Corona
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„Durchgeimpft“ - „dramatisch“ viele Covid-krank

„Ganze Stationen müssen schließen. Corona-Sommerwelle dünnt Klinikpersonal aus […]
Die Corona-Sommerwelle erfasst die Kliniken mit Wucht. Zwar steigt die Intensivbettenbelegung noch moderat, liegt aber für die Jahreszeit auf hohem Niveau. Dramatisch ist dagegen die Personallage. Es sind so viele Mitarbeiter an Covid erkrankt, dass im ganzen Land Abteilungen geschlossen werden.“, n-tv.de, 7.5.

„Durchgeimpft“, wohlgemerkt - das ist hier nicht erwähnt. Sämtliche Artikel vergessen das! Höchst mögliche, teils vierfache „Durchimpfung“ des Pflegepersonals (im Winter galt Impfpflicht ab März), aber nun „dramatisch“ viele Covid-krank. Das ist zwar unverhohlen so zu lesen, aber rundherum im Gespräch sehr alltags-untauglich, das kannst du so nicht sagen, das wirkt auf viele verstörend und du bist „Leugner-Ecke“, was wohl der gut gemeinte Grund des Artikels ist, die erfolgte „Durchimpfung“ lieber weg zu lassen. „Katastrophe, Achtung vor Covid, Massen an Toten, Maßnahmen“ wird dagegen seit Jahren durchaus gut angenommen, es wird geradezu erwartet, das ist keinerlei Hetze, sondern zum Schutz der Demokratie, fast klingt es beruhigend, weil man sich um uns kümmert, solange wir „trotz Durchimpfung“ weg lassen. Alles sagen ist „Leugnen“, weg lassen Wahrheit.

„Ich blieb in meiner Abteilung der einzige Ungeimpfte von 40 Ärzten“, mulitpolar-magazin.de, 16.7.

H erzählt von der Station manchmal, wie nur ein, zwei Allerletzte dem Impfpflicht-Ultimatum im Winter stand gehalten haben, der Drohung, gekündigt zu werden, den Angriffen, trotz täglicher C-Tests (als Negative, Gesunde) und FFP2 angeblich Menschenleben zu gefährden, als unsolidarisch und Leugner zu gelten. Wer weiß, vielleicht wird man behaupten wollen, das Personal sei „ausgedünnt“, weil dieser eine Ungeimpfte krank sei. Während allerdings selbst die vierfach geimpften Ärzte und Pfleger Covid haben, manche ziemlich schwer. Kaum zu glauben, dass Kranke dank Impfung etwa nicht ansteckend sein sollen? Und Impfschäden, H zum Beispiel Herzprobleme. All das auf sich genommen, damit jetzt nicht einmal erwähnt wird, dass das so „ausgedünnte“ Covid-kranke Personal mehr geimpft ist als die breite Bevölkerung, mehr als Risiko-Gruppen. Sie haben es aus „Solidarität“ getan - nun gar nicht mehr erwähnenswert? So sieht Dank aus?

15. Juli, „ Lauterbach rät auch Jüngeren zur Viertimpfung“
„Die EU empfiehlt die zweite Auffrischungsimpfung für Menschen ab 60, die Ständige Impfkommission hält sie erst ab 70 für nötig. Bundesgesundheitsminister Lauterbach sieht das anders: Für einen unbeschwerten Sommer sollten sich auch Jüngere den vierten Piks abholen, sagt er.“ n-tv.de.

Wenn ich nicht „Leugner“ sein will …
… muss ich dann sagen, mit viertem „Piks“ kann ich „unbeschwert“ sein? Oder „durchgeimpftes“ Personal „dramatisch“ „ausgedünnt“ und Covid-krank?

Bericht eines Arztes

„Aktuell versuchen wir in unserer Klinik mehr oder weniger verzweifelt darzulegen, wie sinnfrei die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist, da bei uns, das haben wir analysiert, 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter, die wegen eines positiven PCR-Tests in Quarantäne mussten, vollständig geimpft sind. […] Zudem besteht zunehmend der Eindruck, dass vollständig geimpfte bzw. geboosterte Personen nicht weniger schwer erkranken, sondern genauso schwer (und genauso lange), wenn nicht gar schwerer.“

„Nebenwirkungen zu 95 Prozent nicht gemeldet“

Zur Ansteckungsgefahr:
„Aus internen Erhebungen geht zudem auch hervor, dass die ‚Impfung‘ nicht maßgeblich für die Viruslast oder Virusclearance scheint, da alle Patienten, die vor Aufnahme ins Klinikum positiv getestet werden, unabhängig vom Impfstatus annähernd dieselben durchschnittlichen Ct-Werte (als Surrogat für eine potentielle Infektiösität) aufweisen – bei zunehmender Fallzahl müsste bei diesen (zwar unsystematisch erhobenen) Daten aber wenigstens ein tendenzieller Unterschied erkennbar sein, wenn die Viruslast geringer oder die Virusausscheidung nach ‚Impfung‘ verkürzt wären. Die englische Gesundheitsbehörde hat darauf bereits im September vergangen Jahres hingewiesen.“, mulitpolar-magazin.de, 16.7.

Unsere Regierung sieht das anders:
„Welche Rolle spielt der Bevölkerungsschutz bei der Corona-Schutzimpfung von Kindern ab fünf Jahren?“
„Die Covid-19-Impfung verringert das Risiko, an Covid-19 zu erkranken und das Coronavirus weiterzugeben – so können Sie Ihr Kind selbst und besonders gefährdete Personen in Ihrer Familie, Ihrem Haushalt oder Ihrem Arbeitsumfeld schützen.“ bundesregierung.de

„Eine Coronaschutzimpfung für alle Kinder
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Kindern – auch ohne Vorerkrankung – im Alter von fünf bis elf Jahren eine einmalige Coronaschutzimpfung.“, bundesregierung.de

Wahrnehmung
Es gibt solche psychologischen Experimente, wo eine Gruppe, sei es eine Schulklasse, zwei Linien vor sich betrachtet, eine lange und eine kurze. Einer soll vortreten und auf die lange Linie zeigen. Er zeigt ganz selbstverständlich und unterfordert auf die lange, aber zu seiner Überraschung sagt der Lehrer, das sei falsch, die andere sei länger. Der Zeigende ist verwirrt, zeigt wieder auf die lange, die sei länger, der Lehrer fragt jemand anderes, der zeigt absurderweise auf die kurze Linie. Nach und nach werden alle gefragt, alle zeigen auf die kurze (sie sind Eingeweihte, wovon der Verwirrte nichts weiß). Schließlich wagt der Ärmste nicht mehr, zu benennen, was er mit eigenen Augen sieht, weil alle das sagen. Oder traut den eigenen Augen nicht und fühlt sich unnormal, am Ende zeigt er auch auf die kurze Linie.

Möglicherweise ist diese Korrektur am Maßstab der Masse sinnvoll - gegen gestörte Wahrnehmung vielleicht, oder für Zugehörigkeit. Aber ein Künstler, dessen Lebensinhalt nicht Gefallen und Norm ist, sondern beobachten und darstellen, was er selbst individuell wahrnimmt, ist praktisch ruiniert, wenn, was er sieht und sagt, falsch und zu korrigieren sein soll - als Fake-News, Schwurbelei, Leugnung, oder weil man nichts vergleichen oder auf gewisse Arten sehen dürfe.

Warum du für diese sogenannten „abseitigen“ Kanäle so anfällig bist - sagen wir, für das „Multipolar“?: Weil dort Köpfe das selbe sagen, was du wahrgenommen hast. Offenbar bist du immerhin nicht so verrückt, dass niemand die Linie für die lange hält, die du als die lange wahrnimmst. Ich weiß, das beweist noch nichts, denn Hexen soll‘s ja auch viele gegeben haben. Das spricht noch lange nicht für sie.

Bericht eines Klinikarztes:
„Erfahrungen mit Triage schon vor Corona.
In besagtem Frühjahr [2020] arbeitete ich bereits seit fast 15 Jahren in einer Klinik der Regionalversorgung im Süden Deutschlands mit nicht ganz 2000 Beschäftigten und circa 600 Betten. Ich bin unter anderem auch seit vielen Jahren auf der Intensivstation (mit über 20 Betten) zuständig, auf der ich seit meinem Beginn vor über 10 Jahren vor allem in der kalten Jahreszeit die Notwendigkeit zu triagieren nur zu gut kenne, da auf Grund eines de facto chronischen Personalmangels so gut wie nie alle auf dem Papier vorhandenen Intensivbetten betrieben werden konnten und können. Dass ein Drittel (!) der Betten nicht belegbar ist […], stellt eher die Regel als die Ausnahme dar und ist auch kein Phänomen unserer Klinik, wie mir Kollegen aus anderen Kliniken versichert haben.
[…] Die Entscheidung, jemandem eine nach ärztlichem Ermessen intensivmedizinische Versorgung zukommen zu lassen beziehungsweise, diese zu beenden und die- oder denjenigen auf die Normalstation zu verlegen, musste also bereits vor Corona schon regelhaft auf Grund nicht- medizinischer Einflussfaktoren getroffen werden und stellt ein nicht zu unterschätzendes Problem nicht nur für die Versorgungssituation der betroffenen Patienten, sondern auch für das Personal dar, das diese Triagierung verantworten muss.
Für mich als jungen Arzt gab es kaum einen größeren Stressfaktor, als solche Entscheidungen treffen zu müssen. Meine größte Sorge auf dem Weg vor allem zu den Nachtdiensten war oftmals nicht die vor einem schwerwiegenden medizinischen Notfall, sondern, wie viele Betten wohl belegbar bzw. gesperrt sind.
Gesundheitssystem entwickelt sich zu krankem System
Überspitzt formuliert muss der Personalmangel (aus welchen Gründen auch immer) als einer der Hauptgründe aufgeführt werden dafür, dass auch bereits in der Vergangenheit routinemäßig triagiert werden musste. Für uns alle sollte das ein Warnhinweis sein, dass sich das Gesundheitssystem immer mehr zu einem kranken System entwickelt, wenn hier nicht endlich ein Umdenken stattfindet. Betrachtet man die zunehmende Schließung und Privatisierung der Kliniken in Deutschland, fehlt einem aber der Glaube daran, dass sich alles zum Guten wendet.
Dass über die Medien ‚Triage‘ mit Corona im Bewusstsein der Menschen verankert wurde, ist zudem bezeichnend für ihre Rolle während der Pandemie und vielleicht auch Ausdruck einer kalkulierten ‚Steuerung der Menschen‘ (um das Wort Manipulation nicht zu gebrauchen) über das Momentum der Angst – wie es Rainer Mausfeld eindrücklich in seinem Werk ‚Angst und Macht‘ beschreibt: Dass die ‚Bilder von Bergamo‘ einige der ersten waren, die lanciert wurden, dürfte deshalb nicht weiter überraschen, dadurch war die Richtung vorgegeben, die Bevölkerung war in Angst versetzt und dadurch leicht steuerbar, die Politik hatte ein Argument, das vermeintlich schwer zu entkräften war und auch umfassende und beispiellose Grundrechtseinschränkungen ohne größeren gesellschaftlichen Widerstand konsensfähig zu machen schien: ‚Nur kein zweites Bergamo!‘.“
mulitpolar-magazin.de, 16.7.

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Geld weg -> Proteste -> Maßnahmen
Hunderttausende Chinesen kommen nicht mehr an ihr Geld, Guthaben ohne Begründung eingefroren. Protestieren gefährlich: Es ist zu lesen, dass sie elektronische Covid-Codes mit sich tragen müssen, um öffentlich unterwegs zu sein, die normalerweise grün sind, Rot bedeutet Quarantäne. Jetzt haben sie wegen der gesperrten Konten protestiert, und sollen den Protestlern die Codes plötzlich rot geleuchtet haben, sodass ihnen das Protestieren unmöglich gemacht werden soll, und sie für Wochen in Quarantäne müssen. dwn.de, 13.7. mit Hinweis auf CNN.

Andersrum geht‘s allerdings genauso:

Maßnahmen -> Proteste -> Geld weg
Als in Amerika im Februar die Trucker-Fahrer gegen die Impfpflicht und Einreiseverbote demonstriert hatten, wurden ihnen die Bankkonten gesperrt. Also erst Maßnahmen, dann Proteste dagegen, dann Konto-Sperrung. (Ausführlich hier auf S. 13)

Ich glaube fast, in Deutschland würde das, in egal welche Richtung, prima klappen, also nur ohne Proteste: Vor zwei Jahren, Frühling, zum ersten Lockdown, standen wir plötzlich vor gesperrtem Bank-Gebäude, im Leipziger Zentrum, ein Schild, zum Schutz vor Corona - die bis dahin einzigen jemals „Systemrelevanten“ waren ungefähr die ersten, die jetzt entbehrlich sein sollten. Angenommen du hättest gerade Käufe zu begleichen - Auto, Haus, Materialbestellung zum Arbeiten, was auch immer, du bist nicht an dein Geld gekommen! Die Brief-Überweisungs-Kästen waren zugeklebt, als könnte Corona in Briefe geraten, und die Automaten - alle, die wir probierten - schrieben am Bildschirm, dass du nur noch 100 Euro am Tag abheben kannst. Warum und wie lange? Für Tausend hätte man also zehn mal (an zehn Tagen) zur Bank gehen sollen, wobei man aber gleichzeitig aufgefordert war, die Wohnung so wenig wie möglich zu verlassen (Lockdown). Digitale Überweisungen am Automaten sind ohnehin auf 2000 Euro begrenzt. Und man sah auch nicht, wann man wieder an sein Geld dran kommen würde. Oder ob jemals, da man den Grund nicht kannte. Unsere Politik - da ist alles möglich. Ein Stadtteil weiter tatsächlich die letzte offene Filiale, allerdings ausschließlich Beratung ohne Geldausgabe (damals noch ohne Scheiben, ohne Masken)! Um es nochmal deutlich zu sagen: wegen Corona war Geldausgabe, und sei es per Brief oder Automat, nicht möglich, aber persönlicher Kontakt und Beratung trotz Corona, nur ohne Geldausgabe. Dort fragten wir, was das bedeuten solle, und sagte man uns: Nein, das wäre alles gar nicht so. - Wie wir unser Geld bekämen? - Am Automaten - Nein eben nicht! Wie man das Problem lösen könne? - Garnicht, es wäre ja nicht so, log der Mann uns glattweg ins Gesicht. Etliche Leute mit uns in der Schlange, die das selbe Anliegen hatten, ein Mann hinter uns fragte, ob das an den Automaten liege, und ob wir was wüssten. Die Frau vor uns, die offenbar auch einfach angelogen wurde, kämpfte verbissen um einen Antrag, dass sie - so wurde ihr‘s mitgeteilt - nächste Woche in Delitzsch, wo sie hoffentlich zum Termin überhaupt hinkommen könne und viel Zeit mitbringen solle, vielleicht ihr Geld ausgezahlt bekäme. Auch uns sagte man: Termin, Geld gäb’s vielleicht, könne man nicht versprechen. Gruselig! - Und wie reagiert die eigene Freundin darauf, wenn man‘s erzählt hat?: Was wollt ihr denn mit mehr als 100 Euro am Tag? Wenn das jeder so macht, gäb‘s bekanntlich Bankencrash - ihr seid dann wie die Klopapier-Hamster!

Also so:
Maßnahmen + Geld weg -> Solidarität
So wird‘s wohl sein: Über das eigens erarbeitete Geld zu verfügen ist Hamstern. Der Deutsche vertraut sein bitter Erspartes, seine letzte Hoffnung, falls er den Beruf verliert, der korrupten Bankenwirtschaft an, womöglich mit Negativ-Zins und Inflation, lässt es sich ohne erkennbaren Grund sperren, oder in Raten zuteilen (100 Euro am Tag) - Auto oder Arbeitsmaterial hat er jetzt nicht zu kaufen - und meint, wenn‘s anders wäre, sei er Schuld an einem Crash. Früher war das anders herum: Erst Banken-Run, dann geschlossene Banken. Heute schließt man erst die Banken, und wachen die Leute verblüfft aus ihrer Vertrauens-Blase auf, aber keineswegs, um zu protestieren, nicht mal, um sich unter Freunden mitteilen zu können, sondern um mit Hingabe an die Solidarität zu gemahnen und Hiebe gegen Hamster auszuteilen.

Höchste Zeit, dass wir endlich das Bargeld abschaffen, damit sich keiner mehr was heimlich unters Kopfkissen legen - und sich womöglich zu demonstrieren leisten kann.

Schreiben -> Geld weg / Maßnahmen
„Paypal hat ohne Vorwarnung und ohne Angabe von Gründen das Konto von reitschuster.de gesperrt und das Guthaben eingefroren. Kurz zuvor war Achgut.com auf Druck von Audi der Werbepartner abgesprungen und Michael Ballweg (Querdenken) verhaftet worden“, norberthaering.de/ticker, 1.7.
„Am 23.5. hat die Berliner Polizei die Wohnung des Publizisten Paul Brandenburg gestürmt, ihm Handschellen angelegt und u.a. seine Telefone beschlagnahmt.“, ebd. 24.5.
„Paypal sperrt J.K. Fischer-Verlag nach Erscheinen von ‚Inside Corona‘ nach Angaben des Autors das Konto, Großhandel listet aus“, ebd. 4.3.
usw.

„Welt ohne Bargeld“
„Der Bundestag hat sich von der Politikberatungstochter einer IT-Lobby das perfide Studienprojekt ‚Welt ohne Bargeld‘ vorschlagen lassen, und diese gleich mit der Umsetzung betraut. Das Ergebnis ist nun in Form einer Studie veröffentlicht worden […]“, ebd.

