Corona
2022
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<<Teil 6
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Die wahren Impf- und Test-, Masken- und Abstands-Leugner

Vor einiger Zeit hat das Barberini im Instagram ein weißes Quadrat gepostet mit großer, dicker Aufschrift „2G ab Mittwoch, 17. November“. Und es gefällt! Schon über 400 Likes und 6 Kommentare: „Vernunft siegt (Herz)“, „Gute Entscheidung!!!“, „Gut so! (Drei Daumen hoch)“, „(Applaudierende Geste)“, und ein Enttäuschter: „Viel Spaß!“

Da sind die Leute also geimpft - haben Masken- und Abstandspflicht - und immernoch Angst vor einem Ungeimpften mit negativem Test? Haben sie Angst, ihre Impfung wirkt nicht? Zweifler? Geimpfte Leugner sozusagen?
Doch doch, gerade weil kein Zweifel an der Impfung ist, hat sich der andere auch zu impfen, ob er will oder nicht, wenn nicht: Raus aus unserem Museum!
Wer sind die Leute, die das Museum für sich beanspruchen und mich der Tür verweisen? Die den Renoir und Kandinsky für sich haben wollen, dass ich sie nicht betrachten darf? Man sollte sie zu den Impfskeptikern zählen. Sie sind größere Impfskeptiker als der Ungeimpfte, der meint: Was habt ihr Angst vor mir? Ihr seid doch durch eure Impfung geschützt! Und Test-Leugner sind sie obendrein: sollen negative Tests nicht gelten. Und Masken- und Abstands-Leugner, soll ja auch das offenbar nicht reichen. Sie sind die eigentlichen Impf- und Test-, Masken- und Abstands-Leugner, nicht der Ungeimpfte, der getestet ist und meint, er sei als Negativer nicht infektiös. Oder meint, er könne als Negativer mit FFP2-Maske auf Abstand keinen Geimpften gefährden.

Jetzt werden sie behaupten, nicht sie seien durch ihn gefährdet, sondern er durch sie, denn sie brauchten sich nicht negativ zu testen, sie können infektiös sein wie sie wollen. Nicht so, dass ungeimpfte Negative sich bei ungeimpften Negativen anstecken, sondern bei ungetesteten Geimpften. Es sei also zu seinem Schutz. Sie sind sowohl seine Gefährder wie auch seine Retter, er müsste ihnen dankbar sein, dass er nicht mehr in ihre Nähe und in kein Museum mehr darf. Sie entscheiden für ihn - zum Beispiel für mich, in meinem Sinne, weil ich - praktisch unmündig wie Kinder oder Demente - selbst nicht richtig denken und urteilen kann. Sie sind jetzt meine Vormünder. Demnach aber schützt die Impfung nicht mich und andere - wozu dann aber sich solidarisch für andere impfen?

Gerade wo ich den Kopf in den Sand stecken will, und halb blind vor Verzweiflung mit hochgezogener Zudecke aus den Augenwinkeln weiter scrolle, was entdecke ich da: Andere Sachen, die das Museum postet, haben eher zwischen 800 und 2000 Likes. Wenn das so ist, gibt es viele Leser, die zu 2G garnichts sagen. Gäbe es Daumen runter zu klicken - wer weiß … Youtube, wo man seinen Daumen runter machen konnte, hat diese Option seit Kurzem beseitigt, was wir schon lange ahnten. Jeder, der bis dahin lachend auf dem Sofa lag, weil am ein oder andern „beliebtesten“ Lauterbach doppelt so viele Daumen runter wie hoch waren, hat geahnt, dass das bald entfernt wird. Oder an ARD-Nachrichten: Die Mehrheit sei laut Umfragen für Impfpflicht, die Mehrheit der Daumen an dieser Meldung hat allerdings runter gezeigt. Aber Geahnt ist nicht Gewusst, - hätten wir’s gewusst, dass die Daumenrunter bereinigt werden, hätten wir noch Fotos davon gemacht, denn wer kann’s jetzt beweisen?

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5. Januar

„Macrons Kalkül, den Impfgegnern ‚auf die Eier zu gehen‘“
„Emmanuel Macron hat Impfgegner zu Bürgern zweiter Klasse degradiert und ihnen explizit die Bürgerrechte abgesprochen. Die Entrüstung war groß, doch den Präsidenten kann das kaltlassen. Für seinen Klartext hat er einen vielversprechenden Grund. War es ein Ausrutscher oder politisches Kalkül, als Emmanuel Macron davon sprach, die Ungeimpften in die ‚Scheiße reiten zu wollen‘?“
„Keine zwei Wochen später zündet Macron aber die nächste verbale Bombe, [...] Schon im Dezember hatte er Klartext geredet und von einer ‚Quasi-Impflich‘' gesprochen [...]“
„[...] erklärt den Impfgegnern den Krieg:“, er will sie „in die Scheiße reiten“, ihnen „auf die Eier gehen“.
„Nicht, indem man sie 'ins Gefängnis steckt' oder 'zwangsimpft', sondern indem man ihnen 'so gut es geht, den Zugang zum gesellschaftlichen Leben verbaut'. [...] 'Wir sagen ihnen, ab 15. Januar könnt ihr nicht mehr ins Restaurant gehen, ihr könnt kein Weinchen mehr im Bistro trinken, ihr könnt nicht mehr ins Café gehen, nicht mehr ins Theater, nicht mehr ins Kino'.“
„'Wenn meine Freiheit die anderer bedroht, dann bin ich unverantwortlich. Ein Unverantwortlicher ist kein Bürger mehr'. Es sei die 'immense Schuld' der Impfgegner, dass sie den Zusammenhalt der Nation untergraben hätten.“
„Vor allem weiß er um die Wut der Mutbürger, die sich nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch aus kollektivem Verantwortungsbewusstsein haben impfen lassen. Viele von ihnen sind dabei, die Geduld mit ihren widerständigen Mitbürgern zu verlieren.“

HKD
Er spricht nicht nur der großen Mehrheit der Franzosen aus der Seele.

Samantha
Diese angedrohten "auf die Eier gehenden"-Maßnahmen, die er androht, haben wir in Deutschland schon seit mindestens zwei Monaten. Seitdem gehen die Deutschen spazieren, Geimpfte und Ungeimpfte Hand in Hand. Soll er mal machen, die Franzosen sind schon zum Teil auf der Straße, kann ja nur besser werden.

Fritz C.
In D wird niemanden auf die Eier gegangen. Aber, es wird langsam Zeit, das die Impfunwilligen nun massiv eingeschränkt werden. Die Geduld des überwiegenden Teils der Bevölkerung mit den Impfunwilligen erschöpft sich zusehens. Marcon hat das richtig gemacht. Wenn Argumente versagen, muss der Staat zu anderen Mitteln greifen.

Martina B.
Das ist jetzt aber keine Macron- Erfindung. Wir haben 2G schon viel länger. Menschen die Grundrechte entziehen können die Deutschen viel besser.

Martina Meister, www.welt.de

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Wie planen?

In den Unis kurz mal wieder Lockdown. Ab zweiter Januarwoche „gehen wir davon aus“, dass wieder Präsenz ist.
Zweite Januarwoche: Die „davon ausgingen“, dass Präsenz sein wird, machen immernoch online, andere machen Präsenz, noch andere starten Umfragen, ob die Studenten lieber Präsenz oder online wünschen, und sie entscheiden sich für - Online.

Früher ging man an Gebäuden vorbei und kam die Aufregung hoch: Guck mal, hier hatte ich meine Prüfung, in zwei Wochen muss ich nochmal hin. Heute hat man Prüfung am Küchentisch oder im Bett. Früher hat man den Prüfungsraum verlassen, das Gebäude, das Stadtviertel, ist ins heimelige Zuhause gegangen, heute soll man im Prüfungsraum wohnen und schlafen, hat die öffentlichen Peinlichkeiten und Dramen, muss Leistungen vorweisen, genau da wo man Mittag isst, in die Badewanne oder schlafen geht. Und wenn es Sonntag abend um neun ist: Gruppenarbeit. Wenn einer für zwei Stunden nicht erreichbar ist, denkt er sich Entschuldigungen aus, warum er sein Whatsapp nicht laut stellt und Botschaften verpasst.

Die einen finden’s prima, die andern verschwinden allmählich, man hört und sieht sie nicht mehr.

7. Januar 2022, Impfen und Freiheit

„Wir impfen Deutschland zurück in die Freiheit“, www.welt.de, 24. August 2021.
„Ohne Impfen keine Freiheit“, Söder, www.br.de, 12. Juli 2021.
„Impfen gibt Sicherheit und Impfen schafft Freiheit.“, Söder, twitter.com.
„Nur die Impfung bringt die Freiheit zurück“, www.rnd.de, 26. November 2021.
„Impf Dich frei! “, www.regensburger-stadtzeitung.de, 2. August 2021.
„IMPF DICH FREI“, Shirt für 21,99 Euro, www.spreadshirt.de.
„Impfen macht frei“, Plakat auf der Demo.

Achtung! Alle Sprüche sollst du vertreten, das sind gute Sprüche, nur der letzte ist antisemitisch: „«Impfen macht frei» statt «Arbeit macht frei». Solche antisemitischen Äußerungen auf Corona-Demos in Bayern sind nach Angaben der Dokumentationsstelle längst kein Einzelfall mehr.“, www.zeit.de, 16. Dezember 2021.
„Ein Mann, der in Freiburg ein Schild mit der Aufschrift ‚Impfen macht frei‘ hochgehalten hatte, ist rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt. Seine Gegenanzeige dagegen wurde abgelehnt.“, www.badische-zeitung.de, 8. August 2021.

Keine Sprüche von Juden!
„Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“, Plakat auf einer Demo (Zitat von Henryk Broder). Der 17-jährige Fabian wird festgenommen und schreibt an Henryk Broder:
„Kurz vor dem Odeonsplatz kamen zwei Polizisten auf mich zu, hielten mich fest und fragten, was das Schild zu bedeuten hat. Ich sagte: ‚Sie wissen genau, was damit gemeint ist.‘ Darauf einer der beiden: ‚Du sagst uns jetzt sofort, was mit dem Schild gemeint ist.‘ Ich wiederholte, das sei doch vollkommen klar. Worauf der Polizist sagte: ,Du bist vorläufig festgenommen, wegen Beleidigung.‘ Ein Kollege habe sich beleidigt gefühlt. Das war alles.“
Fabian wird zu einem Polizeibus eskortiert, „Dort stellten die Polizisten seine Personalien fest, durchsuchten seine Taschen und konfiszierten das Beweisstück, den 80 auf 60 Zentimeter großen Pappdeckel mit dem Satz: ‘Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.‘ Dann fertigten sie von Hand eine Art Protokoll aus und legten es Fabian P. zur Unterschrift vor. Das Ganze zog sich über eine Stunde hin. Fabian P. durfte seinen Vater anrufen, der schon zu Hause auf ihn wartete, seine Bitte, ihn eine Toilette benutzen zu lassen, wurde abgeschlagen. ‘Das kannst du später zu Hause machen.'“, Broder in der Welt.
„Warum sich Henryk M. Broder jetzt selbst angezeigt hat“:
„Dass ein 17 Jahre junger Schüler aus einer – übrigens angemeldeten und genehmigten – Demonstration herausgeholt und gefilzt wird, dass ihm ein Pappdeckel mit einem harmlosen Satz darauf weggenommen wird, dass er sich für etwas verantworten soll, was ich gesagt oder geschrieben habe, das fand ich so absurd und so irre, dass ich mich gleich auf den Weg nach München machte, zu Fabian und Walter P.“, reitschuster.de.

Nasenmissbrauch, 13. Januar

R: So ein Rotblonder, er macht das Stäbchen ins Nasenloch und rammt das rein, ohne Vorwarnung! Ich zurück gezuckt, sind mir die Tränen aus den Augen geschossen, ganzes Gesicht nass, immerhin ohne Nasenbluten. Aber im andern Loch dann ganz normal, als wär's links nötig und rechts nicht. Aber es hat ja kein System. Tut immer noch weh, den ganzen Tag, und morgen wieder bohren?
S: Ach, nicht der Asiate? Bei mir war so ein Asiate.
R: Nee, so ein sächsischer Schlürfie. Geschultes Personal nennen die das, wenn der in Jogginghose das Basecap ablegt, sich ne Plastikschürze umbindet und Latexhandschuhe anzieht - Für meine Sélbsttests bin ich nicht geschult und zieh mich nicht so an, 80-Cent-Tests aus dem Rossmann. Die eine im Testzentrum hat gesagt, es sind genau dieselben Tests. Nur soll das so ein schlampiger Schlürfie machen, der nicht keine Feinmotorik hat, jeden Tag, und nicht wegen deiner Gesundheit, sondern damit du Bahn fahren darfst! Oder in die gottverlassene Uni, damit du alleine im Raum Online machst! Kann man das medizinisch irgendwie erklären?
S: Schikane, weiter nichts.
R: Ins Museum darfst du selbst dann nicht. Da bist du so ansteckend, dass du bei FFP2-Pflicht auf zwei Metern Abstand die Geimpften gefährdest, als Negativer! Manchmal frage ich mich, wenn das so extrem über die Luft ansteckend ist, bräuchten sie das Stäbchen doch nur so in den Raum zu halten - wenn ich wen anstecke, bohrt er mir doch nicht in der Nase! Und das mit PCR vierzigfach vermehrt, damit im Labor überhaupt auch nur ein Schnipselchen gefunden werden kann? Warum gilt PCR zwei Tage und Schnelltest einen? Steckst du dich früher mit dem Virus an, je nachdem, womit du vorher getestet bist? Der Test hat Einfluss darauf, wie lange du negativ sein wirst?
S: Überleg nicht immer, ob das Sinn macht. Außer Mobbing ist da keine Erklärung.
R: Die eine Frau hat so ganz vorsichtig das vorne rein gehalten, mir schien, sie versucht, dass sie die Nase überhaupt nicht mal berührt, so konzentriert, dass nichts aneckt, wie bei Mikado, also so geht’s auch …
S: Der schwarze Typ hat rumgeschabt.
R: Ich hatte mal eine, die hat zwar auch sachte gemacht, aber tiefer drin, ein Gefummel, und mit so nem Stäbchen drin kannst du nicht sprechen oder dich nicht bewegen, oder denkst, das Stäbchen kommt nicht mehr raus, und konzentrierst dich so auf das Gekitzel und dass es anfängt zu brennen, … So gesehen brauchen die Schürzen und Helme, weil …
S: Iiieh!
R: Und jetzt brennt mir die Nase schon, bevor ich das Testzentrum nur betrete. Die Augen tränen schon vorher. Hab das Gefühl, wenn ständig die Schleimhaut gereizt wird - die Nase kann sich ja nicht erholen - dass man gegen Staub oder Infekte erst richtig empfindlich wird - Am Ende, weil man das Hunderte Male macht, schmieren die einem die Infekte erst rein. Mein Infekt letztens war ausschließlich in der Nase, keine Mandeln, kein Husten, nur Nase, sowas im Leben nie gehabt. Drei heftige Infekte diesen Winter, noch nie gehabt. V hat auch gemeint, sie hat das Gefühl, ihr Infekt kam direkt vom Gebohre.
S: Klar ist das so! Man hat ja auch mehr Kontakte. Sonst wäre ich einfach in meinen Raum in der Uni und hätte keinen gesehen, aber so steh ich jeden Morgen im Wetter in der Schlange an so einem Kabuff oder Viehwaggon, um Nase bohren zu lassen … Oder wenn du im Regen warten musstest, sitzt du den ganzen Tag nass in der unbeheizten Uni, man kann froh sein, wenn man trotz der Maßnahmen noch keine Lungenentzündung hatte … Aber letztens der Typ hat mir wenigstens nur in einem Loch gebohrt!
R: Wie in nur einem?
S: Nur im rechten, meinte, das reicht schon. Ich war auch ganz irritiert.
R: Aber wenn das reicht, wozu bohren sie immer in beiden? Und wenn er Quatsch gemacht hat?
S: Na, der Test ist eh nur Klamauk.
R: Wenn’s ganz sachte in einem Loch reicht, aber dann machen die’s derb, machen die das aus Spaß? Oder wenn’s nur derb einen korrekten Test gibt, und bekommst es aber nett gemacht, hast du nur aus Jux die Nasenlöcher vorgezeigt? Und im Regen angestanden? Das ist alles Nasen-Missbrauch! Lieferst denen deine Nasenlöcher aus und weißt nie, was dir blüht!
S: Reine Unterwerfungsgeste eben. Damit du zur Arbeit darfst … damit du existieren kannst.
R: Gesslerhut.

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„Selbst die Impfpflicht führt ja dazu, dass man sich zum Schluss freiwillig impfen lässt.“

„Hier soll Zwang ausgeübt werden, und sei es nur der Zwang zur Beratung, und Menschen, die aufgrund von Zwang Praxen aufsuchen, das ist natürlich für das Arzt-Patienten-Verhältnis eine unmögliche Konstellation.“, Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, tagesschau 20:00 Uhr, 19. Januar 2022, youtube.com.

„Ich glaube, dass also Ärzte jeden impfen sollten, denjenigen, der geimpft werden will, weil er der Impfpflicht nachkommt, oder denjenigen, der sich impfen lässt ganz freiwillig. Es wird ja niemand gegen seinen Willen geimpft, selbst die Impfpflicht führt ja dazu, dass man sich zum Schluss freiw... freiwillig impfen lässt.“, Lauterbach, ebd..

25. Januar

R: „Impf Dich, teste Dich, App Dich!“
S: Haha, siehst, manche Rapper haben doch ganz lustige Sprüche als Kritik!
R: Nee, keine Kritik! Das ist die Stadt Coburg! www.mein-coburg.de.
S: Was?
R: Ach, und es gibt eine Seite mit Impf-Plakaten für den Einzelhandel, daher haben die alle diese Plakate. Das hier hängt doch bei uns im Center und im Bahnhof.
„#LEBEN STATT LOCKDOWN. Lass dich impfen. Get vaccinated.“ und noch drei Sprachen. „Mit einem kleinen Stich mögen wir Sie am liebsten.“, einzelhandel.de. Ob sie verpflichtet sind, sich diese Plakate überall aufzuhängen?
S: Ach wo, die sind doch ganz begeistert, können garnicht genug haben.
R: Aber sie brauchen doch Kunden! Ob heute wieder alles so leer ist?
S: … es ist immer leer.
R: Müssen die nichts verdienen? Na, wenn die Eingänge alle so abgesperrt sind mit Türstehern, hätt ich als Geimpfter auch keine Lust.
S: Ja oder ob wegen 2G Plus? Ich weiß nicht die Zahlen, aber wenn nur 40 Prozent „geboostert“…
R: Also vor Weihnachten war noch richtig viel los.
S: Da war noch ohne Plus!
R: Haben wir denn schon 2G Plus?
S: Frag mich was leichteres, Ungeimpfte bekommen’s eh nicht mehr so mit.
R: Ist das eigentlich begrenzt oder wie lange? Seit Monaten 2G, alles bestellen wir online und bekommen komische Farben geliefert.
S: Komische Farben?
R: Na deine letzte Bestellung, die Hälfte deiner T-shirts sieht ganz anders aus als am Bildschirm. Man rennt auf einmal in ganz anderm Stil herum.
S: Ach, die drei T-shirts.
R: Kostet alles!
S: Das bisschen Geld.
R: Und wenn das jetzt Jahre so bleibt?
S: Darauf kannst du Gift nehmen, als nächstes wird 1G eingeführt!
R: Nee, das können die nicht, da ist Widerstand.
S: Widerstand? Was denn für Widerstand?
R: Also, es gehen immer mehr auf die Straße, sogar Geimpfte. Vs Bekannte, und N, und H, und … Es sind viele dabei, die vorher vollkommen brav waren, gegen die Demos, auf einmal gehen sie selber auf die Straße! H ist vorher noch nie im Leben …
S: Dann kommt die Polizei-Miliz mit den Hunden, und räumt alle mit ihren Panzern weg, da ist schnell Schluss mit diesen Spaziergängen.
R: Ja, hier in Leizpig! Aber in den kleinen Orten überall noch - Tausende!
S: Ach, damit ist auch ganz schnell Schluss.
R: Und was nun?
S: Auswandern!
R: Aber wenn‘s doch global ist!

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„There is freedom of speech, but I cannot guarantee freedom after speech.“, Idi Amin.

„Sie können in Deutschland eigentlich alles sagen, man muss dann manchmal halt mit Konsequenzen rechnen, das ist das einzige, was äh der ein oder andere manchmal nicht ganz versteht.“, Dunja Hayali, 30. Januar 2021.

„wenn wir später sehr vielen Menschen ein Angebot gemacht haben zum Impfen. Dann sagen manche Menschen, wir haben ja keine Impfpflicht, dann sagen manche Menschen, möchte ich nicht geimpft werden. Dann muss man vielleicht schon solche Unterschiede machen und sagen, wer das nicht möchte, kann auch bestimmte Dinge nicht machen.“, www.rtl.de, 3. 2. 2021.

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„Mit wem geht man da eigentlich ...“

„Pläne für Impfpflicht werden konkreter. Im März soll der Bundestag über eine Impfpflicht entscheiden.“ tagesschau.de, 5.2.

„Man sollte nochmal apellieren an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Demonstration, dass man sich auch fragt, mit wem geht man da eigentlich auf die Straße.“, Nancy Faeser, SPD, zu den „Spaziergängen“.

R: H hat erzählt, wie diesmal wieder alles ganz friedlich war, leise, keiner, der irgendwas rumruft, keine Plakate. Nur manche kämen bisschen ins Gespräch, aber nicht schlimm, sei man lieber abgesondert gelaufen. Ich hab gesagt, was ist denn an Plakaten und Demos unanständig? - Nee, das sind keine Demos! Sonst würde sie gar nicht mitmachen - Aber wir in Leipzig haben auch nie Radikale gesehen.
S: Doch im Fernsehen, und wenn Frau Faeser es sagt …
R: Ja hinterher im Fernsehen, aber in echt hast du keine Brüller und Blödis gesehen, oder die schlecht sprechen oder lispeln …
S: Und in Kontrast vernünftige Bevölkerung!
R: Genau, die normal sprechen kann und immer ganz fassungslos ist, dass du vernünftig wirst und denkst: Gott, mit wem bin ich da mitgelaufen? Hätt ich das gewusst! Wann ist man denn im Leben nicht schnell abgehauen, wenn da Radikale Randal machen? Da wär ich doch weg!
S: Da sieht man, wie schwer Journalismus ist, immer am richtigen Ort einfangen, was sonst kein Mensch gesehen hat. Gelingt ja auch nicht immer so: „Als es dann zu Bildern der Demo ging (die Sprecherin spricht von etwa 3000 Teilnehmern: es waren mindestens dreimal so viele), stellte sich heraus, dass das Fernsehteam beim besten Willen nichts finden konnte, was auf irgendwelche rechtsradikale Gesinnung oder gar Nazitum hindeutete.“, norberthaering.de. Aber es reicht ja völlig, nur immer von solchen zu sprechen: „Mutmaßlich sollen auch wieder einige aus der rechten Szene dabei sein, aber die gehen in der Menge unter.“, www.hessenschau.de, 5.2.22, dass du denkst, die Menge deckt die in ihrer Mitte.
R: Wenn einer Sachen verkündet, wie: Im Inneren zeichnet sich das Verlangen nach Führung bereits ab., Die Opposition steht hinter der Regierung., Auch in der Bevölkerung schließen sich die Reihen., Konietzny zum ersten Lockdown, www.n-tv.de, 28. 3. 2020.
S: Ja, aber so sollst du doch denken, das ist garnicht rechts.
R: Es braucht mal „Klartext“ und „Ruhe im Karton“.
S: Genau, „klare Kante zeigen“ und „keine Alternative“, das sei Demokratie.
R: „Moral“!
S: Ja, „Verantwortung“, „gemeinsam“, „kein Verständnis“…
R: Gegen die „Tyrannei der Minderheit“, Mark Schieritz, www.zeit.de, 21.7.21
S: „Es ist Zeit für eine Politik der Mehrheiten.“ Yasmine M'Barek, www.zeit.de, 1.12.21
R: „Durchimpfen“ „entschieden“ „solidarisch“ für die „Volksgesundheit“. Sieh mal: Geplagte Anwohner, und sollen Kinder Schilder hochhalten: „Impfen statt schimpfen.“, das ist wiederum eine gute Demo.
S: Ach, so wie „Klappe halten, impfen lassen“, Johannes Pennekamp, www.faz.net, 29. 7. 2021. Naja, das ist auch Meinungsfreiheit, wenn du gegen freie Meinungsäußerung bist … Aber man braucht doch nicht für etwas wie Impfen demonstrieren, was ohnehin herrschende Meinung oder Gesetz ist.
R: Na, noch ist’s ja nicht Gesetz, dass du nicht demonstrieren darfst, so macht’s ja Sinn, wenn du gegen „Schimpfen“ und Demonstrieren demonstrierst, gegen sogenannte „Minderheiten“ und „Leugner“, fürs Impfen gegen ihren Willen, das ist dann eine gute Demo. Die schlechten Demos sind zwar leider noch erlaubt, aber sollst eben gucken, mit wem.
S: Man kann auch einfach einen da hin stellen, agent provocateur …
R: Und dann soll ich mich mit einem Gewalttäter anlegen?
S: Du musst dir die Demo und deine Meinungsäußerung erst verdienen. Aber was heißt hier eigentlich immer Meinung? Als gesunder Mensch in Quarantäne, Angst vor körperlichen Eingriffen, ich wehre mich ja, elementar! Und wenn’s nur Meinung wäre …

Maske als Mittel gegen Demonstrationen
Es „fragen sich viele grade, wieso wird da nicht härter durchgegriffen auf diesen Demonstrationen? Ihr Parteifreund, Niedersachsens Innenminister Pistoris, der hat den Kommunen vorgeschlagen, die sollten doch eine Maskenpflicht bei Demonstrationen einführen, das hätte den Effekt, dass die grenzwertigen Teilnehmer, sag ich mal, dann automatisch eine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn sie keine Maske tragen, was halten Sie von der Idee?“, Reporter an Faeser, S. o..

