, nicht Clemens Arvey, der jedesmal bittet, man möge sein Video nicht löschen, er habe ausführliche Fußnoten, sei alles aus wissenschaftlichen Fachblättern. Lest nicht Paul Schreyers Recherchen über Pandemie-Spiele und Big Pharma. Nicht Rainer Mausfelds „Warum schweigen die Lämmer?“. Und vor allem:

Hört nicht auf euren Arzt!
Christophs Hausarzt sagte doch tatsächlich: Sind Sie geimpft? Bei Ihren Symptomen halten Sie sich das Zeug bloß vom Leib! Ja aber... Hausarzt wechseln? Auch Hildes Hausarzt rät ihr ab: „Sind Sie geimpft? Nein, dann lassen Sie das.“, zu viele Nebenwirkungen, Migräne, Sehprobleme, ein immer gesunder Patient plötzlich Diabetes. Er kläre die Patienten auf, aber was soll er machen, sie bestünden trotzdem auf die Impfung wegen Entlassung oder Reisebeschränkung - Aber seine Praxis bietet doch Impfungen an? - Ja, Ärzte seien verpflichtet, von der Politik unter Druck gesetzt, Praxen durchsucht, Medien schweigen. Letzte Hoffnung sei, dass mehr Menschen protestieren. Ich überlege: ist das dann Anstiftung zur Dummheit?

Hört auf Laien!
„Appell des Einzelhandels "Impfen, impfen, impfen"“ www.tagesschau.de
auf Bildungsminister: „Holter appelliert an Lehrer und Erzieher: 'Lassen Sie sich impfen!'“ www.news4teachers.de
auf Informatiker: „the risk is fairly small, if you look at the stats (and all my UK friends have been astrazenica’d by now - we Germans seem to be extremely risk-averse ;-)“, Rundmail einer Informatik-Professorin an uns Weimarer Studenten, 7.Mai.
auf Schauspieler: „Jane Fonda hat die Menschen dazu aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.“ www.vip.de, 25. Februar'
auf eure Freunde: „Wie rede ich am besten mit Freund:innen, die sich nicht impfen lassen wollen?“, www.refinery29.com
„Sprechen Sie miteinander in der Familie, am Arbeitsplatz, im Fußballverein, überall, wo Menschen sich kennen und sich vertrauen, und werben Sie für das Impfen, denn wir brauchen einander.“ Merkel, 13. Juli

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Lauterbach warnt: Ungeimpfte gefährden sogar Geimpfte. www.theeuropean.de, 10. August

„Hungern oder Stich: Ungeimpfte sollen aus Supermärkten verbannt werden“, „Ihr einziger Ausweg wären ständige, nunmehr teure Corona-Tests.“ www.extremnews.com, 17. August

„So teuer wird es jetzt für Ungeimpfte - wo Tests im Herbst wichtig werden“ www.focus.de, 12. August

„Entschuldigung, liebe Ungeimpfte, aber was habt ihr denn erwartet?“ www.focus.de, 16. August

„Ab Mitte Oktober gibt es keine kostenlosen Bürgertests mehr. Wer nicht geimpft ist, aber ins Kino oder ins Restaurant gehen möchte, muss dann vorher auf eigene Kosten einen Test machen. MDR AKTUELL-Hörer Justin Albrecht fragt sich, was mit den Menschen passiert, die sich zwar gerne impfen lassen würden, das aber aus medizinischen Gründen nicht können.“, „Darunter fielen zum Beispiel Krebskranke, die gerade eine Chemotherapie machen. 'Die Leute sind schwer krank und sind mit Sicherheit nicht irgendwo auf einem Konzert oder in einer Gaststätte und insofern wird das gar nicht passieren, dass Leute, die wirklich nicht geimpft werden können aus medizinischen Gründen, jetzt irgendwo einen Test brauchen', erklärt Heckemann [...] Die Frage nach der Gruppe der ungewollt Ungeimpften stellt sich seiner Meinung nach nicht.“, „Heike Schäker hat da eine ganz andere Geschichte zu erzählen. Sie ist Fachärztin für Neurologie mit eigener Praxis in Leipzig. 'Ich hab also eine Patientin zwischen 60 und 70 Jahren, die an einer rheumatischen Erkrankung leidet, deswegen immunsupprimiert ist und in der Vergangenheit bei anderen Impfungen schon mehrfach allergische Reaktionen auf Impfstoffe gehabt hat', [...] eine Dame, die durchaus fit sei und ein Interesse an Konzert- oder Gaststättenbesuchen habe. Aufgrund der Vorgeschichte habe ihr aber der Immunologe von der Impfung abgeraten.“, „Tests für ungewollt Ungeimpfte sollen kostenlos bleiben“ www.mdr.de, 6. August