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Das Labyrinth

Der Fahrlehrer sieht sympathisch aus, wie ein gemütliches Walross, denkt sich L, sie nimmt zur Beratung Platz und trägt ihr Anliegen vor: Guten Tag, ich wollte mich wegen einem Auto-Führerschein erkundigen, wie das abläuft mit … - „Ich sag Ihnen gleich was, beschweren Sie sich bei der DEKRA. Ich hab‘s so satt, sag ich Ihnen.“ L, irritiert. sieht ihn sprachlos mit großen Augen an. „Hier rufen täglich Hunderte - Hunderte rufen hier an und laufen mir die Türe ein, und wollen wissen, wann sie die Prüfung ablegen können in der sogenannten Pandemie.“, wobei er bei der sogenannten Pandemie noch längere Walross-Zähne macht. „Allein in meinem Laden hier sind vier Fahrlehrer abgesprungen, denen hat‘s gereicht, der Laden nebenan hat ganz dicht gemacht, wir sind alle zwangsgeimpft! Wir durften unseren Beruf nicht ausüben. Im Lockdown und Winter alles digital - Theorie haben alle gemacht, aber Fahrstunden … in der Zeitung stand, allein in Berlin warten Hunderttausende auf ihre Fahrstunden und Fahrprüfung. Ich habe Schüler in der Warteschlange, die haben kurz vor Corona angefangen und Prüfungstermin beantragt, das gilt für zwei Jahre, die sind nun um, die können alles von vorn anfangen, die haben alles für umsonst gemacht und werden seit Jahren nicht fertig.“ Ein junger Mann kommt die Tür rein, grüßt still, ohne stören zu wollen, steuert zum Wartestuhl. „Da ist so ein Kanditat!“, ruft der Fahrlehrer, und lächelt dem Jungen zu. „Was?“, fragt der scheu und lächelt auch. „Keine Termine! Ich seh’ seit Jahren dieselben Leute! Und jeder, der hier neu reinkommt, wie Sie …“, sagt er zu L, „was soll ich Ihnen sagen!“ - Also kann man jetzt gar keinen Führerschein machen?, fragt L. - „Theoriestunden können Sie gerne nehmen, bittesehr, aber Fahrprüfungen, sag ich Ihnen gleich, ab Oktober - frühestens. Rechnen Sie mit Winter.“ L verlässt der Mut: Denn ab Herbst ist wieder 3G, wird diskutiert, oder 2G, deshalb ja überhaupt nur, und bis dahin muss sie den Führerschein haben. „Wir haben vollkommen unfähige Politiker.“, meint der Fahrlehrer, „Ich frag mich immer, wie die Leute das alles so mitmachen!“, wobei sein Blick untypisch kurz aus dem Fenster schweift, und die sonst freundlich gespannten Mundwinkel vollkommen entmutigt runter gehen, sodass die Zähne fast verschwinden.. „Ich geb Ihnen einen Tip: Wenn Sie was ändern wollen, wählen Sie Grün!“, er verkneift sich ein großes Lachen, das sich in den feixenden Augen verrät, die prüfend auf Ls Antwort warten. Die Jungen gucken bei so etwas immer, als wär‘ ihnen eine Rätselfrage gestellt worden, denn sie wählen ja bereits erfolgreich Grün. L muss lachen und sagt endlich: Äh, ich stimme Ihnen vollkommen zu. Das Problem ist nur, ich will eigentlich überhaupt nicht das Auto, war mein Leben lang gerne Zugfahrer, aber das wird immer unmöglicher: Erst war 3G, und es gelang nicht immer, an Corona-Tests zu kommen, zeitlich, oder mancherorts keine Testzentren, man saß dann fest und musste das Studium aufgeben, beruflich alles absagen - als Künstler Grafikmärkte, Stipendien, Veranstaltungen, und waren wir mal unterwegs, sind Züge ausgefallen, ist mittendrin der Corona-Test abgelaufen, und durften wir in keinen Bus, keine Bahn, kein Taxi, auch kein Hotel, im Winter, in kein Café zum aufwärmen, man saß praktisch obdachlos und vollkommen hilflos auf der Straße, oder hat manche Fahrten deshalb nicht riskieren können, man ist so nicht mehr lebensfähig ohne Auto. Der Fahrlehrer guckt sehr teilnahmsvoll und spricht zu sich selbst: „Und Fahrgemeinschaften? Mit jemandem Auto mitfahren? … Nein, war ja auch verboten …“ - L ist froh darüber, verstanden zu werden: Und jetzt ist zwar kein 3G mehr, aber plötzlich 9-Euro-Ticket. Da wird über Triage diskutiert, wenn einer ungeimpft ist, aber sollen sich ungeheure Massen in die Züge quetschen, ohne Not, ohne Grund, was es noch nie gegeben hat, wir dachten auf mancher Fahrt schon, wir werden in den gedrückten Massen womöglich ein medizinischer Notfall, weil man stundenlang stehend mit Masken um die Luft kommt, man muss sich vorher überlegen, ob man entsprechende Kondition hat, es wurden Züge angehalten und Leute vor die Tür gesetzt, oder nicht mehr rein gelassen. Wir konnten teilweise nicht mehr fahren. Wer bis dahin Berufspendler und Zugfahrer war, braucht ab jetzt auf jeden Fall ein Auto. Und ab Herbst soll wieder 3G sein, ist in Meldungen! Und wer weiß, was ihnen noch alles spontan einfällt. - „Und Autofahren soll immer teurer werden!“, gibt der Fahrlehrer zu bedenken. Soll ist keine Vermutung, sondern es soll gewollt teurer werden, um auch das Autofahren künstlich zu verhindern … Schlimmer noch, fällt L ein, wie in den Medien Führerschein-Entzug für Ungeimpfte diskutiert worden ist. Falls sie also Glück hat, und Termine vor dem Herbst bekommt, bevor 3G oder 2G den Führerschein verhindern, könnte ihr kurzerhand der gerade erworbene Führerschein auch schon entzogen werden. Man kann nur hoffen, dass dies oder das nicht so kommt.

Man tappt in einem Labyrinth, und welchen Weg auch immer man beschreitet, man kann nicht vorher wissen, ob er wieder in einer Sackgasse enden wird. Ein ganz spezielles Labyrinth: Wege, die vorher offen waren, werden mitten drin, wie man sich abrackert, sie zu bewältigen, einfach gesperrt, sobald sie in den Fokus der Politik geraten. Jeder Berg, den man erklimmt, wird immer weiter aufgetragen und immer höher aufgeschichtet, und wenn man oben ist, wird er für ungültig erklärt, das Erreichte gilt nicht mehr, du hättest den andern Berg daneben nehmen sollen. Das einzige, was bleibt, ist die Hoffnung, dass man in genau dem richtigen Moment einen Pfad betritt, den die Politik nicht auf dem Schirm hat, eine Nische, wo Politik ihren blinden Fleck hat, dass du etwas erreichst oder abschließen kannst, bevor es dir verhindert wird.

Das Duell

„Die Geschichte, die hier erzählt werden soll, hat zum Gegenstand eine Art von Duell.
Es ist ein Duell zwischen zwei sehr ungleichen Gegnern: einem überaus mächtigen, starken und rücksichtslosen Staat, und einem kleinen anonymen, unbekannten Privatmann. Dies Duell spielt sich nicht auf dem Felde ab, das man gemeinhin als das Feld der Politik betrachtet: der Privatmann ist keineswegs ein Politiker, noch weniger ein Verschwörer, ein ‚Staatsfeind‘. Er befindet sich die ganze Zeit über durchaus in der Defensive. Er will nichts weiter, als das bewahren, was er, schlecht und recht, als seine eigene Persönlichkeit, sein eigenes Leben und seine private Ehre betrachtet. Dies alles wird von dem Staat, in dem er lebt und mit dem er es zu tun hat, ständig angegriffen, mit äußerst brutalen, wenn auch etwas plumpen Mitteln.
Unter furchtbaren Drohungen verlangt dieser Staat von diesem Privatmann, daß er seine Freunde aufgibt, seine Freundinnen verläßt, seine Gesinnungen ablegt, vorgeschriebene Gesinnungen annimmt, anders grüßt als er es gewohnt ist, anders ißt und trinkt als er es liebt, seine Freizeit für Beschäftigungen verwendet, die er verabscheut, seine Person für Abenteuer zur Verfügung stellt, die er ablehnt, seine Vergangenheit und sein Ich verleugnet, und vor allem für alles dies ständig äußerste Begeisterung und Dankbarkeit an den Tag legt.“

Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen, Die Erinnerungen 1914-1933, München 2006, S.15

„Eine Kerze, die an beiden Enden brennt“

Nachdem der Großteil der Bevölkerung teils mehrfach geimpft ist, fast alle mal Corona hatten, und jeder Bekannte weiß, die trotz Impfung mehrfach Corona hatten, glaubt der Laie, das sei die so sehr befürchtete sogenannte „Durchseuchung“, die nun erfolgt wäre. Aber das ist ein Irrtum:

„Die KBV [Kassenärztliche Bundesvereinigung] verlangt ein Ende der Isolationspflicht.“, da erscheint ein großer Kopf auf dem Bildschirm, schuljungen-artiger Haarschnitt, kleine, runde Brille und das zerstreute Gesicht eines besorgten, leidenden, reizbaren, stets warnenden Lauterbach: „Mit der Aufhebung der Isolationspflicht würden wir wohl eine Durchseuchung durch die Hintertür zulassen“, welt.de - Wir haben also immer noch keine „Durchseuchung“? Soll‘s auch nicht geben?

„Corona-Herbst 2022: Lauterbach befürchtet ‚katastrophale Situation‘ und will Maßnahmen“, „‚Das ist wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt‘, warnte Lauterbach eindringlich. Unten brenne das Personal weg und oben die Patienten“,
„Neue Maßnahmen sollen noch vor dem 23. September kommen“
kreiszeitung.de

„Es wird ein schwerer Herbst werden, wir müssen vorbereitet sein“, Lauterbach, swp.de

Bisher war man sehr sicher, dass die Maßnahmen wirken, jeder Zweifel und jede Demo dagegen war „Leugnen“ und „Schwurbeln“. Aber das ist überraschenderweise jetzt anders: Da man nun plötzlich erstmals nicht wissen kann, ob die wochen-alten Schnuddel-Grabbel-Masken aus Hosentaschen, die allgemein üblich sind, hygienisch wären, hat die Bundesregierung (nach zweieinhalb Jahren) ein Gutachten beauftragt, mit erstaunlichen Ergebnissen:
„Folgende Maßnahmen wurden untersucht:
Maskenpflicht in Innenräumen. Aber: ‚Eine schlecht sitzende und nicht eng anliegende Maske hat jedoch einen verminderten bis keinen Effekt‘, so das Gutachten. [da müssen „Leugner“ und „Covidioten“ am Werk gewesen sein, sogenannte „Nazis“ von den Demos. Immerhin, und da können wir aufatmen, ist „kein Effekt“ besser, als dass es etwa „unhygienisch“ ergeben hätte. Im Zug erzählte neulich eine Frau, wie sie auf der Arbeit das Essen immer unter die Maske in den Mund schob und abends beim Abnehmen zu Hause sah, wie lauter Möhrenstücke und Fusseln drin hingen und im Gesicht, die sich den Tag angesammelt haben, was ja von außen keiner bemerkt.]
2G und 3G, vor allem in den ersten Wochen nach einer Booster-Impfung, sind sinnvoll. Der Sachverständigenrat empfiehlt zunächst 3G, also Zugang auch für Ungeimpfte mit negativem Test [kann man Kontakt mit gesunden, negativen, nicht ansteckenden Menschen wirklich verantworten?]
Lockdowns wirken nur, wenn sie auch von vielen Menschen durchgesetzt werden. Je länger der Lockdown andauert, desto wirkungsloser wird er. [Längere Isolation wirkt nicht mehr?]
Schulschließungen: Darüber herrscht Unklarheit. Aber, das Gutachten stellt fest, dass es viele negative Nebenwirkungen von Schulschließungen gibt [Deshalb galt ja: Impft euch für die Kinder! Sozusagen, impft euch, um sie vor Politikern und Maßnahmen zu schützen].“, ebd.

„Mit Blick auf den Corona-Herbst warnt Hausärzte-Chef Weigeldt vor Panikmache und einem ‚Überbietungswettbewerb, wem die härtesten Maßnahmen einfallen‘. Regeln wie 2G seien der falsche Weg. Und er widerspricht Gesundheitsminister Lauterbachs (SPD) Empfehlung zur vierten Impfung.
WELT: Herr Weigeldt, wie ist im Moment die Situation in den Hausarztpraxen?
Ulrich Weigeldt: Wir haben sehr viel zu tun. Auffällig ist, dass wir deutlich mehr Atemwegserkrankungen haben als sonst um diese Jahreszeit [so auch letzten Herbst]. Durch die Kontaktbeschränkungen und das Masketragen waren lange Zeit weniger Viren im Umlauf. Nun holen wir sehr viele Erkrankungen aus dem Frühjahr nach.“
„Ungeimpfte? ‚Kann nicht wahr sein, dass die Politik diese Menschen aufgegeben hat‘“, welt.de

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Viren am Bargeld

Christoph sucht sich bei der Post einen Stehtisch und macht sein Päckchen fertig. Ein paar Sekunden erst, als eine Post-Angestellte mit einem anderen Kunden - kommt ist nicht das richtige Wort - wie nennt man das, wenn man ohne böse Absicht, wie vor dem Überfahrenwerden, spontan an „Dampfmaschine“ denken muss: „Ich muss da kurz mal an Ihren Tisch, der Kunde will etwas einpacken …“ Schon steht sie Schulter an Schulter mit Christoph, der protestiert: „Und ich mach das jetzt hier kurz mal fertig.“ - Sie linst genau hin, was er macht: „Was Sie da haben ist aber kein Paket!“ - „Das klären wir später!“, meint er verärgert. - Wir stellen uns zur Abgabe in die Schlange. An Bildschirmen Anweisungen wegen Corona: dass man Abstände einhalten soll. Bis wir dran sind, sitzt dieselbe Frau hinter ihrer Scheibe am Schalter und ruft uns auf. Wir geben ihr das Päckchen. „Ich habe Ihnen grade gesagt, dass Sie das aber nicht als Paket senden können. Wenn Sie ein Paket machen wollen, muss das ein viereckiger Karton sein!“ - Christoph zuckt hilflos die Achseln: Wenn Sie meinen, aber es ist nunmal ein Umschlag. - „Ein übergroßer Brief ist das!“ - Meinetwegen. - „Möchten Sie es nun als Paket oder als Päckchen?“ - Nennen Sie‘s wie Sie möchten. - Brastig macht sie mit Schwarzstift irgendwelche Streichungen und Markierungen auf dem Umschlag und sagt: „Vier Euro 79 bekomm ich dann.“ Christoph schiebt einen 10-Euro-Schein unter ihrer Scheibe durch. „Falten Sie den bitte auseinander!“, sagt sie in einem Ton, dass ich an DDR-Kindergärtnerinnen denken muss. Wir blicken verdutzt auf den Schein: Der liegt dort mit dicker Zahl 10 nach oben. Wir sollen den unter ihrer Scheibe zurück holen, um ihn aufzufalten? Es kann ja jeder seine Scheine kniffen und ausbreiten, wie er‘s für sich braucht. Da sagt Christoph verwirrt: Können Sie doch selber machen. - Die Frau jetzt am Kochen: „Seh ich etwa, was da drin ist?“, und zieht den mit Fingerspitzen an äußersten Enden auseiander - Ey Sapperment, was soll denn da drin sein? - „Wir haben CORONA, junger Mann!“, keift sie. Ach, wir sollen den Schein ausfalten, weil sie sehen müsse, ob Corona drin ist? Ich sage entsetzt: Sie haben uns vom Tisch weg gedrängt, ohne Abstand! Und weisen uns auf Corona hin? - Christoph kann garnicht mehr an sich halten, ich schreibe lieber nicht, was er zu der Frau jetzt sagt. Die Schlange guckt. Die Frau gibt uns einen Fünf-Euro-Schein zurück, der zwar auch alt und faltig, aber aus ihrer Hand ganz sauber ist, ohne rote Stachelkugeln dran, entweder schon sauber bekommen, von sauberen Kunden, oder nach ähnlicher Prozedur wie mit uns, und dann hat sie in Überstunden jedes Virus absammeln müssen. Mir fällt ein, an unserem Päckchen hat sie gar keins erst vermutet, das hat sie normal angefasst, wie ja auch Schulterkontakt und Drängeln ok war. Wir haben Corona gilt ausschließlich dem Bargeld.

Im Barfußgässchen gar kein Corona.

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4. August, Stören und Terrorismus

„Deutschland“
„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“ Habeck in seinem Buch „Patriotismus - Ein linkes Plädoyer“, correctiv.org. Wir haben große Hoffnung, dass Deutschland, jetzt wo Habeck für Krieg und Frieren anpackt, erträglicher werden wird.

Proteste sind extrem rechts
„Sie sind ein Lügner“, „Sie sind ein Kriegstreiber!“, „Herr Habeck findet Deutschland zum Kotzen - oder ist es andersherum?“, lesen wir auf Plakaten. Damit wir wissen, wie das zu lesen ist, steht dick und groß darunter: „Querdenker und extreme Rechte trommeln für ‚heißen Herbst‘“. Entsetzt sehen wir uns die Leute an, sie sehen aus wie „der nette Nachbar von nebenan“, wie über Verbrecher immer gesagt wird, um die fünfzig, sechzig alt, einige Rentner, einige mit FFP2, nur dass sie nicht heimlich im Privaten agieren, sondern zu vielen auf der Straße ihre Ansichten offen sichtbar machen, br.de

Beleidigungen
„Bei seiner Sommertour durch Deutschland wird Wirtschaftsminister Habeck immer wieder von beleidigenden Sprechchören empfangen.“ Laut Artikel „Kriegstreiber“, „Lügner“, „Volksverräter“.

Hinter den Kulissen
Was man dem Foto und den Demonstranten nicht ansieht, und sie selbst wohl kaum von sich wussten: „Hinter der Kampagne gegen Habeck und andere Politiker stehen rechte Netzwerke.“

Ihr Ziel ist „Stören“
„Seit Wochen wird insbesondere in einschlägigen Telegram-Kanälen dazu aufgefordert, gezielt Auftritte von Politikerinnen und Politikern zu stören.“, „‚Trommeln, Megaphone, Fahnen, Transparente erwünscht‘, heißt es beispielhaft in einem Aufruf, den Auftritt von Ministerpräsident Söder beim Tag der Franken in Aschaffenburg zu stören.“

Alles ist Antisemitismus
„Nachdem fast alle Corona-Beschränkungen inzwischen gefallen sind und eine Impfpflicht nicht mehr zur Debatte steht, haben sich viele sogenannte Querdenker längst einem neuen Thema zugewandt: dem Ukraine-Krieg beziehungsweise den ihrer Ansicht nach ungerechtfertigten Sanktionen gegen Russland, die Deutschland ins Chaos stürzen würden.“, „Für die Szene ist es fast schon egal, ob es bei ihren Kampagnen nun um Gesundheits-, Klima- oder Geopolitik geht. Ideologische Basis der Proteste ist und bleibt eine Ideologie, die auf das antisemitische Stereotyp zurückgreift, wonach hinter allem die angebliche Weltverschwörung einer globalen Machtelite steckt.“ Man muss wissen: Klaus Schwabs „Great Reset“ gibt es nämlich in Wirklichkeit nicht und wahrscheinlich ist er Semit, aber davon wissen die Querdenker offenbar nichts. So versteigen sie sich zur Kritik, etwa an die „Eliten“ - das sind ebenfalls alles Semiten - die von sich sagen, dass sie die Welt und die Zukunft gestalten wollen: „Shaping a Multiconceptual World“, „Shaping the Future“, www3.weforum.org - was jeder sieht, aber was es, wie gesagt, natürlich nicht gibt, sodass jede Kritik daran Schwurbelei ist. Allerdings gefährliche Schwurbelei, denn Aufsässigkeit gegen etwas, was es nicht gibt, gefährdet dieses etwas, auch wenn es das eben nicht gibt. Religiös äußerst interessant, wie etwa so: Du glaubst an Gott, aber lästerst über ihn, dann begehst du furchtbare Frevel, wegen beiderlei: Denn erstens gäbe es ihn garnicht, aber zweitens musst du ihn mögen und darfst nicht gegen ihn sein.

Das Wegsehen der Zivilgesellschaft
„Sicher aber ist, dass aktuell in einigen Regionen trotz des Endes der Corona-Einschränkungen immer noch wöchentlich hunderte Querdenker, Corona-Leugner und extreme Rechte gemeinsam auf die Straße gehen – zum Beispiel in Memmingen und München – und dass sie fast nirgends auf relevanten Widerstand aus der Zivilgesellschaft stoßen.“ Die Bürger mit Plakaten sind folglich keine Zivilgesellschaft, die aber immer von Widerstand redet, sozusagen soll die Zivilgesellschaft Widerstand gegen den Widerstand leisten, für den Gehorsam.

Anti Diktatur ist Anti-Demokratie
„Selbst Terror schließen die Behörden nicht mehr aus. Die Corona-Protestbewegung ist kleiner geworden – aber radikaler.“, spiegel.de, Analyse von Wolf Wiedmann-Schmidt, 6.8.21 . Das Foto zeigt als schlagendes Beispiel ein Plakat dieser Terroristen mit der Aufschrift: „Nein zur Corona-Diktatur“ Wir wissen: Wer unsere Demokratie nicht demokratisch, oder sogar diktatorisch findet, ist Anti-Demokrat und wahrscheinlich sogar Terrorist. Wer sich mehr Demokratie wünscht, der bezweifelt unsere demokratischen Werte. „Ein Teil der Gesellschaft könnte sich dauerhaft von der Demokratie abwenden. Wie soll der andere Teil damit umgehen?“

Terroristen
So wurde in den letzten Jahren viel von „Querdenkern“ als „Terroristen“ berichtet, vom „Querdenker-Terror“, besonders der „Volksverpetzer“ wirft ein scharfes Auge drauf und hält uns informiert.

Wie weiter? Terror-Bekämpfung?

Waffen „tragen Stahl ins Ziel“, „Tötung sicherstellen“, vom „ausschalten“ und „zuschlagen“
Die FAZ schwärmt von der neuesten Technik: „Wie ein vom Himmel fallender Amboss – mit Klingen“, „Diese […][Waffe] trägt etwa 45 Kilogramm Stahl ins Ziel.“, „45 Kilogramm Stahl und ausfahrende Messer sollen die Zielperson töten – und sonst niemanden.“, „Die R9X soll über sechs Klingen verfügen, die an der Seite der Rakete Sekunden vor dem Aufschlag ausgefahren werden, um die Tötung sicherzustellen.“, Oliver Kühn, faz.net, 2.8.