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„Impfen statt Schimpfen“

„Entgegen Verunglimpfungen in den Medien und manchen naiven Funktionärs-Petitionen gegen Corona-Spaziergänge, habe ich noch kein einziges Mal Nazi-Parolen gehört oder gesehen. Es gibt auch keine für Laien wie mich erkennbare Kontingente von Rechtsradikalen. Wenn diese integriert würden, würde ich nicht mitgehen. Es ergeht aber jedes Mal vor Beginn von der Versammlungsleitung die Aufforderung an die Demonstranten, Provokateure und Extremisten der Polizei zu melden. Regelmäßig gibt es am Straßenrand eine kleine bürgerliche Gegendemo mit Bannern wie ‚Impfen statt schimpfen‘ von vielleicht 25 Leuten und eine wandernde Mikro-Gegendemo von etwa 10 Antifas hinter einem großen Banner, das uns unnötiger Weise auffordert, nicht mit Nazis zu marschieren. Wie diese Leute sich jede Woche den Aufzug zur Gänze anschauen, und sich trotzdem weiter hinter so einem dummdreisten Plakat versammeln können, ohne sich zu schämen, ist mir schleierhaft. […]
Es herrscht eine freundliche Atmosphäre untereinander und gegenüber der Polizei, die nur sehr gelegentlich jemand wegen Maskenvergehen oder Ähnlichem herauszieht oder deswegen den ganzen Zug kurzzeitig aufhält. […]
Es gibt Trommler und manchmal einen Techno-Wagen. Gerufen werden Parolen wie ‚Für die Freiheit … auf die Straße, Für die Kinder … auf die Straße‘, oder ‚Freiheit, Frieden, Demokratie, Selbstbestimmung‘. Letztes Mal hatte ein Kind in meiner Nähe ein Megafon bekommen und forderte, recht souverän, Sportunterricht ohne Masken.“

norberthaering.de

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„Ulm droht unmaskierten Spaziergängern mit Waffengewalt.
Die Stadt Ulm hat per Allgemeinverfügung für die Abende, an denen üblicherweise Protest-Spaziergänge stattfinden, eine FFP2-Maskentragepflicht in der Innenstadt eingeführt. Im Fall der Zuwiderhandlung droht sie ‚unmittelbaren Zwang‘ bis hin zum Waffengebrauch an, der verhältnismäßig sei. Viel deutlicher kann man nicht machen, dass die Maskenpflicht eine Schikane zum Aushebeln des grundgesetzlich garantierten Demonstrationsrechts ist.“, „Die schikanöse Verpflichtung zum Tragen einer besonders dichten, und damit das Atmen stärker behindernden FFP2-Maske im Freien, bzw. im Auto, wird kaum verhohlen damit begründet, dass Kritiker der Corona-Maßnahmen mit ihrem oft starken Unwillen gegen Masken, diese nicht aufsetzen würden und dadurch für die Polizei leicht als Störer erkennbar seien.“, norberthaering.de, 31. Januar.

„Polizeipräsidium Reutlingen stellt klar: Spaziergänger werden auch in Ostfildern nicht erschossen“, ebd..

„Ulms OB Czisch nennt die Unterstellung, seine Gewaltdrohung könnte ernst gemeint sein, ‚blanker Unsinn, Hass und Hetze‘“, „Eine Leserin hat Ulms OB Gunter Czisch um Stellungnahme zu meiner Aussage gebeten, die Stadt Ulm drohe Menschen ohne FFP2-Maske in der Innenstadt unmittelbaren Zwang bis hin zum Waffengebrauch an. Czisch bezeichnete das als blanken Unsinn. Aber es steht genau so in einer von ihm unterzeichneten Allgemeinverfügung.“, „Der OB antwortete: ‚Dass die Maskenpflicht >>bis hin zum Waffengebrauch<< durchgesetzt wird, ist blanker Unsinn.‘
Er empfahl der Leserin:
‚Ich weiß nicht, wer das in die Welt setzt. Jedenfalls würde ich diese Informationskanäle nicht mehr nutzen. Sie schüren Hass und Hetze.‘“, ebd., 1. Februar.

„Ulm streicht Gewaltandrohung aus Allgemeinverfügung zur FFP2-Maskenpflicht“, ebd. 10. Februar.

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„Entimpfung“

17.1.22
„Corona-Regime-Behörden verkürzen handstreichartig Genesenenstatus auf zwei Monate und machen Janssen-Geimpfte zu Ungeimpften“, „Janssen-Geimpfte sind plötzlich wieder auszugrenzende Impfverweigerer“, norberthaering.de.

13.1.22
„Lauterbachs Trickserbehörde RKI nimmt die Verkürzung des Genesenenstatus unauffällig wieder zurück“, ebd..

14.2.22
„Weil das Paul-Ehrlich-Institut am 15. Januar auf seiner Netzseite fristlos die Liste der ausreichenden Impfkombinationen geändert hat, gelte ich seither nicht mehr als geimpft, mit allen Nachteilen, die das hat.“, ebd..

18.2.22
„Nachdem verschiedene Verwaltungsgerichte bereits die Nacht- und Nebelaktion der Verkürzung des Genesenenstatus im Eilverfahren als verfassungswidrig eingestuft haben, hat nun das Verwaltungsgericht Berlin auch die auf gleiche Weise verfügte 'Entimpfung' von mit einer Dosis des Impfstoffs von Johnson & Johnson Geimpften für ungültig erklärt.“, ebd..

„Laut RKI hat die Sieben-Tage-Inzidenz mit 1426 einen neuen Höchststand erreicht.“
„Unter den Bundesländern hat Bayern mit 1786 den höchsten und Thüringen mit knapp 767 den niedrigsten Wert.“ tagesschau.de, 7.2.

8.2., Wir können nicht genug haben
„Bayern schiebt Teil-Impfpflicht auf
Ein Armutszeugnis auf allen Ebenen“

„Dieses Hin und Her sendet ein verheerendes Signal an die Menschen, die nun glauben müssen, die Impfpflicht für Kliniken, Praxen und Heime gebe es nur auf dem Papier. Welche zweifelnde Pflegekraft sollte sich da für eine Impfung entscheiden?“
tagesschau.de

„Wann kommt der Impfstoff für Kleinkinder?“ tageschau.de

10.2., Impfpflicht und Protest-Verbot
„Seit Tagen protestieren an der Grenze zwischen Kanada und den USA Trucker-Fahrer gegen die geltenden Corona-Auflagen und greifen dabei auf Straßenblockaden zurück. Nun wollen auch Gegner von Corona-Maßnahmen in anderen Ländern in der Form protestieren.“, „Paris und Brüssel haben die Aktionen bereits verboten.“ tagesschau.de, 10.2.

„Die Trucker ignorierten eine Gerichtsanordnung und blockieren weiterhin einen wichtigen Grenzübergang.“
Das Foto zeigt Plakate: „Freedom“, „Pour nos enfants“, „Victory over fear“, …
„Der sogenannte Freiheitskonvoi der Lkw-Fahrer hatte aus Protest gegen die Impfpflicht bei Grenzübertritten begonnen, […] US-Fahrer ohne Impfung dürfen gar nicht ins Land.“

12.2., Gefängnis und Geldstrafen
„Der örtliche Ministerpräsident Doug Ford kündigte Maßnahmen gegen die Protestler an, darunter Geldstrafen von umgerechnet bis zu 70.000 Euro und maximal ein Jahr Gefängnis. Außerdem könnten den Lastwagenfahrern die Lizenzen entzogen werden.“ tagesschau.de, 12.2.

15.2., Konten einfrieren
„Heftig: Kanadas Regierung lässt Bankkonten von Corona-Demonstranten einfrieren. Der kanadische Premierminister dreht den Truckern den Geldhahn zu“, exxpress.at, 15.2.

„Bankensturm in Kanada: Bürger holen ihr Geld von den Konten. Nachdem Justin Trudeau Gelder für die Corona-Demonstranten und Freiheits-Trucker einfrieren ließ, heben nun immer mehr Bürger ihr Geld von ihrem Konto ab. Der totalitäre Staat soll keinen Zugriff darauf haben.“, freiewelt.net, 18.2.

Bald ist Schluss mit Bargeld
Seit Jahren arbeiten „Finanz-Elite“ und Politik weltweit an der Abschaffung des Bargeldes und digitalen Zentralbank-Konten. Ihren Fortschritt in jedem Land publizieren die Vertreter hier: cbdctracker.org.

3G und kein Testzentrum, Februar

R: Ich kann ja von dem Dorf nicht mehr Bus fahren. 3G und kein Testzentrum dort. Praktisch 2G, weil testen ist ja nicht möglich. Aber weißt du was? Es kommt noch dazu: Die alten Frauen im Dorf haben erzählt, wie sie verzweifelt sind, weil sind zwar geimpft und könnten Bus fahren, aber es gibt keine Fahrscheine mehr beim Fahrer! Wohl aus Infektionsschutz, 3G nützt offenbar nichts, beziehungsweise sind Gesunde so ansteckend. Fahrscheine gibt’s irgendwo in Lehnin! Weiß nicht, ob’s dort weniger ansteckend ist, jedenfalls müssten die alten Leute erst ne Stunde nach Lehnin laufen!
S: Und was willst du jetzt machen?
R: Na, ich nehme mein Fahrrad, mit Fahrrad die fünfzehn Kilometer in die Stadt , also dreißig hin und zurück, ist doch kein Ding, hab ich sonst auch oft gemacht.
S: Quatsch, es soll regnen mit Sturm!
R: Na und, was soll ich denn machen? Für die Bahn jetzt habe ich ja einen Test, gehen wir nachher ins Testzentrum. Nehme das Fahrrad in die Bahn, und dann für den Bus gilt der Test ja noch, keine Ahnung, woher Fahrscheine … Aber wahrscheinlich darf das Fahrrad nicht in den Bus, also fahre ich gleich mit dem Fahrrad aufs Dorf. Von mir aus können sie die Busse abschaffen, da wird eh schon immer drauf hin gearbeitet, dass jeder nur noch Auto fahren soll.
S: Abwarten, wie der Sturm wird.

R: Huhu, gut angekommen!
S: Bei dem Wetter!
R: Ja, Gegenwind, ach was, Sturm! Bin garnicht mehr trainiert, monatelang Lockdown und Home-Office, dass man keine Wege mehr irgendwohin hat, nur Sofa unnd Schokolade und Whisky …
S: Und Pfeiferauchen …
R: Na, hab schon Muskelschwund gemerkt, und die kalte Luft in die Lunge und so dick angezogen, weil hätt ich auf dem Bahnhof festgehangen, weil Züge ausfallen, brauchte ich natürlich dicke Sachen, aber jetzt damit auf dem Fahrrad, und der Rucksack, das ganze Arbeitsgepäck, mir richtig schlecht geworden! Aber tat mal Not, endlich Bewegung, man muss sich abhärten!
S: Ich sag doch immer, sollst Taxi nehmen, sch** doch aufs Geld!
R: Ja, und übermorgen? Hier auf Dorf ist kein Testzentrum! Aber was ich sagen wollte: Da hat mich auf der Strecke der Bus überholt und vollkommen leer wie immer! Der ist nur voll, wenn Schulschluss ist, aber hat man schon immer gemieden mit Haufen Kindern. Wenn ich gefahren wäre, wäre der Bus, wie immer schon, vollkommen leer! Und dafür Tests aus dem Testzentrum! Beziehungsweise kann ich jetzt gar nicht fahren! Als gesunder Mensch, weil ich ständig ansteckend sein soll! In den Jahren noch nie positiv gewesen! Alles, weil wir’s irgendwann eventuell theoretisch mal werden könnten, behandelt man uns permanent wie Kranke!
S: Klar, kannst auch jeden wie einen Verbrecher behandeln, weil er irgendwann mal was verbrechen könnte! Vorher schonmal einsperren.
R: Das hab ich P schon ganz zu Anfang beim ersten Lockdown erklärt, hat sie drauf bestanden, dass das demokratisch und solidarisch wäre - alle unter Generalverdacht zu stellen und Maßnahmen zu unterziehen - demokratisch! Und erst nach ständigem Beweis, dass du ok bist, hast du Rechte. Die meisten finden’s gut, also ist’s vielleicht wirklich demokratisch. Und jetzt: N ist positiv, Ns Mama, geimpft, muss sich nicht testen, ist von der Beweispflicht befreit, darf frei rum und alle anstecken, als Pflegerin! Aber Ns Papa, ungeimpft, Testpflicht, negativ, hat Quarantäne, als Lieferant, der eh nicht weiter Kontakte hätte! Und wir als Gesunde und Negative - überall Kontaktverbot …
S: Gesund ist ja noch gut, aber was ist eigentlich, wenn du wirklich krank wärst? Wenn du nicht Fahrrad fahren könntest und musst zum Arzt, frag ich mich selbst in der Großstadt! Kannst dich nicht zum Arzt schleppen und nimmt dich auch kein Taxi und kein Bus, weil du erst ins Testzentrum müsstest! Aber krank darfst du dort ja auch nicht hin. Und wärst du positiv, dürftest schon garnicht wo mit fahren und musst dich, krank wie du bist, zu Fuß rumschleppen! Mit welchem Recht werden Kranke so behandelt?
R: Na, damit sie Geimpfte unter FFP2-Maske auf Abstand nicht gefährden!
S: Oder lass auf der Strecke was sein, hast einen Unfall und kommst nicht mehr weg! Überleg dir das!
R: Vielleicht holt man dann immer gleich einen Notarzt, der einen mitnehmen muss, weil Bus oder Taxi geht ja nicht?
S: Bald nimmt dich auch kein Notarzt mehr, wenn du nicht geimpft bist.
R: Ja da kommen wir auch noch hin.

14.2.

„Ukraine fordert Waffen von Berlin“
„Ein Krieg sei ‚immer unausweichlicher‘.“ tagesschau.de, 14.2.

Wer gegen Corona ist …
„Bürgermeister sehen sich durch radikale Corona-Kritiker bedroht“, tagesschau.de, 19.2.

„Corona-Gegner sind in Deutschland verschwindend kleine Gruppe“,
Diese „Anti-Corona-Demonstranten“ finden Zuspruch bei der AfD.
„Polizei beendet Anti-Corona-Aufmarsch in Berlin“, web.de, 8.8.2020.

„Dutzende Corona-Gegner stürmen auf Gelände der Leipziger Uniklinik“, welt.de, 29.1.2022.

„Corona-Gegner: Was wollen die?“, „Wir haben versucht, mit ihnen zu reden“, zeit.de, 27.2.2022.

„Das Gute an Corona“, „ Das Gute an Corona könnte sein, […] dass wir ‚draußen sein‘, die Natur, Sonne und frische Luft nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen“, Katie, befreitsein.wordpress, 21.3.2020.

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„Wo sind wa denn“, 16. Februar

Der Lieferant steht vor seinem Lastwagen und schimpft zum Kollegen, was ihm widerfahren ist:
„Ick stell dem dit vor die Tür, kickt der doof so mit Maske und sacht zu mir, ick soll die Maske uffziehn! Sach ick: Ick gloob ick spinne! Fünf Meter um mich rum, vielleicht kieken se mal, anne frische Luft hier im Rejen zieh ick etwa wegen dem die Maske uff? Will der mich verarschen, oder wat? Sach ick, wolln se nischt verdienen? Nö so nich, sacht der, na denn nich, wa, sach ick. Hab ick dit wieder mitjenommen. Ick lass mir doch nich blöd kommen, wo sind wa denn? Ick als Lieferant - Maske - Bin ick denn bekloppt?“

16. Februar

Wir schnappen manchmal Nachrichten auf - wenn ich noch mal reflektiere, weiß ich garnicht woher - dass Maßnahmen aufgehoben werden sollen, oder wird diskutiert, oder wann, oder ob nur 2G, und wir hören garnicht genau hin oder glauben's nicht ... Da gehe ich heute durch die Stadt, und sehen mir die Eingänge irgendwie anders aus, kahl, was fehlt da? - Brandenburg, bin zu selten hier - ja die Glastüren stehen weit offen, das ist es! Ach so, und die Absperrbänder fehlen! Und die Türsteher! Aber trotzdem, so durchsichtige Scheiben? Wie früher? Ach ja, die Schilder, in Leipzig sind die Glasfassaden in Augenhöhe mit Warn- und Verbotsschildern tapeziert, 2G und Masken in zwanzigfacher Verfielfältigung zu lesen, damit du nur beim Reinschauen, in welche Scheibe auch immer, von allen Seiten gewarnt bist. Manchmal wolltest du nicht mal durch schauen, sondern dich nur spiegeln, wie du nach zwei Jahren Home-Office und Küchenstuhl aussiehst, aber alles Glas voller weißer Zettel. Nein, hier in Brandenburg nichts davon? Auch hier war bis eben 2G? Und jetzt - darf ich wieder Kunde sein? Eben noch auf der Hut, dass dir der Kopf abgerissen wird, wenn du’s als Ungeimpfter gewagt hast, auch nur davon zu träumen - jetzt sollst du da, wo man dich eben noch zerfleischt hätte, einfach reingehen? Unter dieselben Leute? Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich die Eingänge nur heimlich aus den Augenwinkeln sehe, und flüchtig vorbei laufe.

17. Februar in Brandenburg
R: Du, hier in Brandenburg kannst du offenbar wieder in alle Geschäfte? Überhaupt in ganz Deutschland, in Nachrichten kam so eine Karte: Nur Sachsen und noch wo bleibt 3G. Ausgerechnet bei uns!
S in Leipzig: Ist doch Quatsch, hier ist immernoch alles 2G. Musst du falsch gehört haben.
R: Doch! Am strengsten ist Sachsen, aber jetzt nicht mehr 2G, sondern 3!
S: Ich war doch vorhin in der Stadt, natürlich ist 2G!

18. Februar in Leipzig
R: Tatsächlich, immer noch 2G … nagut, Gastronomie, aber guck hier, Schuhe... und siehst du ein Schild? FFP2, Abstand, Hände waschen, „Ihre Hygiene liegt uns am Herzen“, siehst du irgendwo …?
S: Hier steht’s doch! 3G, ach so drei G?
R: Wer sagt’s denn, und war nicht eben noch 2G Plus?
S: Ich mach doch nicht einen Test, um in den Laden zu kommen! Ich geh doch nicht vorher in so einen Pferdewaggon und lass mir von einem gescheiterten Studenten in der Nase bohren, damit ich ein Shirt kaufen darf!
R: Aber du hast doch immer einen negativen Test wegen der Uni.
S: Ach stimmt, ich hab ja … trotzdem, aus Prinzip, und am Wochenende habe ich auch keinen Test für die Uni. Komm, wir fahren einfach nach Thüringen und kaufen da!
R: Brauchst du aber auch einen Test für die Bahn, sonst kommst ja nicht nach Thüringen.
S: Ach so, ja.
R: Alle mit Auto fahren jetzt natülich einfach rüber. Viele Geimpfte sind mittlerweile wieder Ungeimpfte, oder ich weiß nicht, wieviele geboostert. Da kommen Massen zusammen, die statt Test eben in Nachbarländern einkaufen.
S: Da haben Sachsen und Leipzig aber viel gewonnen. Das werden sie wirtschaftlich nicht lange durchhalten. Wie bis eben noch alle nach Tschechien und Polen rüber sind, jetzt alle von Sachsen nach Thüringen.
R: Ja, gleich noch für den Klimawandel. Selbst die Grünen vertreten das so.
S: Klar, die gerade.

19. Februar

R: Ich kann so nicht arbeiten, brauch mehr Linol-Platten.
S: Dann hol dir doch welche im Bösner. Müsste doch wieder gehn?
R: Ach ja, wieder 3G? Vergess ich immer.
S: Dein Test von gestern gilt doch noch?
R: Vierzehn Uhr nochwas, gilt grad noch.
S: Wenn du dich beeilst und sofort los fährst, mit der Straßenbahn.
R: Aber während ich im Bösner drin bin, läuft der Test dann ab …
S: Quatsch, es interessiert ja keinen, ob der Test währenddessen abläuft, Hauptsache du kommst rein.
R: Nagut, aber für Straßenbahn zurück reicht’s auf keinen Fall. Siehst du, man bräuchte ein Auto, ok ich fahre also Fahrrad.
S: Na dann aber schnell - aber bei dem Sturm?