Bratwurstbilder

„Impf-Appell in 20 Sprachen“ www.rheinlandpfalz.de

„Der Stoff ist da. Wenn deine Oma das kann, dann kannst du das auch.“, die Veranstalter des Highfield-Festivals an ihre Fans, www.lvz.de

„Deutsche Ärzte appellieren: Erwachsene, lasst euch impfen! Die Kinder gilt es dringend zu schützen“ www.msn.com

„Berlin kann impfen, Berlin kann Party - jetzt halt beides zusammen“

„Lange Nacht des Impfens“de.euronews.com

„Spritze mit Musik“ www.bz-berlin.de

„Ab Montag kann man sich zu Club-Sounds impfen lassen“, www.rbb24.de
„Es handelt sich nicht um eine Party, sondern das Impfen wird lediglich mit Musik begleitet. [...] www.berlin.de

„Wer sich impfen lässt, bekommt ein kostenloses Kultur-Ticket“ www.bz-berlin.de

„Wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, bekommt danach eine Bratwurst.“, „Erst wird geimpft, danach gibt es eine kostenlose Bratwurst.“, „Sonneberg hat angebissen“, www.mdr.de

„Bratwurst für Impf-Piks in Kelheim. [...] Landrat Martin Neumeyer stellt sich persönlich an den Grill.“ www.mittelbayerische.de

23. August, Plauen

Regen, Regen, Regen, Rennen und atemlos Stop vor der Hoteltür, die Masken in den Taschen nass, beim Rauskramen noch nasser von Händen und tropfenden Ärmeln, tropfende Haare, immernoch ohne Atem die nasse Maske über Mund und Nase, beschlagene Brillen, blind und ohne Luft mit angestrengtem Herzrasen das Gepäck die Stufen hoch, kurz Schlange stehen, sieh mal - keiner hier trägt Maske? Alle geimpft, oder...? Aber... Christoph an der Rezeption: „Gmtm Tmg, *tmm mn Nme, wm hmtn g*bu*t fm dm Nmchte...“ - Rezeption mit vorgerecktem Kopf: „Entschuldigung, nehmen Sie bitte die Maske ab, sonst wird das nichts.“ - erleichtert Masken ab, fragen: Ist hier keine Maskenpflicht? - „Hier in Sachsen nicht, wir haben hier keine Maßnahmen“ - garkeine? - „Nein, nur beim Frühstücksbufet Abstände und Masken, ansonsten in Sachsen alles aufgehoben.“ - Ja aber, wir kommen doch aus Leipzig, Sachsen, strenge Maßnahmen... Inzidenz?

So kommen wir frei in Geschäfte, zum Shoppen, in Restaurants, Masken nur in den menschenleeren Museen, und Straßenbahnen. Ein sehr befreiendes, sauberes Gefühl ohne Keimlappen im Gesicht. Überall sogenannte „einfache Leute“, arm, politikverdrossen, „ob doch schon einer gewest/ der vor hat geben/ als sein die Baurn vil höfflicher als die Edl-Leuth/ dann wann sie sich schneutzen/ so werffen sie solchen Unflat auff die Erden; die Edl-Leuth aber solchen gemeiniglich sambt dem Tüchl in Sack schieben.“, Abraham a Sactra Clara, Wunderlicher Traum von einem Narrennest, oder als Maske im Gesicht tragen.

Hemmungslosigkeit am Hotelfahrstuhl, ein so kleiner Fahrstuhl - „Na kommen Sie, ist doch noch Platz!“ - nein, nein, danke wir haben Zeit - beleidigtes Schulterzucken und Brummeln: „wie Sie wollen“. Der Fahrstuhl kommt wieder runter, wir steigen ein, neue Leute auf den Fersen, die strahlen uns an als träfen sie Verwandte: „Wir passen noch rein! Prima, bisschen Arme einziehen, passt doch“, glückliches Schnaufen und Mundgeruch.