Geheim und ohne Prozess
„Medienberichten zufolge wurde die R9X bis dato etwa ein halbes Dutzend Mal eingesetzt, immer um ‚hochwertige‘ Zielpersonen zu treffen. Bestätigungen dafür gibt es allerdings nicht. […] verrät der Auslandsgeheimdienst CIA nichts über seine Missionen.“
„Bin Ladens Nachfolger an der Spitze von Al-Qaida sei nun auf dem Balkon eines Hauses in Kabul von zwei von der CIA abgefeuerten ‚Hellfire‘-Raketen getroffen worden, ohne dass andere Menschen zu Schaden gekommen seien, hieß es aus dem Weißen Haus. Das würde für den Einsatz der R9X sprechen, die nach Angaben von Behördenmitarbeitern so präzise sei, dass man den Beifahrer eines Autos treffen könne, ohne dass der Fahrer Schaden nähme.“, ebd.

„21 Jahre Jagd, 25 Millionen Dollar Kopfgeld. Wie die USA Sawahiri ausschalten konnten – auf seinem Balkon. Sie schlugen in einem luxuriösen Kabuler Wohnhaus zu, per Drohne. Topterrorist Aiman al-Sawahiri war offenbar sofort tot.“ spiegel.de, Christoph Reuter, 2.8.

Mutmaßlich genügt
„Einstweilige Hinrichtung […] Die Regierung der USA hat einen mutmaßlichen Terroristen ohne Prozess heimtückisch ermorden lassen.“, spiegel.de, Kolumne Thomas Fischer, 5.8.

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Maskenpflicht!
„Schluss mit Freiheit: Lauterbach beharrt auf Maskenpflicht im Herbst“, kreiszeitung.de
„Maskenpflicht ja, Lockdown nein“, „Bundesweit soll eine Maskenpflicht im Fernverkehr und in Kliniken gelten“, „Lockdowns sind tabu.“, „in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zudem eine Testnachweispflicht.“, tagesschau.de, 3.8.

Besonderer Schutz bestimmter Gruppen
„Buschmann und Lauterbach betonten, Ältere und andere vulnerable Gruppen sollten weiter besonders geschützt werden.“

Wie erreichen wir das?:
1. Nur Geimpfte und Genesene dürfen das Virus verbreiten.
2. Auch in der Pflege darf es verbreitet werden.
„Ausnahmen von der Testnachweispflicht sind vorgesehen für frisch geimpfte und genesene Personen, sowie für Personen, die in den jeweiligen Einrichtungen oder von den jeweiligen Dienstleistern behandelt, betreut oder gepflegt werden.“

Schüler wie Ärzte im OP, das genügt
„Laut Buschmann sollen an Schulen dann auch OP-Masken statt FFP2-Masken ausreichend sein.“

Personal hat sich vor Risikogruppen zu schützen - Impfpflicht für Pfleger
„Die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die Isolationspflicht und der Genesenenstatus von 90 Tagen blieben bestehen, so Lauterbach. Zudem kündigte er für den Herbst vier neue Impfstoffe an mit Zulassung frühestens am 9. September.“

Lauterbach sehr zufrieden
„‚Ich glaube, dass das Paket sehr gut ist.‘ Der nun gefundene Kompromiss schütze ‚gleichzeitig vor einer Überlastung durch zu viele Covid-Patienten und einer kritischen Lage durch Personalausfälle‘, betonte Lauterbach.“
Das haben selbst 2- und 3G mit Massenimpfungen und Home-Office nicht geschafft.

Lucha vermisst 2- oder 3G
„Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha kritisierte die Maßnahmen als nicht weitgehend genug. So gebe es nicht die Möglichkeit, bei verschärfter Infektionslage sogenannte 2G- oder 3G-Beschränkungen oder Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum einzuführen. Das entscheidende Mittel, ein ‚umfangreicher Instrumentenkasten für die Länder‘ sei nicht vorgesehen, so der Grünen-Politiker.“

Winterreifen und Schneeketten
„Die Bundesregierung nutzt im Autoland Deutschland eine naheliegende Analogie: Die Corona-Regeln kommen und gehen mit den Winterreifen – von Oktober bis Ostern. Wenn die Lage ernst wird, kommen die Schneeketten in Form von Verschärfungen zum Einsatz.“, nau.ch, 12.8.

GGG oder - Maske.

Der Sturz des Ikarus
Manchmal sieht man achtjährige Knirpse auf freiem Platz mit Maske, zwischen Eltern ohne Maske. Neulich sagte ein Papa: „Lucas, wenn du die unbedingt tragen willst, dann aber bitte richtig!“, und nicht mit zusammengeschraubten Ohren dreimal eingezwirbelt. „Nicht nur Superhelden tragen eine Maske! Wir auch.“, von „Muggitastisch“, da fliegen Knirpse aller Hautfarben mit Maske durch die Luft, als Plakat zum Herunterladen für verantwortungsbewusste Erzieher: eduki.com. Vielleicht hat der Kleine das überm Bett im Kinderzimmer oder im Klassenraum. Aber bald wird der Superheld von sich tuscheln hören: Guck mal, der hat Maske, wohl etwa nicht geimpft, und genesen auch nicht, womöglich ansteckend? Die Klassenkameraden zeigen breitbackig hämisches Grinsen, und er, mit verhülltem Gesicht grinsmethodisch eingeschränkt, würde am liebsten seine Augen auch gleich noch mit verdecken. Oder muss in der Gruppe der uncoolen Maskenträger am Schulhofrand stehen und schlechter Luft atmen dürfen. Dann gibt‘s das nächste Kinderplakat: „Superhelden sind geimpft“ mit herumfliegenden Knirpsen, die stolz ihre Masken weg schmeißen. Die Unmaskierten demonstrieren ihre Höherwertigkeit durch unbedenkliches frei prusten und spucken dürfen, der Maskierte, wenn er wehrhaft bleiben will, lüpft heimlich seine Maske und zeigt dem Peiniger, dass er das auch kann. Prompt muss er beim Schulleiter vorstellig werden, Elternversammlung, weil das Kind die Leben anderer gefährdet. Eine Mutter aus der Parallelklasse reicht Klage ein, weil dort die Urgroßmutter gestorben sei …

Ich habe manchen sagen hören, dass es im Jahr drei, also 1935, noch keine Judensterne gab. Das will ich nicht gehört haben, das ist aus der rechtsextremen Ecke, wodurch der später erfolgte Holocaust geleugnet wird.

Aber was, wenn sich Ungeimpfte ohne Masken rein schmuggeln? Die meisten sind dann schließlich ohne Masken. Achtzig Prozent Geimpfte, oder wieviele, werden doch nicht trotzdem noch Maske tragen wollen. Jedenfalls jetzt im Alltag sind fast alle, die, kaum dass sie nicht müssen, dann auch keine wollen - „Leugner“, so hat man immer geheißen, wenn man in Museen allein auf fünfzig Quadratmetern was gegen Maskenpflicht einzuwenden hatte, wegen Drostens Aerosolen, hat man uns dann erklärt.

Seit diesem Sommer werden selbst aller-engste Kellerschächte bevölkert. Wir waren in Nürnbergs Mittelalter-Gefängnissen, zu Zehnt Sitzprobe in einer Zweier-Zelle, kein Kleinkind hätte mehr zwischen die Hintern gepasst, unter Tage ohne Fenster niemals gelüftet, ohne Masken, dumpfe, warm-feuchte Luft auch in den Gängen, jeder roch jeden und spürte fremder Leuts Hitze vom Sommertag, vollkommen Aerosol-vergessen, alles „Leugner“. Man wird alle kontrollieren müssen. Oder stichprobenartig, wie an den Unis oder im Verkehr. Zusätzlich soziale Kontrolle und Ächtung untereinander, denn ich glaube doch, dass der Mehrheit bis Herbst Drostens Aerosole wieder eingefallen sein werden. Aber was, wenn da immer noch ein unentdeckter Rest von sogenannten „Asozialen“ bleibt?

Menschen nach Impfstatus sichtbar kennzeichnen
„Nun weist das ‚liberal‘ geführte Justizministerium darauf hin, dass die Betriebe sich zur Unterscheidung der Besucher nach Corona-Status etwas ausdenken könnten, etwa Aufkleber.“, tichyseinblick.de, 5.8. Das hatten wir letzten Winter im Leipziger Brühl-Center. Insofern praktisch, dann ist nicht mehr die Maske selbst die Kennzeichnung, sondern können auch Geimpfte freiwillig Maske tragen, ohne dass man sie ächten muss, man sieht ja ihre Höherwertigkeit am Aufkleber. Natürlich dürfte der Ungeimpfte seinen unter keinen Umständen abmachen, damit die geimpfte Gesellschaft vor ihm gewarnt ist.

„Für den Status «frisch geimpft» sei auf der App gemäss Lauterbach-Tweets eine andere Farbe des Zertifikats vorgesehen.“, nau.ch, 12.8.

Bald wieder Zunahme sogenannter Covidioten
„Ab Oktober: Dreifach Geimpfte sollen wie Ungeimpfte behandelt werden“, berliner-zeitung.de, 5.8. - vierfach geimpfte auch: Prämisse ist, wenn die letzte Impfung mehr als drei Monate her ist. Wer im Winter die vierte hatte, ist mittlerweile genauso „Ungeimpfter“ und braucht jetzt schon die fünfte, so viele Ärzte und Pfleger.

Neulich eine Frau zu Christoph im Fahrstuhl zum Büro: „Wir können doch beide rein, wir sind doch alle dreifach geimpft.“ - Er hat nichts gesagt. Vor Monaten die Kollegin im Büro: „Setzen Sie sich, wir sind doch geimpft.“ - Christoph hatte schuldbewusst erklärt: Nein, ich nicht. - „Was! Gehören Sie etwa auch zu denen?“ - Man muss sehr hinterher sein, um nicht in diesen Haufen von denen zu geraten. Alle drei Monate.

Ein gutes Vorbild:
Lauterbach ist vierfach geimpft, und nun positiv getestet. Er scheint zwar äußerlich nicht sehr krank, traut aber der Impfung so wenig über den Weg, als wäre er ganz ungeimpft: nimmt Paxlovid, was für schwer kranke Ungeimpfte bestimmt ist. „Erst Joe Biden, dann Karl Lauterbach“: Ersterer „mit der Folge, dass er eine Woche nach seiner Genesung schon wieder einen positiven Test aufweisen konnte. Der sogenannte Rebound-Effekt ist dabei eine bekannte Nebenwirkung der Corona-Pille.“, kreiszeitung.de . - Geimpft, erkrankt, genesen, immer noch positiv und in Quarantäne - korrekter kann man‘s nicht machen.

GGGGGGG
Beim Eintritt in die „Kunstvilla“ Nürnberg steht ein Empfehlungsschild: FFP2 empfohlen. Wir haben schamvoll sofort weg geguckt und das Schild heimlich übersehen, wir sind, mit Bedacht aufs Gesetz, ohne drauf aufmerksam machen zu wollen, stillschweigend mit nackigen Gesichtern rein. Nach uns eine Gruppe Rentner, der solcherlei Scham völlig fremd ist, verkündet lautstark und feierlich, wie sie geimpft und geboostert wär‘ und mehrfach genesen, weshalb sie besten Gewissens von Masken befreit sein könne. Die Rezeption hört solches gern, man hört’s durch den ganzen Treppenflur, durch‘s ganze Haus.

Ich kann das gut verstehen: Ohne G-Pflicht muss mancher eine Möglichkeit entbehren, sich als guter Mensch erkennbar zu machen. So macht er‘s zu seiner Privat-Ehre, das ganze Umfeld von seiner Adligkeit in Kenntnis zu setzen. Es wäre schön, für jedes errungene G, nicht wie bisher, nur amtliche Einträge und Zertifikate zu bekommen, sondern einen goldenen Orden an den Anzug zu stecken. GGGG für schon vier mal geimpft, und GGG für drei mal positiv, also ansteckend gewesen, weshalb sie nun der Meinung sind, keine Gefährder zu sein und die Maske überwunden zu haben.

Wir schämen uns: Christoph, ungeimpft, und nur ein einziges mal genesen - ohne Paxlovid, ja ohne irgendein Medikament, und ich - weder geimpft, noch jemals positiv, nie ansteckend gewesen, mich um kein einziges G verdient gemacht. Trotz aller Mühen: Als Ungeimpfter monatelang täglich mit Testpflicht bei „geschultem Personal“, um was zu finden - wie wenn ich andauernd nach Perlen tauche und nie eine finde, während der Geimpfte nicht zu testen brauchte, und testet er sich doch mal aus Neugierde, ist er prompt positiv, wie wenn er nur dreimal tauchen geht und gleich fündig wird.
Würde ich meinen Misserfolg so stolz verkünden wie die ab und an ansteckend gewesenen G-Sammler ihren Erfolg, würde man mich wahrscheinlich sehr ungern ohne Maske überall reinlassen. Ach doch, ein G konnte ich mir immer schon anheften: „Gefährder“.

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„Ein kolossaler Erfolg“

„Die Eisenbahnfahrt dauerte nicht sieben Stunden wie sonst, sondern zwölf. Ständig gab es Aufenthalte, […] Wir hatten kein Abteil für uns wie sonst, wenn wir reisten, sondern standen in Gängen oder saßen auf unseren Koffern, eingequetscht zwischen vielen Menschen, die alle unaufhörlich schnatterten und redeten.“ - Neun-Euro-Ticket, so reist man heut. Obwohl: „schnatterten und redeten“? Es ist still, eine Art Lethargie. Nein, gemeint ist 1914, 1. August, Haffners Familie muss den Urlaub abbrechen, „Mobilmachung“, Kriegsausbruch („Geschichte eines Deutschen.“).

Ja, so reist man heut - es ist ja Krieg - auf dem Höhepunkt des technischen Fortschritts, und ist sehr glücklich darüber:

„Das 9-Euro-Ticket ist ein kolossaler Erfolg“ *
„Ein fulminanter Erfolg“
„eine Erfolgsgeschichte“
„ein Arbeitsauftrag“ *
* businessinsider.de, 16.8.
* Verkehrsminister Wissing (FDP), maz-online.de, 10.7.

„89 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer loben das 9-Euro-Ticket“, maz-online.de, 24.6.

Bevor mir einer sagt, ich mache beim Zeichnen „Schmu“ und kollagiere, müssen dann doch Fotos herhalten. Wie wir so glücklich und trunken vor Freude über den Erfolg schwitzen und atmen, vergnügen wir uns mit der Bahnlektüre: das Schild über den Köpfen: „Klimaanlage defekt. Bitte benutzen Sie einen anderen Wagen.“ - Doch mangels Wägen ist man nicht zimperlich, dieser hier hat noch etliche bequeme Stehplätze frei, wie man dem Foto entnehmen kann. Davon kann in den intakt klimatisierten Waggons keine Rede sein. Dadrunter ein zweites Schild: „Unterwegs mit Bus & Bahn. Helfen Sie mit, die Ausbreitung des Coronavirus weiter erfolgreich einzudämmen“, Hashtag „#füreinander“ zum Googlen und Mitmachen. Säße ich in den Gremien, hätte ich noch ergänzt „#fürs Klima retten“, da haben wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: gegen Corona, fürs Klima, alle gemeinsam.

„Wir sind im Krieg. Gegen den Klimawandel“
„Was wäre, wenn nicht wir alle die Ursache für die Erderwärmung wären, sondern ein böser, feindlicher Diktator dahinterstünde? Würde dann nicht schon längst eine weltweite Mobilisierung ungeahnten Ausmaßes laufen? In einem Essay für das US-Magazin New Republic erklärt der Publizist und Klima-Campaigner Bill McKibben den Kampf gegen den Klimawandel zum Dritten Weltkrieg“ , klimafakten.de, 2016

„Wir sind im Krieg“, E. Macron gegen Corona
„Insgesamt sechs Mal kam er vor, dieser Satz ‚Wir sind im Krieg‘. Eindringlich, ernst und besorgt sprach Emmanuel Macron am Montagabend fast 20 Minuten lang zu den Franzosen, um ihnen zu verkünden und zu erklären, dass nun kein Weg mehr an der Ausgangssperre für alle vorbeiführe.“ spiegel.de, 16.3.2020

„Wir sind im Krieg“ gegen Terrorismus
„Nach dem mutmaßlich islamistischen Messerangriff in Nizza fordert der französische Innenminister eine entschlossene Reaktion des Staats. Auch in Deutschland werden Rufe nach konsequentem Vorgehen gegen Extremisten laut.“
sueddeutsche.de, 30.10.2020

„Wladimir Putins Krieg ist auch unser Krieg“
ndr.de, Kommentar, 27.2.
„‚Dieser Krieg ist auch unser Krieg‘: Berührende Friedensandacht mit eindringlicher Botschaft“, diako-leipzig.de, 11.3.

Philanthropen
Sie nennen sich Philanthropen, Menschenfreunde, Menschenliebhaber, nicht wie der Mensch ist, sondern wie er nach Verbesserung sein soll. Seit der Antike große Spender und Stifter für Bildung, Gesundheit und Erziehung, Weltverbesserer, Menschenverbesserer, Menschenoptimierer.

„Unter den größten Philanthropen der Welt dominieren Unternehmer aus der IT- und Finanzindustrie.“ welt.de, 3.12.15
„Philanthropy King“, „Bill Gates, the world’s richest person, continues to make news for his ten-figure philanthropy“, forbes.com, 15.8.2017.
Bill Gates, Warren Buffet, Klaus Schwab, John Hopkins, Elon Musk, …
Seit wir in Dessau am Philanthropinum vorbei gekommen sind, musste ich doch mal in den Schriften der Philanthropen lesen, im Detail ist vieles zwar nicht mehr „in“, und - Basedow in Dessau neben Gates in der Welt? werdet ihr sagen - aber gewisse Grundgedanken nur grob skizziert:


Eine neue Welt
„Die Mittel […] müssen so beschaffen sein, daß sie leicht zu wege zu bringen sind, auch geschwind, heimlich und ohne Tumult gebraucht werden können, auch müssen diejenigen, die reformiert werden sollen, sie freiwillig und ohne Zwang annehmen.“, J.B. Schupp, 1667, Schwarze Pädagogik, Quellen zur Naturgeschichte, 1977 Ulm, „In zwanzig Jahren durch Erziehung eine neue Welt“.

„Daß die Menschheit verderbt sei […] und daß moralisch verderbte Menschen keiner Glückseligkeit fähig sind […] Diesem Übel gänzlich abhelfen zu wollen und eine allgemeine Sittenbesserung“ beschäftigt den Philanthropen, er weiß, dass es „ohne ein allgemeines Einverständnis und Mitwirken aller gesetzgebenden Mächte auf Erden“ nicht möglich ist, das „mag der süße Traum eines […] Schwärmers sein“. Er will darum klein anfangen, regional und bei den Kindern, J.B. Basedow/ J.H. Campe, 1777, ebd., „Von der eigentlichen Absicht eines Philanthropins“.
Klaus Schwab erfüllt diesen „süßen Traum“, führt tatsächlich ein Forum für die Welt ein, für größte Staats-, Firmen- und Finanzchefs, 1971. „A new world will emerge“, z.B. jetzt wegen Corona („Covid-19: The Great Reset“, S. 12). Die Kinder, bei denen er anfängt, sind die „Young global leaders“, Emmanuel Macron, Annalena Baerbock oder Jens Spahn, wiki. Nein, natürlich auch die ganz kleinen: In Schulen ist alles angekommen, Klima, Rassismus, Corona-Masken, bis hin zur Gendersprache.

Think-tanks, hier die Gestalter, dort die Gestalteten
Nicht dass irgendwo jemand anders leben möchte: Lehrbücher und eine „Mutterschule, aus welcher die verbesserten Erziehungs- und Unterrichtsmethoden über ein ganzes Land - über mehr Länder -, über Europa ausfließen sollten“, J. B. Basedow/ J.H. Campe, 1777, Schwarze Päd., „Von der eigentlichen Absicht eines Philanthropins“

„Ich tue das, was meiner Meinung nach am besten geeignet ist, um der gesamten Menschheit eine gute Zukunft zu sichern. Das ist mein Ziel.“, Elon Musk. Er räumt dabei ein, und ist sich dessen bewusst, dass er Fehler machen könnte, was ihn aber nicht davon abhält. Interview, WELT, 10.5.
„Shaping the Future“, „Resetting the world“, weforum.org, „die Welt neu gestalten“, „die Welt formen“ und „verbessern“ („Shaping the post-crisis world“ 2009, „improve the state of the world“ 2012, „reshaping of the world“ 2014).
Im erwähnten Event 201 wird öffentlich verkündet, dass die Informationen über Corona zentral kontrolliert werden müssen, youtube und Facebook löschen seit dem fleißig, Öffentliche erwähnen Kritiker so gut wie gar nicht.