R: Alles geklappt, drei Platten bekommen! Bin völlig gegen den Sturm, hab rasen müssen, weil der Test abläuft, und die ganze Zeit die Eisluft in die Lunge, völlig außer Atem angekommen, ohne Luft FFP2 drauf, gleich wieder Herzprobleme, dacht, ich kipp um! Und menschenleere Halle.
S: Aber hast deine Platten bekommen, dann ist doch gut.
R: War gar nicht einfach! Ich kam an die Rezeption, sagt sie, Impfausweis bitte, wusst ich nichts zu antworten, weil vorne steht 3G! Krame ich den Zettel aus dem Rucksack, guckt sie gequält, weil ist wohl von Handys und Apps ausgegangen, jetzt so ein Papier, und fängt sie mühsam an, zu lesen, und dann meint sie: Äh, das ist jetzt aber kein Impfausweis! Sag ich, Negativ-Test - ihr Blick! als hätt ich Falschgeld hingelegt, als ist sie kurz davor, Security zu holen, macht sich Gesten mit der Kollegin, was das für ein Wisch wäre, guckt wieder gequält auf den Zettel - aber steht 3G draußen an der Tür!
S: Na die müssen die Maßnahmen umsetzen.
R: Aber laut Maßnahmen darf ich doch mit negativem Test!
S: Ach, das reicht denen nicht. Da siehst du, dass immer nur Geimpfte kommen, die rechnen garnicht mit was anderm.
R: Und jetzt pass auf, jetzt merkt sie also, dass es kein Impfausweis ist, sagt sie: Das ist aber kein PCR-Test, ich sprachlos - von solchen Maßnahmen war noch nie die Rede, dass PCR sein muss! Ich warte, was sie jetzt vorhat, sagt sie: PCR gilt aber nur 48 Stunden - Ja und? Wenn sie noch lang herum mährt, sind vorher die 24 Stunden um, die mein Schnelltest gültig ist. Was kümmert sie’s denn, ob PCR morgen ablaufen würde, wenn ich heute mit meinem Schnelltest einkaufen möchte, der jedenfalls noch eine halbe Stunde gilt. Ich sage gar nichts. Irgendwie kommt sie dann doch noch drauf, dass sie es durchgehen lassen muss, aber mit einer Miene, als wär ich ein Verbrecher, dem man’s nicht beweisen kann. Und sie ist so ein netter Mensch, der es mit gekräuselten Lippen hilflos mit ansehn muss. Aber glauben sie ernsthaft daran, dass ein Negativer in einer menschenleeren Halle unter FFP2-Maske Geimpfte gefährden könnte oder Krankenhäuser überlastet? Glauben sie wirklich an das, was sie da umsetzen, dass ihnen die geltenden Maßnahmen noch nicht genug sind? Und dann will sie den Personalausweis, damit der Test wirklich von mir ist, ich wieder Rucksack, Portemonnaie, und finde den Ausweis nicht!
S: Jetzt mach keinen Quatsch! Ist doch klar, dass du den Ausweis brauchst.
R: Zuletzt hatte ich den im Pferdewaggon, also im Testzentrum. Wo die den immer einbehalten, bis das Testergebnis fest steht, und musst du draußen ohne Ausweis auf der Straße warten - wirst getestet und wird dir so lange der Ausweis entzogen, wie du unter Verdacht stehst, bis du bewiesenermaßen negativ bist und den Ausweis samt Attest wieder zurück bekommst. Der Typ reicht den Zettel in den Regen raus, ich mit nassen Händen den schnell zusammengefaltet, nicht lang gekramt, bevor der aufweicht, in die Jacke - und das nass-zerklitschte Ding jetzt überall vorlegen. Hab mich da um den Ausweis nicht so gekümmert, der war auch dabei, aber wo jetzt …
S: Ja, aber den Ausweis brauchst du doch überall!
R: Ja, überall zwischen Tür und Angel und Hektik, der muss ja irgendwann verloren gehn … oder beim Bahn fahrn war auch wieder dreifach, nach jedem Streckenabschnitt, Kontrolle ... Hab ich im Bösner jetzt die Krankenkarte hingelegt, …
S: Bist du verrückt.
R: Aber da kann man doch genauso sehn, dass ich das bin, sagt sie: Nee, ohne Ausweis können wir Sie nicht „verifizieren“. Stell dir vor: Wenn sie mein Foto mit meinem Namen auf der Krankenkarte sieht, kann sie mich nicht „verifizieren“, aber wenn sie es auf einem Ausweis sieht, dann schon? Auf welche magische Weise … ?
S: Ja, aber hast ihn wenigstens noch gefunden?
R: Ja, ich krame also nochmal und finde den endlich doch noch. Vom Fahrrad und Sturm abgehetzt, FFP2 drauf - die Frau hinter einer Scheibe abgeschirmt und tut so, als trage ich mit negativem Test die Seuche hier in ihre menschenleere Halle!
S: Ich sag doch, die Leute können nicht genug haben.
R: Und wie ich als einzige durch die menschenleere Halle geh und bloß nicht die FFP2 herunter nehmen darf, hatte ich’s arg mit dem Kreislauf, an der Kasse dacht ich nichts als, wie halt ich mich auf den Beinen, nicht umfallen, nicht umfallen, hab nur das Nötigste geholt und mich da schnell wieder raus geschleppt. Und schon war die Zeit von dem gütligen Test um, und durfte ich in keine Straßenbahn mehr. Aber frische Luft und jetzt ja wieder genug Zeit, ging’s ja wieder besser, aber stell dir mal vor, was machen eigentlich Leute, denen’s nicht gut geht?
S: Ich seh’s ja bei Kollegen, wie sie überzeugt von all dem sind: Erst meinte die W, komm setzen Sie sich, wir sind doch geimpft, sag ich, nein, ich nicht, sie vollkommen entsetzt: Gehören Sie etwa auch zu denen? Sag ich, ich hab Statistiken gelesen, sagt sie: Kein Wort mehr, auf der Ebene will ich nicht diskutieren - an der Uni! Und wenn du an irgendwas krank wirst oder dir was zustößt, wird es als erstes heißen, der war ungeimpft.
R: „Jedes Leben zählt“, aber um den ist es nicht schade.

23. Februar, Schuhe sehen aus wie immer

R: Hast du gesehn, die Frau ist einfach rein. Gar keine Schilder, siehst du Schilder - 3G?
S: Ne, an der Seite vielleicht? Aber wozu, die setzen voraus, dass man geimpft sein muss.
R: Aber die Frau ist einfach rein! Wie in Brandenburg, jetzt doch kein 3G?
S: Ich hab doch schon Schuhe online bestellt.
R: Die passen doch nicht! Läufst mit den alten mit Löchern rum? Als Uni-Dozent mit Löchern, dass die jeder sieht?
S: Ist doch Home-Office. Wenn man bedenkt: zwei Jahre schon. Ich würde keinen Studenten erkennen und keiner erkennt mich.
R: Guck tatsächlich, wir können rein, keine Bewachung? Da hinten an der Theke - pass auf, die kommt gleich … nee? Nicht?
S: Ist beschäftigt.
R: Kein Mensch hier? Hat das, wie wir, keiner mitbekommen?
S: Ist aber peinlich hier illegal, nur weil’s grad nicht kontrolliert wird.
R: Und wenn wir etwa doch wieder rein dürfen? Sind ja schon drin.
S: Sehn aus wie immer, die Schuhe.
R: Ja, könnten ruhig mal andere haben, wenn schon Zeitenwende … Wie findest du die hier?
S: Bisschen braun.
R: Und die?
S: Joa …
R: Probier doch mal an.

S: Wo treibst dich denn rum, hab die grad an und guckst garnicht.
R: Kratzt die Maske dauernd, hier die Haut eingeklemmt und juckt sowas von die Nase, hab nur mal ganz kurz das Ding von einem Ohr abgemacht und das Gesicht schubbeln müssen, kommt gleich diese Tante um die Regale gerannt direkt zu mir hin - kein Kunde weit und breit - extra zu mir - da hatte ich die Maske schon wieder richtig auf - und ermahnt mich: Maske bitte richtig auflassen! Wie verrückt ist das?
S: Schuh ist bisschen hart …
R: Sie hat also Angst, wenn ich auf weiter Fläche alleine kurz die Maske beiseite nehme und für wen auch immer dadurch eine Gefahr bin, aber statt sich da fern zu halten - für die paar Sekunden - kommt sie ausgerechnet dann angerannt und nimmt Kontakt auf, um mir das zu sagen?
S: Die Senkel sind auch bisschen kurz …
R: Sie beobachtet uns von da hinten. Genau in der Sekunde, wo ich kurz das Gesicht kratzen muss, …
S: Aber farblich wie meine alten Schuhe.
R: Kommst du, wir gehn jetzt, die wollen keine Kunden.
S: Wir können ja in einem andern Laden gucken.
R: Ja genau, … Zeitenwende, aber Schuhe sehn aus wie immer.

24. Februar

„Angriff auf die Ukraine. Russland hat den Krieg begonnen“
„Selenskyj forderte eine weltweite ‚Anti-Putin-Koalition‘.“
tagesschau.de, 24.2.

„Manche Ukrainer nennen ihre Brandbomben inzwischen übrigens ‚Bandera Smoothies‘“
„Im Osten des Landes, aber auch in Polen, Russland und Israel gilt Bandera als Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher; im Westen der Ukraine wird er dagegen von vielen Menschen als Nationalheld verehrt.“ t-online.de, 3.3.

„1934 wurde Bandera wegen der ihm vorgeworfenen Ermordung des polnischen Innenministers Bronisław Pieracki verurteilt, kam jedoch nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges frei. Er arbeitete mit der deutschen Wehrmacht zusammen und die Milizen unter ihm übernahmen nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Lemberg teilweise die Polizeigewalt. Sie bereiteten unter anderem Verhaftungen und Massenerschießungen vor. Nachdem andere Mitglieder der OUN einen unabhängigen Staat ausgerufen hatten, wurde Bandera 1942 von der Gestapo im KZ Sachsenhausen in Haft gehalten, bei einer Behandlung als Ehrenhäftling mit besseren Haftbedingungen.“ wikipedia.org

Wir wissen, dass in der Ukraine als „Vielvölkerstaat“ viele Russen leben.

„Wie in der Ukraine 2014 zur Zeit des Maidan-Umsturzes Nationalismus blühte und Kinder ohne Scham dazu angehalten wurden, Naziparolen zu schreien, den Hitlergruß zu zeigen und auf russische Fahnen vor Demonstrationszügen zu treten.“
Ein Mann mit etlichen Mädchen und einigen Jungen im Gefolge marschieren und rufen: „Sieg Heil, Sieg Heil, Hoi, Heil Ukraine, Heil der Nation, Tod den Feinden, Ukraine über alles“ (Übersetzungstext im Video), wozu sie alle zusammen den Hitlergruß zeigen.
Eine Schulklasse steht aufgestellt und ruft gleiche Parolen, zum Zeichen strecken alle ihren rechten Arm aus, viele mit Faust, manche mit Zeigefinger, einige mit eindeutigem Hitlergruß.
Viele Leute auf einer großen Demo mit Plakaten und brennenden Fackelstangen, großenteils schwarz vermummt mit Masken, brüllen „Revoluzia“ zusammen mit obigem Text.
Ein Sprecher und viele auf einer großen Demo, einem ganzen Platz voll dicht gedrängter Menschen, mit ukrainischen Fahnen, rufen sehr laut und fordernd immer und immer wieder: „Eine Nation, ein Mutterland, Ukraine, Russen an den Galgen“, anschließend hüpfen alle auf der Stelle im Takt zu „Wer nicht springt, der ist ein Russe!“ - Der ganze Platz wogend und lärmend von einer einigen Masse.
Ein Mädchen, vielleicht im Vorschulalter, schreit: „Russen an den Galgen, wer nicht springt, der ist ein Russe!“
Auf einer Demo einvernehmlich im Takt Brüllender und Marschierender, treten Jungen in militanter Kleidung eine russische Fahne am Boden vor sich her.
Ein etwa neunjähriger Junge, im Gesicht mit ukrainischen Flaggen bemalt, rappt: „Ihr Russen, ihr seid verdammte Okkupanten, darum hüpfe ich laufend auf dem Maidan. Wir tanzen hier und singen schöne Lieder, obwohl manchmal jemand schießt und tötet. Ich bin lieber unter Bandera als einem Russen. Nicht unter Putler oder seinem Bruder Stalin. Jetzt ist unsere Stunde gekommen, Heil Urkaine, …“, worauf er einen ambitionierten Hitlergruß vorzeigt.
Zwei Mädchen auf einer Bühne rappen „Na Russe, sollen wir mal reden. Heil Ukraine, Heil den Helden, Heil der Nation, Tod den Russen“, eine hält eine Axt erhoben, die andere wetzt Dolchklingen aneinander.
youtube.com

„‚Entnazifizierung‘ als Vorwand
Präsident Putin spricht von einer ‚Entnazifizierung‘, das russische Präsidialamt fordert, die Ukraine müsse von Nazis befreit werden. Das Bild einer ‚Nazi-Ukraine‘ wird vom Kreml seit Jahren aufgebaut.“ tagesschau.de, 25.2.

„Wir können auch einmal frieren für die Freiheit und wir können auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben“, Joachim Gauck.
„‚Frieren für die Freiheit‘ oder ‚Mit Pulli gegen Putin‘ lauten die Slogans, die in der Twitter-Community gegenwärtig für Begeisterung sorgen.“ focus.de, 15.3.

„Wir haben eine Impflücke, die wir nicht akzeptieren können“, Lauterbach, rnd.de, 10.3.

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17. März

„Geimpft - Ich bin solidarisch!“, #ImpfenIstSolidarisch, awo.org, 18.2.

„Was soll eine allgemeine Impfpflicht bewirken? Sie soll mehr Menschen dazu bewegen, sich impfen zulassen. Denn Geimpfte schützen nicht nur sich selbst vor Ansteckung und schwerer Erkrankung, sondern auch andere - etwa auch die, die sich nicht impfen lassen können. Damit entlasten sie das Gesundheitssystem und die Intensivstationen.“
„Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat versichert, dass niemand zwangsweise gegen Corona geimpft wird. Die Impfpflicht sei in Wirklichkeit eine Impfnachweispflicht. Dabei gibt es Druckmittel, um Impfungen durchzusetzen, etwa Bußgelder, den Wegfall der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für Nicht-Geimpfte oder indirekten Druck durch Zugangsbeschränkungen zu Veranstaltungen, Restaurants und Theatern. Die Frage ist, wer das kontrollieren soll. Debattiert wird daher auch über ein Impfregister, um Impfungen nachweisen zu können.“ tagesschau.de

„Impfpflicht: Bitte mehr als nichts
Im Bundestag droht bei der Impfpflicht die Mehrheit an sich selbst zu scheitern. Das darf nicht passieren. Denn wir brauchen Vorsorge für den Herbst.
Ein Kommentar von Katharina Schuler“zeit.de

„Rixen, der auch im Deutschen Ethikrat sitzt, hält etwa eine ‚Impfpflicht auf Vorrat‘ für denkbar. ‚Sie könnte zum Beispiel im Herbst, sofern dann neue Corona-Wellen kommen und vermutlich auch weiterentwickelte Impfstoffe vorliegen, schnell aktiviert werden.‘“ zdf.de, 8.1.

22. März

„Keine 3G-Regel mehr bei der Bahn“, „Trotz hoher Inzidenzzahlen und der Kritik aus den Ländern fallen ab Sonntag (20.03.22) viele Corona-Schutzmaßnahmen weg. Fürs Zugfahren mit der Deutschen Bahn braucht man nun keinen 3G-Nachweis mehr. “ www.deutschlandfunk.de, 20. März.
„Fahrgäste der Deutschen Bahn können die Züge von diesem Sonntag an wieder ohne 3G-Nachweise als Geimpfte, Genesene oder Getestete nutzen.“, www.t-online.de, 19. März.
„3G in Zügen der Deutschen Bahn fällt weg“, www.zdf.de, 20. März.

P und K in der Bahn
P: Ein Luxus! Steigst in die Bahn, einfach so, wie früher, gut, mit Maske, aber ohne Testzentrum vorher, weniger Kontakte, weniger Hektik, mehr Zeit, einfach in die Bahn.
K: Wie man sich freut! Nimmst den Bürgern ihre Rechte, und wenn du ihnen irgendwann wieder welche zugestehst, sind sie dir dankbar - dafür, dass du ihnen erlaubst, vor die Haustür zu gehen, oder einzukaufen, oder die Eltern zu besuchen. Von wegen Diktatur, sie dürfen doch jetzt alles.
Bahndurchsage: Bitte beachten Sie die 3G-Regel im Zug- und Bahnverkehr. Beachten Sie die gesetzlichen Regelungen zur Maskenpflicht in unseren Zügen. Bitte tragen Sie eine FFP2-Maske.
P: WAS?
K: WIE JETZT?
P: Hast du das gehört? 3G? Wieso…
K: Verstehst du das?
P: Sch**! Und jetzt?
K: Bestimmt ein Fehler, die haben das einfach noch in der Sprechanlage und nicht abgestellt.
P: Ja, noch nicht geändert… Meinst du wirklich?
K: Schaffner fragen.
P: Auf gar keinen Fall, reib dem das noch unter die Nase! Der setzt uns sofort vor die Tür und stehst da.
K: Und wenn Kontrolle kommt?
P: Wir wurden noch nie auf 3G kontrolliert, wieso sollte ausgerechnet heute…
K: Strafgeld, Anzeige, Polizei, bin ich entlassen! Wenn unsereins straffällig, …! Das war‘s dann!
P: Quatsch, dein Chef weiß doch nicht, wenn du eine Anzeige…
K: 3G missachten und giltst doch als Mörder! Zumindest fahrlässige Tötung oder lebensgefährliche Bedrohung, vorsätzlich! Auf jeden Fall wirst wie ein Assie behandelt.
P: Ich war mir garnicht sicher, ob‘s in den Bahnen abgeschafft ist. Fernverkehr oder Nahverkehr oder meinen die Straßenbahnen oder… Wir hätten noch mal googlen sollen.
K: Es war eindeutig. Internet - Hier guck!
P: „Wer mit der Deutschen Bahn fahren will, braucht dafür von diesem Sonntag an keinen 3G-Nachweis mehr.“, rp-online.de Na, Falschnachrichten, wie sonst?
K: Oder hier!
P: „Bahn streicht 3G-Zugangsregel. Bahnreisende müssen ab Sonntag keinen 3G-Nachweis mehr vorweisen.“, www.tagesschau.de, 19. März. Alles Falschnachrichten. Musst Bundesregierung gucken.
K: Ja, aber Lauterbach war's doch, der hat's doch gesagt!
P: Psst! Hören die Leute, dass wir ein Problem haben. Setzen uns vor die Tür.
K: Alle geimpft, klar.
P: Also, dass die Zahlen immer völlig falsch sind, ist man ja gewohnt, oder dass dieses ständige Schnuddel-Masken-Tragen hygienisch wäre, weil angeblich auch Ärzte im OP das schon immer so hätten - dass du glauben sollst, Ärzte im OP holen sich eine wochenlang getragene Maske aus der Hosentasche zwischen Schlüssel, Geld, Handy, nachdem sie Türen und Griffe von Hunderten von Leuten angefasst haben, angeblich „schützen sie sich und andere“ damit, oder dass man vorletzten Winter mit Masken unter freiem Himmel abends allein auf menschenleerem Marktplatz Menschenleben gefährdet hat, oder dass wir schon längst tot sein müssten, diese ganzen Prognosen, oder: Nicht dass Tausende Intensivbetten abgebaut werden führt zur Überlastung, sondern dass du mit Negativ-Test und FFP2 im leeren Museum Geimpfte gefährdest, und wir deshalb 2G brauchen, das ist man ja gewohnt - und dass Maskenpflicht eine Lockerung sein soll, oder 3G eine Lockerung - puh, man hätte's wissen müssen, dass auch diese Nachricht hier Unsinn ist - kein 3G mehr in Bahnen, Lockerung ...
K: Wir sind nach all dem, nach Jahren, trotzdem drauf reingefallen!
P: Vielleicht ist das, um Ungeimpfte noch mehr zu Straftätern zu machen. Erstmal ist keine Impfpflicht - du musst nicht, ist dein Grundrecht, aber dann darfst du in keine Geschäfte und musst im Home-Office herumsitzen, und selbst dort bist du Gefährder und hast Menschenleben auf dem Gewissen, weil du ungeimpft zu Hause rumsitzt, und müsste man dich eigentlich bestrafen als Straftäter, dass man überlegt, wie man dich belangen kann. So sagt man jetzt: Kannst ohne Test in die Bahn, ist dein Recht, aber kaum sitzt du ohne Test drin, ha, erwischt! Wie bestrafen wir das jetzt?
P: Ach, es soll nach außen so aussehen, als wäre alles aufgehoben, verkünden groß kein 3G mehr, und nur die Ungeimpften bekommen's hintenrum zu spüren, von wegen aufgehoben. Der Großteil, die Geimpften, oder wer nie Zug fahren muss, merkt nichts davon, und wenn du dich beschwerst oder Aufstand machst, wird's heißen: Was regt der sich auf über 3G, wo garkeins ist, was ein Schwurbler, guck Nachrichten - dass er sich garnicht mehr wehren kann, weil er wohl offenbar verrückt ist. Aber wo steigen wir denn jetzt aus wegen Testzentrum? Weißenfels? Ist die Stadt näher.
P: Naumburg natürlich, wo wir sowieso umsteigen.
K: Das ist der schlechteste Ort, um in die Stadt zu kommen.
P: In Weißenfels weißt genauso wenig, wo ein Testzentrum ist. Kann ja in Naumburg auch am Bahnhof sein.
K: Noch die Eltern anrufen, dass sie alleine essen sollen. Nicht, dass sich Sorgen machen. Aber sag ihnen nichts: Regen sich nur auf, unsere Schuld und „Dann lasst euch doch endlich impfen“, ich lass mich impfen, um am Kaffetisch zu sitzen und mir Vorwürfe anzuhören.

Naumburg Bahnhofshalle
K: Fahrgast-Info, ich frag kurz mal! ... 3G!
P: Hat er wirklich gesagt?
K: Der Typ war vollkommen intransigent. Die Haltung, wie man so einen Quatsch überhaupt fragen könne.
P: Und du hast übersehen: Sogar hier an der Tür steht 3G, ein Wunder, dass er dich überhaupt reingelassen oder dir Auskunft gegeben hat. Sieh dir das mal an: Das geimpfte Männchen ist ordentlich grün, das genesene nur noch so blass grün, und das getestete schon gelb. Rot kommt garnicht in Betracht. Das gelbe, der Negative, der bewiesenermaßen niemanden ansteckt - also der vollkommen gesunde Mensch - darf grad so noch rein, wie bei der Ampel, wenn die umschaltet, dass du bei gelb grad so noch fahren darfst mit Auge zudrücken. Und damit sich die vollkommen Gesunden, Geimpften, Genesenen, Negativen in leerer Halle nicht durch irgendwelche Schutzscheiben hindurch noch anstecken: FFP2-Pflicht. Und wenn du sagst: Ist ja unglaublich, bist du Leugner.
K: Tja, wo ist jetzt ein Testzentrum? Entschuldigung, Verzeihung, wissen Sie vielleicht, wo hier in der Nähe ein Testzentrum wäre?
Blauhaariges Mädchen, Lippenpiercing: Puh, äh, ja dort drüben, Straße runter gleich dort…
Frau: Nee, das ist schon lange geschlossen. Auf jeden Fall geschlossen.
Blauhaariges Mädchen: Tja, puh, dann in der Jakobstraße, da weiß ich, das ist auf jeden Fall geöffnet.
K: Also noch ein ganzes Stück.
Blauhaariges Mädchen: Ach wo, Straßenbahn, paar Minuten.
K: Geht nicht, genau dafür brauchen wir ja ein Testzentrum.
P: 3G.
Blauhaariges Mädchen: Wird nicht kontrolliert, ich fahr immer ohne Test, sie können einfach ohne Test.

Naumburg. Suche nach einem Testzentrum
K: Das meinte ich, deshalb dachte ich Test in Weißenfels, selbst die Naumburger kommen nicht auf die Idee, hier in der Sonne den Berg hoch zu laufen.
P: Weißenfels hättest auch nicht gewusst, wo ein Testzentrum ist.
K: Fahren die einfach illegal, hat sie gesagt. Na, wer nichts zu verlieren hat, ... Großartig, das Münster. Weißt noch, wie wir im Münster waren?
P: Wie: nichts zu verlieren? Was haben wir denn zu verlieren, dass die illegal fahren können und wir nicht?
K: Ein vernünftiger Bürger fährt nicht illegal. Es gelten Gesetze. Wer eh nichts zu verlieren hat, dem macht das nichts, dem passiert ja auch nichts, da wird drüber weg geschaut, oder der versteht sich am Ende mit dem Kontrolleur, aber ein anständiger Bürger, wenn er erwischt wird, muss zahlen und wird vernichtet.
P: Aber es war doch keine Absicht! Die Nachrichten...
K: ... interessiert nicht. Illegal ist illegal, Unwissen schützt nicht vor Strafe.
P: Wenn man doch gar nicht anders kann, als illegal irgendwo rein zu geraten, hörst auf die Nachrichten oder Politik, oder überhörst was. Wir haben uns bereits strafbar gemacht: ohne Test im Zug gesessen.
K: Ja, man wird vernichtet als Bürger. Guck doch mal auf die Navi-App, Jakobstraße, siehst, sind doch schon verkehrt, Umweg gelaufen.
P: So eine schöne Stadt, so schön, und wird einem so verdorben. Müssen wir nicht eher in die Seitenstraßen? Testzentren eher in Seitenstraßen?
K: Erst mal Jakobstraße.
P: Guck mal, Bürgeramt - 3G!
K: Ha, steht die im Eingang in Warnweste! Dass es aussieht wie Chemie-Unfall! Da vorne muss die Jakobstraße sein. Hier, rotes Kreuz, sag mal, ist das etwa, soll das ein Testzentrum sein?
P: Schlange, warten alle.
K: Mal vorne gucken. Soll das ein Eingang sein? Hinter Gittern! Das ist der Eingang, vergittert! Und was stehen die Leute an? Entschuldigung, ist das das Testzentrum, wie läuft das ab, kommt da einer Gitter aufmachen, wird man reingeholt?
Mann: Öffnet um zwölf.
K: Um zwölf! Es ist Viertel nach Elf!
P: WAS? Aber der Zug…
K: Es wird doch wohl noch andere Testzentren geben.
P: Quatsch! Warum sollten die hier ne Stunde vorher anstehen, wenn‘s bisschen weiter schnellere Testzentren gäbe? Stellen wir uns an! Guck, kommen immer mehr!
K: Noch mal da vorne gucken.
P: Die Schlange ist gleich doppelt so lang!
K: Dann stell du dich an, guck ich da vorne. Kann doch nicht wahr sein.