Raumverbot in menschenleerer Uni - Überfüllung im Hotelfahrstuhl.
Zwei Semester Kontaktverbot zu Kollegen oder Studenten - jetzt Kontakt-Nötigung durch Rentner.
Dort reichte die größte Halle nicht für Zweie - hier anderthalb Quadratmeter für Vier.
Dort für keine mündliche Prüfung - hier für Rentner auf Reisen.
Für die Uni: Küchentisch-Kauern und Bildschirm-Starren, für die Urlaubs-Rentner: Atem an Atem.
Dort mit den letzten übrigen Studenten eines Kurses, immer gleichen Gesichtern online - hier intimste Präsenz mit immer andern Leuten, die Kommen und Gehen.
Das eine für die Berufsausübung, Lehre - das andere, damit Touristen nicht eine Minute auf den Fahrstuhl warten müssen.
Dort selbst trotz FFP2-Masken, hier ohne Masken.
Nach drei, vier mal sind wir die Treppen zu Fuß gegangen.

Frühstücksbufet: Die Räumlichkeit ist so eingerichtet, dass man beim Warten an der Theke mitten vor dem Durchgang steht, dafür können wir nichts. Ich warte also mit bemühtem Abstand zu meinen Vorgängern, als ein Opa aus der Tür sich hahn-artig neben mich aufbaut, und erwartet, dass ich rücke. Ich sehe kurz zu: Ich müsste mich ziemlich an andere Leute ranmachen, vor mir, neben mir, hinter mir... schon motzt er von oben auf mich herab: „Hchh, bloß keinen Schritt Platz machen!!“, während er das unliebsame Drängeln selbst auf sich nimmt und selbst die zwei Schritte Umweg um mich rum macht.

...bei der heißen Schlacht am kalten Bufet
da zählt der Mann noch als Mann
und Auge um Auge, Aspique um Gelée
hier zeigt sich, wer kämpfen kann, olééé!...
Reinhard Mey.

23. August, 3-G

Abends Nachrichten. Einführung 3-G, Lauterbach will 2-G, weil Tests nicht zuverlässig seien! Ist er denn unter die Schwurbler gegangen?

Ungeimpfte nicht mehr zu Geimpften in einen Raum? „Dadurch schützen wir die Ungeimpften vor einer Infektion“ - Die Geimpften sind jetzt die Gefährder? Nein, er will sicher Ungeimpmfte vor Ungeimpften schützen. „Nehmen wir einen Club, in dem 100 junge Leute zusammenkommen. Von denen sind vielleicht 30 ungeimpft, aber getestet. Die Zuverlässigkeit der Tests ist leider nicht so, dass man ausschließen könnte, dass nicht einer oder zwei dieser jungen Leute doch infiziert ist. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass am Ende des Abends viele der 30 Ungeimpften infiziert sind.“

Aber das sind ja 5% der 30, die trotz Tests unentdeckt positiv sein sollen, das ist eine extrem hohe Fehlerquote, die so noch nie behauptet wurde! Aber auch eine wahnsinnig hohe Inzidenz, die wir noch nie hatten! Wohlgemerkt allein aus Falsch-negativen! Nun sollen doch die meisten Tests korrekt sein: Wieviele Positive will er dann erst durch korrekte Tests entdecken in der Gruppe, bevor die Auserlesenen in den Club dürfen?

Lauterbach warnt: Ungeimpfte gefährden sogar Geimpfte. www.theeuropean.de, 10. August

„Karl Lauterbach widerspricht sich nun schon im Minutentakt“, Norbert Häring, norberthaering.de. „Ungetestete Geimpfte, deren Impfschutz laut Lauterbach schon verblasst sein könnte, dürfen alles und dabei anstecken, wen sie wollen und so viele sie wollen. Negativ-getestete Ungeimpfte dürfen nichts. (Dabei sind laut Lauterbach sogar die Schnelltests sehr zuverlässig.)“.

„Karl Lauterbach ist so selbstgewiss, dass er keinerlei Angst davor hat, sich zum Narren zu machen. So twitterte er am Samstag mit Foto an seine halbe Million Follower, wie er bei einem Spiel von Bayer Leverkusen mit einem Impfteam vor Ort war und kaum Impfwillige fand.
Lauterbachs Team hatte nicht berücksichtigt, dass der Verein gemäß Lauterbachs 2G-Regel auf schäbige Weise all seine ungeimpften Fans ausgeschlossen hatte. Und die Geimpften waren wenig überraschend nicht sehr geneigt, sich spontan noch einmal impfen zu lassen.
Solange ein derart getriebener und verwirrter Geist von einer Regierungspartei bei einem so wichtigen Thema als ihr 'Experte' herumgereicht wird, ist er gemeingefährlich“, ebd.