Demokratie
„Überdies signalisierte der ‚logos philanthropos‘ eine demokratische Gesinnung und war deshalb in den demokratischen Stadtstaaten Griechenlands opportun“, Hist.WB d. Phil.
Das WEF tagt mit Projekten wie „How to save democracy“, weforum.org/events, wann auch immer man Vorträge hört von Gates, Schwab, Young Global Leaders etc. geht es um das Wohl der Demokratien. Kaum gibt es Proteste gegen Maßnahmen, sei die Demokratie gefährdet. Ja, es wird bei jeder Gelegenheit so oft hervorgehoben, dass wir demokratisch seien - man fragt sich unwillkürlich, warum das zu allem immer dazu gesagt werden muss: Denn sind wir‘s etwa nicht?

den Zögling ständig im Blick haben
„Die Zahl dieser Lehrer müßte anfangs der Zahl der Schüler beinahe gleich sein“, J.B. Basedow/J.H. Campe, 1777, Schwarze Päd., „Von der eigentlichen Absicht eines Philanthropins“
„Die digitale Technologie verfügt über mehrere Funktionen, die es Lehrern wesentlich erleichtern können, allen ihren Schülern besondere Aufmerksamkeit zu schenken.“, Bill Gates, mitfokus.de
Die größten Lehrer: Google, Facebook, Amazon, Microsoft … Algorithmen sollen unser Verhalten lenken, wir alle sind Zöglinge und ständig im Blick.

Schuld am eigenen Dasein, andere leiden wegen dem Kind
Herr Schummel redet den Kindern Angst und Schuld ein, daran, dass sie geboren und überhaupt da sind. Sie hätten die Mutter bei der Geburt gefährdet, J. G. Schummel, 1776, Schwarz. Päd., „Die Dankbarkeit“.
Ein Strategiepapier zur Pandemiebekämpfung redet uns ein, wie Kinder ihre Großeltern anstecken, und nachher unter der Schuld am Tod der Großeltern leiden. zum Dokument. Hoheit über diese Informationsverbreitung haben ranghohe Philanthropen (The Johns Hopkins Center for Health Security in partnership with the World Economic Forum and the Bill and Melinda Gates Foundation), wie sie in Planspielen gegen das Coronavirus verkünden ließen, bevor es das Virus dann gab (Event 201), youtube, Event 201.
Aus demselben Geist die Idee, jeder sei Gefährder und müsse grundsätzlichste Bedürfnisse hintanstellen, wie freies Atmen und Kommunizieren ohne Masken.

Gesundheit
Was von oben für gesund befunden wird.
Das Kind „wetterfest“ machen, „körperliche Abhärtung“, „Einführung des Turnens in Schulen und Erziehungsanstalten, Handbuch 1887, Schwarze Päd., „Verwöhnen, verzärteln, verziehen: Ein bedenkliches Kleeblatt“

Das World Economic Forum will die zig-tausenden Gesundheitsapps für Geist und Psyche unter Kontrolle bringen, weil sie nicht dessen Auffassung entsprechen. „There are more than 10,000 mental health apps in the Apple App Store and the Google Play Store alone. Many of these 10,000 apps are not currently evidence-based, placing users at significant risk in some cases. Deloitte analysed 190 global high-traction use cases for the toolkit, revealing 89% of the apps are not clinically validated“, weforum.org. Es gebe nur eine Wahrheit: die klinische, evidenzbasierte. Eigentlich gibt es noch andere, anthroposophische vielleicht, andere Weltanschauungen, religiöse? die müssten beseitigt werden, sind ja „nicht klinisch bestätigt“.
Einer fühlt sich völlig gesund, aber wir testen ihn täglich, bevor er zur Arbeit darf, bis wir ihm klinisch im Labor beweisen, dass er positiv an Corona „erkrankt“, gefährdet und gefährlich ist.

Den Zögling vor seinen natürlichen Bedürfnissen bewahren
Und ist er erkrankt, wird er Long-Covid erleiden, sein Hirn wird zerfressen, seine Organe, er wird Schwäche und Verfall erleiden, schon deshalb geht mancher - aus Angst - sich immer mal freiwillig klinisch testen.
Peter Villaume gibt eine Anleitung für Lehrer, wie man den Jungen testet und verhört - er bekäme Ausschläge, Geschwüre (vgl. Corona-Symptome) bis hin zu Tod, der Lehrer wolle ihm nur helfen - bis der Junge aus Angst seine Intimangelegenheiten verrät. Nur ging‘s hier nicht darum, ein unbemerktes, heimliches Virus zu finden, sondern um Onanie, 1787, Schwarze Päd., „Wodurch man das Geständnis der Onanie erlangt“.
Der Philanthrop will einfach alles wissen, keine Datensammlung ist ihm zu peinlich und zu viel, zu unserem Nutzen, der Philanthrop Elon Musk entwickelt „Neuralink“: Chips im Gehirn steuern Gedanken und Gefühle für eine ideale Körperfunktion und ideal gesundes Verhalten. Erst, damit Magersüchtige wieder essen, Blinde wieder sehen, aber bald schon für jedermann: „as we learn to communicate with more areas of the brain, we will discover new, non-medical applications for our BMIs. Neuralink's long-term vision is to create BCIs that are sufficiently safe and powerful that the general population would want to have them.“, neuralink.com. Vielleicht wie die Impfung - um zur Arbeit zu dürfen, will die dann jeder haben. Denn jeder ist korrekturbedürftig. Was normal und gesund ist, kann nicht so bleiben: Impfungen heute, morgen Chips.
Die Freude des Schulmanns: „Oh, kein Phidias betrachtet mit solchem Entzücken das Werk seiner Kunst, wenn der rohe Marmorblock ohne Farbe und Gestalt sich allmählich unter seinen schaffenden Händen entwickelt, wenn unter seinem Meißel ein Glied, ein Zug nach dem andern hervortritt, und sie nun endlich in ihrer ganzen Größe und Schönheit dasteht, die Bildsäule des Helden oder der Grazie!“, Handbuch 1851, Schwarze Päd., „Die Freuden des Schulstandes“.

„Was heißt es, eine Wohltat zu geben? Gott nachahmen.“
„Quid est dare beneficium? Deum imitari.“, Ps. Seneca, Liber de moribus 47.

„Ein Erzieher von wahrer Bildung kann sich mit Recht seiner hohen Bestimmung erfreuen, ein unmittelbares Organ der Gottheit, als der höchsten erziehenden Kraft, zu sein.“, B. Blasche 1828, Schwarze Päd., „Der Erzieher ist ein Organ der Gottheit“.

„‚Menschenfreunde‘ sind zunächst nur Götter und Heroen, dann Könige und Feldherren, schließlich auch Richter und angesehene Privatpersonen“, Histor. Wörterbuch d. Philosophie, hrsg. v. Joachim Ritter u. Karlfried Gründer, wissensch. Buchgesellsch. Darmstadt, 1989 Basel.

Transhumanismus
„Wenn einmal ein Wesen höherer Art sich unserer Erziehung annähme, so würde man doch sehen, was aus dem Menschen werden könne. Da die Erziehung aber teils den Menschen einiges lehrt, teils einiges auch nur bei ihm entwickelt, so kann man nicht wissen, wie weit bei ihm die Naturanlagen gehen. Würde hier wenigstens ein Experiment durch Unterstützung der Großen, und durch die vereinigten Kräfte wieder gemacht: so würde auch das schon uns Aufschlüsse darüber geben, wie weit es der Mensch etwa zu bringen vermöge […] daß die Natur einen Schritt näher zur Vollkommenheit tue.“, Immanuel Kant, 1803, Schwarze Päd., „Durch die Erziehung tut die Natur einen Schritt näher zur Vollkommenheit“.
Endlich: Aus Homo sapiens wird „Homo Deus“, Yuval Harari. Auf die Frage: „Sind wir Menschen kurz vor dem Aussterben?“: „Ja“, weil „wir neue Technolgien nutzen werden, vor allem Biotechnologie und künstliche Intelligenz, um uns zu verändern und in Wesen upzugraden, die sich viel mehr von uns unterscheiden als wir uns von den Neandertalern oder Schimpansen. Ich denke also nicht, dass in 200 Jahren Menschen wie wir die Erde bevölkern werden. Unsere Nachfahren werden eine Art von Cyberwesen sein, die das zukünftige Leben dominieren“,. Harari berät z.B. Obama und Gates, und wird von ihnen empfohlen. Interview, „Sternstunde Philosophie, SRF Kultur. Merkel, Macron, Sebastian Kurz haben sich mit ihm getroffen, er hat eine Firma „Sapiensship“, um dazu beizutragen, „die Probleme dieser Welt zu lösen“, wiki.org

Glückseligkeit ist das Ziel
Warum wir uns so verändern sollten?: „Weil wir mehr Macht und Glück haben wollen.“, Harari, Interview, ebd. Über Jahrtausende hätten wir die Welt verändert, um sie uns anzupassen, „wir haben mehr Macht denn je erlangt, sind aber nicht wirklich glücklicher geworden. Wir Menschen sind heute 1000 mal mächtiger als in der Steinzeit, aber es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass wir zufriedener sind als die Menschen von damals […] Wir müssen unsere innere Welt verändern, unseren Körper, unser Gehirn.“, ebd.
Nach meiner Ansicht ist das der größte Denkfehler des Philanthropen: Glück als Ziel statt eines möglichen Nebeneffekts einer anderen Sache. Es käme nicht zu mir, sondern ich soll es erzwingen wollen, einoperieren. Philanthropen wollen es aus Liebe, für den andern, ob der danach gefragt hat oder nicht, oder mit sich zufrieden ist oder nicht - der Philanthrop fragt mich nicht - für die gesamte Menschheit andere zu ihrem Glück zwingen: „verbunden des andern Glückseligkeit zu wollen“, Ch. Wolff, wo aus Menschenleben christliche Nächstenliebe wird, nicht die „sinnliche Glückseligkeit des Menschengeschlechts“, sondern „in den Wegen der göttlichen Ordnung“, Fichte, die Erreichung der „Gemütsruhe“ und der Glückseligkeit, Thomasius, Hist. WB d. Phil.

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Die ideale Erziehung
„Das Panopticon […] ist ein von dem britischen Philosophen und Begründer des klassischen Utilitarismus Jeremy Bentham stammendes Konzept zum Bau von Gefängnissen und ähnlichen Anstalten, aber auch von Fabriken, das die gleichzeitige Überwachung vieler Menschen durch einen einzelnen Überwacher ermöglicht.
Der französische Philosoph des späten 20. Jahrhunderts Michel Foucault bezeichnete dieses Ordnungsprinzip als Modell moderner Überwachungsgesellschaften und als wesentlich für westlich-liberale Gesellschaften, die er auch Disziplinargesellschaften nennt.“, wikipedia.org.

Kontaktverbote, Home-Office
„Die Insassen des Benthamschen Panoptikum wurden zum Disziplinierungszweck voneinander isoliert und durften nicht miteinander sprechen. Die Bewohner des digitalen Panoptikums hingegen kommunizieren intensiv miteinander und entblößen sich freiwillig. So bauen sie aktiv mit am digitalen Panoptikum. Die digitale Kontrollgesellschaft macht intensiv Gebrauch von dieser Art Freiheit. Sie ist nur möglich dank freiwilliger Selbstausleuchtung und Selbstentblößung. Der digitale Big Brother lagert seine Arbeit gleichsam an seine Insassen aus. So erfolgt die Preisgabe von Daten nicht auf Zwang, sondern aus einem inneren Bedürfnis heraus. Darin besteht die Effizienz des digitalen Panoptikum“, Byung-Chul Han in „Psychopolitik — Neoliberalismus und die neuen Machttechniken“, rubikon.news

Wenn nur die Daten stimmen

Lauterbach erklärt in der Bundespressekonferenz, dass ein Geimpfter bei wenig Viren schon krank werde und zu Hause bleibe, wohingegen ein Ungeimpfter bei sehr vielen Viren symptomlos herumlaufe. Daraus folge, dass wir impfen müssen, also frühzeitig kränker machen müssen, damit man schon bei geringer Viruslast zu Hause bleiben soll statt ungeimpft und gesund unterwegs zu sein:

„einer der Gründe, weshalb quasi die Vi…, die Impfungen die Pandemie begrenzen, weil sehr häufig sind die Leute schon mit Symptomen unterwegs und bleiben dann auch zu Hause, noch bevor sie wirklich ansteckend sind, weil bei demjenigen, der geimpft ist, die Symptome oft beginnen, bevor die Viruslast sehr hoch ist.“ Wie krank wäre er erst, wenn sie denn sehr hoch wäre?! Er hebt belehrend den Zeigefinger - „Das ist bei Ungeimpften ganz anders, bei Ungeimpften ist zuerst die Viruslast sehr hoch“ - so kursiv kann man das „sehr“ kaum schreiben, wie er „sehr“ sagt - sehr hohe Viruslast - „und dann kommen die Symptome.“, Lauterbach, Videomitschnitt.

„(Internationale) Reaktionen reichen von Belustigung bis Entsetzen“, norberthaering.de.

„Aber stimmt das so?“, Focus - Ein Faktencheck:
„Die These, die Lauterbach hier vertritt, ist nicht neu - aber auch nicht unumstritten. FOCUS online sprach darüber bereits vor einigen Monaten mit Immunologe Carsten Watzl. Er erklärte: ‚Es fehlen mir die Daten, ob Geimpfte bei einer Infektion wirklich früher Symptome zeigen als Ungeimpfte‘, dazu kenne er keine Studie.“, focus.de.

Jetzt wird über Daten gestritten! Lauterbach darf uns gern kränker machen wollen, wenn nur die Daten stimmen!

„Ab Oktober kann sich die Bundeswehr um die Durchsetzung der Covid-Maßnahmen kümmern“, norberthaering.de.

„Das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr (TerrFüKdoBw Territoriales Führungskommando Bundeswehr ) ist verantwortlich für die operative Führung nationaler Kräfte im Rahmen des Heimatschutzes, einschl. der Amts- und Katastrophenhilfe sowie der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.“, bmvg.de
„Mit dem neuen Kommando können wir über die rein militärischen Aufgaben hinaus sehr schnell die nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen, wenn das notwendig ist – etwa im Falle von Hochwasserkatastophen oder wie in der Covid-Pandemie“, Bundesministerin der Verteidigung, Christine Lambrecht, ebd.

Am Nachbartisch unterhält sich eine Gruppe Rentner. Zwischen Kaffeegeschichten, Heirat der Kinder und Geburtstage der Enkel, unaufgeregt und beiläufig: „Lässt du dich jetzt noch mal impfen? Nein? Nö, ich auch nicht, guck mal, wir haben ja trotzdem Corona bekommen. Alle, wenn du so rumhörst. Nein, die Kathrin hatte das gar nicht, und ist nicht geimpft! Du kannst auch nicht sagen, wer mit öffentlichem Verkehr unterwegs ist, 9-Euro-Ticket und in den Massen, dass der sich da ansteckt, die Kathrin hatte das nie, und wenn du sonst so rumhörst. Aber wir alle, wo wir doch kaum Kontakte haben. Der eene bekommt‘s, der andre nich, sag ich. Ja, wenn die Impfung was bringen würde, aber ach wozu, sag ich mir dann …“

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Höllenfahrt

Das ist mein Zug, habe nicht mehr reingepasst. Über die Monate haben wir alles probiert: frühs um sieben, abends, mittags, … Wochenenden haben wir aufgegeben, so wie wir Pfingsten und in Sommerferien nicht aus der Großstadt raus kamen. Letzte Chance werktags: heute Freitag mittag …
Der Schaffner lehnt lässig an seinem Fahrer-Eingang und grinst fassungslos. Aufsichten winken Fahrgäste herum, beschützen Kinderwagen und Rollstühle, müssen Streit abfangen. Christoph und ich stehen lachend am Gleis und dokumentieren es in Fotos. Es kommt nämlich vor, dass niemand uns glaubt! Lachende Gesichter, verzweifelte, fragende, alle müssen sie rein, und - deshalb lachen wir - müssten ja eigentlich nicht, haben es unser Lebtag nicht gemusst, so viele, jedes mal. Wir müssen gründlich umdenken: Vor kurzem noch wurdest du von Schaffnern scharf ermahnt, wenn ein Eckchen Koffer in den Gang rein ragte: wegen Fluchtweg. Wenn ein Kinderwagen oder Fahrrad nicht am vorgesehenen Platz stand. Aber heute passt alles, nur kein Schaffner mehr durch, der Zug wird ausgestopft, die Helfer bleiben draußen. Noch nicht gehört, dass die Sicherheit gefährdet wäre. Auch die Hygiene - wir sind in einer „Pandemie“ - ist nicht gefährdet.

Am Gleis: 5 Meter große Leuchtreklame „Bleibt dabei. Auch ohne #9-Euro-Ticket“.
Werbung im Instagram: Abgebildet ein junger Business-Typ, „gechillt“ ausgestreckt wie ein Chef im Sessel, mit FFP2 - Hygiene - und schläft. Darunter das Motto: „Ich bleib dabei. #9-Euro-Ticket“. „Parckplazsuche - ich weiß nicht mal mehr, wie man das Wort schreibt.“

Instagram-Kommentare:
„Das ist so, mit Maske vergisst man alles.“
„Pünnklickeit“
„Klimaanlage kaputt bei 40 Grad … stop and go, weil nix mehr ging … das geht alles mit Maske bei 40 Minuten Verspätung“
„HORRORFAHRT weiß ich wie man schreibt“
„Massentransportmittel wie Viehtransporter für Schweine“
„Bahnsteigrennen, Zugausfall und Verspätung +100 Minuten“
„Überfüllte Bahnen, Verspätungen, überfüllte Bahnhöfe, Katastrophe. Ich bin eigentlich drauf angewiesen gewesen, aber das mit zwei Kleinkindern tue ich mir nicht mehr an. Habe mich dann entschieden, den Führerschein zu machen.“
Ich schreibe dazu: „Genau wie ich!“

Mein Kommentar: „Ein Leben lang Bahnfahren, aber seit einiger Zeit wird es unmöglich gemacht, wir wurden von Menschenmassen verdrängt, kamen manchmal nicht mehr rein, von Leuten, die sonst nie Bahn gefahren sind, die nicht drauf angewiesen sind. Und im Winter war 3G, mancherorts kein Testzentrum. Wer weiß, was der Politik als nächstes einfällt. Hätte mir nicht träumen lassen, dass ich doch mal aufs Auto umsteigen muss (bin dabei, Führerschein zu machen, dank 9-Euro-Ticket).“
Jemand schreibt mir dran: „Schwachsinn.“
Ich frage zurück: „Die Bahn oder mein Kommentar? Jedenfalls passten wir mehrmals nicht mehr in Züge rein, oder mussten Stunden bei defekter Klimaanlage eingequetscht stehen, oder Züge wurden angehalten und Leute raus beordert. Alle, die aus Jux fahren, und sonst Auto, sind gut dran. Aber unsereins muss aufs Auto umsteigen.“
Kommentar: „Ich bin so oft durch Deutschland gefahren und was du schreibst, entspricht definitiv nicht der Wahrheit, alles erstunken und erlogen.“
Weiterer Kommentar: „Prima. Mach den Führerschein und fahr dann Auto. Das ist gut für uns, dann ist ein Platz mehr frei.“
Ey, welcher Platz? Wenn ich statt nicht mehr reinzupassen und dem Zug hinterher zu sehen, jetzt nicht mehr rein passe und Auto fahre?