Naumburg. Am Testzentrum
K: Nichts weit und breit! Ach du Sch**, was ne Schlange!
P: Und Masken, FFP2 im Freien. In den Straßen alle ohne Masken und nach Lust und Laune auf dem Haufen, aber kaum hier in der Schlange vor dem Testzentrum: alle auf Abstand und mit Masken!
K: Da sind wir in Leipzig aber weiter, haben sowas überwunden.
P: Wenn Erwachsene meinen - also Leute von Verstand, mündige Bürger, wenn die meinen, dass sie unter freiem Himmel Maske brauchen, bittesehr! Auf der Straße und im Gedränge meinen sie nicht, und in der Testschlange plötzlich meinen sie, brauchen sie Masken - aber dass sie solchen Aberglauben so kleinen Kindern aufoktroyieren! Der Junge hinter mir mit schwerer Schulmappe und Maske, über eine Stunde stehen wegen Test, für geimpfte Erwachsene, damit er von ihnen isoliert werden soll?
K: Jede Gesellschaft braucht ihren Kult und ihre Religion.
P: „Wir glauben an die Wissenschaft“.
K: Halbe Stunde, kommt der nächste Zug.
P: Wir schaffen nicht den in zwei Stunden!
K: Nicht?
P: Heute scheint Sonne, aber wenn es regnet? Stehen die Leute Stunden hier im Wetter. Acht Stunden schuften, um Stunden im Regen in der Testschlange zu stehen, und schließlich Nase bohren zu lassen, als vollkommen gesunder Mensch, um das zu beweisen, um arbeiten gehen zu dürfen! Die Leute lassen sich's gefallen! Und wenn sie sich beschweren, heißen sie Leugner oder Nazis.
K: Jeden Tag Test in Leipzig ist schlimm, aber machbar, an jeder Ecke Testzentren.
P: Wenigstens ist der Winter vorbei, nirgends einkehren oder sich aufwärmen dürfen, Taxi verboten, Zug verboten, dass man nicht ans Ziel, aber auch nicht mehr nach Hause kommt wie ein streunender Hund. Als gesunder Mensch! Und wenn du krank wärst: umso schlimmer! Behandelt man so Kranke? Die Leute machen das mit! Ja, wir auch! Was machen wir hier eigentlich?
K: Ich bin bestimmt positiv.
P: Was? Warum?
K: Schlecht.
P: Na, vom Stress.
K: Nein, diesmal wirklich. Wenn das jetzt raus kommt beim Test, was machen wir dann?
P: Notfalls wieder illegal in den Zug, wie wir hergekommen sind.
K: Her war versehentlich! Wegen den falschen Nachrichten. Aber jetzt, wo wir's wissen, müssen wir uns testen - und wenn jetzt positiv?
P: Hm, Hotel geht nicht, einkehren geht nicht, verbringt man die Quarantäne-Wochen auf der Straße, unter der Brücke? Oh, dein Blick! Ich mach' nur Scherz. Wir sind doch negativ!
K: Ich nicht.
P: Im Grunde ist's doch egal. V wurde mit gültigem Genesenen-Ausweis mitten in der Landschaft aus dem Zug vor die Tür gesetzt, die Dokumente sind gültig bis Mai, sagt die Kontrolleurin einfach: Bei mir nicht. Ist V anderthalb Stunden durch die Landschaft die Schienen lang gelaufen. Kann uns mit negativem Test auch passieren. Laufen wir paar Tage lang nach Hause zurück, du mit deinen kaputten Schuhen, 2G, hast ja den ganzen Winter keine kaufen dürfen.
K: Aber was machen wir denn jetzt?
P: Na illegal weiter fahren, wie wir gekommen sind.
K: Direkt nach Hause.
P: Was?
K: Nach Hause, was sonst?
P: Und die Eltern? Wir müssen für sie einkaufen! Mach' keinen Witz: Umkehren nach all dem? Wir haben illegal im Zug Ängste ausgestanden, du sahst dich schon unter Strafe und entlassen, jetzt sind wir mühsam herumgeirrt, verbringen Stunden wegen Testzentrum, und kaum haben wir dann den Test und sind halbwegs legal, falls es uns nicht wie V ergeht, willst du umkehren?
K: Vernichtet als Bürger... Ich bin sicher positiv.
P: Du bist vollkommen gesund!
K: Um sich dann trotzdem strafbar gemacht zu haben.
P: Ja im Grunde ist das egal. Protestiert aber keiner, mit Masken in der Testschlange - Wer an all das glaubt, dem fällt das ja nicht schwer, das mitzumachen, dem geht's ja gut. Aber unsereins, der nicht dran glaubt, sogenannter Leugner, macht das geduldig mit, den Kult der andern, Gesslerhut, wie du immer sagst, man leidet vor allem Kopf-mäßig.
K: Als Vernunftsmensch ausgelöscht ...
P: ... Genau genommen wurden wir noch nie im Zug auf 3G kontrolliert.
K: Wenn man‘s genau nimmt, nicht, nein.
P: Was machen wir hier eigentlich?
K: Verrückt.
P: Sollen wir nicht einfach in den nächsten Zug steigen? Wenn man uns raus wirft: Schlimmer als hier kann's auch nicht werden.
K: Strafgeld? Paar Tausend? Rausgeworfen in Bad Kösen, kein Testzentrum, hilft dir kein Mensch, weil du Mörder sein sollst.
P: Steigen wir da eben in den nächsten Zug.
K: Illegal?
P: Klar, so oft wird keine Kontrolle kommen, dass du aus dem einen Zug geworfen, und im nächsten schon wieder ... wir wurden noch nie kontrolliert.
K: Doch, wenn erstmal der Teufel drin steckt, heute steckt der Teufel drin, bekommst du im zweiten Zug die zweite Anzeige, nochmal Tausende Euro und schon doppelt Mörder...
P: Du machst ja Worst-Case auf Worst-Case, lass uns gehen, die Eltern warten.

Weimar
P: Siehst du, hat doch geklappt. Nicht Stunden im Testzentrum, keine Bahn-Kontrolle, Best-Case! So wird man als Krimineller belohnt.
K: Als Bürger abgeschafft.
P: Wie du im Zug die ganze Zeit den Gang fixiert hast! Wie vor einem Schaffot!
K: Man kann so nicht existieren.
P: Suchen dann hier ein Testzentrum für die Rückfahrt.
K: Ja, also nochmal illegal mit mir nicht! Sowas nochmal nicht!

Weimar. Suche nach einem Testzentrum
P: Ich weiß auf jeden Fall ein Testzentrum ganz hinten abseits der Stadtmitte, weiß aber die Öffnungszeiten nicht.
K: Wir gehen erstmal hier lang, in Stadtmitte muss doch…
P: Warum nicht gleich, wo ich sage, warum erst lang woanders suchen?
K: Mir war so, dass ich letztens hier eins gesehen hätte, wenn nicht in dieser Straße, dann eins weiter.
P: Hier ist nichts.
K: Touristen-Info fragen, wo ist gleich noch die Info?
P: Vielleicht ist meins ja geöffnet! Da, wo frühs so viele Bauarbeiter anstanden und Studenten.
K: Ach, ich dachte, das war nur für Studenten?
P: Nein, für alle.
K: Dann kann ich also auch? Na dann…

P: Hier ist es, ging doch, bisschen weit, aber auf jeden Fall ist hier eins.
K: Sieht aber sehr geschlossen aus.
P: Oh nein!
K: Von Acht bis Zehn.
P: Ich wusste eben die Öffnungszeiten nicht. Guck mal, hast du das gelesen?: Zutritt nur ohne Corona-Symptome. Bei Verdacht auf Corona darfst du dich nicht testen lassen. Nur wenn garkein Anlass auf Verdacht besteht, als vollkommen gesunder Mensch, sollst du dich jeden Tag testen lassen! Wie wenn sich einer überhaupt nicht eines Verbrechens verdächtig gemacht hat, dass der erstmal in Untersuchungshaft und überprüft werden muss, um seine Ungefährlichkeit zu beweisen, jeden Tag, bevor er zu seiner Arbeit gehen darf.
K: Den Kafka werden sie dir bald verbieten! Spätestens, weil Gendersternchen fehlen. Also jetzt wieder zurück in die Stadt und Touristen-Info fragen.

K: Und ich war mir recht sicher, dass hier letztens eins war. Nun, vielleicht doch nicht ganz sicher. Doch die andere Straße runter?
P: Keine Ahnung, hier nie drauf geachtet.
K: Warte, was sagt denn die App? Sagt Marktstraße. Wo willst denn lang? Wieso da?
P: Marktstraße?
K: Andere Richtung.
P: Nicht beim Goethe?
K: Nein, das ist Theaterplatz, Markt ist die Richtung! Nicht so schnell, ich seh‘ auf der App nicht richtig. Welche Straße sind wir eigentlich?
P: Hier nicht.
K: Da lang!
P: Da!
K: Ach, hier ist es! Halt mal den Rucksack, Ausweis rausholen.
P: Masken.

Weimar. Am Testzentrum
P: Pass auf, das Kind tritt auf deinen Teststreifen, dein Test geht kaputt.
K: Das Geschrei macht mich verrückt...
P: Der Zettel, nimm deinen Zettel, hast gleich Schuh-Abdrücke!
K: Wo soll ich denn hin? Was ist das für eine Versammlung hier?
P: Diese Mütter stehen da mit ihren Grinse-Augen über den Masken, guck mal, wie sie grinsen, sind noch stolz, wie schön ihre Kleinen anderer Leuts Sachen zertreten.
K: Was ist hier mit Abständen?
P: Wie diese Mütter immer ganz stolz sind: Sind sie nicht süß, unsere Kleinen, wie hübsch mit Schuhen auf Stühlen und Ablagen, sieht das nicht allerliebst aus? Ja, Schnuckelchen, kletter dem Mann mal auf den Schoß und zertrete seinen Teststreifen, der hat dich genauso lieb wie die Mama. Dich muss man einfach lieb haben.
K: Versteh nichts, ein Lärm hier!
P: Oje, jetzt ein Baby - ein Säugling in der Testkabine? Du! Die machen Quälerei an kleinen Babys, wie das schreit!
K: Ich würde auch so schreien.
P: Und diese Mütter grinsen schon wieder: Ach Gottchen wie süß, armes Baby braucht Test und schreit wie am Spieß, allerliebst. Guck, so gucken sie.
K: Long-Covid, muss man Babys testen.
P: Was hilft der Test? Wenn's positiv ist, hat's trotzdem Long-Covid! Haben jetzt geimpfte Mütter Angst, sich am Baby anzustecken? Wollen sie's danach isolieren? Wie es schreit, und die grinsen, puh, huch, mir ist auf einmal so schlecht ...
K: Ich muss raus. Man darf nicht raus, oder? Muss hier Test abwarten, kannst ja nicht einfach abhauen... Egal, nur raus hier.


P: Da bist du ja... ich muss jetzt auch raus, so schlecht da drin.
K: Wie stellt der Lauterbach sich das vor? Testpflicht und kommst ins Testzentrum, sollst du da die ganze Zeit zwischen herumtobenden Kleinkindern sitzen. Vorher Plastikscheiben und Plastik-Anzüge, Absperr-Wände und -bänder, und kaum sind sie mit Bohren fertig, und die Ergebnisse garnicht da, weißt nicht, wer was hat, sollst du zwischen herum lärmenden Kindern sitzen, dass sie dir auf den Schoß klettern. Wie verrückt, jetzt sitzt man hier draußen vor der Tür auf der Erde und sollst den eigenen Test in der Hand halten - ich könnte es ja heimlich austauschen, oder abhauen, wenn es positiv ist, bekommen die garnicht mit! Halt deins nicht so in die Sonne, wer weiß wie das reagiert! Wie sieht deins aus?
P: Na negativ. Deins nicht?
K: Doch, aber ich hätte schwören können, dass es positiv sein muss.
P: Hat sie bei dir auch so doll gebohrt?
K: Furchtbar! Bin ich erschreckt und vor Schmerz mittendrin zurück gezuckt. Und wie ich mich beschwert hab, sagt sie, das wär nötig, weil die Zahlen so hoch wären.
P: Was? Weil die Zahlen so hoch sind, muss man gröber bohren?
K: Hat sie gesagt! Leipzig wär schon über den Berg, aber Weimar grad mitten auf dem Höhepunkt.
P: Bei mir hat sie Einmal Mund auf gesagt, ich dachte: Was? Kommt jetzt, was manche erzählt haben: Würgen und Brechreiz? Aber man ist mittlerweile so demütig, ohne zu wissen, was sie vorhat, macht man den Mund auf, wie wenn man der eigenen Vergewaltigung zustimmt. Aber war dann harmlos, hat nur rechts und links an der Wange rumgeschabt. Hätte sie das nicht vorher sagen können? Nur, dass man Bescheid weiß und nicht denkt, man bricht jetzt sein Essen aus. Erst hat sie in den Mund, und dann in die Nase, aber so richtig derb oben rein.
P: Ja, dasselbe Stäbchen erst in den Mund, dann in die Nase, was soll das eigentlich für Hygiene sein? Weiß sie, ob einer nicht Entzündungen hat, schmiert sie einem das Mund-Zeugs in die Nase tief oben rein! Hätt sie's wenigstens andersrum gemacht!
P: Oder wenn man was gegessen hat, die ganzen Speichel-Enzyme und Bakterien kämen ja sonst nie so tief hinten in die Nase rein, sowas kennt die Nase garnicht.
K: Ja, finden die das hygienisch?
P: Ist dir das Stäbchen auch immer wie eine Bürste? Vorn in der Nase ist's weich, aber tief hinten: Wie, wenn sie einem mit der Zahnbürste im Kopf drin unter den Augen herum schaben, richig schmerzhaft, war danach nur noch am Nase-Schnauben mit Tränen, ganzes Taschentuch nass ... Was ein Geschrei da drin ... Vielleicht sind die Zahlen wegen dem Testzentrum so hoch. Sonst hast ja über Wochen keine Kontakte, nur drei mal von Leipzig nach Weimar wegen Eltern, sonst immer Home-Office oder allein in leerer Uni, und deshalb täglich Testpflicht, und im Testzentrum zwischen tobenden Kleinkindern sitzen, hast du da die einzigen Kontakte.
K: Ich war drauf und dran was zu sagen, aber dann heißt es Kinderfeindlich, alter weißer Mann, oder Sie können sich ja impfen lassen. Wie selbstgefällig die Mütter, sind mit Sicherheit geimpft, nur hier aus Sorge um die Kinder, die ja vollkommen gesund sind. Damit man was findet, Long-Covid.
P: Alle, die ich kenne, die positiv waren, hatten mehr oder weniger schwere Grippe oder Schnupfen, alle.
K: Das Problem ist aber, wenn ich mich anstecke und positiv bin, Quarantäne und kein Gehalt als Ungeimpfter. Und dann Mobbing! Die Kollegen! Darum geht's doch.
P: Noch sieben Minuten. Mein Test immer noch negativ.
K: Meiner auch, ich dachte, ich muss positiv sein, Gliederschmerzen.
P: Wenn man über Monate täglich testen muss, müsste auf jeden Fall mal positiv kommen, allein schon wegen der Falsch-Positiv-Rate, wenn man Hunderte Male testet, kann garnicht anders sein.
K: Deshalb kann man auf keinen Fall in den Urlaub! Wenn du eines Tags auf einmal wirklich positiv bist! Darfst nicht mehr in dein Hotel, nach Hause kommst auch nicht! Kein Zug, kein Taxi, wie stellen die sich das eigentlich vor - auf der Straße schlafen?
P: Und wenn du die Quarantäne doch im Hotelzimmer eingeschlossen bleibst, kannst du dir das finanziell garnicht so lange leisten. Urlaub geht doch nur höchstens fünf Tage, dann reicht das Geld nicht, und sollst dann aber Wochen da in Quarantäne sitzen! Ohne Lohnfortzahlung.
K: Dachte ich vorhin in Naumburg: In Naumburg positiv - keine Bahn, nicht zu den Eltern, nicht nach Hause, kein Hotel, kein Taxi, was macht man dann? … Wie stellt der Lauterbach sich das vor?

23. März

K und P an der Teststation
P: War das wieder übel!
K: Schon fertig?
P: Meine Nase! Hat ers bei dir etwa auch so gemacht?
K: Ja, pscht pscht, schießt der das Stäbchen rein, linkes Loch, rechtes Loch, das geht fix.
P: Ist das der Asiate, wo du meintest, ist ok?
K: Ja genau, links pscht, rechts pscht, absolut zielsicher.
P: Der hat mit Samurai-Schwert geübt!
K: Dem Feind zack in die Nase!
P: Also mich sehn die hier nicht noch mal in ihrem Blech-Karton! Nächstens wieder die Passage, halbe Stunde mehr Zeit, Samurais auf gar keinen Fall mehr!

K und P im Naumburger Dom
P: Hab ich die Frau schlimm angeschrien?
K: Naja, wie so ist.
P: Aber sag doch mal: Zuerst hab ich korrekt gefragt, ob etwa nicht 3G ist.
K: Ich habe ja auch nicht verstanden, was sie meint, hab Handy mit Test schon hervorgeholt, als sie sagt, einmal impfen bitte, frag ich, wiebitte? Sagt sie, sie müsst jetzt noch das Impfen sehen - „und jetzt noch impfen“.
P: War aber keine Ausländerin? Hat vorher vollkommen deutsch mit den Leuten gesprochen.
K: Da hat sie „Impfstatus“ gesagt.
P: Ach, ist aber auch nicht in Ordnung, wenn 3G gilt!
K: Die Leute haben auch nur einen Negativtest hingelegt.
P: Gilt denn nun 2G oder 3G? Zwei drei mal hab ich gefragt, antwortet sie gar nicht, guckt nur, als wär das eine absurde Frage, wüsst sie auf sowas nichts zu sagen. Selbstverständlich, dass wir geimpft zu sein haben?
K: 1G! Nur Impfung ist 1G!
P: Auch das noch! Zwei drei mal hab ich sie gefragt, du ja auch, und sie bestand so dermaßen da drauf - vollkommen ungesetzmäßig! - und da erst hab ich sie angeschrien: Wir sind nicht geimpft!, obwohl sie’s ja nichts angeht, bitte sehr, und wozu? Dürfen wir trotzdem rein.
K: Jetzt haben sie noch mehr Grund gegen Ungeimpfte: Furchtbare Querdenker! Nicht geimpft und dann auch noch rumschreien!
P: Hab noch gesagt: Negativ-Test ist sogar besser! Meint sie: Ach ja? - Sind wir bewiesenermaßen nicht ansteckend! Hat sie geguckt, als wär‘ ich irre. Vielleicht hat sie Recht, man wird langsam irre!
K: Jetzt guck mal den schönen Dom an, wenn wir's schon hier rein geschafft haben.
P: Jeden Tag Gerenne und Gestehe wegen Testzentrum, damit du in menschenleerer Uni vollkommen allein im Raum online sitzen sollst, und die Leute tun immernoch so, als wärst du, als Negativer ohne Kontakte, gefährlich, dass du monatelang in kein Geschäft darfst, kaputte Schuhe im Winter, und dass du heute hier in diesen menschenleeren Dom nicht eingelassen werden kannst!
K: Schreist ja schon wieder! Guck doch mal die schönen Ranken, alles in Stein.
P: Wir sind völlig alleine, fast, da ganz hinten Zweie mit Masken! Im riesigen Dom FFP2-Pflicht, bei dem Klima völlig nasse Maske, wo noch der Winter in den Mauern steckt, in einsamen Hallen mit nasser Maske nicht frei atmen, sonst würdest du angeblich als Negativer die Geimpften gefährden. Was ein Aberglaube! Kein Christentum war je so intolerant.
K: Sag nicht! Ein Protestant ist auch nicht zum katholischen Bäcker gegangen!
P: Ach ihr! Kleinstadt - aber gelassen hätte er euch.
K: Die Exkommunikation heißt, als bestrafter Christ darfst du nicht am Abendmahl teilnehmen. Und Juden sowieso nicht. Und wer sich einschleicht, „der isst sich's zum Tod“, heißt's bei Paulus. Dann stirbt er an der Hostie.
P: Nun gut, und bei Corona stirbt er offenbar nicht selber - besichtigt gesund die Kirche als Tourist - aber weil er als Negativer alle ansteckt, sterben alle andern, meint man, die Geimpften.
K: Hätten auch noch eine Impfstation in der Kirche einrichten können.
P: Wie in Köln! Dann wiederum sollst du ja in die Kirche, als Ungeimpfter.
K: Hast du gesehen, wie die Frau an meinem Handy herum gewischt hat? Zeig ich ihr vorschriftsmäßig das Negativ-Attest am Handy, beschwert sie sich, sie könnt's nicht lesen, wär zu klein! Aber statt erst was zu sagen, wischt sie gleich drauf rum, auf meinem Handy! So schnell hab ich garnicht reagieren können.
P: Gibt es überhaupt größere als deins? Sollst noch ein Ipad kaufen, bevor du in die Kirche darfst?
K: Die Leute vor uns hatten Zettel, aber letztens hat man im Testzentrum garkeinen Zettel bekommen dürfen, weil's ihnen zu teuer wäre mit Papier und Druckkosten. Nur per Email. Da wischt sie mit den speckigen Fingern einfach auf meinem Handy herum! Ob Seuche oder nicht - ich wollt' schon was sagen!
P: Und hat doch vorher Geld von andern Leuten und deren Handys und die Kasse und alles angefasst? Verbreitet sie da nichts? Aber wir, weil wir gefährliche Ungeimpfte wären?
K: Na, als Leugner natürlich!

25. März

K und P am Testcenter
P: Ordentlich, schöne Ladenfläche, nicht so ein Blech-Container, kein Samurai, der das Stäbchen in die Nase schießt, als wollt er einen erstechen.
K: Guten Tag, zweimal Schnelltest bitte, also zwei Personen. Sind schon registriert.
Empfangsdame (Studentin): Zwei, gut, die Ausweise, aber kleinen Moment bitte, der Computer geht nicht ins Internet, die Kollegin - wir versuchen schon …
K: …
Empfangsdame: … hm, lädt nicht.
K: Heißt? … also können wir einen Test bekommen?
Empfangsdame: Der Laptop! Gestern hatte der das schonmal, und auf einmal gings dann doch… hm, steckt der Wurm drin.
P: Also, wenn man nicht weiß, wie lang … ?
Empfangsdame: … tut uns wirklich leid!
P: Nicht schlimm, nur wann kommt der Zug?
K: Wir haben großzügig geplant, dreiviertel Stunde.
P: Sollen wir nicht besser wo anders hingehn?
Empfangsdame: Ja, das würd ich sogar sagen. Tut uns leid.