Ist allerdings in meinem Bekanntenkreis äußerst beliebt. Ihm wird viel Klugheit nachgesagt, alles sei immer so eingetreten, wie er prophezeit habe.


24. August

„Karl Lauterbach wirft der Politik im Umgang mit Ungeimpften 'Kaltherzigkeit' vor und fordert, vor allem Kinder besser vor steigender Corona-Infektionsgefahr zu schützen. [...] 'Es ist falsch, nur die kranken Kinder nach Hause zu schicken'“, presse-augsburg.de.

„Als das Einimpfen der Kuhpocken noch nicht erfunden war, starben viele Blattern an den Kindern.“ Galletti.



„Virologe Christian Drosten wünscht sich Corona-Infektion“ www.rtl.de, 8. September
„Virologe Christian Drosten wünscht sich Corona-Infektion“ www.berliner-zeitung.de
„Virologe Christian Drosten wünscht sich Corona-Infektion“ www.kreiszeitung.de

„Langfristiger Immunschutz: Warum sich Drosten eine Corona-Infektion wünscht“, „Ich will eine Impfimmunität haben, und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben. So eine Infektionsimmunität sei auf Dauer wahrscheinlich robuster.“, „Fachleute aus Virologie und Immunologie sagen nicht, dass eine Impfung weniger gut als eine Infektion schützt [...] 'Es ist ganz klar, man muss sich unbedingt impfen lassen.'“, „Grundsätzlich sei auch jede Booster-Impfung sehr effizient für eine Immunisierung.“ www.rnd.de

„Bund und Länder kalkulieren bereits fest mit Drittimpfungen für Senioren und Immungeschwächte – obwohl die Empfehlung der Stiko noch aussteht.“ www.rnd.de

„Wir müssen uns aus der Pandemie rausimpfen“, „Also das Virus ist verkleistert, aber in der Anfangszeit der Infektion ist da zu viel Virus, da macht der ganze Kleister auch nichts mehr aus“ Drosten, www.ndr.de

24. August, „Ich darf daher an Sie appellieren“

Liebe Studierende, Rückmeldung nicht vergessen!
Die Rückmeldefrist läuft am 31.08.2021 ab. Jetzt schnell den Semesterbeitrag überweisen bzw. einen Urlaubsantrag abgeben. Für verspätete Einzahlungen muss eine Säumnisgebühr in Höhe von 20 Euro gezahlt werden.“

„Sehr geehrte Damen/Herren,
sind für das weitere Studium (WS 2021/22) Impfung und selbst bezahlte Tests zwingend Vorraussetzung? Oder stellt die Uni Tests zur Verfügung? Falls man als Student möglicherweise vom Präsenz-Unterricht ausgeschlossen wird, gibt es dann auf jeden Fall ein adäquates Online-Angebot?“

„haben Sie vielen Dank für Ihre Mail und Ihre Anfragen. Es ist absolut nachvollziehbar, dass Sie diese Fragestellungen bewegen - uns nämlich auch. Wir möchten das WiSe 2021/22 mit möglichst hohem Präsenzanteil durchführen, natürlich unter Wahrung und Einhaltung aller Hygiene- und Pandemievorschriften. Das Land Thüringen ist gerade dabei, diesbezüglich eine neue Verordnung zu erlassen. Wir werden diese entsprechend auswerten und die notwendigen Maßnahmen für unsere Universität ableiten. Ich darf Sie daher noch um etwas Geduld bitten, ehe ich Ihnen konkret auf Ihre Fragen antworten kann.
Trotzdem wäre es natürlich für alle an der Uni Studierenden und Beschäftigten hilfreich, wenn möglichst viele Personen geimpft wären. Ich darf daher an Sie appellieren, falls Sie diesen Schritt noch nicht in Erwägung gezogen haben, darüber nachzudenken und sich gern auch bei uns nach möglichen Terminen in der Stadt Weimar zu erkundigen.
Für Rückfragen erreichen Sie mich gern.“

Ich laufe vor dem Vogtland-Museum auf und ab, am Handy:
Hallo, meine Frage wegen der Rückmeldung. Wir müssen die Gebühr jetzt bezahlen, sehr viel Geld fürs Zweitstudium. Aber die Uni weiß noch nicht, ob sie mir Zutritt zu den Veranstaltungen gewährt? Oder ob teure PCR-Tests. Notfalls müsste ich mich jetzt exmatrikulieren oder habe nachher die teure Studien-Gebühr zum Fenster raus geworfen? Wie soll ich das entscheiden, wenn die Uni noch nicht weiß...