Zwei Stunden später steh‘ ich dann aber doch wie in unsern Fotos, fast hätte ich schon wieder zu den „Erstinkern und Erlügern“ gehört, die sich nicht energisch genug mit dem Recht des Stärkeren in die Tür rein kämpfen und dann schreiben, sie hätten nicht rein gepasst. Um mich herum besoffene Mädels, Junggesellinen-Party, prahlen, was sie schon intus haben. Ab Magdeburg machen sie noch Sekt auf, ab Güsen Aperol, ab Genthin Bier, sie stoßen alle paar Schlucke an, bin immer froh, wenn sie an mir vorbei gespritzt haben, sie reichen den Abfall über die Köpfe der Leute hinweg zum Mülleimer, Maskenpflicht braucht nur die alte Dame, die sich neben mir auf ihren Koffer gesetzt hat, und eine zweite mit Gehstock, ein Junge und ich. Klimaanlage intakt, alle fröhlich, besonders die alten Damen kichern und zwinkern begeistert darüber, an der jungen Party teilzuhaben: „Darf ich fragen, wer von Ihnen heiratet? Hach, Glückwunsch! Herrlich!“ Nach einer dreiviertel Stunde wird irgendwo ein Sitzplatz frei, die Mädels organisieren’s für die alte Frau. Kurz nachher noch ein Platz, die mit Gehstock lehnt ab, sie stehe ganz gut, sieht in der Tat aus wie eine, der nie etwas geschenkt wurde, ein Sitzplatz vor aller Augen hätte ihr Weltbild umgestülpt. Steigen zwei aus, steigen zwei ein. Wer zur Toilette durch will, ... ich habe keine Worte dafür. Am Ende eine Gruppe Kerle dazu, jeder mit offener Flasche Bier in der Hand, ohne Maskenpflicht. Wie ich am Zielbahnhof ankomme, ohne durchnässte Bier-Hose, muss man sagen: eine saubere Fahrt - Hygiene, Sicherheit, nichts zu beanstanden.

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Das Endgericht

Lauterbach spricht auf der Gesundheitskonferenz in Magdeburg. Rund 400 Pflegekräfte demonstrieren mit Verdi gegen Missstände. Patienten könnten nicht angemessen versorgt werden.
„Und dann tritt der Gesundheitsminister aufs Podest“, „Es beginnt ganz harmlos“, indem er sagt: „Zunächst möchte ich all denjenigen danken, die heute hier sind und in den letzten zwei Jahren dafür gesorgt haben, dass Menschen, die krank geworden sind, überlebt haben […] Dass wir durch diese Pandemie gekommen sind in einer Art und Weise, wie es vielen anderen Ländern nicht gelungen ist, dank ihrer Leistung ist das gelungen“. Dann zeigt er auf die linke Gruppe und sagt: „Die hier gegen die Impfung protestieren, haben dazu keinen Beitrag geleistet und sollten eigentlich nicht hier sein. Sie haben kein Recht, hier zu sein“. Dann zeigt er auf die rechte Gruppe: „Hier sind diejenigen, denen wir den Erfolg verdanken.“ Dann zeigt er wieder nach links: „Sie haben keinen Beitrag geleistet! Und ich finde, es ist eine Unverschämtheit, dass Sie noch die Stirn haben, hier eine berechtigte Demonstration derjenigen zu missbrauchen, die gearbeitet haben, die es jetzt auch noch tun, die belastet sind.“ Dann zeigt er noch mal nach links: „Ihre Arbeit hat keinen Beitrag geleistet.“

„Allein aufgrund des von n-tv verbreiteten Videos zu dem Eklat könnte man meinen, der Minister wende sich an völlig unterschiedliche Demonstrantengruppen. Hier die braven Pflegekräfte, die sich in der Pandemie noch weiter aufgeopfert haben als zuvor schon, dort die ungenierten Störenfriede, die mit der Demo nichts zu tun haben und einfach nur gegen die Impfung wettern wollen. Am Mittwoch hatten die aus Magdeburg Bericht erstattenden Medien auch noch nichts von dem Vorfall berichtet. Doch am Donnerstag gab es die ersten Berichte dazu, dass es sich bei den von Lauterbach Angesprochenen auch um Pflegekräfte gehandelt habe – nur eben ungeimpfte.“

berliner-zeitung.de, Kommentar Ruth Schneeberger, 24.6.

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Das Martyrium

In Boppard am Rhein in St. Severus unter einem Gemälde im Kirchenjoch fällt mir ein, wie all die letzten Jahre zu zeichnen wären.

Das Joch hat ein Kreuzgratgewölbe, folglich vier Segmente, für vier christliche Szenen. Der Maler ist so frei, die Szenen teilweise ins je nächste Segment hinein zu ziehen, „die Grenzen zu sprengen“, würde man sagen. Auch die Figuren halten sich nicht an gewohnte Vorstellungen ihrer Zeit (Sie vereinen Stil-Elemente verschiedener Epochen), vielleicht ließen sie sich beschreiben mit etwas wie „trans“, „inter“, „crossing“, kurz: Sie „brechen mit gewohnten Mustern“ und fordern uns auf, unsere Rolle und die Gesellschaft „zu hinterfragen“.

Erste Szene: Wir erkennen Politiker links, sie tragen Fracks und Schuhe für den Geschäftsmann. Rechts eine Gruppe Pfleger und anderes „medizinisch geschultes Personal“, erkennbar an hygienischen Plastik-Anzügen, Helmen und Zeichen fürs „Rote Kreuz“. Die Wulste an ihren Handgelenken (eine Art Saum) deuten darauf hin, dass sie Latexhandschuhe tragen. Politiker wie medizinisches Personal tragen FFP2-Masken, einer eine medizinische Maske, und deuten auf Schriftbänder, deren Inhalt nicht mehr erkennbar ist. Restaurierungen und Rekonstruktionen haben ergeben, dass es sich um Bekenntnisse zu Corona handeln muss. Darauf deuten auch die Abbildungen echter Corona-Viren über ihren Köpfen hin.

Zweite Szene: Eine Reihe halb entblößter Figuren purzelt Hals über Kopf, in aller Grausamkeit verrenkt, durchs Bildfeld. Sie werden aufgespießt von riesigen Spritzen. Philologische Forschungen haben eindeutige Parallelen gefunden: Aus dem Jahre 2020 Abbildungen in sogenannten Nachrichten, wo riesige Impf-Spritzen mit Stachel voran wie Raketen auf eine kleine Deutschlandkarte abgeworfen und eingestochen werden - oder wie Pfeile auf eine Zielscheibe. Auch sind Nachrichten belegt, wo der Sprecher neben Bildschirmen mit überlebensgroßen Impfspritzen erscheint. Gleichzeitige Quellen bezeugen, dass die sogenannten „Impflinge“ aus „Solidarität“, für die „Herdenimmunität“ all die „Nebenwirkungen“ auf sich genommen haben, zur Rettung der Gesellschaft, sich sozusagen geopfert, das selbstlose Martyrium durchlitten: „Ich bin vollständig geimpft. Habe die Nebenwirkungen in Kauf genommen. Meine Mutter und ich haben einen Beitrag zur Solidarität gebracht. Nicht geimpfte denken nur an sich.“, schrieb z.B. ein Leser der Tagesschau, meta.tagesschau, 8.8.2021.

Dritte Szene: Wir sehen die „Impflinge“ von eben nun als Tote in einer Reihe würdevoll beerdigt. Lange Zeit stand die Forschung hier vor einem Rätsel, denn sie können unmöglich an der Impfung gestorben sein. Negative Nebenwirkungen dieser Impfungen waren „generell nicht bekannt“: „Warum es keine Langzeit-Nebenwirkungen gibt. […] Noch immer wollen sich manche aus Angst vor Spätfolgen nicht gegen Corona impfen lassen. Doch Experten sagen: Bei Impfungen sind generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt.“, von Oliver Klein, Katja Belousova, 20.10.2021, 20:41 Uhr, was gleichbedeutend mit „negative“ Langzeit-Wirkungen ist. Denn positive waren durchaus bewiesen: „Studie: Erhöhte Spermienanzahl nach zweiter Corona-Impfung“, praxisvita.de, 7.12.2021. Dies war allgemeines Wissen der Bevölkerung, da es im großstädtischen Raum auf großer Leuchtreklame verkündet wurde, so in Leipzigs Einkaufspassage in den „Höfen am Brühl“ oder im Bahnhof, wo jeder Einkäufer und Reisende früher oder später einmal vorbei kam. Der oben Zitierte, der, wie er sagte, aus Solidarität Nebenwirkungen auf sich genommen habe, muss solche gemeint haben. Wir gehen deshalb davon aus, dass die hier dargestellten Leichen eines beliebigen natürlichen Todes gestorben sind, aber als heilige Märtyrer dank der Impfung Aufnahme im Himmel fanden. Ranghohe Engel bearbeiten die rauhe Erde mit ihren Äxten für die Gräber und schwenken Weihrauch. Darüber entschweben die Seelen, in einem Tuch gebettet, von zwei Engeln getragen, ins Paradies.

Vierte Szene: Auf kecke Weise in den Winkel eingefügt ist eine Andeutung einer Architektur, eines Ziegeldaches. Im Gebäude wartet ein Impfpriester auf die Gemeinde. Ein Impfdiener läutet die Glocke zur „allgemeinen Mobilmachung“. Den Priester erkennen wir an seiner Kleidung als „medizinisches Personal“ mit Helm und Latexhandschuhen, er und Impfdiener tragen eine FFP2-Maske.

Das Hauptfeld dieser vierten Szene ist als Warnung zu lesen: Eine Gruppe sehr verschieden anmutender Gestalten trägt ein Schriftband. Direkt im Anschluss werden sie unter Folter in einen Höllenschlund getrieben. Es gilt daher als sicher und in der Forschung unbestritten, dass es sich um sogenannte „Corona-Gegner“, „Corona-Skeptiker“ oder „Leugner“ handelt, die sich dem wahren Glauben widersetzten. Wahrscheinlich zeigt das Bild hier eine der berühmten Demonstrationen oder sogenannte „Spaziergänge“. Bezogen auf das Gesamt-Thema der Impfung muss man die Gruppe als sogenannte „Ungeimpfte“ betrachten. Eine der guten Engelsgestalten mit einem Richtschwert setzt die gerechte Strafe um. Dieses Bildfeld steht konträr zu den anderen dreien: Bekennung zum Corona-Virus, Impf-Opfer und Heiligpreisung. Die „Corona-Gegner“ aber, der „Mobilmachung“ des Impfpriesters nicht Folge leistend und statt dessen aufbegehrend, schmoren nun im Fegefeuer und hoffen auf ihre Erlösung.

Im Zentrum des Joches, wo sich zumeist ein Schlussstein befindet, ist dem Maler eine bemerkenswert naturgetreue Abbildung eines Corona-Viruses gelungen. Während die Figuren stilisiert, typisiert und schematisiert sind, entspricht das Virus den wissenschaftlichen Darstellungen der damals allgegenwärtigen Nachrichten-Verkündung. Man erkennt die nahazu perfekte Kugelform, wie vom Computer berechnet, mit den typischen Spike-Proteinen, die wie Stacheln oder Stecknadelköpfe mit Ansaug-Näpfen aus der Hülle heraus ragen. Es wurde meist in seinem roten Zustand dargestellt, oder im grauen, porös wie Vulkan-Asche, manchmal sogar gelb wie die Sonne.

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Klima umdrehen
Ein paar Tage in Koblenz. Wir sitzen oft draußen unter Heizstrahlern. Es ist, zu unserer Verwunderung ganz üblich, dass alle Türen offen stehen, ganze Glasfronten sperrangelweit geöffnet, die ganze Fassade - vielleicht, weil Drostens Aerosole wieder da sind? Man spürt richtig, wie es an Nieren und Lunge geht, vom Durchzug, damit nicht Corona selbige Krankheit auslösen darf. Draußen aber Heizpilze. Weil es nirgends „Klima-Leugner“ gibt, denen du irgendwas Skeptisches sagen kannst - alle „vernünftigen“ Menschen sind unabrückbare Klimawandel-Verhinderer, Autofahrer, Großbildschirmbesitzer, Digitalisierer - so nehmen wir an, „fürs Klima“ heißt, den Klimawandel nicht nur zu „stoppen“, sondern ganz umzudrehen: Also, im Raum schafft man Kälte und Wind wie draußen, und draußen Hitze, als säße man drinnen an glühendem Ofen. Wir haben fast Sonnenbrand bekommen, 21 Uhr im Dunkeln Sonnenbrand, Heizpilzbrand.

Drinnen allerdings soll nicht über 19 Grad geheizt werden, offenbar in ganz Europa. „Heizstrafen für Italien. Absurd: Wer Heizung zu weit aufdreht, landet im Gefängnis“, „Stichprobenkontrollen und Überwachung. Unklar ist bislang aber noch, wer die stichprobenartigen Kontrollen in den Wohnungen durchführen soll: Vermieter, Polizei oder andere Staatsorgane, könnten dann einfach in die Wohnung spazieren und die Temperatur kontrollieren.“, 7.9., wochenblick.at.

„Schweiz: Heizen über 19 Grad als Offizialdelikt – Haftstrafe bis zu drei Jahren“, „Wirtschaftsminister Guy Parmelin versuchte bereits in der Vorwoche […] die Gemüter zu beruhigen. Die Schweiz sei ‚kein Polizeistaat‘, und es gebe auch in anderen Bereichen Vorgaben, die ‚nicht ständig kontrolliert‘ würden. Man gehe davon aus, dass sich die Bevölkerung von sich aus an die Vorgaben halten würde. Jedoch seien ‚punktuelle‘ Kontrollen durchaus denkbar, und die Polizeibehörden vor Ort seien etwa dort, wo übermotivierte Nachbarn oder notorische Denunzianten meinen, diese auf vermeintliche Verstöße hinweisen zu müssen, verpflichtet, diesen auch nachzugehen.“, epochtimes.de, 7.9.

„‚In der Wohnung sind gerade 16 Grad‘“ – So bewältigen WELT-Leser die Energiekrise“
Von Jan Alexander Casper Volontär Innenpolitik / Axel Springer Academy of Journalism and Technology
Erst kamen die Rechnungen, jetzt fängt das Sparen an: Dutzende WELT-Leser geben Einblick in ihren Energiekrisen-Alltag. Viele rücken enger zusammen, sei es am neuen Küchenherd mit Holzfeuer, oder weil die Oma ins Kinderzimmer zieht. Und manchen bleibt nichts übrig, als zu frieren.“, welt.de, 25.9.

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11. September, Schädel-Masken
Tagesausflug nach Limburg.
Das Museum ist eine der letzten Masken-Bastionen, weil es so eng sei. Sogar als Schädel-Reliquie in der Vitrine trägt man dort Maske.
Fürs Klima ist man hier auch, wobei man die Preise nicht als Folge natürlicher Not betrachtet, sondern als „Realistisches Übungsfeld“: „Bischof Bätzing fordert ‚anderen Lebensstil‘, „Deutschlands Oberster Bischof appelliert an den ‚reichen Norden und Westen‘, sich in Konsumverzicht und ‚gelebter sozialer Verantwortung‘ zu üben. Der kommende Herbst sei dafür ein realistisches Übungsfeld. Das Feld solle nicht den Spaltern der Gesellschaft überlassen werden. Deutschland muss nach Ansicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, mit weniger Wohlstand auskommen. ‚Gerade wir hier im reichen Norden und Westen müssen zu einem anderen Lebensstil finden‘, sagte der Limburger Bischof im Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda.“ n-tv.de, 27.9.

„Wir sind Kirche“
„Die Reformbewegung ‚Wir sind Kirche‘ appellierte am Montag an die Bischöfe, sich Reformen nicht weiter zu verschließen.“, ebd.

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Brüssel auf dem Weg ins Verderben

„Es wird ein schwerer Herbst werden“, Lauterbach, tagesschau.de, 2.7.
„Virologe Drosten erwartet starke Corona-Welle im Herbst“, „Es müssten umgehend Vorbereitungen getroffen werden“, „Bevor so viele krank werden, dass man nichts mehr einkaufen kann, dass die Krankenhäuser nicht mehr funktionieren oder kein Polizeibeamter auf der Wache sitzt, muss man Maßnahmen ergreifen“, dwn.de, 10.9.

Brüssel ist dem Untergang geweiht, vollkommen anders als in Deutschland keinerlei Maßnahmen. Als der ICE die Grenze überquert, dürfen die Masken fallen. Entweder ist das Immunsystem hier besser, dass man sich sowas leisten kann, oder es gibt bessere Krankenhäuser.
Ich muss mal beschreiben, wie das Frühstücks-Buffet im Hotel aussieht! Amerikaner, Russen, Briten, Deutsche, Asiaten, Araber, Italiener, Niederländer, Franzosen, Afrikaner, kurz: alle Ethnien und die ganze Welt haben auf die Knöpfe des Fahrstuhls gedrückt, um hier her zu gelangen, machen Gedränge und Ineinander-Gelaufe, dem andern in den Nacken schnaufen. Man muss zwanzig Sachen anfassen, die vorher hundert Leute angefasst haben. „Fünfhundert!“, korrigiert mich Christoph. „Um eine Tomate zu bekommen, erhöht sich das Risiko der Infektion um Millionen.“, rechnet Christoph. „Weil jeder seine Zig-Tausend Viren an die Tomaten-Gabel macht. Und dann hast du immer noch keine Gurke.“ Dafür musst du, wie hundert Leute vorher, die Gurkengabel benutzen. Und später den Müsli-Löffel, und Nüsse-Löffel, Obst-Löffel, Joghurt-Löffel, Milchkannen-Griff und … Um ein bescheidenstes Frühstück zusammen zu stellen, hast du sämtliche Viren eingefangen. Die Löffel sind am ganzen Stiel verzuckert und verölt, alles voll Riffeln von Fingerabdrücken in Form von Erdbeer-Marmelade. Immer musst du, um überhaupt was anfassen zu können, in des andern Abdrücke rein, sozusagen wie in dessen Fußstapfen, „Handstapfen!“, sagt Christoph. Bis man zwei Aufstriche für sein Brötchen ergattern konnte, hat man so klebrige Hände, dass man nicht mehr weiß, wie man seine Kaffetasse anfassen soll. Es muss viele Opfer unter den Touristen geben, die über die Welt verteilt auch wieder heimkehren mit all dem!

BBC-News im Hotel-Fernsehen
Auch König Charles schüttelt Hände und Hände und Hände. „Und wenn er schon nicht um sich selbst fürchtet, mit seinen 73 Jahren, Risikogruppe, hat er wohl mehr Leute damit umbringen wollen als Putin! Und zwar persönlich! Mit eigenen Händen! Eigenhändig“, sagt Christoph und sieht am Bildschirm dem König aufmerksam zu, wie der nicht aufhört, immer neue Hände zu schütteln. Die Sender zeigen Millionen an Menschen zum Abschied der Queen, dicht gedrängt, keine Masken. Sie zeigen uns das vollkommen unverhohlen. Und viele wichtige Persönlichkeiten, Sekt trinkend, sich die Hände schüttelnd, die Gesichter einander hin reckend, reihum. Alle zufällig Interviewten beteuern, den Tränen nah, wie ergriffen sie sind - und auf ganz wundersame Weise liegen nicht Massen nachher im Sterben.

Notre-Dame des Victoires: In der Kirche steht ein reich verzierter, goldener Schrein der heiligen Vivina von Brüssel. Sie vertreibt Halsschmerzen, wenn man sie innig genug verehrt, praktisch eine Art König Charles, wenn bei dessen Verehrung plötzlich die Seuche verschwindet. Christoph korrigiert mich aber gleich:„Die wundertätigen Könige“ von Marc Bloch. 800 Jahre lang die Vorstellung, die Könige Frankreichs und Englands könnten Skrofulose (eine Art Tuberkulose) durch Berührung heilen. Gibt König Charles deshalb dem ganzen Volk die Hände!

Man sollte „Querdenker“ - Demo an all dieses Treiben dran schreiben, nur so, um die Leute auf den irdischen Boden der Tatsachen zurück zu holen, um sie mit Lauterbach zu warnen und auf den rechten Pfad zu bringen, denn wenn nicht für König Charles, Vivina oder ein Hotelfrühstück, sondern für das Grundgesetz, würde sofort jeder sehen, was an Viren unterwegs ist.

Wir müssen im Regen an einer Bushaltestelle ausharren und studieren derweil die Lektüre, die jemand in Aufklebern auf den Scheiben verteilt hat - in Deutschland würde man sagen: Querdenker, Leugner, Nazis, Verschwörungstheoretiker oder so etwas. Wie wird man sie wohl hier nennen, auf französisch, oder niederländisch …

„Wir machen abends das Licht aus“
Wir laufen durch Bonn und schlüpfen in einen Laden. An der Tür überrascht uns ein Plakat: „Wir machen abends das LICHT AUS! Jetzt gemeinsam ENERGIE SPAREN.“ - Ohne Plakat hätte‘s niemand bemerkt, nur wenige Läden pflegen nachts ihre Schaufenster in schummerigem Licht zu lassen. Ach, deshalb sagen sie’s uns, damit man’s bemerken soll!
Die moralische Aufforderung ist uns nicht entgangen. Wir, also Christoph und ich, überlegen, uns Plakate an die Koffer oder auf unsere Rücken zu heften: „Wir hatten nie einen Fernseher und nie ein Auto“, „Und nur eine kleine Wohnung“, „Wir dämmen mit Büchern“, „Wir versorgen Wildvögel“, damit die gute Sache nicht immer einfach so verpufft, damit‘s jeder weiß, gemeinsam, denn nur so zählt's überhaupt.