K und P zur andern Teststation
P: Sch**, wer rechnet denn mit sowas? Ganzen Weg zurück zum Blech-Container? Und wenn wieder dieser Samurai da ist?
K: Ansonsten war hier in der Straße auch eins, aber bin nicht sicher, ob‘s noch da ist.
P: Und wenn nicht? Nee, zu gefährlich, verpassen wir noch den Zug.
K: Ja, dann zum Samurai.

K und P nach dem Test
K: Prima! Der Samurai war gar nicht da! Total nettes Mädel, wars bei dir auch gut?
P: Joa, hat ganz vorsichtig gemacht! Jetzt noch halbe Stunde bis der Zug fährt.

K und P am Bahnhof
K: Was machst du denn?
P: Wieso? Automat, Fahrkarte!
K: Aber doch nicht, bevor das Testergebnis da ist!
P: Aber wir sind doch negativ!
K: Und wenn nicht? Hm, Handy lädt nicht. Das heißt, doch, aber noch keine Mail bekommen.
P: Ich auch nicht. Aber wir sind nur zehn Minuten von dort gelaufen, das Ergebnis braucht fünfzehn Minuten.

K: Jetzt sind‘s schon zwanzig.
P: Toll, stehn wir hier und tippen alle paar Sekunden drauf, ob die Mail da ist!
K: Ob sie meine Mail-Adresse falsch verstanden hat? Mit Maske und etwas kompliziert?
P: Ich konnte lesen, was sie schreibt, war richtig, und meins auch.
K: Ganze Stunde geht man früher los, wo man nur fünfzehn Minuten zur Bahn bräuchte! Und reicht immer noch nicht!
P: Vielleicht hat der Container auch Internet-Ausfall. Wie die ersten! Haben’s nur nicht gesagt!
K: Jetzt weiß ich! Wir sind positiv! Deshalb dauert’s so lang, weil sie’s erst den Ämtern senden!
P: Aber dann müssten sie doch erstmal uns Bescheid sagen - wir laufen hier als Gefährder herum!
K: Zehn Minuten kommt der Zug.

P: Immer noch keine Mail. Wir hätten’s gleich dort ausdrucken lassen sollen! Schnell zurück rennen und die Ergebnisse abholen?
K: Schaffen wir auf keinen Fall.
P: Wie ich letztens gefragt hab, konnten sie‘s gar nicht ausdrucken. Blöd, wenn man den Test für unterwegs braucht, Akku leer, stehst du da.
K: Die machen das mit Absicht! Um Leute wie uns fertig zu machen! Weil wir nicht geimpft sind!
P: Quatsch, die wissen doch gar nicht, wer geimpft ist! Hs Kollegin hatte mit Gruppe einen Ausflug, aber am Abend war ihr Akku leer und durfte sie nicht mit auf den Weihnachtsmarkt, weil sie nicht beweisen konnte, dass sie geimpft ist - sie ist nämlich geimpft.
K: Immer noch keine Mail.
P: Am Ende gilt gar nicht mehr 3G. Vielleicht sind ja doch die Nachrichten richtig, dass 3G im Zug abgeschafft ist. Gestern wurde im Zug gar nichts mehr gemeldet! Vorgestern ja, aber gestern nicht mehr.
K: Tja, vorgestern in Naumburg an der Info war der sich sehr sicher, dass natürlich 3G ist.
P: Nach Bundesländern.
K: Ich hab ja recherchiert! Auf den Bahn-Seiten steht immer Verweis auf Bundesländer, klickt man den link, soll man jedes einzeln durchklicken, aber da dann kommt überhaupt nichts über die Bahn! Die Bahn schreibt nicht, in welchem Land sie 3G umsetzt, und die Länder schreiben nicht, ob sie 3G in der Bahn umsetzen!

K: Immer noch keine Mail. Um Fahrkarte zu kaufen, reicht ne Minute.
P: Und zwanzig Sekunden das Gleis runter in den Waggon! Das wird viel zu knapp! Komm, wir kaufen jetzt eine Karte und steigen ein, und dann muss auch der Test endlich da sein.
K: Nicht machen!
P: Aber der Zug!
K: Nachher sitzt du drin und bist positiv!
P: Noch zwei Minuten.

P: So, das war‘s dann. Da fährt der Zug.
K: Wozu macht man eigentlich Test, wenn man doch nicht Bahn fahren kann! Heut Abend brauch ich’s Ergebnis auch nicht mehr!
P: Jetzt weißt ja gar nicht, ob‘s überhaupt noch kommt, können nicht mal den nächsten Zug in ner Stunde ins Auge fassen. Überhaupt: Sind ja dann schon drei Stunden, nur um in nächsten Nachbar-Ort zu kommen. Es geht führt nichts drum herum, man braucht Auto, Zugfahren wird immer und immer unmöglicher gemacht..
K: Wir gehn wieder zur Teststation und fragen, was denen einfällt, was die glauben, wozu wir Tests machen müssen!
P: Und wenn doch kein 3G ist?

K und P an der Info
K: Verzeihung, wir wollten nur einmal nachfragen, ob 3G in den Zügen gilt.
Junger Mann an der Info: Pff, haha, tja das - weiß keiner.
K: In den Medien wurde gemeldet, dass kein 3G mehr in der Bahn ist, aber mitten im Fahren war dann neulich doch 3G gemeldet.
Info: Joa, fragen Sie doch am besten mal die Polizei da vorne, die muss es wissen. Ich selbst komm auch jeden Tag noch mit Test, auch FFP2 - oder ob medizinische, weiß im Moment überhaupt keiner.

K: Der spinnt wohl! Grinst und macht sich lustig … Die Bahn muss doch wissen, ob sie 3G verlangt!
P: Er hat sich über die Polizei lustig gemacht.
K: Über uns!
P: Nee, über die Polizei: andauernd mit Waffen und Schlagstöcken hier breitbeinig in Panzer-Stiefeln und -Westen Leute hochnehmen, wenn eine Nase raus guckt - die muss wissen, welche Maßnahmen sie grad umsetzt.
K: Die Bahn wird doch wohl wissen, was in ihren eigenen Zügen an Maßnahmen veranstaltet werden! Der Typ hat sich über uns lustig gemacht, weil wir, wenn wir so fragen, offenbar nicht geimpft sind!
P: Er ist ja selbst nicht geimpft: hat jeden Tag Test, hat er gesagt - und das, wo er doch nur alleine hinter der Scheibe sitzt! Für Kunden mit FFP2 vor ner Scheibe muss er jeden Tag ins Testzentrum? Deshalb hat er gealbert!
K: Nee, er hat uns veralbert, denkt, wir hätten keinen Test! Haben ja tatsächlich keinen … Und schickt uns gleich zur Polizei, der ist uns blöd gekommen.
P: Der Polizei blöd gekommen! Vielleicht wurde er selber schon in seiner Glas-Kabine ins Visier genommen, jetzt schickt er alle Kunden zu denen, damit die was zu tun haben.
K: Was machen wir hier? Wir gehen doch jetzt nicht wirklich zur Polizei!
P: Ach so, wir gehen ja hin, nein, natürlich nicht!

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30. März
P: K ist jetzt positiv! Doll Rückenschmerzen und Rumpf, liegt im Bett. Sicher vom Testzentrum, sind ja so ziemlich die einzigen dichten Kontakte, sozusagen Kontaktzwang.
M: Oh, na es musste ja irgendwann kommen! Da wirds dich in zwei drei Tagen auch treffen. Ganz viel trinken!
P: Du bist fast die einzige, die noch nichts hatte, aber trotz Patienten und vielen Kontakten. Machst offenbar alles richtig.
M: Bin doch geimpft.
P: Gut, aber N ist ja auch geimpft, so viele, die es direkt nach der Impfung bekommen haben.
M: Klar, Arnulf ist vierfach geimpft und hats jetzt, sogar wirklich schweren Verlauf. Können sie wieder sagen, ohne Impfung wärs noch viel schlimmer.
P: Oder mit ists schlimmer! Bei C war es nur einen Tag, zwei Tabletten, bisschen Schnupfen, als Ungeimpfter. Und N, geimpft, schlägt sich schon drei Wochen damit herum?
M: Vier Wochen! Hat sich jetzt noch länger krank schreiben lassen, sieht garnicht gut aus. Aber überall rundrum weißt du nicht, obs besser ist mit Impfung oder ohne.
P: K hat sowas von Schweißausbrüche, drei Shirts in der Nacht gewechselt, sind am nächsten Morgen immernoch nass.
M: Genau wie bei C! Trinken, trinken!
P: Aber er hat vor allem Angst vorm Chef und Mobbing von Kollegen. Geimpfte könnens bekommen wie sie wollen, gibts noch Mitleid oder: halb so wild, ist geimpft. Aber beim Ungeimpften heißts: Siehste, hat er vom Leugnen.
M: Na, das war doch der Grund, weshalb ich mich hab impfen lassen: mitten in der Welle, in die Pandemie rein impfen, im Winter, zum dümmsten Zeitpunkt! Noch dazu, wo es hieß, harmloseres Omikron. Nur wegen der Impfpflicht für Pflegepersonal und dem Druck der Kollegen! Man fühlt sich irgendwie vergewaltigt.
P: Aber es ist doch keine Impfpflicht? Es war von Anfang an klar, dass es nur ans Gesundheitsamt gesendet wird, ob einer nicht geimpft ist, und wird dann entschieden.
M: Ja! Birgit und Foxie sind hart beblieben, bis heute nicht geimpft, und nicht entlassen! Haben uns die Geimpften gefragt: Müsst ihr jetzt nicht furchtbar sauer sein? Habt euch gegen euren Willen impfen lassen, und hättet ihrs nicht getan, wär ja auch nichts passiert. Joa, sag ich, aber ihr, die ihr so sehr überzeugt ward von der Impfung und habt auf andre Druck gemacht, seid ihr nicht auch furchtbar enttäuscht, wo ihr genauso Corona habt und manche sogar schwerer?
P: Ich wart drauf, dass sie sich entschuldigen.
M: Man kann ja mal irren, es wusste ja keiner...
P: Wie wusste keiner? Kritiker wie Bhakdi, Wodarg, Arvey wurden gelöscht! Im Mainstream verunglimpft, beleidigt. Es gab gesperrte Konten, durchsuchte Arztpraxen. Torsten Mahn wurde die Zulassung als Lehrarzt an der Uniklinik Leipzig entzogen, weil er sich geweigert hat, Patienten gegen ihren Willen zu impfen. Interview 18.11.2021. Gehst du auf Demos, bist du Leugner und Nazi. Wusste keiner? - oder meinten sehr wohl absolut zu wissen?
M: Na das ist ja klar, hat keiner was sagen dürfen. Darfst heut noch nichts sagen.
P: Nicht mal das darfst du sagen.

31. März
P: K scheints schon wieder ganz gut zu gehn, arbeitet am Computer. Jetzt fängts bei mir an mit Schweißausbrüchen. War vorhin bei der Post und mitten im Schlangestehen nass geworden, Rücken runter gelaufen, durch drei Pullover durch von innen nach außen nass, ganz leichte Schwäche, ganz bisschen Hals, also eigentlich so gut wie nichts. Soll ich trotzdem mal zum Arzt? Brauch doch den Genesenen-Status. Guck mal, mein Selbsttest: Meins wird nischt, und Ks dagegen: ordentlich - dunkler als der Kontrollstreifen.
M: Jeden Tag testen! Sobald dein Selbstest positiv ist, musst du zum Arzt. Nicht, dass es bei dir schnell vorbei ist, Antikörper-Nachweis gilt ja leider nicht für den Genesenenstatus. Bei C hat es sechs Tage gedauert, bis er sich bei E angesteckt hat.

2. April
M: Na, hast es immer noch nicht? I hats jetzt auch trotz frischer zweifacher Impfung.
P: Oh, arme I, hoffentlich gehts ihr gut.
M: Ja geht, wie erklältet.
P: Hab vorhin mich getestet: nischt.
M: Wird bestimmt noch. Haben doch bisher fast alle bekommen. Geduld und schön kuscheln.

3. April
P: Hm, mein mikroskopischer Mini-Infekt ist nun ganz verschwunden. Wird nichts.
M: Dann freu dich einfach, dass du gesund bist! Wie man sichs in normalen Zeiten immer gewünscht hat. Genesen zählt auch nur drei Monate. Und die Maßnahmen gehen allmählich zurück.
P: Hier mein Test: Meinst du, das ganz Blasse da ist was?
M: Nee, das is nischt!

6. April
P: K gings nur die zwei, drei Tage so schlecht, seitdem ganz gut, arbeitet den ganzen Tag Schriften. Auf seinem PCR-Ergebnis steht übrigens die Replikationszahl, mehr als 30 Zyklen haben sie gebraucht, um was zu finden, das ist ja, was die Kritiker immer sagen: dass man mit dieser Zahl nicht ansteckend sein kann. Trinken aus derselben Flasche, sitzen beim Lautlesen stundenlang im Faulbett dicht aneinander = viele Aerosole, küssen natürlich... hilft alles nichts.
M: Na dann freu dich einfach. Schon verrückt alles.
P: Vielleicht hab ichs ja doch irgendwann schonmal gehabt? Dann aber offenbar K nicht angesteckt?

5. April

P: Man kann‘s nicht ertragen … im Baumarkt - was meinst du, wer trägt keine Masken? Ausländer, lauter Ausländer.
K: Nu …
P: Mehr sagst du dazu nicht? Gut, Bauarbeiter in Arbeitskluft haben ernstere Sachen im Kopf. Übrigens alle russisch, also wahrscheinlich ukrainisch, so viele! Arbeiten sie etwa schon gleich hier? Und nur alle Deutschen müssen Masken …
K: Aber Maskenpflicht ist doch aufgehoben, hast du das nicht in Nachrichten gehört?
P: Was? Ach, … , nein, wie jetzt?
K: Du musst in Geschäften keine mehr tragen.
P: Nicht wahr! Alle hatten Masken, FFP2, alle! Außer Ausländer.
K: So? Aber in Nachrichten …
P: Ach, die stimmen dann wieder nicht wie bei 3G in Bahnen!
K: So, ja möglich, …
P: Alle FFP2! Hab mich sogar geniert mit Medizinischer, und mich immer umgesehn, ob ich Ermahnung kriege. Man traut sich ja, wenn einer entgegen kommt, gar nicht normal zu gucken, ich dreh immer den Kopf weg, oder bieg schnell in ein Regal ein, wo ich gar nicht hin wollte, oder seh irgendeine hoch interessante Beschreibung von so ner Bohrmaschine, dass die Haare ins Gesicht fallen müssen, damit der nicht beim Blickkontakt provoziert ist und mich angeht, weil ich nur medizinische Maske trage wie ein Arzt im OP statt FFP2!
K: Haha, dann tragen sie offenbar alle freiwillig weiter diese Masken, aus Überzeugung.
P: An der Kasse war mir ganz komisch, warum die Kassiererin so freundlich zu mir ist, wo sie doch sehn muss, dass ich nur Medizinische trage. So also doch: hätt ich gar keine tragen müssen?
K: Nee, per Gesetz nicht unbedingt.
P: Sind Ausländer die einzigen Vernünftigen?

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6. April

P: Du hattest Recht! Gar keine Maskenpflicht mehr! Man geht in die Geschäfte, einfach so!
K: War‘s denn sehr voll in der Stadt?
P: Und wie! Kaum ein Treten, alles Leugner! Lass von Zehn noch einen Maske tragen, aber 90 Prozent sind Leugner!
K: Sag ich doch! Husten und kotzen einem wie früher über die Schulter, wenn sie anstehn! Wie die Kollegen am Tisch im Büro! Hauptsache nichts gegen die Maßnahmen, glauben musst du dran.
P: Puh, mal setzen, gar nicht gut, durcheinander.
K: … wer da nicht durcheinander ist!
P: Wenn ich einen Schritt Richtung Ladentür gemacht hab, hockte mir ständig ein Schreck in den Gliedern, dass irgendwas fehlt. Ohne Maske musst ich stehn bleiben und mich umsehn, wie‘s die andern Leute machen: hab ich was vergessen? - was verloren - falsch eingesteckt - Tasche wühlen - alles noch da? Schlüssel, Geld, Ausweis, ist das eine Scheibe oder ein Eingang, muss ich FFP2 oder medizinische, muss ich eine Reihenfolge einhalten, was registrieren, scannen oder „einchecken“ - Sachen, die man hier noch nie machen musste - und dann Korb nehmen oder Wagen, soll ich was desinfizieren? Falschen Eingang, Pfeil übersehn? Ob ich überhaupt in eine Abteilung einbiegen darf, oder nur geimpft, ob die Rolltreppe hoch oder runter geht, was macht die linke Hand, rechte Hand, linkes Bein, rechtes Bein - ich konnte nicht mal normal laufen! - irgendwen falsch angeguckt, Maske fehlt … und kaum einen Schritt vorwärts gekommen, hab ich mich vom Regal erschrocken, weil ich nicht vorher genau, bewusst eingeplant hab, was für Ware in diesem Regal liegt - war ich von der Zahnpasta erschrocken! Und der Schreck war noch gar nicht überwunden, kamen schon Haargummis und Shampoo, und über Blau hab ich mich erschrocken und weiße Schrift, einfach über alles. Ich wusste gar nicht mehr, wozu ich in die Stadt gegangen bin und was ich eigentlich suche. Und immer wieder geguckt, ob die andern wirklich keine Masken haben, oder ich kriminell bin. Und dann war ich irritert, wie nett die Gesichter aussehn. Obwohl man zu jeder Zeit Gesichter in den Straßen gesehn hat, war mir im Laden jetzt, als säh ich seit Jahren das erste mal Gesichter. Und dann schien mir neu, dass sie alle so dermaßen verschieden aussehn, man kann gar nicht einplanen, wie der nächste aussehn wird, ich wusst nicht: ist das gut oder gruselig? Und dann hab ich meine Ware schon in die Tasche sortieren wollen statt in den Korb, mitten im Laden, noch gar nicht bezahlt! Was ein Schreck! Ich dacht jetzt Diebstahl, Security, Polizei, Psychiatrie. Alles, weil die Maske nicht drauf ist!
K: Geht mir doch ähnlich! O, wenn so schlimm ist, hättest sie doch erstmal weiter aufgesetzt, paar ganz wenige tragen sie ja noch.
P: Nee, bloß weg damit! Und alles ja nur, weil’s so unbegreiflich ist, nicht so, dass du hättest mit Verstand dir denken können, warum du in leeren Hallen auf Pfeilen laufen musst und Masken brauchst, wo nebenan in Kneipen - unter Polizeiaufsicht - die Nächte durch gesaut werden. Und mal brauchst du allein auf leerem Platz abends in einer Lockdown-Stadt Maske im Freien - nimmt dich Polizei hoch, wenn die Nase heraus blitzt - und im Park nebenan Massenparties zu Hunderten, das soll die Seuche einzudämmen geholfen haben, und das musst du glauben, sonst bist du Leugner. Ein ander mal darfst du als negativ getesteter gesunder Mensch nicht in Läden, nur Geimpfte dürfen ungetestet alles verbreiten, und trotzdem „Pandemie der Ungeimpften“. Und immer was Neues, weil man angeblich das Virus nicht gekannt hätte. Da bei allem der Verstand und die eigne Wahrnehmung so hinderlich sind, tut man besser daran, blind und dumm zu werden. Meinst du, das wird wieder, oder ist man jetzt völlig verrückt geworden?
K: Klar wird das wieder, paar mal so ohne Maske in die Stadt, wird man sich gewöhnen.
P: Aber es sind alles dieselben Leute, denen du bis eben nichts sagen durftest, die dich nicht rein gelassen haben, für die du Gefährder warst und Nazi, und jetzt? Bin ich nicht noch derselbe Mensch? Auf einmal bin ich ok?

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„Russlands Präsident Wladimir Putin begründet den Krieg gegen die Ukraine mit der Expansion der Nato.“ dwn.de, 9.5.

Ob Putin ungeimpft ist?
„STUDIE. Ukraine-Krieg: Mehrheit der Ungeimpften glaubt an eine Verschwörung […]
die NATO habe Russland so lange provoziert, dass dieses in den Krieg ziehen musste […]
Besonders auffallend an den Ergebnissen ist, dass Gegnerinnen der Corona-Maßnahmen und Impfverweigerer besonders offen für derartige Aussagen [sind]. Denn während gerade einmal 14,5 Prozent der Geimpften Verschwörungserzählungen rund um den Ukraine-Krieg zustimmen, sind es unter den Ungeimpften über 56 Prozent.“ derstandard.at, 7.5.

„Grünen-Wähler kaum betroffen. Verschwörungsmythen zu Ukraine-Krieg vor allem unter AfD-Wählern und Ungeimpften verbreitet“, tagesspiegel.de, 5.5.

„Wo Corona-Leugnung vorher das Thema war, wird nun der Angriffskrieg gegen die Ukraine verschwörungsideologisch aufgeladen“, CEMAS-Geschäftsführerin Pia Lamberty, n-tv.de, 6.5.

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Anspruch auf Krieg
„Ein Land übt mentale Kriegsverweigerung.“ Eine Kolumne von Hendrik Wieduwilt, n-tv.de, 6.5.

„Warum die Älteren so große Angst vor dem Atomkrieg haben. Unter denen, die gerade besonders laut vor einer nuklearen Eskalation des Ukraine-Krieges warnen, sind auffällig viele Ältere: Die Babyboomer-Generation ist aufgewachsen mit der Angst vor der Apokalypse. Millannials dagegen fällt der Ruf nach Waffenlieferungen leicht - zum Glück.“
Peter Huth, welt.de, 1. Mai.