„Nein, nein! Es tut uns wirklich sehr leid... Sie sind nicht die einzige... Die Telefone laufen uns heiß... Wir diskutieren intern mit unseren Rechtsanwälten... Verfassung... keiner weiß... die sch**, Verzeihung, Maßnahmen haben wir uns nicht ausgedacht... betrifft auch viele Lehrkräfte, organisatorisch garnicht möglich, jeden Morgen Tests, schon aus zeitlichen Gründen, und wer soll das kontrollieren? Und ja eben, mancher kann sich aus gesundheitlichen Gründen garnicht impfen.

Ja, man sollte noch irgendwie auf seinen ärztlichen Rat hören, nicht, wenn der gesagt hat,...?

„Wissen Sie, warten Sie doch einfach noch etwas ab und überweisen Sie das Geld dann, wenn alles klar ist.“

Aber Säumnisgebühr?

„Na dann mach ich Ihnen einen Vorschlag: Überweisen Sie den Betrag jetzt, und schreiben: Unter Vorbehalt, dass Sie Zugang zu den Veranstaltungen haben, beziehungsweise Verfügbarkeit kostenloser Tests. Ansonsten verlangen Sie das Geld zurück, ist das ok für Sie?“

Oh, vielen Dank! Ja wenn das so geht?

Ein Stein fällt mir von Herzen.

„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ www.msn.de, 13. Septempber
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ www.gesundheit.de
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ de.nachrichten.yahoo.com
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ umwelt-panorame.de
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ www.tah.de
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ www.spin.de
„Städte- und Gemeindebund fordert Einsatz von Promis als "Impfbotschafter"“ www.androidkosmos.de

„Ziel ist es, möglichst viele Menschen an vielen Orten anzusprechen und auf einfachem Wege Impfungen zu ermöglichen. Beispiele dafür sind Spiel- und Sportplätze, Fußgängerzonen, Geschäfte oder Vereine.“ (ebd.)

„Corona-Quarantäne -Lohnausfall für Ungeimpfte“ „für vollständig Geimpfte gelten Quarantäne-Vorgaben meist nicht.“ www.zdf.de, 21. September

„Spahn spricht sich für Lohnausfall aus, wenn Ungeimpfte in Quarantäne müssen“ web.de, 9. September

„Ab 1. November soll es für diese Arbeitnehmer keine Lohnfortzahlung mehr geben.“ www.zdf.de, 23. September

„Experte: Darum sind Strafen für Ungeimpfte denkbar“, „t-online hat mit dem Immunologen und Kinderarzt Dr. Stephan Borte vom Leipziger St. Georg Klinikum über die Gründe der Impfmuffel gesprochen und darüber, wie sie doch noch zum Anti-Corona-Piks motiviert werden könnten.“, „Also wie kann denn der Druck auf Ungeimpfte sinnvoll erhöht werden? Eine Impfpflicht wird es ja nicht geben. [Experte:] Man kann durchaus auch mal über Strafen für Ungeimpfte nachdenken.“ www.t-online.de, 6. September

18. September, „G = vaccinated, recovered, tested“

„Hello students
next semester there will be a 3G regulation for in-presence teaching at Universities in Thuringia (G = vaccinated, recovered, tested) The more students are vaccinated, the easier this will be to organize and the less effort for you all.
So it makes sense to advertise what I see in the newspaper: Saturday (today) until Monday (note: this Monday is a public holiday in Thuringia !!) there is another walk-in offer at the vaccination center in the MonAmi center (next to Kasseturm) from 7:30 to 6pm) with Biontech, Johnson&Johnson and Moderna.
Over these 3 days there is also a street art festival across plazas in Weimar (called Salve https://salve-festival.de/Programm/) with music and circus and other things, so another reason to go into town“

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