Um uns auf die Sprünge zu helfen
fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Leitfäden von Thinktanks: Dort findet sich auch das besagte Plakat, „Wir machen abends das Licht aus“. Hier hat der Laden das her. Und: „Tür zu - Geschäft offen. Mit den geschlossenen Türen sparen wir Energie und freuen uns drinnen auf Sie.“
Tipps an die Läden, so ähnlich wie vor Monaten die Anleitungen, wie man sich die Hände wäscht: „Wie Sie jetzt Strom und Wärme einsparen / Gestiegene Energiepreise sind für den Einzelhandel eine enorme Belastung. Wie Händler:innen schnell und ohne lang geplante Investitionen Energie sparen können haben wir in dieser Checkliste zusammengefasst“, hde-klimaschutzoffensive.de.

„Wir mit euch“
„Liebe 80 Millionen, mit euch stärken wir: Energiesicherheit, Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien.“ - erklärt uns dieselbe Regierung, die uns die Energie entziehen will, oder mit Habeck erklärtermaßen verteuern. Im Bild eine Art Patchwork-Familie mit Alten und Jungen, die vollkommen ausgelassen zu lachen und zu feiern hat. „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, bundesregierung.de.
Es scheint ungefähr so lustig zu sein wie Lockdowns zu Anfang von Corona.

„Wir“, auch ohne „meine deutschen Wähler“
Baerbock: „Egal, was meine deutschen Wähler denken, aber ich will die Menschen in der Ukraine wie versprochen unterstützen. Wir werden an der Seite der Ukraine stehen, und das bedeutet, dass die Sanktionen auch im Winter aufrecht erhalten werden.“, auf dem Forum 2000 an die Öffentlichkeit.

Wir müssen die Lehrbücher umschreiben: Hunger, Kälte, Armut, Krieg führen nicht zu Seuchen oder Krankheit, sondern zu Gesundheit, Sicherheit, Moral. Corona traf Menschen, die alles zu essen hatten, alles kaufen konnten, in Frieden lebten, nicht auf der Flucht waren, warme Wohnungen bezogen, Medizin in Hightech betrieben. Gesund und stark sollen sie werden, wenn sie Lockdowns haben, Massenimpfungen mit experimentellen Gen-Stoffen vornehmen, nicht „kriegsmüde“ werden (Baerbock), frieren, sich nicht alles zu essen leisten sollen, Schwimmbäder und Veranstaltungen schließen.

29. September
Prag. Über Corona ist zu berichten, dass es beim Überqueren der Grenzlinien verschwindet. Bad Schandau Maskenpflicht, Decin sind Masken verschwunden. Überrascht mustert man die eben entstandenen Gesichter der Mitfahrer.
Auch der Massentourismus aus aller Welt, bei welcher Sehenswürdigkeit auch immer, vermag kein Corona einzuschleppen. Ein Rätsel, warum die deutschen Nachrichten das niemals andeuten. Man wäre längst mal aus Deutschland raus, irgendwohin, wo man niemanden gefährdet, jedes Leben zählt.

„Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer droht Russland mit nuklearem Erstschlag“, dwn.de, 27.9.
„Um die Freiheit zu beschützen, muss der Westen bereit sein, Risiken einzugehen“, welt.de, 4.10.

3. Oktober, Sozialdarwinismus
Am aufregendsten ist es, nach Deutschland wieder einzufahren: Züge gibt es bis Ústí nad Labem, danach wird es typisch deutsch: weil Deutschland am Nationalfeiertag, im größten Reiseverkehr, Baustellen bearbeitet: Schienenersatz-Bus! Wie wir im überfüllten Zug im engen Gang unglücklich ohne Sitzplatz im Wege stehen, malen wir uns aus, wie Hunderte Deutsche, der ganze Zug, auf den Bus einrennen, die Fittesten voran. Endhaltestelle ist nahe, und unsere Ahnung nimmt Form an: Die Leute kommen mit Koffern aus ihren Sitzen und Abteilen, als die Sortierung nach Fitness beginnt. Christoph und ich bemerken dankbar, dass wir ja schon am Ausgang stehen, das heißt, immer noch, die ganze Fahrt schon, als letzte ohne Sitzplatz. Das macht uns allerdings nicht zu den Fittesten: Eine Familie mit feinen blonden Jungen, „Besserverdiener“, gebildet, kommt gestärkt aus ihrem Sitz-Appartment, und hat sich eine Strategie erdacht. Nicht wie unsereins „der Reihe nach“, sondern wie einer, der’s immer nach vorn schafft: Der älteste Sohn wühlt kurzerhand die ganze Schlange auf, die quetscht sich für ihn an die Wand, hievt schwere Koffer beiseite, er dankt gar nicht - wahrlich Führungsqualität. Schließlich steht er vor uns, als allererster an der Zugtür, schick, vorteilsbewusst, Young-Global-Leader-artig. Ich habe Zeit, ihn zu betrachten, Hochstadium der Pubertät, und ärgerlich zu werden: „Wie? Ich dachte, er muss zur Toilette - jetzt steht er hier herum und hat uns deshalb weg gedrängt?“ Er, bereit für Note Eins, nimmt keinerlei Notiz von uns, außer dass wir ihm schon wieder im Wege stehen, weil er nun nach hinten durch uns hindurch seinen kleinen Bruder rufen muss: „Fiete komm einfach durch! Nun komm doch!“ - der kleine Fiete druckst und drängelt ungeschickt hinter uns herum, gehört noch nicht zu den Fittesten und Stärksten. Christoph fragt, was das soll, der Große erklärt, dass der Kleine durch müsse. Ich frage: „Und jetzt? Soll die ganze Schlange vordrängeln? Wir wollen hier alle aussteigen!“ Der Große beharrt: „Ich auch“.

Kaum aus der Zugtür raus, nehmen Christoph und ich die Beine in die Hand und rennen zum Bus, der ganze Zug rennt zum Bus. Christoph und ich gehören zur erfolgreichen Auslese der Schnellsten und Vordersten, wir schieben uns mit all den Fittesten, mit angepressten Armen, fast Wange an Wange der offenen Bustür entgegen. Der Fahrer steht auf erhöhter Eingangstufe und wendet alle Kräfte auf, dass der Sturm seiner Burg glimpflich verläuft. „Wer hat schon Koffer drin? Erst einsteigen, wer Koffer drin hat. Andere Busseite Lade-Station. Ja, sonst muss er die Koffer wieder raus holen, sonst fährt der Koffer ohne ihn.“ Je gepresster und länger wir stehen, spüren wir‘s regelrecht, dass Menschen keine Schäflein sind. Schließlich, an die Grenzen der stresslichen Kapazität angelangt, geben Christoph und ich die Stellung auf, und lassen’s alle so machen wie den Jungen vorhin: Wir lassen Leute von hinter uns ihren Fuß frech vor unseren schieben, ohne danach unseren wieder vor ihren zu schummeln. Durch bloßes Unterlassen von Beinestellen werden wir flüssig nach hinten geschwappt, werden unbeteiligte Betrachter dieses Naturschauspiels. Es soll noch ein zweiter Bus kommen - Vierhundert Leute, vom Bahnhofsportal bis zur Busstation, überschwemmen hoffnungsvoll den ganzen Vorplatz. Ich glaube nicht so an die Speisung der Fünftausend. Möglich, dass wir bis morgen nicht nach Hause kommen, nicht zur Arbeit. Und im Bus tragen sie dann Masken, spätestens ab der deutschen Grenze.

Wir sehen uns die Stadt an, es gibt Hotels für den Notfall. Ich glaube, wirklich immer für den Notfall, wenn nicht aus touristischem Gefallen an sozialistischem Plattenbau, grauen Straßen und trüben Blicken.

Zurück ins Corona-Land
Abends haben Baustellen in Deutschland am Feiertag endlich Dienstschluss - fahren wieder Züge für die Reise-Massen! Über die Zugfahrt ist nur noch zu berichten, dass direkt, ganz pünktlich an der Grenze, Corona wieder zuschlägt. Eben noch sitzen wir allesamt unmaskiert und unverdächtig. Eine junge Studentin tippt neben Christoph in großem Arbeitseifer Texte „fürs Klima“ ein und managet Kontakte, als an der Grenze zu Deutschland die Zugdurchsage mehrfach verlautbart: es wird darauf hingewiesen, dass Maskenpflicht gelte und Mund und Nase zu bedecken seien. „Schützen Sie sich und andere“. Jeder macht große Augen in die Runde, brummelt schamvoll etwas, das man hören oder nicht hören soll, fängt an, in Taschen zu wühlen. Prompt sitzt die Klimaretterin in aller Selbstverständlichkeit mit FFP2 und arbeitet beflissen weiter. Eine Unruhe, ein Aufgestehe, zu Koffern Gedrängle, Jacken- und Rucksäcke-Umdrehen, Taschen ausleeren, bis sich überall die schmuddeligen Masken wieder angefunden haben. Mancher klopft paar Fusseln und Kekskrümel ab, und so sitzen wir dann bald, die selben von eben, und gucken rum: Gefährder, wem die Nase noch raus lugt! Oder Ausländer? Oder Querdenker?

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„Jeder Tag zählt“, Bundeskanzlerin Merkel, merkur.de, 17.10.20.
„Jede Impfung zählt“, bundesregierung.de, ohne Datum, 2021.
„Corona-Tote: Jeder ist einer zu viel“, rheinpfalz.de, 25.11.21.
„Jeder Covid-Kranke ist einer zu viel“, sueddeutsche.de, 23.12.20.
„Angst laut Regierungsprotokoll erwünscht“, „Kurz hatte dem Protokoll zufolge Bedenken, dass er noch keine wirkliche Sorge der Bevölkerung verspüre.“, volksblatt.at, 27.4.
„Freiheit ist kein Freibrief“, zeit.de, 11.1.22.

„Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer droht Russland mit nuklearem Erstschlag“, dwn.de, 27.9.
„Um die Freiheit zu beschützen, muss der Westen bereit sein, Risiken einzugehen“, welt.de, 4.10.
„Die ungewöhnliche Angst der Deutschen vor Putins nuklearen Waffen“, welt.de/…/Die-seltsame-Angst-der-Deutschen-vor-Putins-nuklearen-Waffen, 1.10.
„Warum die Älteren so große Angst vor dem Atomkrieg haben. Unter denen, die gerade besonders laut vor einer nuklearen Eskalation des Ukraine-Krieges warnen, sind auffällig viele Ältere: Die Babyboomer-Generation ist aufgewachsen mit der Angst vor der Apokalypse. Millannials dagegen fällt der Ruf nach Waffenlieferungen leicht - zum Glück.“, Peter Huth, welt.de, 1. Mai.
„‚Jeder Schuss ein Volltreffer‘ – Ukraine erhält 255 deutsche Super-Granaten“, welt.de, Gerhard Hegmann, 21.8.
(Flashback: „Jeder Schuss ein Russ‘“?)
„Bärbock warnt vor Kriegsmüdigkeit“, „‚Wir haben einen Moment der Fatigue erreicht“‘, taz.de, 25.5.

Ich denke, Corona ist Schuld: „Long-Covid: Chronisches Fatigue-Syndrom als Folge von Corona“, ndr.de, 10.8.21
„Phänomen Corona-Fatigue: Covid-19-Genesene leiden wochenlang unter Extrem-Müdigkeit“, focus.de, 16.7.20

… wobei ein Teil der „Kriegs-Müdigkeit“ darin besteht, dass die Demonstrationen immer größer und lauter werden.

19.10.
Die ersten Ukraine-Demonstrationen, die wir in Leipzig sahen, waren ja recht wütende Forderungen, dass Deutschland sofort Waffen liefern, Soldaten in Kampf schicken, und also Krieg gegen Russland anfangen soll.
Studenten und Kollegschaft an den Unis berieten und schrieben Rundmails, wie man persönlich hin fährt, mit Sachen aushilft oder zu Waffen gegen Russen greift, wie man ukrainische Studenten an Unis empfängt und Auszeichnungen vergibt, und russischen Studenten „Paroli“ bietet. Christoph hatte vorgetragen, man sollte zusehen, wie man russische Studenten davor schützt, als Sündenböcke angegriffen zu werden, und ist damit auf großes Unverständnis gestoßen.
Nebenbei hat man sich das Mundhalten so eingeprägt, schon seit geraumer Zeit, weil man nicht geimpft und nicht ungetestet vielleicht heimlich positiv war, sondern sich seines täglichen Negativ-Tests geschämt hat, womit man gerade noch so zur Arbeit, aber nicht in Läden durfte.
Aber dann, nach ein, zwei Wochen Kriegsfreude schon, zogen kleine, abseitige Demonstrationen herum - gegen Waffenlieferungen - die trauen sich was! Wieder die älteren, stemmbeinigen Arbeitsfrauen, die zuvor immer gegen Impfpflicht der Kinder demonstriert haben, in bunten Regenjacken und gemusterten Rucksäcken, umsäumt von einem großen Polizeiaufgebot, zogen um den Ring und zum Augustusplatz: „Frieden schaffen ohne Waffen!“ - „Auch Waffenlieferungen verursachen Tote!“ Als wir sie sahen, ging uns ein kleiner Stich ins Herz: Denn um sie schwebt diese Aura: „Extremisten, Nazis, chaotische Schwurbler, unsolidarische, unverantwortliche …“. Wir sahen uns um nach schwarz vermummter Antifa: „Nazifresse! Nazis aufs Maul“ - aber da war diesmal keine! Keine Antifa? Zuschauer auf der langen Brühl-Strecke laufen erst hin, und wenn sie die Friedens-Forderungen und Plakate erkannt haben, biegen sie grinsend ganz schnell um, wie bei abstoßendem Magnetismus, mit solchen „Kriegsverweigerern“ will man besser nichts zu tun haben, Kopfschütteln und „lasst die mal machen“. Insgeheim spürt man Neid in sich aufkommen: Es ist ungeheuer mutig, laut und sichtbar solche Forderungen vorzutragen. Aber jede Woche wird ihre Demo größer und lauter.
Vor ein paar Tagen war eine so laute und trommelnde Demo - „Raus aus der Nato, raus aus der Nato!“, „Frieden schaffen ohne Waffen!“, „Wir frieren nicht für eure Kriege!“, dass wir schnell auf die Straße runter sind, da sahen wir: die Partei „die Linke“!, diesmal mit Antifa wieder dabei, die aber nicht gegen die Arbeitsfrauen, sondern als riesiger Anhang hinten dran! „Raus aus der Nato! Raus aus der Nato!“ „Wir frieren nicht für Großkonzerne“. - Wie plötzlich das? Gerade haben wir uns daran gewöhnt, dass jede Kritik der Querdenker an der „Finanz-Elite“ durch Antifa niedergebrüllt wurde, als Antisemitismus. Da hat die Finanzwelt, wie die Antifa offenbar voraussetzte, aus lauter Juden bestanden und verteidigt werden müssen - und nun das? Das Mikro verlautbart, wer alles dazu gehört, wir haben nicht alles verstanden, nur: Fridays-for-Future! Fürs Klima! Nun verstehen wir gar nichts mehr.

Sollen wir nicht „frieren für die Freiheit“, womit wir unser langjähriges Ziel unseres Energie-Entzugs fürs Klima endlich erreicht haben?
Und das WEF, bestehend aus mächtigsten Großkonzernen, von ihnen finanziert, für Umverteilungen fürs Klima, setzt ja gerade auch Greta als Ikone für sich ein.
Die Rockefeller-Stiftung steht hinter Greta und planwirtschaftlicher Umverteilung fürs Klima, rockefellerfoundation.org.
Viel Energie-Aufwand für Medienpomp, als Greta mit dem Prinzen von Monaco über den Ozean gesegelt ist. Das britische Königshaus präsentiert sich mit Greta, fürs Klima.
Wäre man dann nicht eher fürs Frieren und für die Mächtigen und Reichen, für genau diese Großkonzerne, die durch Corona, Klima und Krieg Vermögen gewonnen haben?

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Das jüngste Gericht
Es wurde unlängst ein bisher unbeachtetes Pergament entdeckt, mit einer bemerkenswerten Entwurfszeichnung für ein Kuppelgemälde des Doms von St. Karl in Lauterbach.

Nachdem Karl der Große zu Ende des 8. Jahrhunderts seinen Sitz in Aachen errichtet hatte, gründete ein entfernter Namensvetter Karls seinerseits in Lauterbach eine Pfalz. Wie die Zeichnung zeigt, hatte er ebenfalls ein Kuppel-Oktogon geplant, mit Figuren nach karolingischer Art in Anlehnung an frühchristliche, römisch-antike Vorbilder.

Die Kirche galt Kranken und Pflegern und trat auf Initiative Karls für modernste Medizin-Technik ein, was wir auch anhand der historischen Untersuchung des Pergaments bestätigt sehen werden.

„Als Klostermedizin wird in der Medizingeschichte die Zeit vom Frühmittelalter bis zum Hochmittelalter bezeichnet. Die Hauptphase dauerte vom 8. bis Mitte des 12. Jahrhunderts. In dieser Zeit lag die medizinische Versorgung in Europa vor allem in den Händen von Mönchen und Nonnen. Im Westen galt Medizin in dieser Zeit als Handwerk und als angewandte Theologie, es gab außerhalb der Klöster keine Ausbildung für Ärzte. Krankheiten galten als von Gott gesandt, auch die Epidemien wie die Pest. Eine Heilung ohne Gottes Hilfe galt als unmöglich.“, wikipedia, Stichwort Klostermedizin.

Namens-Patron und Gemeinde
Im Zentrum der Entwurfszeichnung steht der Erzengel Karolus, Namenspatron der Kirche, mit dem Richtschwert, gesandt vom Allmächtigen.
Rätselhafterweise sehen wir aber statt des Weltenrichters, mit Erdapfel in der Hand, nur eine sonnenförmige Kugel mit stecknadelartigen Strahlen dargestellt, und statt der Taube für den Heiligen Geist eine Art Ampulle mit Stachel und Flügeln.

Es gibt nur eine sehr kurze Epoche in der Geschichte, aus der uns solcherlei Symbole überliefert sind: sonnenförmige Kugeln, auch Erdgloben als Sonnen oder Sterne, in rot, grau, grün, gelb oder violett, sowie Ampullen mit Stacheln. Und zwar aus den Jahren 1010 bis 1012, den sogenannten „Corona-Jahren“. Begleitende Texte warnen den damaligen Leser vor dem „Corona-Virus“, und gemahnen ihn, sich den „Pieks zu holen“.

Die Gerichteten, mit Masken über Mund und Nase, knien betend vor dem Erzengel, und sind mit Attributen versehen: Zu ihrer Rechten und Linken je ein Bett, die darin Liegenden sind mit der Atmung über Röhren an kastenartige Vorrichtungen angebunden und beten ihrerseits.

Dies spricht ebenfalls für eine Datierung in die „Corona-Jahre“, aus denen Massen ähnlicher Darstellungen überliefert sind: Inschriften bezeugen, dass es sich um „Krankenschwestern am Anschlag“ handelt. Sie versorgen „mit und an“ Corona erkrankte Patienten mit modernsten Beatmungs-Maschinen, und sind ganzkörperlich eingehüllt im typischen Plastik-Ornat, mit Helm und Latexhandschuhen.

Die Knienden unterscheiden sich darin, dass die eine, mit hoch gekrempeltem Ärmel, ein Kreuz auf der Schulter trägt, während die andere ein Banner mit Botschaften hält: Das genaue Auge erkennt in den Botschaften besagte Stachel-Ampullen, die allerdings, statt geflügelt, offenbar einmal quer durchgestrichen sind.