K: Schreib doch das „Futuristische Manifest“ dazu, „Wir wollen den Krieg verherrlichen - diese einzige Hygiene der Welt“, „Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.“ Jugend! Technik! Gewalt!
P: Ja, aber die wollten damals wenigstens provozieren, und sagten, dass sie den Tod wollen. Heut nennen sie‘s Solidarität und fühlen sich angegriffen und meinen, sie retten Leben.
K: Zeichne doch die Demos! Wie die Jugend da steht für Waffenlieferung! Das hat‘s mein Leben nie gegeben. Dass du blöd da stehst, wenn an dritten Weltkrieg denkst. Ich gehör eindeutig zu den Alten.
P: Vielleicht ist uns eine wissenschaftliche Studie entgangen, wonach Atomkrieg dem Klima hilft.
K: Dass Staaten nicht mehr neutral sein können! Die Uni Leipzig hat ein neues Fach eingeführt: „Ukraine-Kompetenz.“ Ein weltberühmter Chefdirigent wird entlassen, weil er nichts gegen Russland sagen wollte, Sänger dürfen nicht auftreten, Sportler nicht zur Olympiade, alle immer die richtige Einstellung, kein rechts, kein links, nur eine Richtung, was auch immer angepackt wird: ob Energie, Maßnahmen, Krieg, dass sogar eine Partei, die gegen Atom gegründet wurde, sich umkehrt für Atomkrieg, jeder, alles wird durchdrungen: Politik, Kunst, Bildung, Medien, Polizei, Militär, bis hinunter zu jeden einzelnen - Totum.
P: Totalitarismus?
K: Nein, das hast du falsch verstanden, sie sagen das zwar genau so: „keine Neutralität, keine Alternative“, aber sie nennen es Vielfalt, oder Demokratie, Freiheit, so etwas in der Art.
P: „Frieren für die Freiheit“ …
K: Wir sollen Waffen liefern, die wir gar nicht haben, müssen wir investieren und die erst herstellen! Jahrzehnte kein Geld für Arbeiter und Renten, um Cents ging‘s da! Und jetzt Unsummen für … nein, immer noch nicht für Renten!
P: Ob sie mit Corona jetzt fertig sind?
K: Ach wo, der sogenannte Krieg gegen Corona geht nahtlos in Krieg gegen Russland über. Erst dass kein Mensch sterben darf, und jetzt schreiben Studenten, wie sie in Krieg ziehn wollen! Es gab doch tatsächlich Aufrufe, wenn deutsche Soldaten nicht dürfen, weil wir nicht Kriegspartei sind - dass wir privat da hin fahrn und rum schießen sollen. Stell dir vor, wir wären wirklich im Krieg, Deutsche gegen Russen, und kämen aus aller Herren Länder, die gar nicht im Krieg sind, die Jugendlichen hier her, um, in welche Richtung auch immer sie‘s grad für gut befinden, auch noch hier herum zu schießen. Ein Land, das Fremde dazu einlädt oder aufruft, liefert die eigne Bevölkerung fremder Anarchie und Willkür aus.
P: In Weimar haben sie Mails gesendet, dass sie Busse organisieren und hinfahrn, und jeder soll spenden - besonders Masken, und der Ukraine Beistand leisten. Die Ukrainer verlassen praktisch das Land und sind jetzt hier, und deutsche Studenten fahren hin.
K: Kriegstourismus.
P: Aber Corona ist am verschwinden, oder? Mein Tagebuch ist fertig.
K: Von wegen! Herbst geht‘s weiter. Lauterbach hat schon angekündigt, dass Corona noch schlimmer werden soll! Hundert Milliarden gibt‘s Geld - für Krankenhäuser? Nein: für Waffen! Krankenhäuser werden abgebaut. „Schweres Gerät“ - Beatmung für die eigenen Patienten? Nein: Panzer für Fremde! Und dann Triage-Gesetz, dass man Ungeimpfte nicht behandelt, weil sie Schuld an Überlastung wären. „Jedes Leben zählt“?
P: Hast du gehört: Soviel wie Impfstoff gekauft wurde, plant die Politik offenbar sechs, sieben Impfungen für jeden. Vor paar Wochen erst wieder neu eingekauft! Wo Bundestag jetzt gegen Impfpflicht gestimmt hat.
K: Impfpflicht wird kommen! Wozu sonst Impf-Pass?
P: Wer weiß … Bin ja kein Journalist und muss keine „Wahrheit“ verkünden - zeichnerisch sieht alles aus wie immer, Masken nur noch in Zügen und Uni - kann das Tagebuch wenigstens pausieren.
K: Kriegsbilder!
P: Was, soll ich etwa Panzer malen? Die hat man im Moment nur aus den Medien, wär‘s reine Mediensache.
K: Kannst ja weiter machen, wenn der Krieg an unsrer Haustür ist.
P: Bei Corona war‘s die Dissonanz zwischen dem, was man auf der Straße sieht, und dem im Fernsehn. Was man nicht so hat sehn dürfen, und wie man‘s hat sehn sollen. Selbstgenähte Baumwollmasken zum Beispiel, oder aus Feinstrumpfhosen - wer‘s für Unsinn hielt, war Leugner, aber wer‘s später für Unsinn hielt, war verantwortungsbewusst - kamst du damit nirgends mehr rein. Oder Masken im Freien in menschenleerer Lockdown-Stadt, und im Winter darauf bei viel, viel „höheren Zahlen“ brauchte keiner mehr Masken im Freien. Wenn du damals protestiert hast gegen den aufkeimenden Ruf nach Impfpflicht, warst du Schwurbler, weil‘s angeblich keiner vorhätte - die Stimmen für Impfpflicht, die du überall gesehn hast, gäb‘s angeblich gar nicht - und kurz danach warst du Schwurbler, wenn du nicht für Impfpflicht warst. Aber nicht, dass du Recht hattest, wenn du damals sagtest, was heut gesagt wird. Nee, für damals bist du weiterhin Covidiot - wirst nicht rehabilitiert. Aber wer heut sagt, was Leugner damals sagten, ist wiederum kein Leugner. Leugner bist du also nicht gemessen am Inhalt, sondern ob’s grad angesagt ist, heute so, morgen so.
K: Hörigkeit.
P: Zeichnerisch gesehn muss der Mensch ein Spiegel sein. Reine Oberfläche. Schlecht ist, wenn er‘s durch den Kopf gehn lässt, dann wird‘s nämlich durch Wahrnehmung und Denken zerhobelt und anders zusammen gesetzt und verfälscht ausgeschieden. Was du siehst und denkst und wiedergibst, ist falsch - Kunst ist falsch. Du musst immer nach der Wissenschaft gehn, getreu widerspiegeln.
K: Und Impressionismus? Objektiv darstellen? Besser noch Cézanne? Oder Pointillismus, Wissenschaftlich malen.
P: Das war nach eigner „reiner Wahrnehmung“, sehen. Nicht mal das sollst du: Heut traust du nicht den eignen Augen, musst immer erst Nachrichten hörn, damit du weißt, was du draußen rundherum sehn sollst, und nicht was unbewiesenes selbst Gedachtes schwurbelst.
K: Es wird ja eifrig geforscht am Transhumanismus: kann man dem Denken und Empfinden besser auf die Sprünge helfen. Wenn man Chips implantieren will gegen Magersucht, damit man Essverhalten und Psyche steuert, muss das auch für den Künstler funktionieren.
P: Ah ja, das ist gut, damit er nicht unter seiner ewig abseitigen Wahrnehmung zu leiden braucht. Damit er aufhört mit dem ewigen „Verfremden“, damit er wahrheitsgemäß der Wissenschaft folgt und Faktenchecks stand halten kann.
Da fällt mir ein: Woher kommen die Vorschriften, denen man, erst so und dann dem Gegenteil folgen soll: Da muss ja jemand was gedacht und angesagt haben, was jeweils als richtig gilt, heute dies, morgen das Gegenteil, immer so, dass jemand andres, der sich ebenfalls selbst was gedacht hat, falsch liegt. Auch wenn‘s heute richtig ist, was er gestern gedacht hat, ist er falsch, Leugner. Aber der Ansager, der immer weiß, was richtig ist, ist im Dunkel - ob er eine Dynamik ist, ein System, wäre sozialpsychologisch, massenpsychologisch hoch interessant. Interessant auch, warum du nach diesem Ansager nicht fragen darfst: „Verschwörungstheorie“. Als wär‘ so eine Entwicklung was Heiliges, dass du‘s nicht ansehn darfst, aber irgendwer oder was darf selbst denken und ansagen, er hat immer Recht, du immer Unrecht. Du musst nur Spiegel sein, damit auch du Recht hast. Am besten geht‘s dir, wenn du die Fähigkeit besitzt, trotz eignem Denken das Angesagte getreu zu kopieren, oder besser noch: das selbst Durchgedachte zu einer Steigerung des Angesagten zu machen, ein schmeichelnder Spiegel zu sein. Dann wiederum ist das Selbst gedachte nicht falsch. Vielleicht sogar besonders wissenschaftlich.

„Ohne Zweifel ist die gegenwärtige Wissenschaft ausgezeichnet geeignet, unserer zunehmenden bürokratischen Gesellschaft als Theologie zu dienen.“ Simone Weil 1933

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26. Mai, Himmelfahrt, Im Zug

Das erste, was ich vor zwei Jahren dachte, war: Endlich mehr Wagen für die Bahn! Durch Corona wäre die Bahn gezwungen, zumindest an Ausflugswochenenden, zu Himmelfahrt, so viele Plätze anzubieten, dass nicht Leute ohne Durchkommen in den Gängen aufeinander stehn. Oder wer könnte davon ausgehen, dass man auf Jahre nicht den noch so kleinsten Ausflug in Nachbar-Orte wagen dürfte? Niemanden mehr besuchen, nur zur Arbeit, sobald man frei hat, nur zu Hause sitzen, oder im Home-Office immer nur zu Hause, bemühte Fahrrad-Ausflüge durch Großstadtstraßen an lärmendem Autoverkehr. Aber was ein Irrtum! Nicht ein einziges Mal kam die Bahn auf die Idee. All die Milliarden vom Staat, nicht für Bahnen, nicht für Pflege, nur für Lockdown und geschlossene Geschäfte. Für Impfungen, wo kritische Ärzte von Anfang an erklärten, dass die nicht viel helfen können. In Bahnen Quetschen wie eh und je, zu keiner Zeit während Corona war kein Quetschen an Feiertagen. Ich nehme an, die Nachrichten, Politiker und Experten fanden‘s so ok, sonst hätte man‘s irgendwann mit selber Empörung gemeldet, wie diese Schlagzeilen, dass verantwortungslose Kinder auf Spielplätze gegangen sind und damit Risikogruppen gefährdet hätten.
Ich werde ausnahmsweise nach einem Foto malen, denn direkt live im Waggon-Flur stehend, ist selbst kein allerkleinstes Aquarell mit Mini-Farbkästchen zu machen, zwischen dampfenden Leuten freihändig ohne Haltestange in Reichweite, wackeligste Schaukelgleise, ich glaub, die Transsibirische fährt weicher, eingeklemmte Füße zwischen Gepäck, dass man kein Schrittchen stolpern darf, oder wem auf der Erde sitzendes auf die Finger tritt. Zwei planmäßige Umstiege, drei Züge also, zwei von den Dreien defekt: Der eine muss alle paar Abschnitte mitten auf der Fahrt halten, aber kommt, mit voller Stunde Verspätung (drei statt zwei Stunden Fahrzeit), immerhin an, der andere kommt gar nicht an, bleibt irgendwann einfach stehen und setzt die Leute aus, in Heidenheim an der Brenz. Wie wir ausgestiegen sind, Menschen über Menschen aus so einem kurzen, kleinen Zug - und die haben da rein gepasst? - schauen wir wie Kinder, als Mary Poppins ganze Kleiderständer, Zimmer-Bäumchen und Stehlampen aus ihrer Handtasche hervor geholt hat. Und all diese Leute aus übervollem Zug sollen in den nächsten übervollen Zug Stunde später auch noch mit dazu steigen - physikalisch vollkommen ummöglich, es sei denn, man dürfte sich außen an die Wagen dran hängen, oder aufs Dach setzen wie in Indien, was allerdings nicht erlaubt ist, und wahrscheinlich doch nicht gereicht hätte. Wir und einige Leute mit Koffern machen sich statt dessen schöne Stunden in dem Ort und hoffen auf einen späteren Zug, was sich angesichts der imposanten Burg sehr lohnt! - Man kann die marode Bahn deshalb als Entschleuniger, als „Chance“ betrachten, wie man heut alles, was sich Richtung Mittelalter bewegt, gern als Chance begreifen möchte.
Wir stellen uns manchmal vor, man könnte in Zukunft schienentaugliche Handwägelchen im Baumarkt kaufen, die sich jeder hinten an die Bahn dran hängt, weil die Bahn kein Geld hat.

„Wie viele Menschenleben darf es kosten, ohne Maske vor dem Joghurtregal im Supermarkt zu stehen? Wir sollten ehrlich sagen, was uns unsere Bequemlichkeit wert ist: viele Tote, jeden Tag.“, „Wie viele können sterben, damit ich nicht mehr dauernd unangenehm kitzelnde Teststäbchen in der Nase habe?“, Justus Bender, faz.net, 25.4.

Ulm

Hypermodernes Hotel.
Wir haben‘s im Internet gefunden, Zimmer für 116 Euro, nicht gleich gebucht. Paar Minuten später noch mal rein geschaut - jetzt 136 Euro, dasselbe Zimmer? Es gibt doch diese Algorithmen, die dein Verhalten registrieren, und wenn du auf ein Waren-Angebot zweimal drauf guckst, sehen die, dass du ziemliches Interesse hast, und machen den Preis höher, dass du denkst, beim dritten mal wird‘s noch teurer, kauf jetzt! Aber uns macht sowas nur noch zögerlicher, und online bestellen möchten wir unter diesen Umständen schon gar nicht mehr. Wo ist die Telefonnummer? Ruf doch mal an - ich werd sagen, ich seh grad das Zimmer für 116 Euro, das würden wir bitte buchen - ja, aber wenn es heißt, 136, nimmst es trotzdem. Ich rufe also an - freundliche Computerstimme: Wenn Sie dies wünschen, drücken Sie die Eins. Wünschen Sie das, drücken Sie die Zwei, wenn Sie persönlich mit der Kundenrez ... - schnell 3 gedrückt - kurz warten, „Guten Tag, Me-and-all-Hotel, Rezeption, was kann ich für Sie tun?“ - Guten Tag, ** mein Name, ich sehe hier Ihr Zimmer-Angebot für 116 Euro und würde es gerne buchen. - „Ja, haben Sie übers Internet geschaut, da können Sie es online buchen.“ - Oh, ich dachte, der Einfachheit halber ruf ich kurz an, ob Sie es möglicherweise … - „Ja Moment, ich leite Sie weiter zum Buchungs-Service.“ - Warteschleife mit - Musik kann man das nicht nennen …, wobei man entspannen soll, ist sicher gut gemeint, wenn man möglichst ganz lange entspannen soll, ich sitze lange so mit dem Hörer am Ohr. Christoph wundert sich schon, ich spaziere im Zimmer herum, schließlich meint er, ich soll auflegen, die wollen nur übers Internet gebucht haben, hypermodern! Mit PayPal oder Kreditkarte, so haben wir‘s dann doch genommen. Irgendwann werden die Algorithmen prüfen, wer welche Ware sucht, und wird der Preis jedem anders angezeigt, andere Angebote oder für schlechte Menschen gar nichts.

Die Zugreise habe ich bereits beschrieben, nun Ankunft im Hotel:
Zahlung, bevor man das Zimmer überhaupt gesehen hat - was uns in andern Hotels oft verwirrt: Dieses Misstrauen, der Kunde könnte das Zimmer reklamieren, wenn etwas defekt ist, und nicht erst zahlen.
Was hier so besonders ist, ist die Zahlung ausschließlich digital, mit Karte! „BITTE DENKT DRAN: WIR SIND BARGELDLOS! Lasst uns digital sein ♥“, meandallhotels.com.
Das gesetzlich anerkannte, staatlich vorgeschriebene echte Geld - nämlich Bargeld - wird gänzlich abgelehnt, boykottiert! Hunderte Euro in Scheinen, mir von der Bank gegebene, sind plötzlich einen Schiss wert, dafür bekommst du hier gar nichts!

Ambitioniertes Logo, es ist so besonders und zeitgemäß, dass wir uns direkt Gedanken drüber machen: „Me And All“ ist in die Sterne geschrieben, als Sternbild wie Orion oder Fische. Der Weltraum- und totale All-Anspruch setzt sich fort in der Attraktion des Hauses: Das sogenannte „Über“, womit die coole Sprache der Studies aufgenommen wird, akademisch, und gleichzeitig ganz weltlich zur Bezeichnung des Übergeschosses für die Lounge, 8. Etage, mit Blick „über“ die Stadt.
Unser Zimmer ist hervorragend, ebenfalls mit bestem Ausblick, Hotel brandneu gebaut, schlankes Design, ich nehme an, dass jeder hier glücklich ist.

27. Mai, Das „Über“

Heut Abend sind wir hungrig ins Zimmer gekommen, die Lokale der Stadt alle ausreserviert, überfüllt, da werden wir neugierig aufs „Über“. Oben im Flur frische Zugluft, Eingang, Tür weit offen, und eine Tafel - nein nicht 3G, oder diese und jene Verpflichtung - nur, dass man platziert wird. Wir werden freundlichst, ja freudig empfangen, wie Lieblingsgäste einer Party - aber, ob wir reserviert hätten - nein - wobei man uns jetzt recht scharf darauf hinweist, dass für uns kein Tisch mehr frei wäre, gern aber draußen im beliebten Freisitz. Wir sehen’s uns an: Ist sehr kalt und zugig. Oder an einem langen Gemeinschafts-Tisch am Eingang, wo man auf Hockern ohne Lehne oder halb stehend sich zwischen die Leute schieben darf, im Durchzug der offenen Türen, was wir dann dankend annehmen. „Hier haben Sie unseren Scan-Code, den scannen Sie bitte einmal ein …“ - mir fährt der Schreck durch die Glieder: Kontaktverfolgung? Nein: „dort finden Sie unsere Speise- und Getränkekarte, ok?“ - Wir sind erleichtert und beschäftigen uns mit Scannen. Gibt es Apps, die solche Codes erkennen?: Schwarz auf nicht gerade hellem grün, in halbdunkler Bar-Atmosphäre, in glatter Plastikhülle die Lampen spiegelnd. Wir probieren, es in allen möglichen Winkeln zum Licht - Es klappt nach nur wenigen Minuten! In der Zeit kommt mir die Frage in den Sinn, ob es wirklich umweltfreundlicher ist, keine Karten mehr auf Papier zu drucken, dass jeder Mensch mit Smartphone oder Ipad ankommen muss, Silicium, Kobalt, „In den vergangenen zehn Jahren verschlang die Smartphone-Produktion laut Greenpeace weltweit 968 Terawattstunden Strom, das entspreche der kompletten jährlichen Energieversorgung Indiens.“, Manfred Santen, Elektronik-Experte von Greenpeace, heise.de. Die Digital-Sünde können wir wieder wett machen, indem wir von der digitalen Karte bestellen: „Food For Future = für jede Veggie Burger Bestellung spenden wir 0,50 € an Click A Tree. Click A Tree pflanzen Bäume und bekämpfen nicht nur aktiv den Klimawandel. Sie schaffen außerdem Lebensraum für bedrohte Tierarten sowie Arbeitsplätze und Vollzeiteinkommen für lokale Kommunen, z. B. in Ghana.“ Tee-Sorten sind Bio, sonst alles überwiegend übliche Schlemmereien und Sünden. Nach uns kommen Leute, „Sie haben reserviert?“ - „Ja, wir sind Zimmer **“ - „Super, wir haben hier hinten einen tollen Tisch für Sie … „ - „Oh, äh, könnten wir nicht draußen im Freien?“ - „Ja gerne, auf jeden Fall, aber es ist extrem kalt heute!“ - Die Leute bestehen drauf, bekommen allerdings Heizpilze! Man möchte es warm und wohlig, aber statt in einen warmen Innenraum, will man draußen, wo es zu kalt ist - mit Heizpilzen! Zum Ausgleich kann man Food for Future fürs Klima bestellen.
Etliche Leute kommen nach uns, auch ohne Reservierung. Christoph sieht frierend in Jacke und Schal zu, wie sie aus unerklärlichen Gründen, anders als wir, sehr wohl einen eigenen Tisch hinten im Warmen nehmen dürfen, mit super schicken Sesseln unter glitzernden Disko-Kugeln. Wir beeilen uns, unseren Burger zu essen und die Getränke zu leeren, bevor uns der Durchzug an die Nieren geht, Rechnung aufs Zimmer, ach, geht ja nicht, Zimmer ist bereits bezahlt. Christoph legt einen Schein hin, die Kellnerin rümpft die Nase: „Tut mir leid, aber Bargeld geht leider nicht.“ - Was? Das ist gesetzlich vorgeschriebenes Geld! - „Nein, wir sind ein bargeldloses Hotel. Das ist schon immer so. Ich kann Sie voll verstehn, mir geht‘s auch manchmal so in der Stadt, dass ich lieber bar zahle, da hat man was in der Hand, und per Karte fehlt einfach dieses schöne Gefühl, aber ich kann Ihnen versichern, irgendwann gewöhnt man sich dran, und macht das gar keinen Unterschied, …“ - Gut, das ist die psychologische Seite, aber gesetzlich? Karte und digital sind doch nur Guthaben für dieses per Gesetz echte Geld hier. Kann man das vom Staat gesetzlich festgelegte Geld nach privater Meinung einfach nicht gelten lassen? Man kann ja nicht privat darüber entscheiden, was gültiges Geld ist, zum Beispiel Falschgeld herstellen. - „Tut mir leid, aber das ist hier so …“ - Naja, hypermodern, greift schon mal die Bargeld-Abschaffung voraus, bevor es dem WEF gelungen ist. Elon Musk! - Jetzt guckt sie uns an, als wären wir irre, als müsst sie zusehn, wie man überhaupt noch ein vernünftiges Wort mit uns reden kann, Verschwörungstheoretiker, die solche Namen in den Mund nehmen. Wir versuchen‘s ihr zu erklären: Elon Musk, PayPal? Starlink? Sie tragen doch schon Satelliten-Sterne ganz groß auf dem Rücken und laufen den ganzen Tag mit rum, „Me and All“ - „Ja gut, das sind unsre Arbeitssachen …“ - Wir wollten die Frau nicht verärgern, wer hätte denn wissen sollen, dass die Leitung ihren Angestellten nicht erklärt, welche Philosophie ihr Hotel groß und deutlich verbreitet - über dem Eingang, auf den digitalen Zimmerkarten, im Fahrstuhl, auf dem Zimmerfernseher, an Wänden, T-shirts, in Broschüren, Webseiten, Werbe-Anzeigen, … ?

„Lasst uns digital sein ♥“ - sein, nicht: Lasst uns (alles mögliche) digital tun oder erledigen, weil’s praktisch wäre. Digital sein ist eine starke Idee für Lebewesen. Wie soll man das anstellen, solange man kein mediales Übertragungs-Gerät ist. Transhumanismus? Zumindest schon mal als Idee, Identifikations-Wunsch, im Sinne von „darin aufgehen“. Neurolink?

„ALLE ME AND ALL HOTELS SIND GREENSIGN LEVEL 4 HOTELS“,
„MIT WENIGER MEHR ERREICHEN. NACHHALTIGKEIT, ENERGIEEFFIZIENZ & UMWELTSCHUTZ werden in den me and all hotels groß geschrieben. Als stolze Greensign Level 4 Hotels gehört der respektvolle Umgang mit unser aller Planeten bei uns zum guten Ton. Bei uns nutzt Ihr 100% Naturstrom, bekommt Ihr Lokales und Regionales auf die Teller, steht unter ziemlich großartigen, aber wassersparenden Regenduschen und hinterlasst mit unserem Nachhaltigkeits-Management einen sparsamen CO2-Fußabdruck.“

Weil alle diese Kategorien (Zukunft, Digitale Welt, Transhumanismus, Klima) sich mit denen des WEF decken, mit Klaus Schwabs Buch „The Great Reset“, interpretieren wir „Me and All“ auch in diesem Sinne:
„You and me“ etwa wären zwei Individuen und eine Beziehung, etwas Familiäres, wo einer für den andern etwas bestimmtes bedeutet. Aber „You and all“? Eine gewaltige All-Masse kann nicht nach einem einzelnen unbedeutenden Menschlein fragen. Ein einzelnes Menschlein kann ohne Größenwahn nicht zu allem und allen einen nennenswerten Bezug haben. Es gibt Grenzen. Es sei denn: Nach der Idee des WEF und Klaus Schwab, alles sei mit allem total vernetzt, nicht nur im digitalen Sinne. Wenn das kleinste Steinchen kippt, wankt die gesamte Weltordnung. Dass jedes kleinste Teil und jeder Mensch für die Welt Verantwortung tragen soll. Solidarität, Weltgemeinschaft - die Gesamtheit, also ein Abstractum oder Konstrukt, ein Totum, steht über dem Leben und Empfinden eines einzelnen Wesens. Diese Idee ist momentan im Alltag ständig anzutreffen.
„Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind.“, bezogen auf Corona und die Impfung
Internationales Komitee Vom Roten Kreuz, icrc.org
tagesspiegel.de, 4.2.21
Dr. John Amuasi - Interview, volkswagenstiftung.de, 29.7.21.
„Solange auch nur einer krank ist, ist niemand wirklich gesund“, Miguel de la Riva.
"Impfpflicht-wem-gehoert-mein-koerper, faz.net, 3.12.21
Niemand darf ausscheren im Kampf gegen einen großen Feind: „Wer neutral bleibt, ist auf der Seite des Unterdrückers“, „This is about all of us“, Bärbock, Ukraine.
focus.de
„Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“

„Darf ich das? Ihr fragt Euch, welche Gesetze und Regeln für Eure Reiseziele im Augenblick gelten?
Die ‚Darf ich das?-App‘ gibt Euch einen guten und aktuellen Überblick, gefiltert nach Orten und Themen. Ganz easy, ganz aktuell und ganz ohne Registrierung.
Weitere Informationen findet Ihr außerdem auf der Webseite der Bundesregierung.
Direkt downloaden könnt Ihr hier:
Download im Google Play Store
Download im AppStore“ meandallhotels.com/darf-ich-das.html

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28.5., Museumscafé Ulm

Masken hat man sich schnell wieder abgewöhnt. Menschenmassen gibt es mehr als jemals, ungehemmter, ungehobelter. Mir scheint, die Maßnahmen haben die Idee gesät, dass man immer genau das restlos ausnutzen muss, was noch erlaubt ist: Kaum sind die Maßnahmen gelockert, muss man sich zu Leibe rücken und anhusten und anschnaufen, was man sonst nicht machen würde. In fast menschenleerem Museum muss man sich ausgerechnet in einer einzigen Abteilung zusammen ballen. Vielleicht, weil einer sich alleine vorkommt. Sobald er einen andern sichtet, muss er sich an den dran hängen, und der erwartet es auch, und je mehr da sind, desto Wichtigeres wird’s wohl dort zu sehn geben. Erst einer dauernd am Rotzen, Schnaufen und Hochziehn, ohne dass er‘s eigentlich nötig gehabt hätte, dann eine inbrünstig in den Raum niesend, weil die Schilder mit Armbeugen nicht mehr da sind, und noch wer am Pusten, als wollte er seine Langeweile ausblasen. Wann hätt‘s uns je was ausgemacht? Es ist nur: nach zwei Jahren „Leugner“-Dasein, wo du angebrüllt, kontrolliert, vor die Tür gesetzt wurdest, …
Im Museumscafé staunen wir nicht schlecht, als ein alter Mann durchaus an den Maßnahmen festhält, nicht nur aus Gehorsam, sondern weil er aus eigenen Stücken an ihre Sinnhaftigkeit glaubt: Es ist nämlich keine Maskenpflicht mehr, aber er trägt streng eine FFP2! Dass man ganz schlechtes Gewissen bekommt. Setzt sich zu einem Kumpel an den Tisch, nimmt die Maske ab, das ist merkwürdig. Ein Dritter dazu. Der Alte gibt die Bestellung auf, aber kurz nachdem die Kellnerin gegangen ist, fällt ihm noch etwas ein, er geht zur Theke und an einem fremden Tisch von fünf Leuten vorbei - zu unserer Überraschung ohne Maske - von ihrem großen Zottelbär-Hund fasziniert, mit dem er schäkert, und schwatzt in der Art glücklicher, ungehemmter Opis, laut mit hingerecktem Kopf - reckt den Kopf über den fremden Tisch, dicht an die Leute. Ansonsten vernimmt man ihn mit den beiden Kumpels über alles Mögliche reden, auch über Corona, und durchaus völlig gläubig.