Auch hierzu liefern die „Corona-Jahre“ Tausende ähnlicher Darstellungen: Sogenannte „Promis“, Politiker, Mediziner, aber auch Menschen aus dem einfachen Volk treten mit hoch gekrempeltem Ärmel und sogenanntem „Impfpflaster“ auf, zum Beweis und zur Verkündigung ihres erfolgten „Piekses“. Dem gegenüber stehen „Corona-Gegner“ und „Leugner“, die mit Plakaten auf sogenannten „Anti-Corona-Demos“ ihren Unglauben kundtun.

Die Bedeutung wird bei weiterer Betrachtung klarer:

Linke Seite
Zur Seite der Knienden mit Ärmel hoch und Kreuz auf der Schulter stehen und knien weitere, ebenfalls mit hoch gekrempelten Ärmeln und Kreuz-Symbol. Im Bildfeld über ihnen streben ebensolche mit hoffnungsvollen Blicken gemeinsam gen Himmel. Folgend entdecken wir ein Bildfeld mit den heiligen Märtyrer-Ärzten und Zwillingsbrüdern Kosmas und Damian. Ein letztes Bildfeld, ganz oben in der Hierarchie, lässt die vier Evangelisten erkennen.

Rechte Seite
Die andere Seite, die offensichtlich nicht geimpften Schwestern, die sogenannten „Corona-Gegner“, „Leugner“ und „Skeptiker“, ereilt das grausame Schicksal der Höllenqualen. Vor Gewitterhimmel und herab geschleuderten Blitzen ragt drohend ein Henkerskreuz. Getreu der Beschreibung des Honorius Augustodunensis werden dann die Sündigen Rücken an Rücken gefesselt, und bei auseinander gespreizten Beinen kopfüber im Höllenschlund aufgehängt: „D. Qualiter sunt ibi positi? - M. Capita sunt eis deorsum mersa, dorsa ad invicem versa; pedes sursum erecti, et in poenas undique distenti.“ (Elucidarium III 04)
„Weil sie hier das Gute [Faktenchecks, Mai Thai und Tagesschau] weder sehen noch hören wollten, werden sie zu Recht dort mit schrecklichen Visionen ‚erfüllt‘ = heimgesucht werden, und (‚zugedröhnt‘) von entsetzlichem Geräusch (vgl. A Clockwork Orange).“, Christoph Hartmann („Quia hic bona videre et audire dedignabantur, iuste ibi terribili visu et miserabili auditu replebuntur.“)

Sie werden mit Henkershämmern und Peitschen geschunden: „Sunt parata iudicia blasphematoribus, et percutientes mallei stultorum corporibus“ (Sprüche 19,29) - „Bereit sind die Gerichte für die [Corona-]lästerer, und die schlagenden Hämmer für die Körper der Querdenker“, (ebd.), oder wie hier im Entwurf zur Karlskirche mit peinigenden Impfspritzen bespickt. Statt heiliger Ärzte erscheinen obszöne Mischwesen, und anstelle der Evangelisten ein Drachenungeheuer, das den Gefesselten die Beine streckt.

Die Rezeption solcher Bilder (Corona-Sonnen, Impfspritzen, Pflegepersonal, schwer leidende Kranke) mehrmals täglich war dem damaligen Menschen überaus selbstverständlich. Dazu wurden Zahlen von Toten verlesen, sowie Zahlen von Infizierten, Zahlen von Geimpften und phasenweise allerlei andere Zahlen nach Prophezeiungen, die am Computer errechnet, von Kundigen „modelliert“ wurden.

Wir haben hier ein blendendes Beispiel für die Absorption heidnischer Kulte durch das Christentum.

So wie nur Gott strafende Seuchen senden und wieder von den Menschen nehmen konnte, konnte nur das Coronavirus krank machen sowie heilen. Gott, dargestellt in seiner Sonnenkugelform, die Spike-Proteine kronen- oder krankzartig ausstrahlend, wurde nanotechnologisch repliziert, dieser „Abguss“ durch den „Pieks“ einverleibt und regelmäßig in der Eucharistie „geboostert“. So wie Wein und Oblate als Blut und Leib Christi. Das allein bewahrte den Gläubigen nicht vor Gefahr und Sünde, wenn er nicht dringend Abstand nahm vom unlauteren Kontakt zum „Ungepieksten“. Karl trat besonders dafür ein, auch „Leugnern“ und „Gegnern“ den wahren Glauben einzuimpfen. So bezeugt eine Predigt aus dem Jahre 1012, wie er geimpfte Krankenschwestern gelobt hat, und ungeimpfte ermahnt: Ihre Arbeit habe in der Pandemie nichts beigetragen (Siehe hier Seite 18).

Ende in Sicht?
Man möchte meinen, Corona nähert sich dem Ende. In Zügen ist zwar die Maskenpflicht verschärft worden (wieder FFP2, wird im Zug durchgesagt), aber es fährt jeder wie er sich‘s getraut. Im Zug nach Weimar eine Gruppe Herumblökender, Fußballfans, ohne Masken, weil sie dauerhaft, wenn nicht gerade saufen, dann die Flaschen in Händen halten. Christoph und ich setzen uns, von einer alten Dame mit diesen scharfen Warn-Augen gemustert, die der gehorsame Mensch seit Jahren kennt, aber unsere Masken sitzen korrekt, da kann sie nichts finden. Beabsichtigt sie das überhaupt? Nebenan noch ein Besserer, Öko, Bio, in jeder Hinsicht korrekt, maskiert, managet was am Laptop, sieht immer aufmerksam zu den Saufgefährten. Sein Mahn-Blick entlarvt sich als Solidaritäts-Blick: Mischt er sich plötzlich heiter in das Gebläke mit ein, über Fußball. Sie verstehen sich prächtig, die Unmaskierten und der Korrekte. Ich stelle mir vor, wie ich auch die Maske abnehme, und die alte Frau und der Korrekte mich anfahren: „Nu is aber gut, ne? Lass den Jungens da ihren Spaß, aber wir sind doch anständig! … Tausende Tote. Sind Sie überhaupt geimpft?“ - Aber tatsächlich fragt niemand mehr danach. Man hört auch rundherum nichts in Gesprächen, interessiert keinen mehr.

„Ungeimpfte geben oft den USA die Schuld am Ukraine-Krieg
Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen will, ist oft auch Anhänger von Verschwörungserzählungen und rechtfertigt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine“, rnd.de, 1.8.

„Impfgegner und Ukraine-Konflikt: Ungeimpfte halten Ukraine-Krieg für Ablenkung“, fr.de, 23.3.

Impfpflicht für Frieden
„Regierungsnahe ‚Wissenschaftler‘ schlagen allen Ernstes Impfpflicht zur Befriedung der Gesellschaft vor.
Eine allgemeine Impfpflicht würde die Polarisierung der Gesellschaft abbauen helfen, schreiben fünf deutsche Sozialwissenschaftler in einem Aufsatz in der Zeitschrift Nature Human Behaviour.[…] Im November 2022 (!), zu einer Zeit, als nicht einmal mehr Karl Lauterbach leugnet, dass die Covid-Impfungen viel schlechter wirken als versprochen und viel häufiger schwere Nebenwirkungen haben als lange Zeit behauptet, veröffentlichen fünf Psychologen und Verhaltensökonomen, deren Hauptjob es ist, für die Regierung zu erforschen, wie man die Bevölkerung am Besten in Richtung Impfung manipulieren kann, allen Ernstes einen Aufsatz in einer wissenschaftlichen Zeitschrift mit folgender Schlussfolgerung: ‚Die Gründe für die Impfpflicht könnten in der öffentlichen Diskussion überdacht werden. Während Sanktionen die Inanspruchnahme von Impfungen erhöhen können, können verbindliche Vorschriften zusätzlich die Polarisierung eindämmen. Wenn sich Personen impfen lassen, um Sanktionen zu vermeiden, gehören sie nicht mehr zu den Ungeimpften, und ihre Identifikation mit dieser Gruppe dürfte in der Folge abnehmen.‘ [Aufsatz, doi.org, Nov.2022]“, norberthaering.de, 15.11.

Ebola, Luftverschmutzung und Impfgegner
2019 ist uns das noch entgangen: Von Impfgegnern gehe so eine Gefahr aus wie von der Krankheit selbst. Die Menschen als Krankheit:
„WHO erklärt Impfgegner zur globalen Bedrohung
Eigentlich sollten die Masern bald ausgerottet sein. Doch weil einige Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen wollen, breitet sich die gefährliche Krankheit weiter aus. Die WHO führt Impfgegner [nicht Masern] deshalb nun als Bedrohung.“
„Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Vermeidung oder Verzögerung von Impfungen in die Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen aufgenommen. Aus der Sicht der Experten geht von Impfgegnern damit ein ähnlich großes Risiko für die weltweite Gesundheit aus wie von Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung.“, spiegel.de, 19.1.2019

Ebola oder Masern „ausrotten“
Luftverschmutzung „beseitigen“
Impfgegner (?)
Wird wohl nicht so gemeint sein.

„Impfgegner als Gesundheitsrisiko?
Im Januar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sie in die »Top Ten« der weltweiten Gesundheitsrisiken aufgenommen - Impfgegner.“, spektrum.de, 22.5.2019.

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20.11.

Särge über Särge.
„Rätseln über Gründe. Deutlich mehr Todesfälle als üblich im Oktober“, „Die Übersterblichkeit in Deutschland liegt im Oktober deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt sterben fast 20 Prozent mehr Menschen als üblich. Covid-19 könnte eine Rolle spielen - doch noch sind die genauen Ursachen unklar.“, „19 Prozent oder 14.560 Fälle mehr für diesen Monat als im Mittel der vorangegangenen vier Jahre“, n-tv.de.

Man könnte wieder uns die Schuld geben? „Die Pandemie der Ungeimpften“? „Ungeimpfte gefährden sogar Geimpfte“ (Lauterbach), theeuropean.de, 10.8.21. Es bräuchte eigentlich nur etwas mediale Nachhilfe, etwa so: „Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.“, Nikolaus Blome, spiegel.de, 7.12.20.

Wie Christoph letztes Jahr täglich frühs am Testzentrum stand, in dunkler Kälte oder sogar Regen, als einziger Dozent, und das Ergebnis dem Chef schicken musste, sporadisch, ohne Antwort zu erhalten, um als einziger im Gebäude, allein in großem Seminarraum, per Online-Konferenz zu unterrichten! Und in Medien zu lesen, und von Kollegen zu hören, er sei Gefährder. In keinen Schuhladen zu dürfen, kaputte Schuhe im Winter.

Heute volle Räume, im Unterricht Masken. Unterricht vorbei, Masken ab, Studenten sitzen schnatternd auf dem Haufen, in Fluren Dozenten wie Studenten mal mit, mal ohne Masken. Positiv, negativ - wen interessiert‘s?

Christoph und ich sitzen im Café, als wäre nie etwas gewesen. Dieselben Lokale, dieselben Menschen, die uns vor einem Jahr jeden Zutritt verwehrt haben, bedienen uns ohne Unterschied. Freundlich, aufmerksam, lächelnd. Es liegt ganz an uns, wie eins wir uns mit der Gesellschaft fühlen. Ob man das zeichnen kann?

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„Wir leben in keiner Diktatur“

1980er:
„Die Kirchen hatten sich in dieser Zeit zu einem Forum für Menschen entwickelt, die aus den unterschiedlichsten Motiven gegen das DDR-Regime protestierten. Viele Gemeinden gaben den Menschen ab Anfang der 1980er Jahre Schutz und die Möglichkeit, abseits staatlicher Überwachung zu debattieren und sich politisch zu organisieren. Orte wie die Nikolaikirche in Leipzig oder die Gethsemanekirche in Berlin wurden im Herbst 1989 zu Zentren des Widerstands.“, Bundeszentrale für Politische Bildung, bpd.de.

2022:
Leipzigs Kirchen haben sich große Plakate an die Fassaden gehängt: „22 ist nicht 89. Wir leben in keiner Diktatur!“ - gegen die Montags-Demos.
„Unter dem Slogan ‚Wir sind das Volk‘ tragen aktuell Menschen ihren Frust über die Energie- und Russlandpolitik der Bundesregierung auf die Straße. Dabei ist es in den vergangenen Wochen zum Schulterschluss mit rechtsextremen Kräften gekommen. Die Leipziger Innenstadtkirchen wehren sich nun mit einem Schriftzug gegen die Vereinnahmung der Friedlichen Revolution von 1989 durch diese Kräfte.“, mdr.de, 9.10.

An der Thomaskirche hat das Plakat einen komischen Beigeschmack, denn die war damals bereits auch schon gegen die Montags-Demos, unter Pfarrer Ebeling. „Ebeling galt den staatlichen Organen der DDR gegenüber als besonders loyal und wurde von Stasi-Offizieren als ein Beispiel problemloser Zusammenarbeit genannt. Im Gegensatz zu anderen Kirchen in Leipzig, in denen seit 1982 Friedensgebete stattfanden, blieb die Thomaskirche in Leipzig bis zum 9. Oktober 1989 der oppositionellen Bewegung verschlossen. Ebeling versuchte noch Anfang Oktober 1989, das bevorstehende Montagsgebet zu verhindern.“, architektur-blicklicht.de.
Damit sie sich heute auf die Fahne schreibt „22 ist nicht 89“, klingt wie: „Puh, so schlimm wie damals wird‘s wohl heute nicht.“

„Ausbleibende Massenproteste: War es das mit dem ‚heißen Herbst‘?“, mdr.de, 20.11.

Zusammengefasst: Weil wir nicht in einer Diktatur leben, sind wir gegen staatskritische Demonstrationen. Das Wesen der Demokratie ist, dass man nicht gegen die Regierung protestiert.

Die Kollegen an der Uni waren neulich außer sich: „Wir sind da gestern zufällig vorbei gekommen! Diese Trottel auf der Straße! Das sind auf keinen Fall alles Arme … Also wenn da Arme protestieren, ok, da hätte man Verständnis, aber was da demonstriert, sind ganz Normale, die haben Geld, einfach Vollidioten!“

Jeder, der noch etwas Geld auf der Kante hat, kann kein Interesse daran haben, es behalten zu wollen, für Rente oder arbeitslose Monate, oder irgendwann mal ein richtiges Arbeitszimmer, um seinem Malerei-Beruf nachzugehen. Solange er nicht arm ist, kann man kein Verständnis dafür aufbringen, dass er dagegen protestiert, arm zu werden, oder dagegen, dass andere arm werden, oder gegen Krieg.

Christoph und ich, die so wohnen, dass wir am Hineingeraten oft nicht vorbei kommen, sehen und hören und erwarten die Demos ungefähr so regelmäßig wie der anständige Bürger die Tagesschau, aber wir haben so eine Aura. Sobald wir da sind, hat sich alles umformatiert. Obwohl wir uns bemühen. Jedesmal, wenn eine Demo am Ringstraßen-Horizont erscheint, oder um die Ecke ertönt, oder blau flackernde Polizei-Kolonnen den Ring sperren, scannen wir mit moralischen Schablonen-Augen, mit Tagesschau-Vorbildern, die Demonstranten und Plakate durch. Oder spitzen vom Balkon die Ohren. Aber haben seit Jahren den richtigen Standpunkt noch nicht ausfindig machen können, von welchem das Berichterstatter-Auge diese objektiven „Bilder“ vor die Kamera bekommt, um die Wahrheit sichtbar zu machen. Das braucht Professionalität: Wie ein Naturfotograf mit jahrelanger Erfahrung muss man sich auf Pirsch begeben, es genügt nicht, einfach so durch Park und Stadt zu spazieren, oder vom Balkon aus zuzugucken, man muss die richtige Aufspür- und Verfolgungs-Technik und -Taktik haben, um genau die Sekunde zu erwischen, wo das gesuchte Subjekt auftaucht und das gewünschte Wahrheits-Ereignis vorführt. Und dann kann es jeder Laie am Fernsehen erkennen, was für „Trottel“ da demonstrieren. Er wird geradezu davon angesprungen und belästigt und in Rage gebracht, und jeder hat es in seiner Stube auf dem Bildschirm gehabt und kaum ertragen! Jeder auf seiner Couch in München oder in Hamburg oder auf dem Kap Arkona hat die „Idioten“ in Leipzig gesehen. Und wir dann auch, Christoph und ich. Der Bildschirm, durch die Reporter-Linse, ist unsere Sehhilfe. Am Bildschirm sieht man von Leipzig aus auch die „Idioten“ in Stuttgart und die in Berlin und die in Hamburg usw. Und je gelehriger, als Universitäts-Mensch, desto präziser schärft man daran seine Sinne, dass man anschließend die „Bilder“, „gebildet“, live auf der Straße erkennt, selbstständig, mit eigenem gesunden Menschen-Verstand, oder sie schon im Voraus kommen sieht. Und sie dann tatsächlich gesehen hat, wenn man sie hat kommen sehen.

Zeichnerisch betrachtet erscheint mir im Moment alles wie Rückenansichten, lauter Rücken untergraben meine Wahrnehmung und Wiedergabe der Wahrheit, und über alles muss dringend ein Fakten-Check drüber.

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Wobbie legt sich immer ins Waschbecken

„Idioten“ hat es überall immer gegeben, einer hat den andern auf der Straße „angemotzt“, „du Idiot“, oder sich in der Familie aufgeregt, aber seit sich sogenannte „Idioten“ zusammenschließen und Plakate herumführen, „für Frieden“, „wir frieren nicht für Eure Großkonzerne“, „Auch Waffenlieferungen fordern Menschenleben“, schaffen es solche in Titelseiten und täglich in alle Medien, und weiß jeder, dass er sich von den Demos fern halten sollte, spätestens weil man sich dann mit Nazis gemein machen würde.

Die meisten Mitmenschen frieren auch recht gerne: Wenn einer erzählt, er habe nur 19 Grad und müsse, so ohne Bewegung bei der PC-Arbeit, ständig aufs Klo, weil Füße und Blase kalt seien, kreischt der andere auf: „Was? 19 Grad? Bei mir sind 17!“ Und wenn der nicht aufpasst, kommt einer, der hat nur 15!

Ansonsten sieht der Alltag so aus, dass man alle Kriege vollständig beiseite legen kann, wenn man grad keine Lust drauf hat (den sogenannten „Krieg gegen Corona“, „Krieg fürs Klima“, „Krieg gegen Russland“, „Krieg gegen Terrorismus“, „Krieg gegen Rassismus“ etc.), man steckt das Handy und die Nachrichten einfach in die Tasche, Demos kann man ausweichen, und dann hört man rundherum nichts. Allabendlich im Café, oder regelmäßig in der Bahn, oder in Geschäften, auf den Straßen, so gut wie nichts davon. Alle haben recht viel anderes zu besprechen: Über Amazon gibt‘s den neuen „Sissi“, die Sportschuhe schlupfen, ein Enkel will bald studieren, im Instagram hat sich eine Katze in ein Waschbecken gelegt, der Wobbie macht das auch immer, 12 Tausend Likes bekommt man dafür!

Verfolgt man den Kunstmarkt, Galerien, Ausstellungen, Künstlerkollegen, hat sich Corona fast vollständig aus allem raus gehalten, jeder malt seins wie immer, wie er‘s vor zehn Jahren auch gemacht hat, und, wird man später mal rückblickend über die Bilder schauen, ist in den letzten zwei Jahren so gut wie überhaupt gar nichts gewesen. Kein George Grosz, kein Munch, keine Caprichos von Goya, kein Brandts Narrenschiff. Wenn das die Welt und der Alltag sind, ist mein Tagebuch absolut welt- oder alltagsfremd … Oder „bildungsfern“? Unter „einfacheren“, sogenannten „bildungsferneren“ Leuten hört man sofort ganz unverblümte „Leugnerei“, Abscheu gegen Masken, gegen Frieren, gegen Krieg und Hungern und all das. Aber ein Ärmerer begegnet uns nicht an der Uni oder in Touristen-, Rentner- und Studentencafés, obendrein interessiert er sich überhaupt nicht für Kunst, die seine Welt darstellt, „Mit Kunst kann ick nischt anfangen“, oder „Ick hätte lieber so ne schicke Landschaft mit Wasserfall.“, oder Wobbie im Waschbecken.