Christoph: Ja, ich dachte erst, der arme Mann mit FFP2, der nichts riskieren will, wahrscheinlich vorgeschädigt, schwer krank, auf einmal sitzt er da und brüllt immer so laut, dass dem das Rührei aus dem Mund fliegt! Hast nicht gesehn? Flog immer über den Tisch, dem Kumpel war das unangenehm, der sagte immer, „jetsch isch doch mal, dasch Rührei wird kalt“. Aber der konnt nicht anders, als immer schwatzen, und die Schwaben sind doch besonders Corona-untauglich mit dem ständigen „sch“. „Hascht des ghört“, „a tüchtig Portion“ wollt er haben, und dann immer das Rührei über den Tisch gespuckt! Söder hätte Schwäbisch verbieten müssen! Kretschmann!

Es gibt diesen Glauben also wirklich: FFP2 ist nötig, solang man allein über Flure geht, aber in Gesellschaft, am Tisch, nimmt man die Maske ab - aus Höflichkeit, Notwendigkeit?

Gates sagt, er sei traurig, dass das Virus die bessere Impfung sei

"Sadly the virus itself particularly the variant called Omicron is a type of vaccine, creates both B cell and T cell immunity and it's done better job of getting out to the world population than we have with vaccines..."

„Traurigerweise ist das Virus selbst, insbesondere die Variante Omicron, eine Art Impfung. Das heißt, es bewirkt B- und T-Zellen-Immunität und es hat einen besseren Job gemacht, sich in der Weltbevölkerung auszubreiten, als wir mit der Impfung geschafft haben. Wenn sie gründliche Studien in afrikanischen Ländern machen, bekommen sie 80% der Leute, die entweder durch Impfung oder Virusexposition [...] eine geringere Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs haben, der hauptsächlich mit hohem Alter und übergewichtiger Diabetes in Verbindung gebracht wird. Diese Risiken sind jetzt dramatisch reduziert, durch die Exposition gegenüber der Infektion. Es ist traurig. Wir haben keinen guten Job bezüglich Therapeutika gemacht. Zwei Jahre in [der Pandemie] haben wir nur EIN gutes Therapeutikum, die Impfung. Es hat zwei Jahre gebraucht um ein Überangebot zu haben. Heute gibt es mehr Impfstoff als Nachfrage. Nächstes Mal sollten wir es versuchen, es anstatt in 2 Jahren, in 6 Monaten schaffen."

Bill Gates, Münchener Sicherheitskonferenz, 19.2.
youtube.com
Ü ich-habe-mitgemacht.de

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5. Juni

Pfingsten, natürlich vollkommen überfüllte Bahnen. Wir fahren mit dem Neun-Euro-Ticket.

In den letzten Tagen hört man neben sich an Nachbartischen oft Gespräche über das Neun-Euro-Ticket. Mehr als über Ukraine, vielleicht genauso häufig wie über Corona. Einer war unzufrieden, weil es nur für Nahverkehr gilt. Andere fürchten überfüllte Bahnen. Vor allem fragt sich jeder, was Politiker und ihre „Experten“ im Schilde führen, wenn selbst die schlichtesten Gemüter - alle, die bis drei zählen können - zu allererst an vollkommen überfüllte Bahnen denken. Und daran, dass wir vor grad erst drei Monaten haben gar nicht zur Uni oder Arbeit fahren dürfen - 3G - nicht Bus, nicht Taxi, in Orten, wo es gar keine Testzentren gab! Studenten mussten mitten im Semester ihr Studium abbrechen, Alte saßen auf Dörfern fest. Nun Triage-Gesetze, und Neun-Euro-Ticket, dass alle aus ICs und ICEs sich in die Regios pressen. Und Leute, die sonst nie Bahn gefahren sind. Aus heiterem Himmel, es war kein Thema, niemand hat danach gefragt - letztes Jahr haben wir uns bei jeder Karte gefreut, wenn sie wegen der kurz gesenkten Mehrwertsteuer statt 23 nur noch 22 Euro oder wieviel gekostet hat. Man hätte gern den ganzen Preis um ein Drittel senken können, aber das wäre absolut utopisch und weltfremd gewesen. Plötzlich neun Euro nun, nicht pro Fahrt, pro Monat! Allerdings muss man sagen, dass alle sich ganz schnell daran gewöhnt haben, so wie man heut jede Verwirrung und Irritation ganz schnell akzeptiert. Es ist unerträglich stickige Luft, wenn nicht Woche um Woche, spätestens nach einem Monat, irgendeine vollkommen unerwartete Überraschung über uns kommt, die sich dann keiner erklären kann. Egal, um was es in Nachrichten geht, immer vernimmt man „Zeitenwende“, „Umbruch“, „Aufbruch“, „frischen Wind“, „Erneuerung“. Ohne Maßnahmen wäre davon nichts zu spüren, wäre ganz normaler Alltag, die Wende ist keine Beschreibung oder Beobachtung vorgefundener Tatsachen, sondern eine Maßnahme, die das Volk dann wie Wetter auf sich herab regnen lässt. Der Großteil mag diesen Regen.

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Pfingsten

K und P am Bahnhof, aus völlig überfülltem Zug ausgestiegen

K: Das sind echte Nazis! Aber was für welche!
P: … die grad um mich rum standen?
K: Mit Eichenkranz an der Gürtelschnalle. Der eine hatte ein Liederbuch in der Hand, „Schlachtruf“, „Der andere Adler“, wenn ich’s richtig gelesen hab. Super glatt gekämmt mit Scheitel, gekleidet wie aus dem Katalog!
P: Hab von da unten gar nichts sehen können. Ich saß ja nur so ungünstig auf der Erde, weil mir schlecht war, ohne Klima-Anlage in den Menschenmassen, ohne sich bewegen zu können, in dem Schwülen keine Luft und dann noch Maske drauf! Bekam ich Kreislaufprobleme, wurden mir die Beine zittrig, und andre haben sich auch schon auf den Boden gekauert. Dacht ich, bevor ich umfalle und große Aufregung ist, besser gleich da unten sitzen. Da wird man von Stehenden eingekeilt - dass die keine Masken tragen, hab ich mitbekommen, der eine prustete beim Albern über meinem Kopf herum, ich sah nur lauter Stiefel, Kniestrümpfe, kurze Hosen und Gitarren, der hatte so bayrische grüne, feine Stoffjacke und passende Mütze auf seinen Koffer gelegt.
K: Nicht bayrisch, thüringisch, „Wandervögel“ mit Gitarren und Wander-Ausrüstung. „Völkische Jugend“, wohlhabende Schicht, aus Intellektuellen-Kreisen, Burschenschaft. Statt sich in den Zug dazu quetschen, sollen sie doch wandern, wenn sie schon so tun!
P: Du hast denen aber gut die Meinung gesagt!
K: Gescheitert bin ich! Die haben so vollkommen abgefeimt reagiert, gefährliche Blicke, da hab ich lieber nichts mehr gesagt.
P: Du hast doch gut gesagt: Welche Position sie über das allgemeine Volk erhebt, dass sie keine Masken bräuchten …
K: Die waren vollkommen abgefeimt!
P: Du hast sie gefragt, ob sie‘s nicht für nötig hielten, hier die Maskenpflicht einzuhalten. Sagte der Typ: Doch, unbedingt, Masken ganz wichtig. Und die andern haben still gefeixt. Dann hast du gefragt, ob das eine besondere Art von Widerstand gegen die Staatsgewalt sein soll, und der: Nein, nein, auf keinen Fall, und immer als wenn er dir vollkommen zustimmt, aber ohne Anstalten zu machen, eine Maske raus zu holen.
K: Du hast die Blicke nicht gesehn! Dagegen ist die Antifa harmlos!
P: Und als du gesagt hast: Welches Privileg sie übers allgemeine Volk erhebt, meinte der, was Volk? Volk gibt es doch gar nicht, das sei nur ein Konstrukt. Um dich als Linken zu verhöhnen, wo es keine Völker geben soll.
So, da hören wir tagtäglich von Nazis in Medien, wenn einer gegen Impfpflicht demonstriert hat! Und du giltst Studenten als Nazi, weil du als Philologe populus mit Volk übersetzt, weil Cicero von Völkern schreibt. Aber kaum stehen dir Nazis gegenüber, weißt du gar nicht, ...
K: Die Typen hätte man raus beordern müssen, normale Bürger in der Bahn zu terrorisieren!
P: Und gleich danach drängelten sich diese Ausländer durch, natürlich auch wieder ohne Masken! Das liegt in der Natur der Sache: Nur brave, schüchterne Leute, wie V vor paar Monaten, die nicht wusste, dass über Nacht plötzlich der Genesenen-Status verkürzt worden ist, werden sofort vor die Tür gesetzt, ohne Möglichkeit einfach ausgesetzt, keine paar Kilometer weit gekommen, aber die Dreisten brauchen nur gefährlich gucken oder sich in Sitzen flegeln, wie der Araber letzte Woche, vier, fünf mal wurde er von der Schaffnerin ermahnt, aber jedes mal hat er Sekunde später die Maske wieder abgemacht, von Leipzig bis nach Nürnberg, bis er am Zielbahnhof angekommen ist, durchweg ohne Maßnahmen einhalten zu müssen. Auf fast jeder Fahrt haben wir solches beobachten können.
K: Nun, jetzt bei Neun-Euro-Ticket und verstopften Gängen kann kein Aufsichtspersonal mehr durch und Maßnahmen kontrollieren!
P: Ja, und trotzdem sieht man, wie alle braven Leute, von denen einige durchaus gegen Maßnahmen sind, widerwillig Maskenpflicht ertragen, und wenn ihnen schlecht ist, dass sie schon auf der Erde kauern und zwischen Nazi-Stiefeln sitzen. Man geht schon wie selbstverständlich davon aus, dass man als harmloser Bürger von allen Seiten auf die Mütze bekommt, von Aufsichten, von Ausländern, von Nazis, und von seines gleichen - weil unter seinesgleichen lässt der Bürger nicht durchgehen, dass Maßnahmen ignoriert werden - nur bei gefährlichen Typen lässt er‘s durchgehen, und Kontrolleure lassen‘s so durchgehen. Das liegt im Wesen der Maßnahmen: Verwirrung, Ungleichheit und Aggression, wo der Brutalste sich durchsetzt, Anarchie. Nur die Braven werden einander alle gleich gemacht, müssen sich uniform die Masken über die Nasen ziehen, und dürfen, so schlecht es ihnen in schwülen Gängen auch geht, nicht frei atmen, aber von den Dreisten werden sie umso kenntlicher verschieden gemacht, indem man’s denen ohne Konsequenzen durch gehen lässt. Was von den Maßnahmen dann übrig bleibt, ist, dass der brave Bürger allen andern unterworfen wird. Wenn er die üblen Typen sieht, geht er schon von vornherein davon aus, dass er nicht darf, was die dürfen. Es kann gar nicht anders sein. Selbst die einfachsten Leute mit schlichtesten Gemütern sind sich der Sache ganz genau bewusst, die Dreisten, ums auszunutzen, und die Braven, um sich zu unterwerfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet Politik und „Experten“ das etwa nicht wissen …

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Schönster Frühling und Sommer, Menschen wie freigelassene Vögel. Leipziger Stadtfest, turbulent wie noch nie - nur die Gothics sind noch nicht wieder ganz aus ihren Untergründen erwacht, ich versuche, die paar in den Menschenmassen schell mit Pinsel und Papier zu erwischen.

Rückschau
2020: „Gesamtzahl der Krankenhausbetten um 1,5 % gesunken“, worunter die der Intensiv-Betten um 5% gestiegen ist (Vergleich zum Vorjahr).
2020 zählten die Krankenhäuser 12 Prozent weniger Behandlungstage für Patienten als im Vorjahr. „Infolge dieser deutlich verringerten Zahl der Behandlungstage ging die durchschnittliche Bettenauslastung um 8,4 Prozentpunkte auf 68,8 % zurück.“ destatistis.de, Pressemitteilung, 20.12.21

„2-Prozent-Pandemie“
„Dass es eine flächendeckende und dauerhafte Überlastung der Krankenhäuser auf Grund der Pandemie gegeben hat, ist von der Bundesregierung im Übrigen nicht behauptet worden.“,
„Im Bericht des Beirats nach § 24 KHG (Analysen zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser und zur Ausgleichspauschale in der Corona-Krise) vom 30. April 2021 ist ausgeführt, dass im Jahr 2020 bei den nach Fallpauschalen abrechnenden Krankenhäusern 1,9 % der Betten insgesamt und 3,4 % der Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten belegt waren (S. 9f. des Berichts). “ Jens Spahns Sprecher Sebastian Gülde, auf Anfrage von Boris Reitschuster, 21.9.21.

Nur örtliche Überlastungen wären möglich (was wir eigentlich nie anders kannten): „Nicht zuletzt aus diesem Grund haben Bund und Länder zusammen mit Intensivmedizinern das sog. Kleeblattkonzept entwickelt, über das im Notfall COVID-19-Intensivpatientinnen und -Patienten aus Regionen mit hohem Infektionsgeschehen kurzfristig in weniger stark betroffene Regionen verlegt werden können.“, ebd.

„Kleeblattprinzip: 93 Corona­intensivpatienten verlegt, das Konzept funktioniert“, aerzteblatt.de, 10.12.21.

Dazu kommt
2G: Gesunde, für den Beruf täglich negativ getestete Menschen (Pflicht) dürfen Geschäfte nicht betreten, nur Geimpfte sollen das Virus ungetestet verbreiten, trotzdem: „Pandemie der Ungeimpften“.
3G: Vielerorts keine Testzentren, sodass es verboten ist, Taxi, Bahn oder Bus zu einem Testzentrum zu fahren, Alte von Dörfern kommen nicht zum Arzt, viele brechen ihr Studium ab, geben den Job auf, … - aber die meisten lassen sich, oft gegen ihren Willen, mit einem experimentellen Stoff, der nicht regulär zugelassen ist (Notzulassung), impfen.

FFP2-Pflicht, Geimpfte, Geboosterte - und: Die Zahlen gehen hoch, höher, höher, wie sie in der ganzen Zeit nicht gewesen sind.

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Auszug aus Norbert Häring
norberthaering.de, 23.5.

Affenpocken treffen unsere Regierenden nicht unvorbereitet: Ausbruch wurde schon 2021 geübt. Die globale Gesundheitspolitik, eine öffentlich private Partnerschaft aus Pharmafirmen, reichen Stiftungen, den wichtigsten Regierungen und der WHO, überlässt nichts dem Zufall. Der Ausbruch der Affenpocken, der momentan die Schlagzeilen bestimmt, wurde schon im März 2021 auf der Münchener Sicherheitskonferenz als Schreibtischübung geprobt. […]

Die Liste der teilnehmenden Organisationen und Personen überschneidet sich teilweise mit der von Event 201. Das war die Übung von Oktober 2019, bei der unter anderem geprobt wurde, wie man dafür sorgt, dass während einer covid-artigen pandemischen Atemwegserkrankung nur noch die offiziellen Sichtweisen und Informationen den allergrößten Teil des Publikums erreichen. Das war sehr nützlich und hat während der Corona-Zeit sehr gut funktioniert. […]

Szenario: Affenpockenausbruch im Mai 2022 Das Übungsszenario stellte eine globale Pandemie mit einem ungewöhnlichen Stamm des Affenpockenvirus dar, der zunächst in dem fiktiven Land Brinia auftritt und sich schließlich weltweit ausbreitet. Der Angriff mit dem Virus, der sich als Biowaffe von Terroristen herausstellen sollte, war im Szenario für Mai 2022 vorgesehen. Das ist zufällig der Monat im dem sich die Affenpocken tatsächlich in Europa verbreiteten.

Für die Übenden geht es darum, festzustellen, wie man richtig und wie man falsch darauf reagiert:

Richtig:

„Einige Regierungen, haben umgehend aggressive Maßnahmen ergriffen, um die Übertragung des Virus zu verlangsamen, indem sie Massenversammlungen verboten, sozial ablenkende Maßnahmen ergriffen und Maskenverordnungen eingeführt haben. Diese Länder haben auch groß angelegte Tests und Maßnahmen zur Ermittlung von Kontaktpersonen eingeführt und ihre Gesundheitssysteme aufgestockt, um die zu erwartenden steigenden Fallzahlen zu bewältigen.“

Falsch:

„Eine andere Gruppe von Ländern, die der Offenhaltung ihrer Wirtschaft Vorrang einräumten, wenig bis gar keine Nichtpharmazeutischen Interventionen (Lockdowns etc.; N.H.) durchführten und das Virus und seine möglichen Auswirkungen herunterspielten. Diese Länder haben in Bezug auf Krankheit und Sterblichkeit wesentlich schlechtere Ergebnisse erzielt als diejenigen, die frühzeitig und energisch reagiert haben.“ […]

Nachtrag (30.5.): Impfstoff massenhaft bestellt
Am 30.5.2022 twitterte Karl Lauterbach:

„Der bestellte Impfstoff, 40.000 Einheiten im Juni, kann für Kontakte von Infizierten und Risikogruppen genutzt werden. 200.000 Einheiten kommen später. Das Impfkonzept wird mit Fachleuten auch aus Praxis entwickelt.“

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Dollste Turbulenzen und Orgien, Massen und Sauereien überall, nur:

Christoph unterrichtet den ganzen Tag mit Maske (an Unis Pflicht), um damit die Gesellschaft zu retten - nach zwei Jahren Home-Office so nicht dran gewöhnt, hat er jetzt dauernd Infekt im Hals. Wie die Krankenschwestern ja auch. H erzählt, dass sie trotz ganzen Tag seit zwei Jahren Masken auch dauernd Infekt haben - also keine Frage der Gewöhnung. Christoph neulich Husten-Anfall, ging gar nicht zu beruhigen, Studenten sitzen dann selbstständig weiter mit Stillarbeit. Wenn der Unterricht vorbei ist, hocken sie alle ohne Masken zusammen.
Dazu bald die Pollen-Allergie, all die Jahre Tabletten, Blut im Hals, schlaflose Wochen. Sonst hat man sich den Staub unbedingt ständig aus Gesicht und Haaren waschen müssen, jetzt soll sich‘s in der Maske direkt vor Mund und Nase den ganzen Tag lang ansammeln.
Was noch? Das Raum-Klima: Billig-Architektur mit muffelig ausdünstenden Materialien, transpirierende Studenten eng zusammen, weil Personal-Einsparung, müssen so viele wie möglich auf einen Lehrer. Große Scheiben heizen das ganze zu Gewächshaus-Temperaturen auf, mit Stadtlärm direkt davor, sodass man die nicht öffnen kann, oder wenn doch, man selbst ohne Maske kein Wort versteht und ganzen Tag schreien muss. Jetzt mit Maske und drin angesammeltem Allergiker-Staub schreien.
Maskenbefreiung? Ärzte haben für solches schon Praxis-Durchsuchungen und Prozesse erfahren müssen. Vielerorts werden Befreiungen sowieso nicht akzeptiert, muss man dankbar sein, oder asozial, oder jedem seine Leiden erklären, mancher erträgt dann lieber den Hautausschlag, Augenschwellungen und -entzündungen, wobei, man soll ja nicht übertreiben, die meisten lieben Masken und haben auch keine wunden Stellen hinter den Ohren. Obwohl, so auf die Dauer, in letzter Zeit, scheint der Masken-Stolz, die Masken-Leidenschaft eher in eine Art geduldiger Verpflichtung oder Treue übergegangen zu sein, es wird nicht mehr so offensiv mit begeisterten Kugel-Augen geblinzelt, nach zwei Jahren schon!

„Blick auf den Herbst
Länder fordern Tempo bei Corona-Vorbereitungen“
„Ab Herbst könnte demnach etwa mit einer Maskenpflicht in Innenräumen reagiert werden. Zudem soll es um 2G- oder 3G-Zugangsregeln mit Impf-, Genesenen- oder Testnachweisen für bestimmte Einrichtungen gehen. Wüst sagte, das Land müsse vorausschauend bleiben im Umgang mit der Pandemie. ‚Wir würden uns alle wünschen, die Pandemie wäre vorbei, sie ist es aber nicht und deswegen wollen wir gemeinsam die Vorbereitungen treffen, um gut vorbereitet zu sein für den nächsten Herbst und Winter.‘“
n-tv.de, 2.6.

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10. und 11. Juni

Wir sitzen beim Bachfest. Stimmung noch besser als letzte Woche Stadtfest. Beim Stadtfest eher „Prolls“, aber beim Bachfest überlegt Christoph fasziniert, wie oft ein bedeutender Vertreter der Musik oder Theorie hier wohl vorüber läuft, ohne dass sich einer nach dem umdreht, weil sein Gesicht nur Fachkreise kennen.
Den Auftakt bildet das Ukrainische Jugend-Orchester. Ob es auch aufgetreten wäre, wenn das mit der Ukraine gerade nicht wäre? Es spielt sehr zögerlich, Christoph rückt unzufrieden auf seinem Stuhl umher und meint, es liege an der Dirigentin, Café-Gäste plaudern teilnahmslos, alte Freundinnen, Art Lehrerinnen, machen ihre eigene Tisch-Party und lachen kreischend, als haben sie noch gar nicht bemerkt, dass ein Orchester spielt. Von irgendeiner Ecke am Markt dann tosender Applaus, wie für Micheal Jackson, standing ovation für die Ukraine, wovon alle überrascht aufblicken und wie nach Ermahnung anständig mitklatschen. Dank-Sprechung der Moderatorin und ganz besondere Verehrung für die Ukraine.