Die Politik hat anerkannt, dass Künstlern durch die Maßnahmen oder Umstände Schaden entstanden ist, und vergibt in großem Umfang Geld für einen „Neustart Kultur“, oder „Neustartplus“. Allerdings, nachdem sie hat allen schaden können, hilft sie nur ausgewählten Künstlern wieder auf die Beine. Wobei, Kriterien waren nicht, ob einer tatsächlich zu Schaden gekommen ist und entschädigt werden muss, das wurde nicht abgefragt oder geprüft, sondern nur was er vorhat, seine Erfolge, und wie seine Bilder aussehen: Er hat sich sehr aufwendig in tagelanger Arbeit beworben, mit Projekt-Vorhaben, -Beschreibung und Portfolio. Die Rate der so geförderten Künstler ist extrem hoch: Während man sonst bei Stipendien oder Förderungen die Chance von 1 zu Hundert(en) gewohnt ist, sind es hier ganze 50%! Viele Kommilitonen gehören dazu, so weit ich mitbekommen habe, alle, die sich überhaupt beworben haben. Ich stelle gewissermaßen ein schwarzes Schaf meiner Hochschule dar: „ Liebe:r Bewerber:in, … Unsere Jury hat in den letzten Wochen alle 5681 Anträge geprüft und am Freitag, den 28. Oktober 2022, über die Förderungen entschieden. Leider hat Ihre Bewerbung bei dieser Prüfung keine Mehrheit gefunden. Mit dieser Entscheidung hat die Stiftung Kunstfonds kein negatives Werturteil über Ihre künstlerische Arbeit gefällt. Aufgrund der begrenzten Fördermittel konnten bedauerlicherweise nicht alle förderungswürdigen Anträge berücksichtigt werden. Wir bitten Sie um Verständnis, dass die Jury ihre Entscheidung aufgrund der hohen Antragszahl nicht im Einzelnen begründet.“ Als Abgelehnter verliebt man sich so in den Ausdruck „nicht alle förderungswürdigen“: „Ich bin förderungswürdig, das Geld hat nur nicht mehr gereicht“. Folglich kann sich keiner einbilden, dass sein „Corona-Tagebuch“, Holzstiche von Leuten mit Masken und Alltags-Szenen halbwegs politischer Natur irgendetwas mit der Ablehnung zu tun hätten, auch wenn sie Gegenstand der Bewerbung waren, und die Gewinner ja nicht blind gewürfelt wurden. Wie gern hätte ich in der Gewinner-Liste auch welche gefunden, die, wie immer gesagt wird, „Corona-kritisch“ oder „skeptisch“ sind, oder überhaupt das Zeitgeschehen zum Thema haben, aber ich konnte noch unmöglich alle nachgoogeln. Das ist wohl gerecht, denn sonst rundherum sehe ich auch keine. Solche in der Liste wären ja ja vollkommen überrepräsentiert. Ach, hätte ich doch Wobbie im Waschbecken gemalt!

Künstler, die im Bewerbungszeitraum einen festen Job haben (vielleicht aufgrund der Schädigung dazu gezwungen, ihre Kunst hintanzustellen), durften sich gar nicht erst bewerben! Nur wer sich das Verhindertwerden ohne Job leisten konnte. Karl Lagerfeld sagte in irgendeinem Interview mal, wer Gerechtigkeit will, darf nicht Model werden, (so ja auch nicht Designer oder Künstler), aber er hat bestimmt an freien Markt gedacht, und nicht an staatliche Regelung? Wobei, ob sich das etwas nimmt?

„Hinterher ist man immer schlauer“

„Bundesverwaltungsgericht urteilt
Bayerns Corona-Ausgangssperre war nicht rechtmäßig“, „Sport im Freien ist erlaubt, das Verweilen auf der Parkbank verboten - solche strengen Regeln herrschten zeitweise in Bayern aus Angst vor Ansteckung mit Covid-19.“, n-tv.de, 22.11.

Und Leipzig? Auf Parkbänken hat uns die Polizei zwar Platz nehmen lassen, aber nicht auf der Wiese. Aber:
„Die sächsischen Kontaktbeschränkungen in der Frühphase der Corona-Pandemie sind rechtmäßig gewesen, die in Bayern damals verhängte strenge Ausgangssperre jedoch nicht. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.“, ebd.

Meine Lieblingszitate:
„Nein, ein Buch auf einer Bank lesen ist nicht erlaubt.“ Polizei München, Twitter.

Nachdem einer mit Freundin gepicknickt hat und Platzverweis bekam: „Kurz darauf, gegen 17.15 Uhr, wurde er im Bereich der Alten Pinakothek erneut angetroffen. Er hatte den Oberkörper frei gemacht, lag in der Sonne und las ein Buch. Da er auch hier einem Platzverweis nicht nachkam, sondern sich gegen 17.45 Uhr immer noch an der Örtlichkeit aufhielt, wurde er abermals in Gewahrsam genommen. Durch die zuständige Richterin wurde ein Gewahrsam bis um 22 Uhr angeordnet. Anschließend wurde der 53-Jährige entlassen. Zwei Anzeigen gegen ihn wegen der Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz folgen.“
www.abendzeitung-muenchen.de

„In einem Fall traf die Polizei am Sonntag gegen 14.40 Uhr an einem Biotop in Oberschleißheim zwei Erwachsene und ein Kind an: Sie hatten dort ein Zelt als Nässeschutz für das Kind aufgebaut und genossen die Natur. Das ist kein triftiger Grund im Sinne der Ausgangsbeschränkung, zwei Anzeigen waren die Folge.“, www.abendzeitung-muenchen.de

„aus Angst vor Covid-19“ … Ich überlege, wer auf der Bank oder Wiese saß, hat ja diese Angst nicht gehabt. Und wer nicht saß, dessen Angst war wohl größer vor der Polizei. Und die Angst der Polizei, die zu jedem hin kam und das Kontaktverbot kurz mal aussetzte, um zu ermahnen und Personalien aufzunehmen, oder den Sitz-auffällig-gewordenen festgenommen hat, dass der besser stundenlang im Präsidium sitzen sollte statt allein in der Sonne auf der Parkbank?

Nun ja, man habe das Virus nicht gekannt, man müsse die Umstände berücksichtigen. Deshalb hat man Kritiker gelöscht, weil man Meinungen, von denen man nicht weiß, ob sie vielleicht stimmen könnten, eben löscht. Und verunglimpft sie, wenn sie doch nicht weg zu kriegen sind, in Qualitätsmedien. Das ist das Wesen der Demokratie, denn „22 ist nicht 89. Wir leben in keiner Diktatur.“ Und die Impfung war neu, man habe die Wirkung nicht so gekannt, überraschenderweise gäb’s jetzt doch mehr Nebenwirkungen. Hinterher sei man immer schlauer. Diesen Spruch dürfen wir uns allerdings auch nur hinterher sagen. Uns war ja nicht erlaubt, vorher zu sagen, wir möchten die sogenannte Impfung nicht an uns ausprobieren, weil keiner die Folgen kenne und wer sei schon Hellseher? Uns wurden dann Folgen gemacht, damit wir‘s dann wissen.
„Spahns Corona-Buch: ‚Wir werden einander viel verzeihen müssen‘“, berliner-zeitung.de, 5.6.
Wir - einander.
Alle gemeinsam, miteinander, fürs Wir, solidarisch …

26. November, „den deutschen Geist austreiben“

Westplatz. Polizei-Autos auf dem Bürgersteig, offene Türen und Ladefläche, Polizisten drum herum kleiden sich öffentlich an. Aber das habe gar nichts Komisches, mit großem Ernst hüpft sich einer in seinen störrischen, schwarzen Rüst-Anzug hinein, dass es mit Hilfe der Schwerkraft über Beine und Hintern drüber gehen möge, schnallt sich die Kampfstiefel fest, nimmt den Helm vor die Brust, und sieht dabei merkwürdig „einzeln“ aus. Die Fertigen, auf der anderen Straßenseite, sitzen bereits als Team, als Trupp, als Kampfes-Einheit, bewaffnet bis an die Zähne, am Steuer ihres Wagens, auf dem Bürgersteig. Wie Christoph und ich da ins Eingekleide hinein geraten und irgendwie rechts oder links herum müssen, macht uns das etwas verlegen. Möglichst ohne da hin zu gucken, weil diese Armeen, selbst die fertig angezogenen und aufgestellten, stets so einen Guck-Verbots-Eindruck im hinein geratenen Bürger erzeugen. Und wieviel mehr ein unfertig erwischter, im Ankleiden befindlicher, auf sich gestellter Einzelpolizist, der sich in den Anzug hinein hüpft, Auge in Auge mit einem überraschten, spontan grinsenden Bürger …

Der Bürgersteig, wenn eine Armee da drauf zu parken gedenkt, wirkt wie eine Art fremdes Terrain. Für den Bürger fremd, weil es nicht mehr sein Bürgersteig ist, und die andere Instanz Vorrecht hat. Aber auch für den Trupp fremd, weil er wie Mückenschwärmen ausgesetzt ist. Nicht weil die Mücken, die Bürger hier, gefährlich wären, nur lästig. Gegen Mücken braucht man ja auch ganze Festungen aus Fenster-Gaze, Bettvorhänge, Spray, die Ohren gegen Summen gespitzt, und Ausschau an Wänden haltend. Obwohl, die Bürger wollen ja gar nichts.

Wo so eine Armee auftaucht, blitzt es mir immer unwillkürlich im Kopf auf, wie dieser kleine, alte, unterernährte Obdachlose von mehreren dieser Kampfmänner an die Wand gedrückt wurde. Vor Jugend und Muskeltraining strotzende Kerle. Lockdown-Stille, nur das dumpfe Poltern, als sie mit ihren enormen Panzerstiefeln zu zweit etliche male in seine Kniekehlen getreten haben, damit er in die Piss-Ecke sinken sollte, zwischen fünfzig(!) solcher breitbeinig aufgestellten staatlichen Schläger, und mit schwachem Stimmchen rief: „Was hab ich denn gemacht? Was hab ich denn gemacht?“, und Passanten guckten: Was hat er denn gemacht?

Welche der fertigen Trupps stellen Absperrungen auf. Friedrich-Ebert-Straße. „Ach guck mal, die ganze Strecke hier schon eingezäunt.“, bemerkt Christoph, wo wir schon ein gutes Stück unbewusst dran entlang sind. Wir bestaunen, wie viele mobile Zaunteile Leipzig aufgebracht hat, wahrscheinlich Deutschlands gesamte Zäune, also Barrikaden, für diese lange, öde Strecke, wir gehen die ganze Zeit auf dem Radweg, weil der Bürgersteig vollständig als Zaunplattform dient. Neues Rathaus, Blick Richtung Leuschnerplatz, alles voll Polizei-Armee. Wo können wir denn hin, um da mal weg zu kommen? Nebensträßchen? Da rein zu meiner Hochschule, Stück Heimat, Kunststudium damals. Man sieht hinter Polizei-Autos und Sperren gewisse andere, normale Sperren gar nicht mehr, da zieht‘s Christoph in den falschen Straßen-Eingang, amerikanische Botschaft! Aber ich weiß das noch, auch ohne die Absperrungen zu durchblicken. Nicht da! Die denken, wir sind Attentäter! Daneben den schmalen Gehweg, wie die Leute dort, so ist man immer zur Hochschule gekommen. An der Ecke der Hochschule rutscht uns das Herz in die Hose: sind wir doch, je eher wir weg wollten, noch weiter in solche Trupps hinein geraten. Nach links Polizei-Auto an Polizei-Auto, geradeaus Polizei-Auto an Polizei-Auto, dazwischen schwarze (angezogene) Polizei-Armee, man sieht sonst nichts. Na, dann, dann links? Ein Trupp hat uns im Visier, wie wir heran kommen, wir fühlen uns wie eine potentielle Bedrohung. Polizei verlangt Auskunft, ob wir zur Demo möchten. Demo, hier? Christoph fragt, um was für eine Demo es sich denn handle. „Das ist die AfD.“ - „Nee“, rutscht es mir spontan heraus, wobei ich mich sogleich in Grund und Boden schäme, eine Partei abzulehnen, die man ablehnen soll. Christoph meint: „Mit diesem Aufgebot hier gegen eine Partei? Damit könnten Sie Russland platt machen!“, der Polizist zuckt kaum merklich die Schultern und ist zumindest nicht beleidigt. Sein Kollege guckt auf meinen großen, viereckigen Beutel, „Kann ich mal reingucken? Ob Sie da nicht Plakate drin haben oder Info-Material!“, ich zeige ihm folgsam meinen Inhalt: „Nur Zeichenzeug“, entschuldige ich mich, aber fühle mich trotzdem weiter beschuldigt. Direkt so vor dem Gebäude meiner Kunsthochschule will ich fast sagen, „da ist meine Hochschule. Kunst.“ Und gleich nebenan Christophs Uni-Bibliothek. Da ist aus ziviler Heimat ein Feldlager geworden. Der Polizist guckt kaum in meinen Beutel rein, nur so oberflächlich. Verdächtiges Zeichenzeug! Ich sehe mich spontan mitten in der Demo frische Plakate malen, und erkläre schnell: „Wir wollten eigentlich nur etwas spazieren gehen.“ Ach du Gott, „spazieren“, was ist mir denn da schon wieder heraus gerutscht! „Wir wollen in die Karl-Liebknecht-Straße“. Die Polizistin legt unsere Wortwahl nicht auf die Goldwaage und ist jetzt sehr freundlich. „Wenn es Ihnen unangenehm ist, in die AfD rein zu geraten, können Sie dort außen lang, Sie gehen das Stück zurück, den Ring weiter, also praktisch so einen Bogen hier herum.“ Wir nicken wie Touristen in der Fremde, und denken: „Aber vom Ring kommen wir doch grad her! Wir wollten ja da weg!“, dass wir wohl aussehen, als hätten wir sie nicht verstanden. Sie erklärt es noch zwei, drei mal sehr nett, und wir nicken weiter so entgeistert. Prompt nehmen wir uns heraus, als der Trupp zehn Meter von uns entfernt ist, in die andere Richtung zu gehen, zur Uni-Bibliothek. Man wird uns ja nicht erschießen! Im Gegenteil, man ist sehr freundlich, und lässt uns an der nächsten Gabelung die Wahl: „Rechts oder links, aber hier können Sie nicht steh‘n bleiben!“, ruft ein Trupp und schleppt, halb rennend, weil‘s schwer ist, Zaunteile heran. Sie sperren die Straße zu. In der zugesperrten Straße sind Busse angekommen, zwei, drei laden Demonstranten aus, so zehn Demonstranten, wer weiß, wo die große Masse ist, irgendwo wird sie sein? Ältere Leute, von Körperbau, Kleidung und Bewegung her Lebenlang-Arbeiter-in-Schichten. Wenn sie glücklich sind, Mindestlohnverdiener, mit paar Luftballons, also eigentlich gar nicht AfD, sondern viel „schlimmere“.

Wir laufen um den abgesperrten Platz und rätseln, wie man diese Demo zu Gesicht bekäme, geschweige denn sich einer anschließen sollte, wenn denn einer wollte - was ja der Sinn einer Demo ist, „zeigen“, „verdeutlichen“ - Wem denn, wenn keiner es sehen kann? Und wenn wir schon als ahnungslose Passanten Taschenkontrolle hatten und Auskunft geben mussten, wie denn erst recht ein Demonstrant, der nicht da raus, sondern rein will? Blick Richtung Floßplatz, wohin man schaut, eine einzige Polizeihochburg. Vereinzelte Passanten wie wir stehen staunend, ob man irgendwo sehen könne, worum es geht, und wie man hier heraus kommt.

Endlich Karl-Liebknecht-Straße, die Café-, Döner-, Alternativ-, Künstler-Straße! Wir sehen, dass wir vom Regen in die Traufe gefallen sind: schwarze Truppen-Massen, nicht weniger, sondern mehr, immer schwärzer, jetzt Antifa! Die Gegen-Demo. Man muss direkt dreimal hinsehen, was Polizei und was Antifa ist, alles schwarz vermummt samt Gesichter. Christoph zottelt immer doller an meiner Hand, und ich immer mehr an seiner, weil einer den andern versucht, die sichersten Wege zu steuern, ohne von brüllenden Gangs „eins in die (unmaskierte) Fresse“ zu bekommen. Ein paar Leute, wie wir in bunt, und mit Gesichtern, Familien, ganz Brave, stellen sich entschieden zu den schwarz vermummten Gangs dazu, vielleicht auch Mamas und Papas der Antifa, gemeinsam gegen die AfD.

Anders als der „AfD“ sind der Demo hier Plakate erlaubt, sogar recht große, wir sehen zwar nichts für Frieden oder derart, sondern mehr so für Kulturmord, zum Beispiel ein großes Banner mit ziemlich viel Grusel-Schwarz, von fünf oder wieviel Leuten gehalten, „den deutschen Geist austreiben“. Das wäre also gegen die Geschichte der Reformation, gegen Goethes Klassik, Caspar David Friedrichs Romantik, und was eben deutscher Geist bedeuten könnte - Geist, Antike-Rezeption, Winckelmann … Eine Demo also gegen gewisse Minderheiten, die sich heute überhaupt noch damit beschäftigen, Bücher, Bilder, Architektur, Geisteswissenschaften, Philologie, wo Christophs Studenten - an der Uni! - immer fragend gucken: „Fichte? Hä?“ Wenn es auch schon in der Bildungsschicht, also unter Studenten, eine Nischenrolle spielt, wieviel weniger interessiert „Geist“ im allgemeinen Alltag! Wir lesen auch anderes, Christoph vor allem Lateinisches und Griechisches, Jüdisches oder Christliches, also viel Orientalischen „Geist“-Einfluss, aber das geht wohl grad noch so durch, obwohl, „Völker“, und wird nicht gegendert … je nachdem, wie sehr sich der Student durch diese Vorgänger-Kulturen beleidigt fühlt, geht sowas in der Lehre manchmal auch gar nicht. „Aus der Geschichte lernen“ - nicht möglich. Diese Vernichtungs-Absichten, die Einforderung, geschichtliche Quellen aus dem letzten Gedächtnis heraus zu löschen, als hätte es sie, Recht wie Unrecht, nie gegeben, als wären wir aus dem Nichts geboren, können eigentlich nur mit strengen Lese-, Guck- und Sprechverboten umzusetzen sein, sonst seh‘ ich mich morgen doch schon wieder im Museum den Cranach angucken, und Christoph den Schumann hören. Und was ist mit anderen Kulturen, die „deutschen Geist“, ob freundlich oder ablehnend, rezipiert haben? Soll der weg, muss man diese Passagen und Erinnerungsstücke auch dort löschen, also auch andere Kultur-Teile. Diese aller-extremsten Gewalt- und Ausrottungs-Aufforderungen prangen auf dem Banner direkt vor den Augen der Polizei, den Staatsorganen, und sind, anders als mein Zeichenblock vorhin, nicht kontrollbedürftig, wie wir sehen können.

Endlich sitzen wir im Café „Orange“, erholen uns vom Herzrasen und Herzstolpern, ich habe meinen politisch verdächtigen Zeichenblock auf dem Schoß, AfD-verdächtig, und bringe so gar kein Bild zustande.

Später googelt Christoph: Die Demo war nicht von der / oder für die AfD, sondern: „Ami go home“.
„Seit Wochen hatte das rechtsextreme ‚Compact‘-Magazin bundesweit zu einer Kundgebung an diesem Sonnabend in Leipzig mobilisiert. Unter dem Motto ‚Ami Go Home‘ waren 15.000 Teilnehmer erwartet und angemeldet worden. Doch am Ende kamen deutlich weniger. Heftiger Gegenprotest stoppte zudem die Demonstration der Rechten, die ihre Versammlung schließlich vorzeitig beendeten.“, „Redner auf dem Simsonplatz fordern Abzug von US-Truppen. Auf dem Simsonplatz vor dem Bundesverfassungsgericht hatten sich Anhänger verschiedener rechter Gruppierungen und Parteien eingefunden, darunter der ‚Freien Sachsen‘ und ‚Freies Thüringen‘ sowie der AfD. Auf den Plakaten und in den Reden wurden anti-amerikanische und pro-russische Haltungen skandiert. [Plakate also doch erlaubt?] Die Demonstranten forderten den Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland. So sprach etwa Stefan Hartung von den ‚Freien Sachsen‘ davon, dass sich Deutschland von den USA ‚immer noch diktieren‘ lasse, ‚was wir zu tun oder zu lassen haben.‘“, usw., mdr.de

Vergleiche Oskar Lafontaines (demzufolge rechtsextremes) Buch „Ami, it‘s time to go“.

Antifa, Linke, also mit ganzem Einsatz für den kapitalistisch-amerikanischen Freund, dass Ihnen keiner was gegen ihn sage.

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