Das weitere Bachfest dann nicht mehr so pathetisch, Schuldgefühle abgelegt, ein Fest der Musik, Schwung, Melancholie, Tanzbeine, Tränen …

Sakraments-Empfang

Nachrichten sind auch eine Art Gottesdienst, man muss regelmäßig rein schauen und sich vergegenwärtigen, was wir nicht wahrnehmen:

„Nukleare Kapazität ist unsere Lebensversicherung“: CDU-Chef Merz
„Es dürfe da ‚keine Tabus mehr‘ geben.“
tagesspiegel.de, 3.6.

„Annalena Baerbock warnt vor europäischer Kriegsmüdigkeit“, www1.wdr.de, 1.6.

„Strack-Zimmermann: Bundeswehr braucht ein Feindbild“, „Wenn es nach dem Willen von FDP-Politikerin Strack-Zimmermann geht, sollte die Bundeswehr neu ausgerichtet werden. Helfen könnte ein neues Feindbild.“ merkur.de, 31.5.

„Was wir brauchen - das mag martialisch klingen - Sie brauchen, um aus Sicht der Bundeswehr zu agieren, ein Feindbild», sagte die FDP-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Russland sei in den letzten Jahren der Appeasement-Politik nicht mehr als solches empfunden worden. «Jetzt wissen wir, wie ein Feind aussehen könnte, in diesem Fall aussieht. Und deswegen muss auch die Nato angepasst werden an das Thema China, was passiert mit dem Iran, wie gehen wir weiter mit Russland um», sagte Strack-Zimmermann. «Das heißt, Sie brauchen ein Bild eines möglichen Feindes, der unsere Freiheit und Demokratie beseitigen will. Und das sehen wir jetzt gerade.» Darauf fußend würde man dann eine Bundeswehr um- oder aufbauen.“ strackzimmermann.de, 31.5.

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Okkupanten

Kein Tisch ist hier sicher, Gruppenstärke entscheidend. Wir haben viel Erfahrung: Du erlaubst fremden Leuten, sich mit an deinen Tisch zu setzen - da sitzt du also plötzlich als romantisches Pärchen mit doppelt dicken Wesen Auge in Auge, die dir spreizarmig die Achseln präsentieren. Sie starren dich unentwegt wie einen Fernseher an, kommentieren, wie du was malst, und dass ihre Tochter wie Bob Ross malen könne. Weil sie nun den Ausblick und dein Bildmotiv verdecken, packst du schüchtern das Mal-Zeug weg, Bild unvollendet, verdorben, und spürst ihren verblüfften Vorwurf, ob deine Beendigung der Show Stunk andeuten soll, weil du doch wohl nicht wegen ihnen aufhörst. Oder sie wackeln am Tisch, dass dir Bier auf den Laptop schwappt. Und wehe du bist alleine, wie Christoph mal, da zückten die Okkupanten ihr Handy: „Ja, wir haben einen Tisch gefunden!“, worauf aus Zweien, die er erlaubt hat, plötzlich Sechs geworden waren (an kleinem Tisch), denen er mitten dazwischen saß, als würde er dort (mit Buch und Schreibarbeit) stören.
Ein andermal fangen die Tischgesellen zu rauchen an - der Qualm zieht einem schnurstraks auf den Salatteller oder Kuchen drauf, und schwadert den Nichtraucher in dicke Wolken ein - die Raucher selbst sitzen völlig un-eingeräuchert, weil‘s direkt von ihnen abzieht, und sind auch nicht grad am Essen. Da klopfte Christoph einmal auf den Tisch, gerade, wo sie ihre Zigaretten anzünden wollten: so nicht, was die Tischgesellen entsetzt hat: sie würden sich doch nichts vorschreiben lassen. Bis die Kellnerin klar stellte, dass hier im Freien Rauchen erlaubt sei, das sei vollkommen in Ordnung. Gewissermaßen „vergewaltigt“ konnten wir‘s so nicht länger aushalten, und mussten bei noch vollen Gläsern zahlen und gehen. Von vielen Malen gutmütiger Zustimmung, andere mit an unseren kleinen Tisch zu lassen, ist es eigentlich nie gut ausgegangen. Auch sonst haben wir oft beobachtet, wie alleinstehende alte Frauen im Handumdrehen weg geekelt wurden. Oder scheue Liebes-Pärchen mitten im Kennenlernen. Oder Tochter mit 90-jährigem Papa, die sich offenbar sehr selten sahen und einen Anlass hatten.
Aber wir sind ja nicht blöd und sagen seit einiger Zeit grundsätzlich Nein. Heute wieder: Wir stehen und warten und spazieren nochmal und nochmal durch die Stadt, denn wir würden nie jemanden belagern - wie oft schon mussten wir erfolglos auch einfach nach Hause ins enge Zimmerchen zurück - aber als wir endlich einen Tisch haben, stehen wir unter Beschuss. Viele Belagerer, die nicht wie wir warten wollen, laufen mit Zeigefinger die Tische ab, wo noch eine Kante frei wäre. Der erste Tisch sagt nein, der nächste nein, wir sagen nein - nur als wir nein sagen, entrüstet sich die große Gruppe am Nachbartisch: „Unverschämt sowas …“. Die haben gut Reden, haben ja nicht zu fürchten, dass man sie als Minderheit mobben und vertreiben wird. Aber ich meine, „Unverschämt“ hätte den Belagerern gegolten. Wie auch immer … Schriftsteller - Hoffmannsthal, Egon Erwin Kisch, Robert Musil, Joseph Roth, Friedrich Torberg - wären, wenn‘s nach der heutigen Laune geht, einfach weg gefegt worden, Toulouse Lautrec - vergrault.

Alfred Polgar soll gesagt haben: „Kaffeehaus ist ein Ort für Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.“


Vor uns eine Szene: Ein alleinstehender Mann hat Glück und einen Tisch, da holt ihn das Pech ein, dass drei Stühle frei bleiben, wovon eine ziemlich ungepflegte große, alte Frau angezogen ist. Christoph meint bedauernd, dass, wenn Fremde einen alleinstehenden Mann belagern, es ja niemals hübsche, kluge Damen sind, nie. Die ungepflegte Frau setzt sich, statt mit etwas Abstand oder auf den übernächsten Stuhl oder an die andere Tischkante, ganz direkt neben den Mann, in dieselbe Richtung, dass der Tisch sonst rundrum frei bleibt, und man die beiden optisch für ein Ehepaar halten muss. Die Not steht ihm ins Gesicht geschrieben, er lehnt sich weit, weit zurück für etwas Abstand, antwortet immer nur in kürzesten Fetzen mit möglichst keinem Blickkontakt, gereiztem Mundwinkel-zucken zwischen angestrengtem Höflichkeits-Lächeln und Zähneknirschen. Christoph und ich amüsieren uns vor Mitleid, als schließlich etwas ganz Interessantes passiert: Der Mann äugt nach einem Weilchen aus den Augenwinkeln zu der viel zu dicht sitzenden Frau neben sich, um sich ein Bild davon zu machen, in welche Lage er eigentlich geraten ist. Und beginnt, jetzt zu kooperieren. Damit es überhaupt aushaltbar ist. Er müht sich nun, von selber jedes Schweigen zu unterbrechen, er sagt was und lacht unterwürfig dazu, als wär‘s ein cooler Witz, der aber irgendwie nicht zieht. Die Frau reagiert weiter so, als wären sie ein altes Ehepaar, das alles miteinander teilt, aber sich sonst nicht mehr viel zu sagen hat. Er trinkt sein Bier mit einer offensiv-demonstrativen Entspannungs-Gestik, man könnte meinen, kein Urlaub mit den besten Kumpels sei besser. Betreibt Gesprächs-Aktivismus, bestellt schon das dritte Bier. Als wäre der Zustand hier ganz seinet wegen. Nur dass er sich dabei ungemütlich nach hinten weg biegt, als müsste er aus einem Folterstuhl entkommen. Zusammen verfolgen sie das Bachfest, lauschen dem Orchester. Das ist die gesamte Corona-Politik auf den Punkt gebracht: Überfall, Schreck, bewältigt durch Resignation, Zustimmung, am Ende sogar aktives Befeuern.
Und Folgendes musste ja noch kommen, denn zwei Stühle an dem kleinen Tisch der beiden sind noch frei. Es kommen wiederum zwei Fremde, Mann und Frau, die die beiden wirklich so ansprechen, als wären sie ein Ehepaar, das alle Entscheidungen gemeinsam trifft, oder wo einer für den andern spricht. So male ich sie jetzt: Den alleinstehenden Mann mit drei Fremden an seinem kleinen Tisch, die Belagerung vollkommen gutheißend, aber sich immer so weit nach hinten biegend, als wollt er seinem Stuhl entfliehen.

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Kurze Interpretations-Anleitung
Da man aus der Geschichte nichts mit heute vergleichen soll, möchte ich betonen, dass die Bilder links absolut nichts mit dem Text unten zu tun haben. Es passiert ständig, dass im Laufe des Tags, in einem Tagebuch, sich völlig unpassende Dinge ansammeln. Der Leser wird selbst sehen, dass überhaupt gar kein Vergleich möglich ist. Weder gibt es Unterschiede, noch Gemeinsamkeiten, absolut nichts.

Ukraine muss profitieren
„Ukraine kämpft gegen Pipeline-Projekt […] Die Ukraine befürchtet, dass sie nach Inbetriebnahme von Nord Stream 2 als Transitland für russische Gaslieferungen nach Europa keine Rolle mehr spielt. Damit gingen dem Land Milliardeneinnahmen verloren, auf die es eigentlich angewiesen ist.“, zdf.de, 22.8.21.

Große Opfer
„Johnson: Deutschland muss bei russischem Gas Opfer bringen“,
„Angesichts der angespannten Lage zwischen Russland und der Ukraine“,
„‚Ihr Opfer wäre ziemlich groß, aber wir müssen darauf hoffen, dass sie um des Friedens Willen dieses Opfer bringen‘“, Boris Johnson,
onvista.de, 25.1.

Für Frieden und Klima
„Wir können auch einmal frieren - für die Freiheit. Und wir können auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben.“, Joachim Gauck.
wdr aktuell im youtube, 10.3.

„Was muss noch in der Ukraine geschehen, bis Deutschland bereit ist, harte Opfer zu bringen?“, Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld, welt.de, 18.3.

„Weg von russischem Gas: Statt fossiler Abhängigkeiten müssen Deutschland und Europa auf grüne Energiepartnerschaften setzen. Analyse. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist ein Weckruf.“, , Sascha Müller-Kraenner und Constantin Zerger, weiterdenken.de, Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, 8.4.

„Weg vom russischen Gas – so könnte es klappen“, stern.de, 10.5.

Öl-Embargo gegen Russland

Keine verschiedenen Meinungen mehr!
„Habeck forderte, Deutschland müsse beim EU-Gipfel mit einer Stimme sprechen, die so häufigen Enthaltungen wegen unterschiedlicher Auffassungen in den Regierungskoalitionen müssten ein Ende haben“, tagesschau.de, 29.5.

Wenn Russland endlich weniger Gas liefert:
„Energie als Waffe gegen uns“, „Wirtschaftsminister Habeck hat die Drosselung russischer Gaslieferungen als Angriff bezeichnet. Er mahnte zur Gegenwehr“, tagesschau, 22.6.

„Die Schuld dafür gab Gazprom dem deutschen Siemens-Konzern. Dieser habe Gasverdichter-Aggregate nicht rechtzeitig aus der Reparatur zurückgeliefert.“,
„Energietechnikkonzern Siemens Energy hat derweil die Überholung einer Gasturbine der Ostseepipeline Nord Stream bestätigt. Aufgrund der von Kanada verhängten Sanktionen […]“
mdr.de, 14.6.

Zuvor hat es auch in andere Länder kein Gas mehr geliefert: „Wer nicht in Rubel bezahlt, dem wird der Gas-Hahn abgedreht. Finnland ist nun das dritte EU-Land nach Polen und Bulgarien, bei dem Russland durchgreift.“, merkur.de, 22.5.

Aber was bleibt ihm anderes übrig?
„Nicht unerwartet kommt die Entscheidung des russischen Präsidenten auch deshalb, weil Russland durch die westlichen Sanktionen vom internationalen Zahlungsverkehr abgekoppelt wurde. Würde Russland sich sein Öl und Gas weiterhin in US-Dollar bezahlen lassen, könnte es diese nicht nutzen, weil sei bei Banken im Ausland blockiert sind.“ neopresse.com, 28.3.

„Gas ist von nun an ein knappes Gut“, Wirtschaftsminister Habeck bei der Ausrufung der Alarmstufe des Gas-Notfallplans, 23.6.

Alles wird teurer
„Verdoppeln bis Verdreifachen kann je nach Gebäudehülle durchaus drin sein“, Klaus Müller, Bundesnetzagentur, tagesschau.de, 24.6.

„Verbraucher zum Energiesparen aufgerufen. Jeder in der Industrie und privat könne dazu beitragen, sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller am Freitag im ARD-‚Morgenmagazin‘. ‚Und ja, dazu gehört auch der Pulli, der Duschkopf, die Heizung ein bisschen runterstellen. All das hilft.‘“, faz.net, 24.6.

Solidarisch frieren
„Jede Anstrengung sei dabei eine Frage der Solidarität, so der Minister. Eine Prämie als Anreiz sagte ihm nicht zu: ‚Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem man sich nur noch bewegt, wenn es Geld dafür gibt‘, sagte Habeck im ZDF und erklärte, es gehe darum, den eigenen Schweinehund zu überwinden. Anschließend setzte er noch einen drauf und sagte mit einem leichten Schmunzeln: ‚Wenn jemand sagt, >>Ich helfe nur, wenn ich nochmal 50 Euro kriege<<, dann würde ich sagen: >>Die kriegst du nicht, Alter.<<" Die kräftig steigenden Preise sollten Anreiz genug sein, um möglichst viel in den Privathaushalten einsparen zu wollen.“, n-tv.de, 23.6.

Frieren ist gesund
„‚Frieren für den Frieden‘ ist auch gesünder“, „Ein bisschen zu frieren schade keineswegs, im Gegenteil: ‚Eigentlich wäre es gesund, wenn wir täglich vor Kälte zittern, denn dabei wird Fettgewebe abgebaut.‘“, n-tv, Prof. Stephan Vavricka, Facharzt für Innere Medizin am Zentrum für Gastroenterologie und Hepatologie in Zürich.
„‚Eine niedrigere Raumtemperatur wäre aus medizinischer Sicht für viele Menschen gut‘, sagt Internist und Sportmediziner Fraunberger: Es könnte die Menschen motivieren, sich mehr zu bewegen und sich gesünder zu ernähren. ‚Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie tun was fürs Klima und für Ihr Immunsystem, denn regelmäßige Bewegung stärkt die Abwehrkräfte.‘“
„‚Es gibt bis zu 70 Faktoren, die unser thermisches Empfinden beeinflussen.‘ Neben Müdigkeit und Hunger gehörten zum Beispiel auch Stress und Krankheit dazu, erklärt der Medizin-Meteorologe [Leonard Fraunberger von der Universität Erlangen-Nürnberg ] […] Dennoch rät auch der DWD zu kühleren Raumtemperaturen - auch aus Gründen des Klimaschutzes.“
n-tv.de, 24.6.

Deutschland - Kriegspartei?
„Lindner fordert Überstunden statt ‚Kriegssoli‘“,
„Der finanziellen Belastung durch den Ukraine-Krieg will Baden-Württembergs Finanzminister Bayaz mit einem ‚Kriegssoli‘ begegnen. Sein Amtskollege Lindner lehnt dies ab und plädiert stattdessen für ‚mehr Wachstumsimpulse, mehr Gründungen, mehr Überstunden‘. Damit stößt er auf heftige Kritik.“
n-tv.de, 24.6.

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Kaiser, Könige, Demokraten

Biden legt großväterlich seine Hand auf Scholz’ Rücken und zeigt ihm die Alpen, mdr.de, 27.6. So sieht Deutschland aus.

G7 tagt auf dem Schloss.

Ich lese gerade von der französischen Revolution: Nachdem das wütende Volk schon Köpfe und Körperteile zerstückelter Aristokraten durch die Straßen geschleppt hat, erscheint der König mitten unter Leuten: Er nimmt die Kokarde „sehr liebenswürdig“ entgegen und steckt sie an seinen Hut. „Dann stieg er die Rathaustreppe empor, ohne Leibwache und nur umgeben von einer Anzahl Bürger. Sie hatten alle den Degen in der Hand und bildeten über seinem Haupt ein Dach sich kreuzender Klingen […] Ich würde mich nicht wundern, wenn der König in diesem Augenblick ein Gefühl der Angst gehabt hätte. […] Man erzählt, als der Marschall von Beauvau diejenigen beiseite schieben wollte, die den König umdrängten, habe er gesagt: ‚Lassen Sie doch, sie haben mich gern.‘“
Jean-Sylvain Bailly, der neue (illegale Bürgermeister) in sein Tagebuch.

Der Kaiser von Rom, wenn er eingeritten ist, war von Volk umringt, von Massen begrüßt. Im Zirkus saß er unter Volk. Hitler hat sich erst rar gemacht, als es brenzlig wurde. *

Heut ist das was andres: Demokratie. Demokratisch gewählte Oberhäupter, Repräsentanten, die für das Volk eintreten, müssen das (keinesweges mit Degen bewaffnete) Volk tunlichst fern halten. 18.000 Polizisten! Ausflugsziele abgesperrt, Gullis zugeschweißt. „Auch wer wandern oder schwimmen gehen möchte, muss seinen Ausflug akribisch planen.“, „Dass der Bereich rund um den Austragungsort hermetisch abgeriegelt wurde, erstaunt kaum jemanden.“ - denn wahrscheinlich ist das Demokratie. merkur.de

Es gibt Demonstrationen, wo Leute zwar noch keine Köpfe haben rollen lassen, aber offenbar schlimmer: furchteinflößende Forderungen mit Plakaten, sowas wie: Für Frieden, gegen Waffenlieferungen, gegen das Imperium.

Was genau auf dem Schloss besprochen wird, bleibt geheim, das Volk geht auch davon aus, dass das nichts für seine Ohren ist, wegen der strategischen Vernunft, und weil alles zu seinem Besten sei. Kriege, Atom - über Massen von Menschenleben wird entschieden, für Freiheit, für Demokratie und wohlwollende Großkonzerne.

Wovor haben sie eigentlich Angst?

„Der paranoide Wahn der DDR“
Honnecker „preist die ‚konsequente und schöpferische Realisierung der Sicherungsmaßnahmen‘ sowie die ‚hohe persönliche Einsatzbereitschaft und gewissenhafte Pflichterfüllung‘.“, „Während des gesamten Zeitraumes war ständig eine stabile politisch-operative Lage gewährleistet“
welt.de, 2006

* nein, doch anders: so schreibt Haffner, Anfang 1930er über die „braunen“: „sie blieben in ihren Schranken. Sie machten nicht einmal einen Mordanschlag auf Stresemann, obwohl es leicht gewesen wäre. Denn er hatte keine Leibwache, und er verschanzte sich nicht. Öfters sahen wir ihn Unter den Linden spazieren gehen […] Seltsam: Hitler, heutzutage, zeigt sich nur im Auto, in raschem Tempo, umgeben von zehn oder zwölf Autos mit schwer bewaffneter SS.“ Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen. Erinnerungen 1914-1933, 2002, Kap. 13.

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27. Juni

Am Nachbartisch eine große Gruppe sehr Zufriedener, die sich politisch rege darüber austauschen, welche Post-Anbieter man verwenden darf: „Bist du verrückt, ich nehm doch nicht Telegram, ich bin doch nicht Leugner und Nazis und diese Verrückten.“ Das hat uns ziemlich deprimiert. Noch ist es merkwürdigerweise gar nicht präsent, dass WhatsApp am Ipad nicht geht. Ipad -> Telegram. Ich hatte auch bei manchen Freunden schon den (vielleicht falschen) Eindruck, sie reagieren verhalten oder gar nicht, seit ich das Ipad habe -> Telegram, also offensichtlich gefährlich bin. Ich wart‘ drauf, dass ich Nazi bin, weil ich von dieser Sache nichts gewusst habe, als ich Ipad statt Smartphone kaufte.

Offenbar ist die Sache so: Ob du dieselbe Nachricht per Schiff oder Boot verschickst, ist nicht mehr Frage des Mediums - nicht wie: Schicke ich den Brief per Pferdchen oder Pony, oder werfe ihn selber ein, sondern eine Frage des Stammtischs: an welchen Tisch du dich setzt. Oder in welches Kaffehaus du einkehrst, weil dort jene und dort andre Redner sich austauschen wie zur französischen Revolution: „Hatten sich die Gartenbesucher müdegestanden und -geredet, gingen sie in die Cafés und setzten dort bei einigen Tassen mehr oder minder guter Kaffebrühe ihre Debatten fort - oft bis in die Nacht hinein.“ (Politische Kaffehäuser, Pariser Silhouetten aus der großen französischen Revolution, von Heinrich Conow, 1925)

Christoph und ich sitzen täglich in Cafés, als Letzte hat die „Luise“ ihre Zeitungen abgeschafft, und wie meine „Serie im Café“ sehen lässt, ist Café-Kultur heut politische Abstinenz - auch künstlerische - denn wie beschrieben, wird man, malend, oder wie Christoph, Bücher rezipierend, gern weg geekelt, das könne man schließlich zu Hause machen - dafür Cocktails, Burger und Sahne-Kuchen. Die aristokratischen Naschereien sind sozusagen bis in die unterste Arbeiterschicht gezogen, worüber sie glücklich ist und besser auch die Orte meidet, die heute zur politischen Einkehr sind, also das Telegram.

Die Abscheu besteht vor allem darin, dass Telegram der staatlichen Überwachung nicht zustimmt. Der gute Bürger will überwacht werden, und nutzt in exhibitionistischer Freude das gute WhatsApp. Auch der russische Geheimdienst soll schon an Telegrams Überwachung gescheitert sein, wir könnten da mit Russland gemeinsam arbeiten. Ach nein, ich vergaß, dass es bei uns als feindliches russisches Medium gilt, weil der Inhaber (in Dubai) ein Russe ist.

Ich muss nochmal rum horchen, was eigentlich das Problem ist, denn diese Art Medien sind noch offener als politische Kaffeehäuser, sie haben keine begrenzte Stühlezahl und jeder kann vollkommen unbeachtet lesen, was diese gefährlichen Gruppen proklamieren - alles, was ihnen in der Tagesschau vorgeworfen wird, tun sie vollkommen öffentlich - ganz ohne dass wir „entschlüsseln“, „hacken“ oder Trojaner schicken müssen. Als Beispiel direkt den neuesten Beitrag des „Leugners“ und „Schwurblers“ schlechthin, des Rechtsanwalts Ralf Ludwig, der für die Querdenker steht:

„Es ist richtig, dass es heute eine Hausdurchsuchung bei Michael Ballweg [Initiator der Querdenker] gegeben hat. Ein erfahrener Strafverteidiger ist vor Ort. Wir stellen gerade ein Team von Kolleginnen und Kollegen zusammen. Die Vorwürfe betreffen ausschließlich die politischen Aktivitäten von Michael Ballweg. Es war anzunehmen, dass - ähnlich wie bei Sucharit Bakhdi - Vorwürfe konstruiert werden, um die vermeintlich führenden Köpfe mit staatlicher Gewalt verfolgen zu können. Wir erwarten, dass ähnlich wie bei anderen totalitären Regimen, noch weitere Kritiker auf diese Weise eingeschüchtert werden sollen. Wichtig ist, dass wir friedlich bleiben, dass wir - auch in einem Unrechtsstaat - an rechtsstaatliche Verfahren appellieren, dass wir weiterhin zeigen, dass Grundrechte, Rechtsstaat, Basisdemokratie und Selbstbestimmung Ziele sind, für die es sich einzusetzen lohnt und für die man bereit ist, staatliche Repression zu erdulden. Ich möchte, dass meine Kinder und Enkelkinder in einer freien Welt leben können. Mein Kanal: t.me/RA_Ludwig“, t.me.

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